Namhafte Alpinisten kommen aus Österreich, zahlreiche leckere Knödelarten und manch erstaunliche Wortschöpfung wie Oatrige oder 16er Blech. Bemerkenswerte Musik? Seit unserer Klassik-Koryphäen aus grauer Vorzeit, und natürlich Falco, Fendrich und STS, eher sporadisch. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben, und es erfüllt mich mit Stolz hier eine Lanze zu brechen für meine Landsmänner. Zur musikalischen Ehrenrettung Österreichs treten an, Steaming Satellites aus Salzburg!

steamingsatellites01-klein1 Bei genauerem Überlegen, ein paar sehr gute innovative Ösi-Kombos gibt’s ja schon. Naked Lunch, Kruder & Dorfmeister, Clara Luzia, die Sofa Surfers, Bauchklang,… Trotzdem denkt man bei Österreich und Musik spontan dann doch eher an die üblichen Verdächtigen wie DJ Ötzi und die Stürmer Christl.

Aber dann 2011 gelang dieser Band aus Salzburg mit ihrem zweiten Longplayer ein echter Überraschungserfolg. „The Mustache Mozart Affaire“, trotz der Reminiszenz an das große Wolferl im Titel, ist eine durch und durch progressive Platte. Nicht wirklich homogen von Anfang bis Ende, aber gerade darum spannend, herausfordernd, nie vorhersehbar.

Trotz Retro-Anleihen – die 70er scheinen es ihnen speziell angetan zu haben – durch den Mix unterschiedlichster Stilrichtungen, ist die Umsetzung extrem modern. Die Basis schaffen laute Gitarren, reichlich spaciger Keyboard Sound und ordentlich Elektro-Gefrickel. Manchmal ufert das alles auch aus. Aber nur ein bissl. Wurscht is. Rocken tut´s und poppig isses dazu, auch mal bluesig, etwas psychedelisch, bisweilen verschroben und irgendwo auch indie, aber immer mit gscheid Groove. Die fabelhafte Stimme von Frontmann Max Borchardt ist dabei eine ganz entscheidende Zutat. Ein bissl wie der/die/das (?) Schlagobers aufm Kuchen. Vorm Herrn Kings of Leon oder anderen markanten Stimmen der Oberliga braucht er sich jedenfalls nicht  zu verstecken.

Vielleicht nach dem Vorbild unserer französischen Nachbarn, die einen festen Anteil einheimischer Interpreten im Radioprogramm vorschreiben, hat kürzlich auch der Sender „Radiofabrik“ eine Quote eingeführt, für Salzburger Bands. Als erster freier Radiosender verpflichtet man sich dazu 2 Salzburger Titel pro Stunde zu spielen. Rund 500 Titel haben die Redakteure dafür digitalisiert. Unsere Freunde hier dürften da sicher ordentlich Rotation bekommen, und vielleicht folgen ja noch weitere Sender diesem ehrenwerten Beispiel.

Ihr neues Album, das den Titel „Slipstream“ tragen wird, erscheint am 15. Februar. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf der Website der Band schonmal gratis den ersten Song „Another Love“ downloaden. Nochmal ein gutes Stück poppiger als die alten Sachen, würde ich spontan sagen – ein Tanzflächenkracher womöglich? Ich kann euch jedenfalls nur wärmstens ans Herz legen, hört sie euch an!

Auf Tour kommen sie übrigens auch, und zwar im März. Alle Daten gibt`s hier.

Wir freun uns schon jetzt narrisch auf einen feinen Abend im Atomic Café.