Was macht große Serien aus? Allen voran eine einzigartige Idee, ein hervorrangendes Drehbuch und exzellente Schauspieler. Aber was so oft bleibt, wenn die Serie schon zu Ende geschaut ist, ist die Musik. Wenn die gut ausgewählt wurde, reichen ein paar Takte dieses einen Liedes und schon man ist man wieder zurück bei Walter & Jesse in der Wüste, bei Rick, Herschel und Daryl im Gefängnis oder bei Hank im Bett. Wir widmen uns also unseren Lieblingsserien und dem Besten, was sie musikalisch zu bieten haben. Den Anfang macht das in jeder Hinsicht überragende Breaking Bad.

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist es her, dass die letzte Folge der wahrscheinlich besten Serie aller Zeiten über den Äther ging. Breaking Bad wurde zu einem popkulturellen Phänomen und für viele von uns zu einer richtiggehenden Obsession. Die Idee, die Entwicklung der Story, aber vor allem die grandiose Entwicklung der Charaktere – allen voran die von Protagonist Walter White – ließen einen gleichzeitig schaudern und vor Ehrfurcht erstarren. Viel mehr geht nicht.

Die Musik in Breaking Bad ist nie beliebig, sondern immer ein Spiegel der Charaktere und des Schauplatzes Albuquerque, New Mexico. Mariachi Sounds, Folklore und spanischsprachiger Hip Hop werden genauso prägnant eingesetzt wie das ganz besondere Wüsten-Licht, in das die Szenen immer getaucht sind. Gangster-Rap, überdrehter Oldschool Hip Hop und nennen wir es mal leicht psychopatischer Acid-Ska begleiten oft die gescheiterte Existenz Jesse Pinkman während Familienvater Walter White oft mit retro Funk & Soul und Oldies aus den 50ern, 60ern und 70ern in Verbindung gebracht wird. Sein Alter Ego Heisenberg dafür gern auch mal mit atmospärischem Indie.

Es gibt so unzählig viele grandiose Momente in dieser Serie. An so viele Zitate werden wir uns für immer erinnern. Ob Jesses sagenhaftes „So roll me further, Bitch!“, Skylers „Shut up, shut up, shut up, shut up, shut up, shut up!!!!!!“ oder Hanks „My name is ASAC Schrader and you can go fuck yourself!“ Allen voran aber Walters messerscharfe Signature-Spüche wie „I’m the one who knocks.“, „Say my name!“ oder „Tread lightly.“ Ähnlich ist es mit so vielen Songs. „Black“ von Danger Mouse featuring Norah Jones, der finale Song von Staffel 4, wird für immer untrennbar mit einem Topf Maiglöckchen auf der Terasse der Casa White verbunden sein. Und zu TV On The Radios „DLZ“ werden immer Walts Worte „Stay out of my Territory!“ in unseren Köpfen echoen. Wenn Ana Tijoux „1977“ singt, sehe ich Jesse als Mikes neuen Schützling durch die Wüste kurven und entnervt im Zeitraffer Kette rauchen und zu „Take My True Love By The Hand“ von The Limeliters wird Walt ewiglich manisch ein Geldfass durch die Wüste rollen.

Gerade die Songs der letzten Staffel hallen immer noch nach. Vom zuckersüßen „Crystal Blue Persuasion“, das den Nagel genauso auf den Kopf trifft wie Nat King Coles „Pick Yourself Up“ zur hammerharten Gefängismord-Szene bis hin zu Marty Robbins „El Paso“, das der allerletzten Folge ihren Titel gab. Nämlich „Felina“, genau wie das Mädchen das im Lied besungen wird. Gänsehautverdächtig auch der Promo-Teaser für diese letzte Folge, zu den Klängen von Junips „Line Of Fire“ und dessen verheißungsvoller Textzeile „What would you do, if it all came back to you?“. Über das Ende soll hier zum  Schutze derer, die sich dieses Meisterwerks noch nicht angenommen haben, nichts Genaueres verraten werden. Es wäre unverzeihlich jemandem das zu vermasseln. Nur so viel, seinen allerletzten Song teilt sich Breaking Bad mit einem ganz großen Werk der modernen Filmgeschichte. Einem meiner Lieblingsfilme für alle Zeiten. Nämlich Scorseses „The Departed“ (für den Leo verdammt nochmal damals schon den Oscar verdient gehabt hätte, aber das nur am Rande…)

Hier also eine persönliche Auswahl der besten Stücke (und ein paar Kuriositäten) aus 5 Jahren, 5 Staffeln und 62 Folgen Breaking Bad. In diesem Sinne….. Turn it up…….Bitch!

Wenn ihr die Songs in dieser Playlist nicht abspielen könnt, meldet euch einfach kurz bei Spotify an. Das ist in der regulären Version gratis.

 

 

Foto: themusicminutes (Kerstin’s own)