Ein Spektakel der Extraklasse! Der Echo! Deutschlands wichtigster Musikpreis! Mit Helene Fischer! Live! Aus Berlin!

Freunde, wir sind schon aufgeregt: It’s Echo-Night! Damit ihr mit dem weitermachen könnt, was ihr eben so tut, schauen wir das für euch an, bloggen live und aktualisieren so oft es uns Helene Fischer elaubt. Ob sie sich wieder als Britney Spears verkleidet? Ob Florian Silbereisen auftritt? Und wer gewinnt überhaupt? Erfahrt ihr alles hier – wie immer komplett bierernst und ironiefrei!

[20:11] Nur noch vier Minuten! Ich, Ursi, sitze gespannt vor der Glotze. Obama ist in Europa. Ob er wohl auch auftritt, wenn er schonmal da ist? „He-le-ne, He-le-ne“  tönen Sprechchöre laut in meinem Kopf.

[20:14] Apropos „Helene“. Kerstin gibt mir vorerst mit auf den Weg: „Wie ich immer sage, Helene ist kein Mensch, sondern ein Android. Ein Show-Android!“ – Das verspricht einen großen Abend des deutschen TV-Entertainments!

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[20:18] Nach einem schlechten Einspieler ist es endlich soweit: Helene Fischer singt „Atemlos“. Sie hat leider all ihre Klamotten zuhause vergessen, nur einen weißen Body mit einem Ärmel und goldene Schühchen hat sie an. Sie steht in einem Gerüst. Alter, ist die Bühne nicht fertig geworden?! Die singt auch nicht live, glaub ich.

[20:20] Helene bedankt sich mit „Thank you, guys!“ Bei ihren Tänzern mit nur einem Hosenbein? Beim Publikum? – Man weiß es nicht.

[20:22] Max Raabe verleiht den „Newcomer National“. Wir würden uns für Milky Chance entscheiden. Man könnte noch Adel Tawil/ leichten Brechreiz, Alligatoah/ wer?, Faun/Hello, Mittelalter, Gentetikk/Gangsta!!! wählen.

[20:25] Leichter Brechreiz gewinnt. Er möchte aber gar kein Newcomer sein. Das nenne ich mal Dankbarkeit! Er muss los zu seinem Konzert in Hannover. Dann geh halt!

[20:27] Künstler International-Preis. James Blunt, Joe Cocker, Justin Timberlake, Passenger und Robbie Williams sind nominiert. Hannes Jaennecke übergibt in LA (sicher auch live) Robbie Williams den Echo. A safe bet. Er bedankt sich bei den „echo people“. Bissl a Klops ist er schon geworden, der Robster. Er macht Deutschland einen Heiratsantrag. Echt jetzt!

[20:30] Adel Tawil singt. Wie – ich dachte, der wär schon nach Hannover gefahren? Ist die Welt denn wirklich nie gerecht? Er singt überraschend schief in den ersten Takten. Auch in den nächsten. Eigentlich in allen. Newcomer my ass! – Na viel Spaß, Hannover!

[20:33] Eine sehr geschätzte Lieblingsschauspielerin/Sängerin betritt die Bühne: Anna Loos von Silly. Noch dazu eine gute Freundin von Adel Tawil. Sie spricht Annett Louisan auch schön nasal-französisch aus („Anett Louisoooo“, hihi). Zu gut! Und was hat sie für eine Frise? Völlig durchgeknallt!

[20:35] Ina Müller, Annett Louisan, Judith Holofernes, Leslie Clio und Oonagh (die singt auf elbisch und war früher bei GZSZ) sind nominiert.

[20:36] Ina Müller gewinnt. Ob sie sich aus Solidarität auf elbisch bedankt? Wurscht, ein Herrengedeck bitte!

[20:39] Helene Fischer hat sich umgezogen (bauchfrei) und macht ein Selfie mit The Boss Hoss. Wo ist mein Eimer? Nun zeigt sie ihre Selfie-Kollektion. Ganz, ganz toll.

