2014 ist vorbei und was bleibt sind viele Erinnerungen, zuviele schlechte Nachrichten aber wirklich ein Haufen guter Musik. In der Tat war das vergangene Jahr vor allem in Sachen Musik (und auch an der Film- und Serienfront) ein extrem ergiebiges. Umso schwerer fällt es mir, die vielen wunderbaren Alben, EPs, Songs und Shows diesmal in eine Reihenfolge zu pressen. Beim Halbjahresrückblick hat es sich schon angekündigt. Vermutlich leide ich an einer milden Form von Decidophobie (?), deswegen will ich mich auch nicht weiter quälen und weitestgehend hitlistenfrei aber nicht weniger gründlich noch einmal zurückschauen, auf dieses 2014.

slide_kerstinEs gab alte Bekannte, Aufersteher, Neuerfinder und Neuentdeckungen. Und natürlich artet das hier wieder völlig aus. Was eigentlich klar war…

Auf dem Plattenteller

Mein Album des Jahres kommt von Ryan Adams. Sein selbstbetiteltes 14. Werk hat alles, was ein Album braucht und mehr. Dieser Mann spielt für mich in einer eigenen Liga und ich weiß nicht, was ich ohne seine Musik machen würde. Es ist und bleibt Liebe. Allein die vorausgeschickte Single und mein Lieblingssong 2014 „Gimme Something Good“ ist pures Gold und hat mich unermüdlich durch das Jahr begleitet. Und das ist nur der Anfang, denn von vorne bis hinten ist diese Scheibe einfach großartig. Als wäre das nicht genug, hat er noch die eine oder andere 7″ nachgelegt. Die „Vampires EP“, die zu Halloween kam, verdient Erwähnung. Der Titeltrack ist eine Schau, und das herrlich gestörte „Clown Asylum“ mit Abstand der absurdeste Song des Jahres. Adams Parole ist „Stay Weird“. Ich bitte darum!

Knapp dahinter kommen für mich Weezer. Mit „Everything Will Be Alright In The End“ ist ihnen die Überraschung des Musikjahres gelungen. Unerwartet, nicht einfarbig und mit Hits am laufenden Band. Ähnlich wie bei Adams Siegeralbum kann man das hier bendenkenlos auflegen, umdrehen und umdrehen und wieder umdrehen und nochmal umdrehen… Ganz stark! Alt-J spielen auf jeden Fall auch ganz vorne mit, mit ihrem Zweitwerk. Absolut runde Sache, die dem Vorgänger in Sachen Einzigartigkeit, Experimentierfreude und Atmosphäre in nichts nachsteht. Auf der Gänsehautskala ganz weit oben. Sie sagen „This Is All Yours“, ich sage, „Danke vielmals für diese tolle Platte.“.

Großes gabs auch von Against Me!. Das Befreiungsalbum von Frontfrau Laura Jane Grace mit dem programmatischen Titel „Transgender Dysphoria Blues“ ist nicht nur eine exzellente sondern auch eine wichtige Platte. Das hier ist Aufarbeitung und Abrechnung. Immer zwischen Schlag in die Magengrube und Kloß im Hals. Und dabei bleibt das Hit- und Ohrwurmpotential niemals auf der Strecke. Dieses Album hat allen Respekt verdient. Ebenso wie der Erstling von Brody Dalle. Noch eine Frau! Hallelujah! „Diploid Love“ ist mal dreckig, mal verspielt, und strotzt vor allem in der ersten Hälfte vor „Hell Yeah und Fäuste in die Luft“-Material. Auf Heavy Rotation gabs vor allem „Don’t Mess With Me“ und „Meet The Foetus/ Oh The Joy“ mit Shirley Manson und Warpaints Emily Kokal. Sehr, sehr gut gemacht.

