Nach über zwei Jahren waren sie endlich wieder in München zu Gast: Johnossi! Die Schweden haben in der ausverkauften Muffathalle einen großartigen Auftritt hingelegt – auch wenn viele Besucher genau einen speziellen Song vermisst haben.

__S1A6331Punkt 21 Uhr Freitagabend in der Münchner Muffathalle geht’s los: John Engelbert und Oskar „Ossi“ Bonde, besser bekannt als Vornamen-Duo Johnossi, betreten die Bühne. Gut anderthalb Stunden spielen die beiden Schweden einen Querschnitt durch ihre vier Alben und hinterlassen ein fast rundum zufriedenes Münchner Publikum. Fast? – Ja, aber dazu später.

„Transitions“ – so heißt das neue Album von Johnossi, das vor nicht ganz vier Wochen erschienen ist. Es ist ein bisschen selbstreflektierend – wie haben sich die beiden in der Band und mit der Band verändert? Und es ist auch etwas elektronischer als seine drei Vorgänger geraten. Live ist davon aber nichts zu merken. Mit dem ersten Song von „Tranisitions“ eröffnen die beiden auch das Konzert in München: „Into the Wild“. Da klingelt es natürlich bei dem ein oder anderen: War das nicht der Typ, der in Alsaka in dem Bus mit den Erbsen…? Ja, doch und auch Johnossi klingen in diesem Song etwas melancholisch und nachdenklich wie sie da so über die Einsamkeit im Leben sinnieren. Ebenfalls eine ruhigere Nummer vom aktuellen Album ist „For a Little While“, die pianolastige Ballade, die man den beiden vom „Rescue Team“ so gar nicht zugetraut hätte. Man verändert sich eben doch – und bleibt gleich gut, aber anders.

Ganz ohne alte Songs geht es dann aber auch  nicht. „18 Karat Gold“ vom Album „All They Ever Wanted“ darf ebensowenig fehlen wie der „Execution Song“ vom Debut „Johnossi“ oder „Worried Ground“ und „What’s the Point“ von „Mavericks“. Richtig wild gefeiert wird beim Publikum aber erst bei „Roscoe“ – zurecht, Spitzensong! Und gerade als sie nach anderthalb Stunden Show für die Zugabe zurück kommen, denkt sich die Mehrheit der Zuschauer: „Jetzt muss er kommen, der beste, beste, allerbeste Song! Jetzt ist es Zeit für ‚Man Must Dance‘!“ Aber da haben wir uns wohl alle ein wenig geschnitten: Johnossi erinnern sich an ihre ersten Konzerte in München und spielen noch zwei Songs. Auf „Man Must Dance“ musste man aber vergeblich warten – zu schnell geht das Licht an, zu früh ertönt „Ordinary World“ von Duran Duran als Rausschmeißer. Schade eigentlich.

Aber vielleicht ist das so mit Veränderung. Die Buben, die „Johnossi“ aufgenommen haben, hätten es nach eigener Aussage nie geschafft, ein Album wie „Transitions“ aufzunehmen. So oder so – Johnossi sind auf Platte wie live eine hervorragende Band, die weitaus mehr auf dem Kasten hat als „Man Must Dance“. Veränderung muss vor allem für die Betroffenen gut und richtig sein. Wenn diese „Tranistion“ bei Johnossi so aussieht, kann es uns allen nur recht sein. Bei solchen Bands wartet man nämlich eigentlich nicht auf einen Song vom Debutalbum, sondern insgeheim schon wieder auf’s nächste Konzert.

Fotos: Sandra Steh/ www.steh.de