[20:40] Video national. Es gibt noch Musik-Videos? Wo? Marteria, Xavier Naidoo, Y-Titty (Schleichwerbung!!!!!), Cro und Tim Bendzko machen es untereinander aus. Friedrich Lichtenstein, der Alte aus der Edeka-Werbung, schwoft sich auf die Bühne und verkündet den Gewinner: Aha, das lief wohl über Ampaya. Gewinner ist Y-Titty. Unglaublich, in jeder Hinsicht. Seit gestern werden sie der Schleichwerbung in ihren Musik-Videos bezichtigt und heute schon bekommen sie einen Preis von dem Alten aus der Edeka-Werbung. Wie passend. In diesem Sinne #ruserious?

[20:45] Max Raabe schon wieder. Bin ich in einer Zeitschleife gefangen? Bitte nicht!

[20:47] Ach, okay, Raabe kündigt Shaki-Shakira an und macht sich über ihre spanischen Songtitel lustig. Ich lach dann später. Er bezeichnet sie als „rattenscharfe Popnudel“. Im Geiste winken wir eben einer Freundin zu (you know who you are!). Shakira macht das, was sie am besten kann: singen. Schwarz und durchsichtig scheint der Kleidungstrend an der Damenfront beim diesjährigen Echo zu sein. Nur blöd, dass Organza halt echt ziemlich durchscheinend ist… Schauen die Stars sich nie im Spiegel an? Nix gegen Shakira, aber das sieht bescheuert aus – vor allem, wenn ab morgen alle denken, dass man sich jetzt so kleidet und Pimkie und H&M die Türen einrennen. Aber singen kann sie, keine Frage.

[20:50] Die Nominierten für den Rock/Alternative National-Award werden verlesen: Frei.Wild/Pfui, In Extremo, Schandmaul/MittelalterII, Scorpions/Haben die sich nicht aufgelöst, Sportis/Unsere Favoriten der Herzen. Die zwei Nasen von The Boss Hoss verleihen den Preis. Es ist sind…..Trommelwirbel….die SPORTIS!!!! Wir freuen uns mit den Buben aus unserer Stadt, weil es wirklich ein großes Album mit noch größeren Konzerten war. Der Peter bedankt sich bei allen und herzzerreißend nett bei seiner Frau und Flo sagt was auf türkisch.

[20:55] Lena (die vom Eurovision) ist auf der Bühne. Ich hol mir ein Bier. Aus dem Keller. Dauert länger.

[20:58] Offensichtlich darf Lena heute nicht in ihrem Fantasie-Dialekt singen, sondern den Echo für den besternationaler Künstler vergeben. Nominiert sind Reinhard Mey, Adel Tawil, Tim Bendzko, Xavier Naidoo und Peter Maffay. Lena, auch in schwarz und durchsichtig, bittet Tim Bendzko auf die Bühne.

[21:00] Lena kündigt Marteria an. Der fordert vom Publikum „Alarm!“ Läuft nicht so gut. Die stehen alle vor der Bühne und schauen ihn groß an. Da nickt keiner mit dem Kopf! Ehrlich, Finger an den Kopf! Aber vielleicht unterbindet auch der Security-Typ jegliche Bewegung vor der Bühne. Der Knabenchor sieht aber auch urgelangweilt aus. Kinder, was ist da los? Auftritt Miss Platnum, gekommen um den Laden zu retten. Läuft auch nicht. Einblendung Quotennicker Smudo und Thomas D. OMG.

[21:05] Shakira verleiht das Album des Jahres. Und wieder der Gedanke: Was hat es mit diesen schwarzen Glitzer-Organza-Fummeln auf sich? Also, die Nominierten: Andrea Berg, Depeche Mode, Helene Fischer, Robbie Williams, Santiano.

[21:06] Album des Jahres ist: The Echo’s Own – Helene Fischer! In ihrem schwarzen Glitzer-Organza-Fummel betritt sie die Bühne. Sie könnten fast Zwillinge sein. Fast. Und Klassiker – sie war nicht auf den Preis vorbereitet. WTF? Laberlaber, Rhabarberrhabarber. Selbst ich war darauf vorbereitet. Ganz nebenbei möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Michelle Records gestern auch einen Echo bekommen hat. Wer in Hamburg wohnt oder die Hansestadt besucht: Geht da hin und kauft da Platten und CDs! Und geht auf eines der Schaufensterkonzerte, es ist ein unfassbar toller Laden!

