Keine Sorge, es kommt jetzt weder die jahrhundertealte Geschichte des Apfelkuchens und dessen Herkunft noch eine Rezeptsammlung für einen seiner Art. Hinter The History of Apple Pie verstecken sich fünf junge Londoner, die seit 2010 gemeinsam Musik machen. Diesen Monat werfen sie ihr Debütalbum „Out of View“ auf den Markt.

Die Neunziger sind zurück. Nicht mit der Rückkehr von Eurotrash-Dancefloor-Bands, sondern mit The History of Apple Pie. Die fünf aus London klingen wie eine Band, die wir in den Neunzigern alle gekannt hätten. Stereogum bezeichnet die englische Band  als Revival des „crashing, fuzzed-out, triumphant American indie rock from the ’90s“ und es stimmt:  Man fühlt sich hier um 20 Jahre zurückgebeamt und es klingt null nach Sound von der Insel von damals. Es ist wirklich überraschend, wie sehr die fünf Londoner nach Bands klingen, die sie aufgrund ihres Alters gar nicht zu ihrer aktiven Zeit kennen können. Grunge und Indie-Rock gemischt mit zuckersüßen Pop-Elementen.

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Für Stephanie Min und Jerome Watson beginnt die Geschichte von The History of Apple Pie wie so manche MySpace-Legende: Sie posten Demos auf ihre MySpace-Seite, Labels werden auf sie aufmerksam, sie suchen sich noch drei weitere Musiker und bringen schließlich 2011 ihre Single „You’re so cool“ heraus. Dieser Song erzeugt solchen Buzz in der Musikwelt, dass Blurs very own Graham Coxon selbst sie unter Hunderten von Bands auserwählt als Vorband bei seiner Londoner Show aufzutreten. Aber dann wird es ruhig um die fünf, sie nehmen zwar ein Album auf, verwerfen aber vieles des ersten Versuchs. „We had a bit of a false start with it. The one we’re releasing is the second attempt. The first time we were really rushed and the whole thing was a pretty horrible experience […]“, so Gitarrist Jerome Watson zu PopMatters. Erst in diesem Jahr bringen sie nun ihr Debüt „Out of View“ auf den Markt. „Out of View“ waren sowohl sie als auch der Indie-Noise-Rock der Neunziger, den sie wiederauferstehen lassen.

An irgendeine bestimmte Band erinnert The History of Apple Pie“. Man möchte gerne Hole, The Breeders, Dinosaur jr., My Bloody Valentine oder auch Letters to Cleo sagen. Die passen aber alle irgendwie dann doch wieder nicht. Vielleicht klingen sie einfach so wie eine Mischung aus allen und irgendwie ja auch  nach sich selbst. Wer jetzt ein wenig nostalgisch werden will, hört am besten jetzt hier bei Soundcloud rein:

„Out of View“ von The History of Apple Pie erscheint am 8. Februar 2013 in Deutschland bei Marshall Teller/ Rough Trade.

Foto: PR