Mit „Xscape“ erscheint das zweite postume Album von Michael Jackson. Produzenten wie Timbaland, Stargate und Rodney Jerkins pimpten alte Original-Aufnahmen, die zwischen 1983 und 1999 entstanden sind, und adaptierten den Sound des „King of Pop“ für die Jetztzeit. Das Resultat ist erstaunlich gut gelungen.

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„Contemporizing“. Ein Wort, das übelst nach Marketing-Fachjargon mieft. Für das – nach „Michael“, das eineinhalb Jahre nach dem Tod von Michael Jackson erschienen war –  zweite postume Album des Superstars sollten die alten Original-Aufnahmen aus dem Jackson-Archiv modernisiert und an den Zeitgeist angepasst werden. Dafür wurden die Tracks von Michael Jackson an zeitgenössische Produzenten gegeben, die die Produktionen überarbeiteten und mit einem aktuellen Sound ausstatteten. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, dass – natürlich! – Michael Jacksons „künstlerische Essenz und Integrität“ bewahrt bleibt.

Das Resultat klingt überraschend gut. Die acht „neuen“ Songs würden durchaus auf frühere Jackson-Werke passen, klingen gleichzeitig aber sehr modern – oder so, wie man sich Michael Jackson 2014 vorstellen könnte. Er kiechzt und jauchzt wie eh und je.

Für den frischen Sound von „Xscape“ holte Executive Producer L.A. Reid, der in der Vergangenheit Künstlern wie Pink, Outkast und TLC zu Hits verhalf, einige erfahrene Produzenten an Bord. Allen voran Timbaland, der fünf der acht Tracks zusammen mit seinem Kollaborateur Jerome „J-Roc“ Harmon pimpte. Die Handschrift des Hip-Hop-Visionärs ist auf „Xscape“ denn auch nicht zu überhören. „Chicago“ zum Beispiel wird von den typisch vertrackten Staccato-Rhythmen des Beat-Bastlers vorangetrieben und ist von einer knarzenden Bassline unterlegt. „Slave To The Rhythm“, ursprünglich 1991 während der Aufnahmen zu „Dangerous“ zusammen mit L.A. Reid und R’n’B-Schmusekönig Babyface aufgenommen, ist in der Version von Timbaland ein Pop-Song mit einem roboterartigen elektronischen Beat.

Auch einige langjährige Weggefährten von Michael Jackson durften ran. So etwa Rodney „Darkchild“ Jerkins, der bereits im Alter von 19 Jahren mit der Musiklegende arbeitete und mit Jackson zusammen den Titelsong „Xscape“ geschrieben hat. Während der Arbeit am Stück stellte sich Jerkins vor, Michael Jackson sitze neben ihm. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden: „Es fühlt sich an wie die Sachen, die wir früher gemacht haben, es fühlt sich danach an, was wir heute zusammen machen würden – und es fühlt sich so an, als ob es auch morgen noch so funktionieren würde.“

Die Single „Love Never Felt So Good“, die auf dem Album auch als Duett mit Justin Timberlake enthalten ist, nahm Michael Jackson ursprünglich 1983 zusammen mit Musikveteran Paul Anka auf. Die Neuauflage wurde von John McClain produziert, ein funky Disco-Soul-Song, dessen 80s-Vibe erhalten wurde.

In „Do You Know Where Your Children Are“ kommt die soziale Ader von Michael Jackson durch. Es geht um Kinder (ähm, ja), die in kaputten Familien aufwachsen, in denen der Vater betrunken nach Hause kommt und die Mutter als Prostituierte arbeitet, und die später auf der Straße landen, wie Michael Jackson selbst über die Inspiration zu dem Song in einer Notiz vermerkte.

Die lässig vor sich hin groovende Midtempo-Nummer „Loving You“ wurde ursprünglich im Rahmen der ersten „Bad“-Sessions in Kalifornien aufgenommen. Bereits die ersten Takte von „A Place With No Name“ erinnern an den Michael-Jackson-Hit „Leave Me Alone“. Entstanden ist das Original 1998, zusammen mit New-Jack-Swing-Produzent Dr. Freeze. Der Song beinhaltet Passagen des 1973er Klassikers „A Horse With No Name“ (der „Breaking Bad„-Fans bestens bekannt sein dürfte). Die neue Version wurde vom norwegischen Producer-Team Stargate (u.a. Beyoncé, Rihanna) bearbeitet.

Auch „Blue Gangsta“ entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Freeze, während der frühen Arbeiten an „Invincible“. Der von Bläser-Sätzen dominierte Song ist eine Art Sequel zu „Smooth Criminal“ – was in der Original-Version von 1999 noch deutlicher wird. Apropos: Die Deluxe-Version von „Xscape“ enthält die ursprünglichen Original-Aufnahmen von Michael Jackson.

Die Marke Michael Jackson ist nach wie vor ein Millionenseller. Und es dürfte noch ausreichend Material für weitere postume Alben vorhanden sein – immerhin hat Michael Jackson pro Album an bis zu 70 Songs gearbeitet.

„Xscape“ ist ein durchaus gelungenes Album, das sich nahtlos in Michael Jacksons  Diskografie einreiht. Natürlich, man weiß nicht, wie das Musikgenie heute klingen würde – vielleicht hätte er EDM für sich entdeckt? Oder mit Hipstern wie TV On The Radio zusammengearbeitet? Schade nur, dass sie Pharrell Williams nicht rangelassen haben. Die beiden kreativen Kindsköpfe hätten sich musikalisch bestimmt bestens verstanden.

Zum Release von Michael Jacksons „Xscape“ verlosen wir zwei Poster des „King Of Pop“ – exklusiv für Euch von uns handsigniert. Wer eins der beiden Poster haben möchte, hinterlässt unten einen Kommentar (bitte mit eurer echten E-Mail-Adresse, weil über die angegebene kontaktieren wir euch). Die Gewinner werden von den Gewinnspiel-Feen ausgelost und verständigt. Also, Email, Postfächer und unter Umständen auch den Spam-Filter checken! Viel Glück!