Casper haut das dritte Video zum aktuellen Album „Hinterland“ raus. Nach „Im Ascheregen“ und dem Titeltrack ist „Jambalaya“ Single Nummer drei, die mit einem bildgewaltigen Video bedacht wird. Einmal mehr geht es dazu in seine zweite Heimat, die Südstaaten Amerikas.

Casper JambalayaObwohl Casper noch immer und in erster Linie ein Hip-Hop Künstler ist, fällt „Jambalaya“, der klassischste Hip-Hop Track des Albums, etwas aus der Reihe. Wie schon in unserer Albumkritik ausgiebig beleuchtet, pflügt Mr. Griffey mit seinem neuesten Werk noch furchtloser durch die Genres und kocht ein wild-würziges Stylesüppchen zusammen.

Vor diesem Hintergrund ist „Jambalaya“ bzw. der Titel des Songs recht programmatisch für das Album. Da wird zusammengehauen worauf der Herr, seines Zeichens – und im Liedverlauf auch entsprechend besungen – das Original dieser Bewegung, Bock hat. Die Quellen aus denen Benjamin Griffey, ein Musiknerd erster Güte, seine Inspiration zieht, sind schier unerschöpflich. Indie, Rock, Pop, Chanson-Anleihen, Singer- Songwriter Attitüde, und, und, und. Nur mit seinem geliebten Metal hält er sich (noch) zurück. Dafür ist die Basiszutat in diesem wilden Mix konstant der Hip-Hop-typische Sprechgesang, auf dem alles aufbaut. Wie der Reis im Jambalaya, dem dann wüst nach Lust und Laune alles beigemengt wird, was die Küche grad hergibt (da tummelt sich schonmal würzige Wurst neben zartem Shrimp). Am Ende macht aber erstaunlicherweise alles Sinn, die Mischung passt.

„Ich muss jetzt nicht noch mal eine Rap-Platte machen, weil die hab ich ja schon gemacht. Und die introvertierte, autobiografische Bekenntnisplatte hab ich eben auch gemacht. Mich reizt immer das Neue, ich will nicht stehenbleiben.“ – Casper über sein Album „Hinterland“

Der Song ist einer der fetteren auf dem Album. Die Boom-Boom-Band im Rücken tobt sich Casper zusammen mit einem Kinderchor durch den Song und haut mal so ordentlich auf die Kacke. Auch was die Lyrics angeht ist das eher ein rapgewordenes auf die Brust-Getrommle. Das Revier wäre hiermit abgesteckt. Zu Recht! Wer es nochmal genauer nachlesen will, springt hier ins untere Drittel.

Dass im Video die Bläsertruppe die zentrale Rolle spielt, liegt nahe. Erst nach einer Minute erscheint Casper das erste Mal auf der Bildfläche, und es dauert nochmal eine halbe Minute länger, bis er überhaupt den Mund aufmacht. (Diesmal hat ers aber wirklich mit den Intros!) Bis dahin begibt sich die Blaskapelle in Aufstellung, Gäste trudeln ein, und es wird schnell klar, dass es hier um ein typisches Südstaaten-Begräbnis geht. Die werden traditionell gefeiert, im ursprünglichen Wortsinn und so schiebt sich da schon mal eine tanzende Prozession durchs Dorf. Casper rappt sich auf der Veranda der Villa Kunterbunt Louisianas mit weißem Shirt und immer bunter werdenden Armen durch den Track, während die Beerdigungsgäste in ihrem Einheitsschwarz den Dreh schon nach der ersten Stunde verflucht haben dürften. Kühl sieht’s nicht gerade aus. Auch eine alte Bekannte treffen wir wieder: Das Mädel, das sich bereits im Ascheregen-Video durchs Sumpfland geschlagen hat um dann im Fluss getauft zu werden, und Casper im Hinterland Video auf einen Road Trip á la Bonnie and Clyde begleitet, ist unter den Trauergästen. Was das Video am Ende aber soll, und vor allem, wer hier von uns gegangen ist, bleibt kryptisch.

Mal sehen, ob Capser noch eine Auskopplung mit entsprechendem Video  hinterher schiebt, das etwas Licht ins Dunkel bringt.

Sehenswert ist dieses Video aber auch ohne verständliche Auflösung allemal und „Jambalaya“ einfach ein Spitzentrack um mal ordentlich abzugehen. Also, bevors heute zur abendlichen Unterhaltung nach draußen geht, schiebt die Regler nach oben, lasst die Boom-Boom-Band ins Wohnzimmer und haut ein paar knackige Dance-Moves raus! Sieht ja keiner….

 

 

Wer den hip-hop-technischen Mann der Stunde live sehen will, hat im Frühjahr 2014 die Chance. Eine Rutsche Zusatzkonzerte wurde erst angekündigt. Aber haltet euch ran mit dem Ticketkauf, denn auch die neuen Termine und die Shows, die in größere Venues hochverlegt wurden, werden wieder zackig ausverkaufen.

06.03.2014 Saarbrücken, E – Werk (hochverlegt!)
07.03.2014 Zürich (CH), Komplex
08.03.2014 Wien (A), Gasometer
10.03.2014 Linz (A), Posthof
11.03.2014 Hannover, Swiss Life Hall (hochverlegt!)
13.03.2014 Erfurt, Thüringenenhalle (hochverlegt!)
14.03.2014 München, Zenith (ausverkauft!)
15.03.2014 Leipzig, Haus Auensee (ausverkauft!)
17.03.2014 Nürnberg, Arena (hochverlegt!)
18.03.2014 Offenbach, Stadthalle (ausverkauft!)
19.03.2014 Stuttgart, Schleyerhalle
21.03.2014 Hamburg, Sporthalle (ausverkauft!)
22.03.2014 Dortmund, Westfalenhalle
03.04.2014 Köln, LANXESS arena (hochverlegt!)
04.04.2014 Berlin, Max-Schmeling-Halle (hochverlegt!)
05.04.2014 Bremen, Halle 7 (Zusatzkonzert!)
08.04.2014 München, Zenith (Zusatzkonzert!)
11.04.2014 Rostock, Stadthalle Rostock (Zusatzkonzert!)
12.04.1014 Dresden, Messe Dresden (Zusatzonzert!)
19.04.2014 Hamburg, Sporthalle (Zusatzkonzert!)
20.04.2014 Würzburg, s.Oliver Arena (Zusatzkonzert!)

 

Die Single Jambalaya von Caspers aktuellem Album Hinterland ist am gestrigen 22.11.13 bei Four Music (Sony Music) erschienen und kann u.a. bei iTunes erworben werden.

 

Foto: PR