Bäm! Im Januar knallen uns Royal Blood ihre rauen Rockbretter endlich live vor den Latz. Lärm in gut. Das Besondere an diesem Duo aus Brighton: Bass, Drums und Gesang – mehr brauchen sie nicht, um uns an die Wand zu ballern. Sie klingen wie eine mehrköpfige Rockband, machen aber alles zu zweit. Wer sich wegpusten lassen möchte, sollte bei unserem Gewinnspiel mitmachen: Wir verlosen Gästelisten-Plätze für den Gig am 16. Januar in der Münchner Theaterfabrik.

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Auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum, das bereits im August erschienen ist und in UK auf Platz eins der Charts stürmte (hierzulande lag immerhin Position 40 drin), setzen Royal Blood auf reduzierte, raue Rockriffs, die die wilde Essenz des Rock’n’Roll destillieren, und kombinieren diese mit eingängigen, poppigen Melodien. Das Resultat sind vor Energie strotzende Kracher. „Royal Blood“ war sogar für den Mercury Music Prize nominiert – der den beiden Rockern jedoch vom Hip-Hop-Trio Young Fathers weggeschnappt wurde.

Mike Kerr (Gesang, Bass) und Ben Thatcher (Drums) hören Rock und Blues genauso gerne wie Hip-Hop und Pop, mögen Jack White und Led Zeppelin genauso wie Justin Timberlake. Die beiden waren auch schon bei einem Backstreet-Boys-Konzert und können sogar – kein Scherz! – Céline Dion etwas abgewinnen.

Nachdem sie im Frühjahr in Hamburg und Berlin zu Gast waren und im Sommer bei einigen Festivals wie dem „Southside“ spielten, kehren Royal Blood Anfang 2015 nach Deutschland zurück. Im Rahmen der Album-Promo hatte ich bereits im Frühjahr die Gelegenheit, mit einem sehr entspannten Mike Kerr zu plaudern.

Du und Ben habt in einem Auto beschlossen, eine Band zu gründen. Er hat dich vom Flughafen abgeholt, als du aus Australien zurückkamst. Was ist da im Auto passiert? Wieso ausgerechnet in diesem Moment?
Wir lernten uns mit 15 bei einem Gig kennen, seitdem machen wir zusammen Musik. Die Chemie stimmt einfach zwischen uns. Damals hatten wir seit einem Jahr nicht mehr zusammen gespielt. Das war keine spontane Idee, sondern das Resultat einer langjährigen Entwicklung. Wir wollten einfach wieder zusammenspielen.

Stimmt es, dass ihr bereits am nächsten Tag euren ersten Gig an Land gezogen hattet?
Ja, das stimmt. Wir spielten in einer kleinen Stadt an der englischen Küste. Es waren viele Freunde von uns da, das war sehr aufregend.

Ihr habt es Anfang dieses Jahres auf die Hotlist der BBC „Sound of 2014“ geschafft. Ist diese Aufmerksamkeit für Newcomer, die gerade mal eine Handvoll Songs veröffentlicht haben, wirklich förderlich?
Ja, es ist für aufstrebende Bands und Künstler immer hilfreich. Viele der Acts, die bisher auf diesen Listen auftauchten, machten Karriere. Deshalb denke ich nicht, dass es in irgendeiner Art und Weise hinderlich sein könnte, auf einer derart renommierten Hotlist aufzutauchen.

Habt ihr euch durch die vielen Vorschusslorbeeren bei den Album-Aufnahmen eures Debüts nicht unter Druck setzen lassen?
Wenn wir unter Druck standen, dann nur, weil wir uns selber welchen machten. Wir setzen uns unsere eigenen Standards. Von äußeren Einflüssen lassen wir uns jedoch nicht beeindrucken. Oder wir versuchen es zumindest. Stattdessen machen wir uns Gedanken über die Musik, das ist unser Hauptanliegen.

Inwiefern habt ihr denn von der Aufmerksamkeit profitiert?
Dadurch wurde alles etwas beschleunigt.

Euer Sound ist sehr rudimentär, aber kraftvoll: Bass, Drums und Gesang.
Genau, sonst nichts.

Gab es Überlegungen, weitere Musiker an Bord zu holen?
Wir wollten von Anfang an zu zweit Musik machen, nur Ben und ich. Der Sound, den wir zusammen erschaffen, ist so groß, dass wir gar nicht erst auf die Idee kamen, noch jemanden hinzuzuholen.

Euer Sound wurde u.a. mit dem Stoner-Rock der Queens Of The Stone Age, Black Heath sowie den White Stripes verglichen. „Kerrang!“ schwärmte: „Sounds like The White Stripes ram-raiding Led Zeppelin’s back catalogue.“ Könnt ihr mit diesen Vergleichen leben?
Ich finde, dass all diese Bands völlig unterschiedlich klingen. Bei mir schrillen eher die Alarmglocken, wenn wir mit all diesen Musikern verglichen werden. Wie kann es denn sein, dass wir wie so viele verschiedene Bands klingen, die alle komplett unterschiedliche Musik machen? (lacht) Aber ich mag all diese Bands, sie inspirieren uns, gute Musik inspiriert uns.

