Unfassbar, aber wahr: Frank Turner hat sich auf seinem Zwischenstopp in München eine halbe Stunde Zeit genommen um mit uns zu plaudern. Über das neue Album, über das Leben auf Tour und wieso er tut, was er tut. 

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Wir freuen uns: Wir haben ganz offiziell mit Frank Turner gesprochen. Kurz vor seinem Gig mit den Dropkick Murphys im Zenith durften wir ihm Löcher in den Bauch fragen. Was dabei rauskam, könnt Ihr hier lesen und auch hören.

Was gibt’s auf dem neuen Album „Tape Deck Heart“?
Frank Turner, die alte Maschine, schreibt immer. Auf der Tour, daheim, immer und überall. Deshalb ist für ihn der Release des neuen Albums „Tape Deck Heart“ einfach der natürliche Prozess, der nach der großen „England Keep my Bones“-Tour folgen muss. Anders als auf dem letzten Album wird sich „Tape Deck Heart“ aber nicht mehr mit seinem Herkunftsland beschäftigen, auch kaum noch mit den dort immer wiederkehrenden Themen Wasser und See – denn zu ersterem hat Frank Turner alles gesagt, was er loswerden wollte, und zu letzterem irgendwie auch.  Hier kommt ihm aber auch noch der Dichter T.S. Eliot in den Sinn: „He believed that sailors were the only people that had a chance of salvation.“ Wenn es danach geht, ist er schon gerettet – vielleicht auch nur deswegen.

Wie ist das Leben, wenn man immer auf Tour ist?
Laut seinem Tourmanager ist Frank Turner nur unterwegs. Das bestätigt er, aber er will es auch so: Er ist dankbar, das er das machen kann, was er immer tun wollte. Nach der Wembley Arena und den Olympischen Spielen letztes Jahr geht es dieses Jahr noch nach Asien – neben China stehen da Vietnam und Thailand weit oben auf seiner Liste. Aber auch zuhause in England und Europa will Frank Turner gern größere Hallen und Stadien bespielen. Dass er reisen und live spielen kann macht ihn immer noch unglaublich froh. Highlight seiner Karriere? – Dass er eine Karriere hat! Glücklicherweise gibt es aber nicht nur die Karriere und die Tour, sondern inzwischen auch ein Zuhause: Seit kurzer Zeit hat der Brite, der in den letzten zehn Jahren auch mal auf einer Matratze im Hinterzimmer des Pubs geschlafen hat, wieder „a place he can call home“ – einen Ort, der mehr ist als nur ein Schlafplatz.

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Wie ist das so mit einer so anhänglichen Fanschar?
Konzerte sind in Windeseile ausverkauft, Vorverkaufszahlen für das neue Album toppen alle Erwartungen – kann man da noch überrascht sein von seinem Gefolge? Ja, man kann und zwar jeden Tag. Frank Turner scheint täglich auf’s Neue von seinen Fans geplättet zu sein. Er ist einer der wenigen Künstler, die ihre Homepage, ihren Blog und ihren Facebook-Account selber schreiben und die sich wirklich um alles kümmern – Konzerte, Tickets, Fairness beim Ticketverkauf. Und er lässt sich sicher auch vieles sagen, aber nicht, dass er ihm etwas egal wäre: „All I do is think about it [die Fairness, die Tickets, die Zufriedenheit seiner Fans].“

Nachdem er so ein begabter Textschreiber ist, bestünde denn jemals die Möglichkeit, dass er ein Buch verfasst?
Früher wäre es nicht denkbar gewesen, heute schon eher. Ein „dedicated tour diary“ wäre eine Möglichkeit, allerdings müsste ihm jemand eine Deadline setzen, damit er es zu Ende schreibt. – Sonst bleibt es, wie die letzten paar Jahre lang, nicht mehr als ein ehrgeiziges Projekt.

Wen mag Frank Turner?
Besonders gerne mag er Adam Duritz von den Counting Crows. Und wen hätte er gern live gesehen? Nirvana, Black Flag, The Band, The Clash und noch so einige andere. Und bitte, diese Black-Flag-Reunion von der alle reden, ist gar keine echte. Was hört man so unterwegs? Gerne französische Guitar-Noise-Bands.

Ein Satz für die letzten sieben Jahre?
In den sieben Jahren kamen alle Soloplatten raus, es sind die sieben Jahre der langen, langen Touren – wie packt man das alles in so wenige Worte wie möglich? Nach kurzer Überlegung kommt lachend die passende Antwort (und vielleicht auch der Titel für die Autobiographie, sollte sie denn jemals geschrieben werden): „Surprinsingly effective“.

Whiskey-Tipp?
Dem Lebenswasser der Schotten ist Frank Turner ja nicht abgeneigt, aber welcher ist besonders gut? Immer zu haben und gut zu trinken:  Jameson. So einer steht auch im Kühlschrank des Backstage-Raums, in dem wir sitzen. Na dann cheers!

An dieser Stelle sagen wir ein großes „Thank you, Frank Turner!“ Danke für 30 Minuten Zeit und danke, dass wir unsere subjektive Interviewreihe auf themusicminutes.com mit einem so netten und smarten Gesprächspartner beginnen konnten. Selbstverständlich auch danke für all diese ganzen tollen Alben und Konzerte.

Allerdings sind diese Antworten nicht alles, was wir Frank Turner entlocken konnten. Er hat für uns einen brandneuen Song in einer Acoustic-Version performt. Wann gibt’s den? Beim nächsten Mal! Hier anbei erstmal die Audiofile des kompletten Gesprächs: Zwei Menschen sprechen über: Diverses.

Fotos: sind in echt Polaroids und das Copyright liegt bei uns.

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