„Volume 1“, „Volume 2“ und jetzt „Volume 3“: Zooey Deschanel und ihre Kollege M. Ward bleiben sich selber treu und bringen das dritte Album ihres Duos She & Him raus. Der dritte Streich ist anders und trotzdem gilt: You gotta love the Zooey.

She&Him_Artwork_vol_314 Songs sind insgesamt bei She & Hims drittem Streich (eigentlich dem vierten, rechnet man das Weihnachtsalbum mit) herausgekommen, elf Songs hat Zooey Deschanel dafür geschrieben, drei Cover sind dabei und alle sind von M. Ward produziert. Deschanel, die  in Deutschland vielen erst seit ihrer Sitcom „New Girl“ bekannt ist, hat dieses Mal ihr Songwrtiting perfektioniert: Gerade ihr Heimweh-Track „London“, in dem sie nur von einem Piano begleitet wird, zeigt das. Das ist aber eigentlich auch der einzige große Soloauftritt des auf den Vorgängern dominanten Tasteninstruments. Streicher, Bläser und Discobeats sind auf „Volume 3“ in fast jedem Song zu hören, ab und zu sogar ein Xylophon und ein Saxophon. Aber jetzt mal genauer:

Meine Favoriten des Albums sind „Somebody Sweet To Talk To“, „Never Wanted Your Love“, „Together“ – vor allem letzteres klingt so wie ich in meinem Kopf She & Him gespeichert habe: nach Sommer. Deschanel und Ward, der mit „A Wasteland Companion“ auch ein recht erfolgreiches Solo-Album hingelegt hat, kehren gerade in diesen Tracks zu ihrer alten Leichtigkeit zurück. Auf „Baby“ geben die beiden ein Duett zum besten und das ist auch gut so – M. Ward kann nämlich mehr als nur Backing Vocals. Aber man merkt schon, Deschanel beschäftigt sich nicht mehr nur mit der Frage „Why do you let me stay here?„, sondern die Grammy-Nominierte will mehr. Die Songs klingen alle gut  – so richtig hängen bleibt beim ersten Mal Hören aber leider keiner. Manchmal klingt es schon noch schön nach Sixties und Bubblegum – den Komponenten halt, die die anderen beiden Alben so liebenswürdig gemacht haben. Deschanel spielt diesmal eher ihre tieferen Tonlagen voll aus und dann klingt es automatisch nicht mehr süß, sondern eher nachdenklich. „There is no tomorrow to set me free“ singt sie da ganz melancholisch auf „Shadow of Love“.  Bedeutend positiver wird es auch nicht in „Hold Me, Thrill Me, Kiss Me“, wenn Streicher Deschanels Flehen zu „Make me tell you I am in love with you“ untermalen. Heieiei, die Trennung von ihrem Ex-Mann, dem Deathcab for Cutie-Frontmann Benjamin Gibbard, möchte dann doch auch verarbeitet werden.

she&him_credit_AutumnDeWilde_hires3Über vielen Songs auf „Volume 3“ hängt eine große Regenwolke in Moll, da kann auch M. Wards funky Gitarre nichts dran ändern. Der Gitarrist und Produzent des Albums, das in LA, Portland und New York aufgenommen wurde, hält sich auch diesmal sehr im Hintergrund und lässt Zooey Deschanel einfach machen. Und wenn sie auf den Vorgängern  immer das „Sweet Girl“ war, dann ist sie dieses Mal eher die gloomy junge Dame – eher halt die undurchschaubare „Summer“ aus „(500) Days of Summer“ als ein ein immer gut gelauntes Mädel von Nebenan. Gut so!

She & Him haben auf Längen ihre Spielerei mit dem fröhlich, bunten und belanglosen „Love Me!“-Sixties-Pop eingestellt. Man verändert sich eben, man hat eine Scheidung hinter sich und vielleicht ist die Zeit für die Kaugummi-Popsongs in Pastelltönen der ersten beiden Alben auch ohne Grund einfach so vorbei. Von den ersten beiden Volumes zu „Volume 3“ hat das Duo einen großen Sprung hingelegt: Das Songwrtiting wird wichtiger, von den einfachen Themen geht es zu wahrem Herzschmerz und so manchem Zweifel. Das klingt anders, aber immer noch unvergleichlich nach Deschanel und Ward. Zum Glück gibt ja  auf „Volume 1“ und „Volume 2“ die wohlbekannten astreinen Popsongs und genau deshalb ist „Volume 3“ genau die richtige Platte um mit She & Him ein bisschen mehr erwachsen zu werden. Kaugummi raus, wahres Leben rein! You gotta love the Zooey forever.

She & Him „Volume 3“ ist am 10. Mai bei Domino Records erschienen.

Fotos: PR