Und plötzlich ist es vorbei mit dem warmen Wetter. Zeit für unsere Herbst-Playlist! Perlen aus unserem Plattenkabinett. Wieso sind manche Songs neben den üblichen Verdächtigen dabei? Wir erklären es euch.

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Ursi

Team Spirit – Teenage Heart
Exakt 2:22 Minuten Power-Pop brauche ich zum Aufwachen. Und für den Dance-Break im Büro am Nachmittag. Funktioniert bestens mit der Band aus Brooklyn!

AWOLNATION – THISKIDSNOTALRIGHT
Manchmal braucht es viele, viele Großbuchstaben. Was im Internet gemeinhin als „anschreien“ verstanden wird, ist hier auch so gemeint. Das darf in meinem Fall gern Aaron Bruno von AWOLNATION übernehmen mit seinem „You can follow them to hell!“ in  den Lyrics. Da macht selbst U-Bahn-Fahren am Montagmorgen wieder Spaß. Manchmal. Vielleicht fährt die Bahn auch in die Hölle? – Von mir aus mit dem Song.

The Rural Alberta Advantage – Rush Apart
Im Dezember kommen die Kanadier ins Atomic Café in München. Das wird eine der letzten Live-Shows in dem Club, der dieser Stadt sehr fehlen wird, und ich freue mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge drauf.

Und sonst? Foo Fighters, weil das Album Nummer acht endlich erscheint. Elektronische Beats von Caribou und José Gonzalez für den locker, leichten Nieselregen. Und Frank Turner, weil ich ein Konzert des Briten dringend nötig hätte.

Kerstin

Cheap Trick – Surrender
In ihrer Doku „Sonic Highways“ graben die Foo Fighters in 8 amerikanischen Städten die Einflüsse moderner Rockmusik aus. Auch ihre eigenen. Dank der ersten Folge wissen wir, Cheap Trick waren eine wichtige Inspiration für den in Virginia und DC aufgewachsenen Dave Grohl. Die Serie macht unglaublich Lust drauf sich wieder durch die ein oder andere olle Kamelle zu hören. Und da sind Schätze dabei! Unter anderem dieses fetzige Stückchen, das 1978 zur Teenie Hymne avancierte. „Your Mommy’s all right, Your Daddy’s all right, They just seem a little weird. Surrender! Surrender! But don’t give yourself away.“ Zeit diesen fluffigen Ohrwurm aus der Versenkung zu holen.

The Smith Street Band – Surrender
Gleicher Titel, andere Band. Dieses „Surrender“ kommt aus Australien. Die Dudes von der Smith Street Band klingen ein bisschen wie die Krawallbrüder vom Turner und haben kürzlich eine sehr feine Platte namens „Throw Me In The River“ veröffentlicht. Unbedingt erwähnt gehört in dem Zuge das ultimative Merchjuwel zum Albumtitel. Eine Frisbee!!! Mit der sonnengelben Scheibe und diesem Song dazu möchte man auch noch im fies-frostigen November als gutgelaunter Rebell an der Isar rumtoben.

Amy Winehouse – Monkey Man
Nein, ein drittes Mal „Surrender“ hab ich nicht. Dafür die Amy. „Aye aye aye, aye aye aye, Huggin‘ up the big monkey man.“ Die Specials haben wohl das bekannteste Cover dieses Songs geliefert. Hier krakelt sich aber Miss Winehouse durch ihre höchst eigene Version. Ganz wunderbar, und dank eines spitzenmäßigen DJ-Sets der (sicher bald schon legendären) „Beasts from Southeast“ letztes Wochenende, wieder ganz vorne dabei in der Rotation.

Und sonst? Eine Perle von den Ryan Adams Spotify Sessions, das wunderbar freakige „The British Are Coming“ vom exzellenten Weezer-Neuling und die Titelmelodie von True Detective, weil sie einfach immer noch super ist und wie die Faust aufs Auge zum nebligen Herbst passt. Dazu wird schon mal die Vorfreude zelebriert auf die Show von Courtney Barnett und die Jubiläums-Konzerte von Turbostaat. Das Jahresende wird alles, nur nicht leise…

Renzo

Sleater-Kinney – Dance Song ’97
Dank eines heute noch immer wieder gern hervorgekramten Mixtapes eines Brieffreundes (!) aus Olympia, dem Hotspot der damaligen Riot-Grrrl-Szene, lief dieser Dance-Song der in jeder Hinsicht anderen Art bei mir Ende der Neunziger rauf und runter. Zufällig vor kurzem wiederentdeckt, läuft das Stück seitdem auf meiner persönlichen Heavy Rotation.

Die Antwoord – Ugly Boy
Blutverschmierter Mund und stechend schwarze Augen – eigentlich hab ich vor Ninja und Yo-Landi Vi$$er immer ein kleines bisschen Angst. Ihr neuster Streich ist ein witziger, moderner Elektro-Hip-Hop-Track in typischer Manier der freeky Südafrikaner. Im recht gruseligen Video gibt es Cameos von Marilyn Manson, Flea von den Red Hot Chili Peppers, Jack Black, Dita von Teese und Model Cara Delevingne.

Young Fathers – Get Up
Erst vor wenigen Wochen gewannen sie den Mercury Music Prize in UK, vorher hatte ich das Trio aus Edinburgh nicht auf dem Schirm. Der Track hat mich mit aufgrund seiner Old-School-Vibes, der entfernt an den Sound von De La Soul erinnert, sofort gepackt.

Und sonst? Inspiriert von den Young Fathers, schürfte ich nach alten Hip-Hop-Perlen, und so kamen u.a. De La Soul mit „All Good“ und die Beastie Boys mit „Hey Ladies“ wieder zum Vorschein. Außerdem tauchten die Schweizer Hip-Hop-Pioniere von Sektion Kuchikäschtli wieder in meiner Playlist auf. „I han“ ist immer noch eines der besten Mundart-Rap-Stücke, während JJ & Palin zum Besten gehören, was die Schweiz in den vergangenen Jahren an Newcomern hervorbrachte. Ihre melancholische Debütplatte „Meanwhile In Kolin“ passt perfekt zur neblig-frösteligen Jahreszeit, genau wie Josef Salvat und Massive Attack.


Wenn ihr unsere gesammelten Playlisten auf Spotify anhören wollt, geht das ganz einfach, denn ihr könnt uns hier folgen.

Foto: Lucas Löf via Unsplash