Eine surreale Sause veranstalten Arcade Fire in ihrem aktuellen Meisterwerk von einem Musikvideo. Kann man das überhaupt noch Musikvideo nennen? In 22 Minuten werden unter der Regie von Roman Coppola drei Songs vom kommenden Album zur Aufführung gebracht.

„Here Comes The Night Time“, „We Exist“ und „Normal Person“. Wieder drei Lieder mehr, auf die wir nicht mehr bis zum Albumrelease Ende Oktober warten müssen. Zum Besten gegeben in einem bunten Bilderreigen, der die Frage aufwirft, welche Substanzen sämtlichen Beteiligten da wohl im Catering ausgeschenkt wurden. Die Szenerie ist ein neonblinkender Club, in dem wir alle liebend gern mal abstürzen würden, das Publikum tanzt illuster verkleidet 70ies Disco-Choreographien. Dazu gibt’s die Pappmaché-Köpfe aus dem Reflektor-Video, Tiermasken und Anzüge, die aussehen, als hätte Isabel Marant eine Mariachi El Bronx Phase. Win Butler hat dazu noch Michael Stipes Augenmakeup geklaut und irgendjemands Perücke, Gattin Régine sieht in ihrem wilden Aufzug erst aus wie eine Mischung aus Björk und Peaches, später wie Alabama Shakes‘ Brittany Howard meets Chefsekretärin.

Michael Cera gibt in der Salsathèque – so heißt das Location-Kleinod – den spanischen Barkeeper, der Arcade Fire hasst und dafür Michael Bublé für die „great, great banana of the moment“ hält. Und weil das ja noch lange nicht reicht, schalten sich Bill Hader von SNL, Zach Galifianakis und eine Tüte Erdnussflips live aus dem All zu. Ergänzt wird das Ganze von noch bizarreren Einspielern (Arcade Fire goes Blairwitch-Project, Schach-Freak Grandmaster Mike und was zum Henker ist bitte Big Bud, Li’l Bud???)
Ach ja, Bono und Ben Stiller gibt’s auch noch. Und James Franco ist dabei, am Telefon, im Glitzerjacket. Wer mir alles entgangen ist? Ich weiß es nicht. Irgendwer sicher. Aber man kann ja auch mal den Überblick verlieren.
Fast vergessen bei all der grandiosen Reizüberflutung, die Songs sind auch spitze!

Wahnsinn. Watch it, Pronto!