gsIm Moment scheint jede Frau ihren Traummann in Ryan Gosling gefunden zu haben. Egal, in welchem Film er auftaucht, „oooohhhhs“ und „aaaahhhhhs“ säumen die Reihen der Kinosäle. Hallo, aufwachen: Denn nicht nur Goslings neuer Streifen „Gangster Squad“ sieht vielversprechend aus, sondern auch der Soundtrack ist top!

Die klassischen Gangster-Filme spielen meistens in New York und zeigen nur die italienische Mafia. Dass es noch irische und jüdische Mob-Familien gab, fällt oft nicht ins Gewicht. Das ändert sich jetzt: „Gangster Squad“ beschreibt das Schaffen von Mickey Cohen (Sean Penn), seines Zeichens nicht nur in Las Vegas zuhause, sondern auch der große Mann der jüdischen Kosher Nostra in Los Angeles. Bis in die 1970er Jahre trieb er dort sein Unwesen und mordete sich durch alle Viertel von LA.

Der Film spielt im Jahr 1949, als die Polizei von Los Angeles vergebens versucht, mit einer eigens geschaffenen Mafia-Untersektion (u.a. mit Ryan Gosling, meine Damen) gegenzusteuern und der Gewalt in den Straßen ein Ende zu setzen. Sean Penn, Emma Stone, Ryan Gosling und Josh Brolin, der Film an und für sich hin oder her – rein musikalische betrachtet ist „Gangster Squad“ jetzt schon gelungen: Auf zwölf Titeln des Soundtracks werden alte Meister der Populärmusik, des leichten Jazz und des beginnenden Rock’n’Rolls mit neuen, jungen Talenten, die genau diese Fußstapfen treten, vereint.

„Populärmusik“ – ein lustiges Wort. Nein, nicht Popmusik, sondern Musik, die die breite Masse anspricht. Musik für’s Volk quasi. Schlechtestes Beispiel dafür: Schlager. Bestes Beispiel: Swing. Der Soundtrack von „Gangster Squad“ zollt vor allem der popular music der Swing- und Big Band-Ära Respekt: der Musikform, die in den USA, wo uns der Film ja hinführt, zum ersten Mal alle Gesellschaftsschichten erreichte – ohne Rücksicht auf Hautfarbe oder finanziellen Status.

Oscar-Preisträger Johnny Mercer, aus dessen Feder übrigens auch „Moon River“ aus „Breakfast at Tiffany“ floss, eröffnet den Soundtrack mit einem von Saxophonen dominierten „Hills of California“ und übergibt unter anderem dann auch an aktuelle Künstler wie Imelda May und Kitty, Daisy and Lewis. Die 38-jährige Irin May, die sich vor allem als Mischmasch aus Rockabilly, Blues und Folk einen Namen gemacht hat, reiht sich wiederum genau so problemlos wie das revolutionäre Retro-Trio aus England swingend, jazzend und Gitarre-schrammelnd bei den Vierziger-Jahre-Stars ein. Hoagy Carmichael, Pee Wee King und Peggy Lee sind allesamt schon lange verstorben, ihre Songs voller Bläserensembles und Melodien wie Samt sind es bei weitem nicht. Glücklicherweise erfahren sie dank dem Soundtrack jetzt ein Revival: Nicht nur, dass sie perfekt ins Setting von „Gangster Squad“ passen – nein, man erkennt, wie sehr sich auch die jungen Bands wie St. Vincent oder auch Delta Rae bemühen, so oder so ähnlich zu klingen. Eigens für den Film wurde auch noch die „The Gangster Squad Movie Band“ kreiert und auch die schafft es mit links, uns musikalisch ans Ende der Vierziger zu versetzen.

Original und Nachahmer auf einem Album geht nicht? Doch, in solcher Form immer gern! Let the breezy music sway you away.

„Gangster Squad“ läuft am 24. Januar in den deutschen Kinos an.

Foto: PR