[21:09] Radio-Echo. Samu Haber nominiert Christina Stürmer, Cro, Frida Gold, Revolverheld und die Sportfreunde Stiller. Ich nominiere Samu Haber. Die Stürmer Christl gewinnt mit einem Song, den ich noch nie gehört habe. Schwarzbrot mit Nutella, Snowboarden und Wolkenkucken macht sie gern, sagt die Stimme aus dem Off. Sie bedankt sich in feinem Hochdeutsch, dem man nur ab und zu den Ösi-Zungenschlag entnehmen kann, und macht Insider-Witze mit den Sportis (waren heute wohl alle beim Morgenmagazin und es geht um einen Blumentopf). Interessant außerdem: Die Christl kommt auch in schwarz auf die Bühne, allerdings nicht durchsichtig. Ha. Samu Haber kündigt noch schnell Birdy an und die erscheint in einem goldenen Jumpsuit. Glitzi: check. Durchsichtig: un-check.

[21:18] Nominierungen für Best Urban/Hip Hop National: Casper, Bushido, Alligatoa, Sido und Max Herre. Die Laudatoren Michi Beck und Smudo labern ein wenig von den letzten 25 Jahren und finden doch den Weg zurück in die Gegenwart (Helene-Fischer-Lookalike-Award geht laut Smudo AUCH an Shakira. Hat er denn Lena nicht gesehen?!). „Stuggi Represent! Max Herre!“ – Max Herre gewinnt. Drei meiner Freundinnen seufzen jetzt ein „Hach, der Max.“ Zugegeben, großer Mann.

[21:23] Hach, der Max.

[21:23] Christina Stürmer palawert um ihre Laudatio-Kategorie „Rock/Alternative International“ herum: Black Sabbath (die Stimme aus dem Off sagt ein „T“ zum Schluss), Imagine Dragons, Placebo, 30 Seconds to Mars und Volbeat hauen sich hier um den Echo. Volbeat aus Kopenhagen macht’s. Schick: Einer hat ein „Cash Rules“-Johnny-Cash-T-Shirt an. Ich frage mich: Wo waren die anderen Alternative-Bands? Queens of the Stone Age? Biffy Clyro? Achso, die hätte Frau Riekel (eben im Bild) vielleicht nicht erkannt.

[21:27] Ich gebe hier nochmals Volbeats Aufruf weiter: Vladimir Klitschko, bitte melde dich! Die Dänen möchten einen Song für dich/mit dir/über dich schreiben. Vielleicht auch ein Sonett.

[21:29] Die Mädels von Elaiza, die von uns für Kopenhagen, unsere Band für den Eurovision sind auf der Bühne. Dresscode: Tutu. Awesome!

[21:33] Welten prallen aufeinander. Fanta 4 vs. Helene Fischer. Die verleiht den Preis für Rock/Pop International. Lorde vs. Agneta Fältskog (die von ABBA) vs. Birdy vs. Christina Stürmer vs. Katy Perry – Ich tippe auf Birdy (weil die da ist). Und ich habe Recht. Was ’ne Überraschung!!

[21:26] Ich glaube, jeder der einen Echo haben will, muss auch einen präsentieren/live auftreten. Ohne Fleiß kein Preis und shit.

[21:36] Werkschau Fantastische Vier. Jetzt in echt auf der Bühne. Dehnübungen der alten Herren und jetzt geht der Punk ab, die Fantas machen oldschool Fun mit Lachgas, dann geht’s los – 25 Songs in 250 Sekunden. Im Publikum zückt eine Frau in der ersten Reihe ihr Smartphone. Diesen Moment und Helenes Backside möchte man ja immer und immer wieder erleben.

[21:40] Kein Scheiß, was für ne Band. Man kennt echt jeden der 25 Songs. Und sie sind immer noch gut.  Dance-Choreo! Populär! Trainingsanzüge! Fantastisch, nie mit Absicht, Silberhochzeit immer noch tight – Chapeau auf die letzten 25 Jahre!

[21:43] Helene Fischer (29) nennt die Fantastischen Vier (alle über 40) „Jungs“. Süß!

