Ach Februar, Du alter Award-Monat! Wir haben uns noch nicht ganz von den Grammys erholt, da sind sie schon – die BRIT Awards. Die Insel hat  in internationalen und nationalen Kategorien gewählt und eine ganz besondere Statue dieses Jahr vergeben. Die großen Gewinner sind Emeli Sandé und Ben Howard.

Der Schriftzug sieht 2013 feiner aus, das „BRIT“-Tag ist einem feinen Seriphenschriftzug gewichen. Und auch die Statuette sieht anders aus – so bunt. Kein Wunder, denn das britische Enfant Terrible der Designkunst, Damien Hirst, hat den BRIT Award dieses Jahr entworfen. Ähnlich wie bei den Grammys gaben sich auf der Bühne Stars und Taylor Swift die Klinke in die Hand: Muse. Mumford & Sons. Ben Howard. The Robbie. Diese Boyband von Harry Styles. Olympia-Sirene Emeli Sandé. Justin Timberlake („& Mastercard“ hieß es in der Ankündigung. Wie hat man sich „MC MasterCard“ denn vorzustellen?!). „A stellar line-up“, so der Veranstalter.

Los geht’s: Ben Howard gewann als British Breakthrough Act und Best British Male Artist. Der schüchterne Surfer, der auf seiner letztjährigen Tour in Deutschland Hallen ausverkauft hat, verdient endlich die Anerkennung, die ihm letztjährig beim Mercury Prize verwehrt wurde. Sein Debütalbum „Every Kingdom“ ist ein kleines Meisterwerk, ebenso seine Nachfolge-EP „The Burgh Island“. Die Band, für die er in den USA letzte Woche noch Vorband war, bekommt den Preis für die Best British Group: Mumford & Sons. Alt-J, Muse, The xx und One Direction gehen leer aus, Marcus Mumford und seine Burschen holen auch in der Heimat den wichtigsten Musikpreis. Grammy, BRIT Award – Weltherrschaft!

Hat gut Lachen: Emeli Sandé

Hat gut Lachen: Emeli Sandé

Best British Female Solo Artist wurde Emeli Sandé, die Frau, die man in Deutschland eigentlich erst seit den Olympiafeierlichkeiten in London kennt. Aha. Amy Winehouse darf posthum in dieser Kategorie dieses Jahr keinen Preis einsacken, ebensowenig wie Paloma Faith, Jessie Ware und Bat for Lashes. Es macht sich bezahlt, dass die Schottin Sandé 2012 auch mehr Platten als Adele oder sonstwer verkauft hat: Ihr Debüt „Our Version of Events“ wurde auch zum Besten Britischen Album gekürt. Zur Besten Britischen Liveband wurde Coldplay auserkoren. Anscheinend sind sie besser als die anderen Nominierten. Besser als die Rolling Stones? – Na ich weiß nicht. Muse, The Vaccines und Mumford & Sons gingen hier ebenfalls leer aus. Roter Spandex schützt vor Enttäuschungen nicht. Ganz und gar nicht überraschend räumte Adele mit ihrem James Bond-Song „Skyfall“ den Award für die Beste Britische Single ab.


channel-orange1Und international? Der BRIT Award für Best International Female Solo Artist ging an Taylor Swift Lana Del Rey. Die 26-jährige mit den großen Augen und dem seltsam unbeweglichen Gesicht, die in echt völlig schnöde Elizabeth Grant heißt, kommt ja auch bald zu uns auf Tour und da darf man sich dann selbst davon überzeugen, ob die melancholische Retro-Bardin mehr auf dem Kasten hat als die anderen Nominierten Alicia Keys, Rihanna, Taylor Swift und Cat Power. Best International Male Artist kann sich jetzt Frank Ocean nennen, der letztes Jahr mit seinem Album „Channel Orange“ zwar viel Aufsehen erregte, aber bei anderen Preisverleihungen dann irgendwie doch vergessen wurde. In der Kategorie „Beste internationale Gruppe“ setzten sich The Black Keys verdient gegen FUN., The Script und auch die inzwischen komischen Killers durch.

Außer Konkurrenz lief der Critics‘ Choice Award, den Lily Allens Zögling Tom Ordell mit nach Hause nehmen durfte. Nur an Verkaufszahlen orientiert sich der Preis „Brits Global Success“ (für Plattenverkäufe in 2012) und der ging an One Direction. An wen auch sonst, wenn es um Zahlen (und nicht unbedingt Können) im letzten Jahr geht. Bandmitglied Harry Styles über ein Highlight seines letzten Jahres: „I held a Koala, it pooed on my t-shirt.“ – A global success.