Die Queens of the Stone Age haben ein immens aufwendiges Video zu „The Vampyre of Time and Memories“ veröffentlicht. Das Beste daran: Der Zuschauer kann entscheiden, was er sehen will – das Ganze ist nämlich interaktiv.

Erst schleicht eine geheimnisvolle Alte durch den Raum, dann tauchen Porträts von Josh Homme und Dolly Boyle auf, letztere alles andere als dezent geschminkt. So beginnt das Video zu „The Vampyre of Time and Memories“. Entscheidet man sich für einen der beiden in Gold gerahmten Köpfe, kann man einer Art Geist in einen Raum folgen, wo sich die Interaktivität des Videos in seiner ganzen Herrlichkeit offenbahrt: Man kann die Band sehen oder Dolly Boyle. Die Queens of the Stone Age geben ihre ganz eigene Hommage an die generelle Tristesse in einer Art Wald von ausgestopften Wildtieren von sich. Mittendrin schaut man da schon mal auf das aufgerissene Maul einer Wildkatze. Und nicht nur das: Josh Hommes Flügel im Leopardenmuster hat zwischen Deckel und Rahmen ein Gebiss eingebaut, das schon nach uns klappert. Wir hatten ja schonmal erklärt, dass der Song die Ausweglosigkeit von allem beschreibt, wenn Homme so alles andere als freudig „I’m alive, hooray/ but I feel no Love“ singt. Das Video zeigt uns hier kein anderes Bild: Das lustige Wildlfe-Ensemble verschwindet nämlich, der Flügel und alles andere wird trist und dunkel. Zeit den Ort des Geschehens zu Wechseln!

Aber auf der anderen Seite des Kaminzimmers ist es nicht besser: Dolly Boyle klampft da ganz herzzerreissend auf ihrem Tasteninstrument, neben ihr  ein kleiner Schwarz-Weiß-Fernseher, in dem eine Comic-Figur umgeben von Flammen genau das gleiche tut. Und nicht nur das: Gegen Ende kommen hinter ihrem Piano schwarz gekleidete Damen mit Kopfbedeckungen aus fleichfressenden Pflanzen heraus. Klappern wieder und wieder, grad, dass sie nicht zubeißen. Ganz ehrlich, es könnte der tiefste Abgrund von Hommes Seele sein, in die man da als Zuschauer blicken darf. Es ist eine kleine Horrorshow, die uns da in nur einem Song geboten wird – dafür aber eine wirklich gute! Das Ende vom Lied: Josh Homme sitzt mit Band wieder im Wildtier-Wald, schließt seinen Leoparden-Flügel, nimmt sich seinen Gehstock, der drauf lag und grinst etwas debil bis perfide in die Kamera.

Das alles ist aber nur die grobe Geschichte, man bestimmt nämlich wirklich selbst das Video:  Jede Tür, jeder Rahmen kann angeklickt werden. DXie CD kann bestellt, das Artwork zu u.a. der Single von Kii Arens kann begutachtet werden – dessen Idee waren offensichtlich auch die ausgestopften Tiere. Neben Arens ist übrigens Jason Trucco, seines Zeichens Pionier interkativer Inhalte, für das Video verantwortlich. Und The Creators Project, das mit Vice verbandelt ist, hat auch noch seine maßgebenden Finger mit im Spiel.  Nachdem wir sicher nicht alles entdeckt haben, was man anklicken kann, wünschen wir Euch jetzt viel Spaß: Hier kommt die einfache Version von „The Vampyre of Time and Memories“!

Und hier der Director’s Cut! Und wir halten es mit den Queens of the Stone Age, die im „About“ erklären: We hope you enjoy your time with the Vampyre! Ab zur Gruselstunde!

Foto: www.qotsa.com