[21:44] Roger Cicero verleiht den Newcomer International. Ich muss weg! Kleiner Scherz. Sie hätten ihm den Führerschein genommen. Zu schnell vor’m Echo davongefahren etwa? Naja, ich würds verstehen bei der Mucke. Also, los geht’s, wer kann die Trophäe mit nach Hause nehmen? Beatrice Egli, Imagine Dragons, Lindsey Stirling an der Geige, Macklemore & Ryan Lewis und Passenger sind nominiert. Selbst hier gewinnt der Schlager: Die DSDS-Metzgerei-Barbie Beatrice Egli juchzt und freut sich in einem Kleid, bei dem man die Ähnlichkeit zu einer blutbeschmierten Metzgerschürze nicht verschweigen kann. Sie erzählt was davon, dass sie ja in der internationalen Kategorie nominiert ist, „das sind ja sonst Grammy-Gewinner“. Ja, so geht’s zu im Eurovisions-Raum des deutschsprachigen Schlagers!

[21:48] Roger Cicero kündigt noch „die Nominierten für die nächste Kategorie“ an, verrät aber nicht, welche das sein könnte. Was ist denn mit dem los? Doch nicht zu schnell gefahren, sondern Schnee im Sommer und so or what? Zum Glück kommt jetzt der weinerliche Milow und verleiht den Preis für Volkstümliche Musik. Es sind fünf Künstler nominiert, sehr viele sehr schlimm (Voxxclub – Brechalarm!) und – ahoi und dem Seefahrer-Heiligen Nikolaus von Myra sei Dank – die Matrosen von Santiano gewinnen. Immer wieder völlig wild, die Combo – die sprechen auch im normalen Leben nur im Seemanns-Jargon. Der Langhaarige spricht dank seines Akzents als wäre er leicht angetrunken. Gefällt mir!

[21:55] Milow/Meister Proper aus Belgien erkundigt sich nach Fans von Helene Fischer und James Blunt. Oh Gott, ja, ich glaube, meine schlimmsten Albträume werden wahr: ein Duett! Wieso ist auf Blunts Gitarrengurt ein Kinder-Fußabdruck? Ha, Helene Fischer hat das Organza-Röcklein gegen ihre Rocker-Kluft getauscht: Fetzenjeans und Kunstleder-Bluse. Florian Silbereisen geifert jetzt backstage vielleicht grad.

[22:00] Haha, der Synchronübersetzer legt James Blunt einfach mal „Hau rein!“ in den Mund. Hat der NIE gesagt! Würde der NIE sagen! Jetzt muss Monsieur Blunt Mousse T. ankündigen (der, so Dancefloor-Queen Fischer, Tom Jones zur „Sexbomb“ gemacht hat und zu „I’m Horny“ einläuft. Alter, sprechen die die Produktion nicht ab?!). Oh, man sieht Joko und Klaas. Wer Grimme-Preisträger ist, muss wohl zu Veranstaltungen des Öffentlich-Rechtlichen. WO IST JAN BÖHMERMANN?

[22:01] Kategorie „Hit des Jahres“. Avicii, Daft Punk, Macklemore, Passenger und der Twerking-Boy Robin Thicke batteln sich um den Award der Awards. Avicii bekommt den Preis, der wurde ihm schon in Miami überreicht. Passenger ist wie „Seabiscuit“ damals bei den Oscars 2003/04: x-mal nominiert, nie Gewinner. (Ich habe Jahre darauf gewartet, diesen Vergleich anzubringen. Jahre und Jahre!)

[22:06] Peter Maffay wird für sein soziales Engagement geehrt. Kann man nur gut finden.

[22:08] Wenn man orange nimm2-Bonbons mit Bier mischt, schmeckt es fast wie Radler. Passt null hierher, ist mir aber eben aufgefallen. Ich würde Tim Bendzko gern davon erzählen, der steht nämlich etwas seltsam hinter Peter Maffay und weiß nicht, wohin mit seinen Händen/sich selbst. Maffay rules, man kann es nicht anders sagen. Sieben Brücken und so! Mei, da schauen’s jetzt alle saubetroffen im Publikum, ganz besonders Anna Loos, die doch Cornrows hat. Ich dachte, ich hätte mich verschaut vorhin. Aus bekannter Quelle wird ihr eine gewisse Ähnlichkeit zum Alien aus „Alien 1 – 4“ attestiert. Ich stimme zu!

[22:11] Gut, Helene betritt die Bühne, erlöst Tim Bendzko von seiner Rumsteherei und hat wieder den Organza-Fetzen an! Peter Maffay jetzt live. Zeit für Eierlikör! Endlich!

