Dramatisch und pompös und gleichzeitig zart und zerbrechlich. Der Sound von Josef Salvat ist voller Widersprüche. Was seine Person betrifft, gibt sich der Sänger bedeckt. Er lässt lieber seine Musik für sich sprechen. Doch die gibt noch mehr Rätsel auf. Feststeht: Der 24-Jährige schreibt großartige Popsongs.

josefsalvat-louiebanks-1Viel ist nicht über ihn bekannt. Gut so. Denn so liegt der Fokus nicht auf den Geschichten, die ansonsten viele andere Künstler umschwirren, sondern auf der Musik. Blöd nur, dass die Texte von Josef Salvat nicht wirklich viel über ihn verraten und das Nachwuchstalent eher noch mysteriöser wirken lassen.

Eins steht aber außer Zweifel: Josef Salvat macht fabelhafte Musik – zumindest seinen beiden bisher veröffentlichten Songs nach zu urteilen. Sein Debüt, „This Life“, veröffentlichte Josef Salvat Anfang dieses Jahres über das Londoner Label Sticky Lips Records, das bereits mit Indie-Helden wie Alt-J, Darwin Deez und The Temper Trap zusammengearbeitet hat. Am 10. Juni erschien dann der zweite Song  von Josef Salvat, „Hustler“, in England.

Mit gerade mal zwei veröffentlichten Liedern entfachte Josef Salvat einen Internet-Hype, verdrehte zahlreichen Bloggern die Köpfe. Ob er dem Wirbel standhalten kann, wird sich zeigen. Die Chancen stehen gut: Der in Sydney geborene Sänger und Musiker, der nach einem Aufenthalt in Barcelona momentan in London lebt, überzeugt mit betörendschönen, gefühlvollen Popsongs. Bereits nach zwei-, dreimaligem Hören ertappt man sich beim Mitsummen der melancholischen Melodien.

Josef Salvat setzt auf kühle Synthie-Sounds und wuchtige Beats, dazu singt er eingängige, theatralische Pop-Melodien. Ein paar Vergleiche gefällig? Der britische „Guardian“ nannte Josef Salvat bereits in einer Reihe mit Morrissey und Lana del Rey. Ich würde dem noch Florence And The Machine, Woodkid und Hurts hinzufügen.

Was genau uns Josef Salvat mit seinen Songs sagen will, ist nicht eindeutig. Er habe das Herz eines Strichers (oder eines Gauners, eines Falschspielers), mit allem, was dazugehört, haucht er in „Hustler“ ins Mikro. Etwas bedrückt ihn, er hat jemanden verletzt. (Weitere Textanalyse-Hinweise gerne an renzo@thmusicminutes.com).

Der Singer/Songwriter, der Recht studierte („Die Musik war das Licht am Ende dieses Tunnels!“), bleibt allem Anschein nach gerne vage. So oder so: „Hustler“ ist eine düstere, intime Pop-Hymne. Auch seine erste Single, „This Life“, ist inhaltlich vieldeutig. Im dazugehörigen Video gibt sich Josef Salvat als eine Art eleganter James Dean.

Derzeit arbeitet Josef Salvat zusammen mit einem Produzenten namens Richard Cooper an weiteren Songs für seine erste EP. Einige der Lieder spielt er bereits live, darunter „Paradise“ und „Secret“. Bis zu seinem ersten Gig in Deutschland hat Josef Salvat dann vielleicht schon das Dutzend voll. Am 27. September steht er zusammen mit seiner Band beim „Reeperbahn Festival“ in Hamburg auf der Bühne. Wir werden dabei sein!

Die Singles „Hustler“ und „This Life“ von Josef Salvat sind seit 5. Juli u.a. bei Amazon und iTunes erhältlich.

Foto: PR/Louie Banks