Der Song, der die End Credits in Peter Jacksons „Herr der Ringe“ und „Hobbit“- Filmen schmückt, hat schon Tradition. Für jeden Teil verpflichtet der Neuseeländer einen neuen Hochkaräter der Populärmusik, dem er zutraut, die Stimmung am Ende des Films möglichst perfekt einzufangen. Diesmal vertraut er die Aufgabe dem britischen Wunderkind Ed Sheeran an.

Nach Enya (Der Herr der Ringe – Die Gefährten), Emiliana Torrini (Die Zwei Türme), Annie Lennox (Die Rückkehr des Königs) und Neil Finn (Der Hobbit – Eine Unerwartete Reise) sind es also für den zweiten Teil der Hobbit Trilogie „Smaugs Einöde“ das rotbeschopfte Goldkehlchen von der Insel und seine kleine Gitarre.

ed sheeranGestern hat Jackson die Nachricht inklusive Video auf seiner Facebookseite gepostet, dazu ein paar Hintergrundinfos, wie es zu der Zusammenarbeit mit Ed Sheeran kam. So spielt dabei Jacksons Tochter Katie wohl die eintscheidende Rolle. Sie ist ein Fan des Briten und spielte seine Musik ihrem Vater vor. Bei seinem letzten Auftritt in Neuseeland lud der Regisseur dann den bekennenden Tolkien Fan zu einer Tour ein. E-Mail Adressen wurden ausgetauscht. Als man dann einige Zeit später auf der Suche war, nach einem Musiker für das Titellied des neuen Hobbit Films, brachte Katie Jackson wieder Ed Sheeran ins Spiel. Der Vater war sofort angetan, schrieb ihm eine Mail und 48 Stunden später waren der Musiker und sein Manager auch schon in Neuseeland. Dort wurde Ed Sheeran direkt der Film vorgeführt. Für Jackson Grundvoraussetzung, da das Schlusslied immer die Stimmung am Ende des Films aus Sicht des Publikums einfangen soll. Direkt nach dem Screening ging Sheeran ans Werk und schrieb „I See Fire“. Einen Tag später war der Song aufgenommen und abgemischt. Gute Geschichte!

Und wie hört es sich an? Die Gitarrenmelodie klingt ein bisschen wie eine dekonstruierte Version von Eric Claptons „Layla“. Es ist ein leises, einfühlsames Lied, das erst langsam und ganz behutsam einen Hauch von Wucht aufbaut. Natürlich hat es auch eine gewisse Länge, die Endcredits in einem Peter Jackson Film müssen erstmal gefüllt werden (wobei ich vermute, dass auch die gut fünfeinhalb Minuten des Liedes nicht ausreichen werden, und danach noch ein Instrumental des einmal mehr für den Soundtrack verantwortlichen Howard Shore folgen wird), aber es wird dabei keineswegs langweilig. Dazu entwickelt es sich viel zu schön. So greift Sheeran sogar selbst zur Geige, obwohl er das Instrument bis dahin noch nie gespielt hat. Jackson-Tochter Katie war auch hier wieder umtriebig und hat auf die Schnelle wohl höchstselbst ein ziemlich schrabbeliges Exemplar bei einer Schulfreundin aufgetrieben. Wunderbar, findet Sheeran und legt los. Die Basics an diesem elitären Instrument hat er sich mal eben in einem Tag selbst beigebracht. Schon erstaunlich, der Typ!

Wahrscheinlich ist es eher ein Mädchen-Song, aber das kann man wohl generell vom Werk Sheerans behaupten. Irgendwie ist er trotzdem ganz cool, der Ed. Sein leuchtender Schopf und das runde Gesicht verleihen ihm einen leicht koboldhaften Look, der dann doch ziemlich schräg durch seine volltätowierten Arme und die Soul-Stimme kontrastiert wird. Wieder so einer, bei dem  man sich erstmal wundert, dass Gesang und Musik tatsächlich zu diesem Menschen gehören. Über sein Talent und die Klasse seiner Musik lässt sich aber schwer streiten. Ob sie einem gefällt, ist dann natürlich wie immer Geschmackssache. Seine ausufernde Live-Performance von „You Need Me, I Don’t You“ sei dabei jedem Interessierten empfohlen. Die ist schon echt gut! Hier lang zum Anschauen.

Aber  nun „I See Fire“, untermalt mit Bildmaterial von der Aufnahme-Session und ersten Eindrücken aus dem Film.

 

Der Song kann ab sofort bei iTunes vorbestellt werden.

Über die großen Boxen können wir ihn dann ab 12.12. hören, da kommt „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ in die deutschen Kinos.

Foto: https://www.facebook.com/EdSheeranMusic