[22:16] Rolando Villazon verleiht den Preis für „Deutschsprachigen Schlager“ und fragt sich (zurecht), was er als Opernsänger beim Pop-Echo macht. Aber Andrea Berg ODER Beatrice Egli ODER Fantasy ODER Helene Fischer ODER Semino Rossi möchten gern einen Preis mitnehmen. Es gewinnt Schmalzbolzen Semino Rossi Helene Fischer. Jetzt wird’s irgendwann fad. Im Herbst kann man sich laut Helene Fischer „wertvolle Momente“ schenken. Leider habe ich den Herbstzusammenhang verpasst. Vielleicht meint sie ihre Tour durch 14 Fußballstadien?

[22:22] It’s Kylie! Kylie fordert in einem Kleid, das man durchaus als mini Minikleid bezeichnen kann, das Publikum zum Mitsingen auf. Die machen natürlich voll mit. NOT. Und es tut mir Leid, wenn ich das so sagen muss, aber sie ist jetzt keine immerwährenden 30 mehr. Ist okay für mich – für sie nicht so sehr, wenn man sich ihre Nase mit inzwischen Michael-Jackson-esken Zügen anschaut.

[22:26] Stell dir vor, du stehst als Kerl direkt vor Kylie – und zückst dein Smartphone. True Story!

[22:27] Oh Gott, James Blunt spricht ja wie er singt – sehr, sehr, sehr, sehr weinerlich. Man denkt, er bricht im nächsten Moment unter Schluchzen zusammen. Er erzählt von „Circus Halligalli“ und sieht komisch dabei aus. Ein Hemd mit Kragen könnte helfen. Aber nun: „Partner des Jahres“. Achso, das ist „Circus Halligalli“! Ich schalt mal kurz zu Jan Böhmermann auf den neuen Piratensender ZDF neo um. Für alle, die es nicht wussten: Das ist der andere Grimme-Preis-Preisträger. Der, der mit wenig Kohle viel macht. Wieso sieht Joko so  ordentlich unordentlich angezogen aus? – Ich verstehe nicht. Ich habe das Gefühl, diese Kategorie wurde nur für „Circus Halligalli“ erfunden. Der Courage-Integrations-Bambi des Echos oder so. Trotz aller Aversionen, ich gebe es zu: Die Sendung ist das Beste, was in einem der großen Sender läuft. Ich schau’s zwar nie, aber wo der Biffster, die Arctic Monkeys, die Queens of the Stone Age und sonst alle auftreten (guten Musikgeschmack haben sie ja) kann es so ätzend nicht sein. Ich gebe es ja zu. Es könnte stimmen, rede ich mir ein.

[22:32] Live-Act National sind Die Toten Hosen. Wieso kommt mir das so bekannt vor? Ach richtig, die haben letztes Jahr auch was gewonnen. Punkrock und so. Campino schaut gelangweilt – bis Sir Bob Geldof die Bühne betritt und ihm den Preis gibt. Wo ist eigentlich Bono? Und habe ich mich verhört oder hat Campino grad wirklich „F*ck you“ statt „Thank You“ gesagt? Verhört. Is klar. Punkrock und so.

[22:37] Nasal-Alarm mit Chewbacca auf der Bühne. Kann nur Jan Delay sein. Herr Eißfeldt! Die Echo-Version der Cantina-Band, viel Nebel, fette Lichtshow, ein tanzender Delay und ein starres Publikum (die blonde Dame, die im Takt mitklatscht, ausgenommen!) – wie lange dauert das alles eigentlich noch?!

[22:40] Gruppe Rock/Pop National: Wer sind Faun? Und was hat die Frau da auf dem Kopf? Milky Chance und Revolverheld sind auch nominiert. Silly mit Frontfrau Anna „Cornrow-Alien“ Loos auch, ebenso wie The Boss Hoss. Ray Garvey übergibt den Preis und verlangt „some fucking noise“. Ich werde völlig überrascht…

[22:43] Eiskalt erwischt mich der Gewinn der „Berliner Cossover Boys“ The Boss Hoss, denen Champagner-Konsum aus Cowboystiefeln nachgesagt wird. Oh Mann, crazy, Ray Garvey saß doch eben noch mit denen nicht nur in der Jury von The Voice, sondern auch hinter ihnen in der Stuhlreihe der Echo-Arena – und dann verleiht er ihnen den Echo! Wer hätte das gedacht?! Ich wische mir eine Alien-Träne von der Wange.

