They are back: Sechs Jahre hat sich die Band um Frontman Peter Doherty Zeit gelassen ein neues Album aufzunehmen. Das Ergebnis: „Sequel To The Prequel“ ist ein solides Werk mit einigen Highlights, die große Sehnsucht wecBabyshambles Albumcoverken.

Endlich. Ein neues Babyshambles-Album – wie immer sind die Erwartungen hoch. Gleichzeitig auch die Ermahnung an sich selbst: Man darf diese CD nicht mit den Meisterwerken der Libertines vergleichen. Schon gar nicht mit deren Live-Auftritten, die man noch so lebhaft vor dem inneren
Auge hat, als wäre es erst gestern gewesen. Doch bevor das hier nun zu einer Libertines-Lobes- und Vermiss-Hymne wird: Dass auch die Babyshambles gute Musik machen, haben sie bereits bewiesen. Ohrwürmer wie „Fuck Forever“, „Beg, Steal Or Borrow“ oder „The Blinding“ haben bestimmt schon den ein oder anderen Fan durch eher bescheidene Tage gebracht. Nach dem letzten – zugegeben eher schwachen – Studioalbum, „Shotter’s Nation“, gingen die drei erstmal getrennte Wege. Jeder machte sein eigenes Ding – Peter Doherty neben Schlagzeilen auch sein erstes Solo-Album. An eine gemeinsame Rückkehr ins Studio glaubte lange Zeit niemand. Peter Doherty hatte seinen Lebensmittelpunkt nach Paris verlegt, Gitarrist Mik Whitnall hatte seinen weiterhin in London und Bassist Drew McConnell erholte sich langsam von einem schweren Verkehrsunfall im Sommer 2011.

Trotz dieser räumlichen Distanz führte die Musik die drei wieder zusammen. Unabhängig voneinander werkelten sie an verschiedenen Songs, bei einem Besuch von Peter Doherty bei Drew McConnell wurde in Erinnerungen geschwelgt und der Grundstein für neue Geschichte gelegt: „Ich erzählte ihm, dass ich ein paar Songs geschrieben hätte und spielte ihm „New Pair“ und andere vor. Er war sofort begeistert und zeigte mir ein paar seiner neuen Songs wie „Penguins“ – und von einem Moment auf den anderen haben wir wieder zusammen an etwas sehr Aufregendem gearbeitet!“

Babyshambles_1An Spaniens Costa de la Calma fand sich dann alles zusammen und es entstanden zwölf wirklich gute Songs. Absolutes Highlight der CD ist „Picture Me In A Hospital“. Es ist einer dieser Songs, der es innerhalb von wenigen Takten schafft, dich in eine längst vergangene Zeit zu katapultieren. Eine Zeit, in der alles so leicht, alles möglich und in greifbarer Nähe war. Und dabei doch alles auch so schwer und so unendlich weit weg. Ein Song wie eine Achterbahnfahrt – eigentlich typisch Libertines. Zufall, dass es auch der Lieblingssong von Peter Doherty ist? Ein ähnliches Gefühl rufen auch „Fall From Grace“ und der Titelgeber „Sequel To The Prequel“ hervor. Schön ist auch die punkige Einstiegsnummer „Fireman“, die Lust auf mehr macht; mit „Nothing Comes To Nothing“ ist der Band ein gängiger Radio-Ohrwurm gelungen. Die ein oder andere Nummer scheint ein wenig als Lückenfüller zu dienen, aber das neue Babyshambles-Album lohnt sich trotzdem. Und sei es nur für „Picture Me In A Hospital“.

„Sequel To The Prequel“ ist als Doppelalbum konzipiert, reinhören in CD 2 lohnt sich auf alle Fälle, nicht nur wegen der lässigen Version von „Dr. No“, das auch schon auf CD 1 zu hören ist. Cooles Extra: Für das knallige (und wirklich gelungene) Booklet zeichnet Künstler Damien Hirst verantwortlich. Schön, dass die Babyshambles wieder da sind!

„Sequel to the Prequel“ von den Babyshambles wurde am 30. August von Parlophone Records Ltd. /Warner Music veröffentlicht.

IMG_0829Cordula ist Journalistin und Musikliebhaberin. Pete Doherty und auch die Libertines hat sie live erlebt und schätzt die Combo um den „Vorzeige-Rüpelrocker“ sehr. Sie ist die unsere erste Gastautorin auf themusicminutes.com. Darüber freuen wir uns sehr.

 

 

 

 

Fotos: PR, privat