Gehört dazu auch elektronische Musik, die derzeit ja wieder recht angesagt ist?
Nein, nicht wirklich. Das berührt mich nicht so sehr wie echte Musik. Ich mag echte Drums, ich mag Gitarren. Und ich stehe auf die Imperfektion von roher Live-Musik.

Kennt man Royal Blood, solange man euch nicht live erlebt hat?
Nein. Man kennt nur einen ausgewählten Teil, aber nicht das Gesamtpaket. Das ist wie beim Internet-Dating! Man kennt jemanden ja noch nicht sehr gut, nur weil man mit ihm chattet. Erst, wenn man sich zum romantischen Dinner trifft, kann der Blitz einschlagen. Und bei einem Konzert geht es darum, die Band zu fühlen. Es ist laut und intim, man kann die Musiker auf der Bühne geradezu riechen.

Was erwartet die Fans bei einer Royal-Blood-Show?
Von allem soeben genannten etwas. Ich glaube, Leute, die zu unseren Konzerten kommen, sind angenehm überrascht. Unser Sound klingt auf Platte ähnlich wie bei unseren Live-Gigs. Denn so haben wir die Songs unseres Debütalbums auch aufgenommen, alles wurde live eingespielt.

Anders als viele andere Newcomer-Bands habt ihr auf bekannte Produzenten verzichtet.
Ben und ich haben das Album in Eigenregie produziert. Dadurch hatten wir das Lenkrad in den eigenen Händen und waren nicht nur Beifahrer. Wir dachten uns, das ist unser Debütalbum und wir wollen, dass es möglichst nach uns klingt. Unser Freund Tom Dalgety, mit dem wir seit Beginn von Royal Blood zusammenarbeiten, stand uns zur Seite. Er lässt uns unseren Freiraum. Wir haben in den Rockfield Studios in Wales gearbeitet, ein sehr abgelegener Ort. Dort haben Queen „Bohemian Rhapsody“ geschrieben und aufgenommen. Auch Black Sabbath, Coldplay und Basis waren da. Es ist ein sehr prestige- und geschichtsträchtiges Studio.

Royal_Blood_Press_Picture_5006Hattet ihr aufgrund der historischen Vergangenheit des Studios das Gefühl, besonders gut sein zu müssen?
Wir waren schon sehr demütig, ja. Es ist etwas Besonderes, dort arbeiten zu dürfen. In diesen Räumen in Rockfield wurden schließlich einige der größten Songs und Platten aufgenommen. Alles sieht recht unspektakulär aus, es ist mitten auf dem Land, alles – die Instrumente, das Equipment – ist alt. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich mich ans Klavier setzte, an dem Freddie Mercury „Bohemian Rhapsodie“ geschrieben und eingespielt hat. Ich fragte mich: Kann ich das wirklich, hier an diesem Ort? Gleichzeitig ist es aber auch sehr ermutigend! Denn hier haben ganz gewöhnliche Menschen außergewöhnliche Musik aufgenommen.

Hast du dir früher Queen-Platten angehört, als du jünger warst?
Ja. Ich hatte im Alter von sechs bis zwölf Jahren Klavierunterricht, dann hörte ich damit auf. Queen war die Band, die mich mit ihren Songs dazu brachte, wieder Klavier spielen zu wollen. Davor war Klavierspielen wie Hausaufgaben für mich, es bereitete mir keinen Spaß. Doch als ich das erste Mal Queen hörte, wollte ich unbedingt ihre Songs lernen. Während also die meisten anderen Kids draußen Fußball spielten, trainierte ich mit Queen.

Und nun, Bock auf Brighton’s Finest? Mit den Black-Keys-Karten konnten wir ja bereits für grinsende Gesichter sorgen. Weiter geht’s mit unserem voreihnachtlichen Geschenke-Wahnsinn: Diese Woche verlosen wir 2×2 Gästelisten-Plätze für Royal Blood am 16. Januar 2015 in der Münchner Theaterfabrik.

Was ihr dafür tun müsst? Ganz einfach: Ihr müsst 18 Jahre alt sein und uns mit eurer echten E-Mail-Adresse (weil wir euch ggf. über die kontaktieren) hier unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen. Das schafft man selbst nach dem zweiten Kilo Lebkuchen und dem zwölften Glögg – seid gern kreativ! Teilnahmeschluss ist am 16. Dezember 2014 um 23:59 Uhr, die glücklichen Gewinner benachrichtigen wir am 17. Dezember 2014.

Wer dann nicht gewinnen sollte, muss nicht traurig sein: Hier gibt es nämlich noch Tickets.

Und es geht weiter! In den kommenden Wochen verlosen wir noch mehr Gästelisten-Plätze für sehr gute Konzerte in unserer Hometown. Dranbleiben!

Fotos: Warner Music