[22:45] Obituaries. Man verbaschiedet sich unter anderem von Lou Reed, Paco de Lucia und Paul Kuhn, Phil Everly und Pete Seeger. Wäre er noch am Leben – Lou Reed wäre sicher gekommen!

[22:47] Jetzt wird’s fancy, Till Brönner verleiht den „Crossover“-Award. Man benutzt diese Kategorie echt noch? Ich dachte, die wäre Ende der Neunziger mit Eurotrash eingemottet worden und man hätte das Wort „Fusion“ wiedereingeführt. Bitte lass Helge Schneider gewinnen! Er tritt an gegen Gregorian, Pop-Musik mit acht Mönchen im gregorianischen Stil, Lindsey Stirling (die mit der Geige), Max Raabe (der von Shakira vorhin) und Schiller. Ich denke es wird Max Raabe, weil der ja schon auf der Bühne war.

[22:50] Ich täusche mich: Lindsey Stirling, der „Violinen-Skrillex“ laut Stimme aus dem Off, gewinnt.

[22:51] Jetzt gehts aber Schlag auf Schlag: Electronic Dance Music. Und weil der Echo einfach nicht der Grammy ist/sein will, wird Daft Punk auf den zweiten Platz verwiesen und Avicii bekommt den Award. Neeeeee, das ist klar. Sieht die ganze Welt so. Hallo? Halloooo?

[22:53] Max Herre und Gregory Porter live können mich in meiner Verwunderung über den EDM-Preis besänftigen. Und vermutlich auch alle anderen Anwesenden in der Halle und zuhause am Gerät. Vielleicht hat da in der Jury auch einfach wer gesagt „Was sollen denn diese Roberterhelme? Pah, diese Franzosen… Immer nur Wein saufen und dann Helme aufsetzen. Und wer ist der Typ mit dem Hut, der da bei denen mitsingt? Den kennt doch keiner. Wir nehmen den Schweden, der in Miami ist.“ Anders kann das einfach nicht passiert sein.

[23:00] Jetzt sollten eigentlich die Tagesthemen kommen. Stattdessen steht Herr Moor von TTT auf der Bühne und feiert sich zuerst ein wenig selbst, bevor er Yello den Preis für ihr Lebenswerk überreicht. Wichtige Band, Ohrwürmer am laufenden Band – Eidgenossen halt. Wehe, ich hab das Sample morgen noch im Kopf. Ich meine, die gibt’s halt eigentlich auch nur wegen Fraktus, aber das erwähnt hier mal wieder keiner!

[23:06] Yello führen was auf ihrem Handy vor. Das dauert. Aber geil, muss man ihnen lassen. Nach einer Minute reicht’s dann aber auch wieder. Jetzt erzählt der eine auch noch eine Anekdote. Ich verstehe die Pointe nicht. Ach, es geht um den Kennenlern-Moment des Duos. Süß. Nett. Zu lang. Bei den Oscars würde schon seit acht Minuten das Orchester die Rausschmeißermelodie spielen.

[23:10] Das Beste zum Schluss: Die Sportfreunde Stiller performen (live!) „Applaus, Applaus“. Wie immer klatschen wir und verneigen uns. Haha, der Flo Weber singt noch „Es muss was Wunderbares sein“ und tanzt und will, dass alle mitmachen. Leider scheinen alle festgewachsen zu sein. Es muss schlimm sein, so als baumgewordener Mensch.

[23:15] Helene Fischer tritt zum letzten Mal im Organza-Ensmble auf und sagt kurz und knapp „Das war er, der Bambi 2014.“ Humor ist, wenn man selber lacht. Muss man ihr lassen. Hat nicht jedes große deutsche Nachrichten-Portal (Ich nenne keine Namen, Spiegel Online!) zuerst so ganz blamagefrei verstanden und Verwunderung über diese Verabschiedung geäußert. Lesen die denn nicht den Panorama-Teil ihres eigenen Portals vom November 2013?

Das war er, der Grammy Europas, der deutsche Musik-Oscar, der Preis, dessen Dresscode ganz klar schwarze Organza-Glitzer-Fummel waren. Wir hoffen, Euch hat unser Ticker gefallen und wir verabschieden uns mit „Danke, dass unsere GEZ-Gebühren für Shows dieser Größe genutzt werden können!“ Darauf noch einen doppelten Eierlikör!