Aus dem Hause Uncle M kam dieses Jahr eine kleine Flut guter Bands und Releases. Ehrlicherweise muss ich dazu nochmal einen eigenen Beitrag machen, da kam wirklich einiges zu kurz! (schnelle Aschebestreuung des Hauptes). Sowohl Restorations als auch The Smith Street Band waren mir vor 2014 kein Begriff und Mannomannomann, was ist mir da entgangen?! Zwei der Neuentdeckungen des Jahres für mich. „LP3“ von ersteren und „Throw Me In The River“ von letzteren, Volltreffer. Mehr dazu noch im Januar. Versprochen!
Auch aus der Münsteraner Musikschmiede und Anfang des Jahres auf meiner Bildfläche erschienen. PUP. Huiuiui. Die schlitzohrigen Kanadier geben Gas und musizieren, als würde es um ihr Leben gehen. Alles für den Punkrock. Weiter so!

Restorations – „Separate Songs“ Official from John Komar on Vimeo.

Ebenfalls von Null auf Endlos-Rotation in diesem Jahr – Matula. Indie-Punk mit großen Melodien und herrlichen deutschen Texten. Immer Faust aufs Auge. „Auf Allen Festen“ hat mich vor allem im ersten Halbjahr überall hin begleitet. Durch die Wohnung, beim Einkaufen, auf der Laufstrecke, im MVV-Moloch, am See. Immer. Wer Matula nicht kennt, dem entgehen Lebensweisheiten! Aus heimischen Gefilden enttäuschte auch das neue Album von Instrument nicht. Das so clevere wie  lässige „Read Books“ hat sich auch durchaus regelmäßig auf dem Plattenteller gedreht. Sehr gute Scheibe. Ebenso „Close To The Glass“ von The Notwist. Bei den Weilheimern sind die Erwartungen ja traditionell hoch, aber das 2014er Album gefiel mir wieder besonders gut.

Musikalisch eher an den entgegengesetzten Enden der Genre-Skalen aber beide auch ganz weit vorne auf meiner Lieblingsliste: The War On Drugs mit „Lost In The Dream“ (Ich hoffe ich hab die lieben Nachbarn mit meinen privaten Solo-Dancepartys zu „Red Eye“ und Co nicht in den Wahnsinn getrieben) und La Disputes Neuling „Rooms Of The House“. Hier möchte ich mich nebenan für das phasenweise manisch in Endlosschleife gespielte „Stay Happy There“ entschuldigen.
Courtney Barnett hat mit ihrer „A Sea Of Split Peas Double EP“ auch einen großen Wurf gelandet. Ich mag sie einfach, die liebenswürdig verschrobene Australierin und heimliche Schwester von Game Of Thrones Riot-Girl Arya Stark. Irgendwo zwischen Nirvana, den Beach Boys und reichlich Gras (lediglich eine vage Vermutung…) musiziert sie mal psychedelisch mal dylan-mäßig ihre schrägen Anekdoten daher. Die Scheibe entspannt und macht glücklich. Ohne Rauch, ohne Rezept! Und noch mehr Entdeckungen. Benjamin Booker. Alter! Der wills auch wissen. Schnell, rotzig, retro, guter Mann. Ebenfalls ein killermäßiges, selbstbetiteltes Debüt. Unbedingt anhören!
Gegen Ende des Jahres bin ich dann noch über The Hotelier gestolpert. Potzblitz! Wieder so ein Liebe auf den ersten Blick Ding. Emo lebt wieder auf. Und wie! Das punkig, rockig, krachige Melodiemonster „Home, Like No Place There Is“ läuft seit gut drei bis vier Wochen hier rauf und runter. Dazu wohl also auch an anderer Stelle nochmal mehr.

Um Himmels Willen, kein Ende in Sicht. Ich muss mich kürzer halten.
Wirklich gute Alben, die mir das letzte Jahr versüsst haben, gabs auch noch von Chef-Exzentriker Jack White, Bob Mould, Chuck RaganWe Were Promised Jetpacks, Pianos Become The TeethRoyal Blood, Me First And The Gimme GimmesDeath From Above 1979, Manchester Orchestra, Trail Of DeadBeck, ElbowAugustines und nach langer Pause auch wieder von Lagwagon.

Eine hervorragende EP des ausklingenden Jahres kam von Mogwai. Ehrlicherweise gefiel mir „Music Industry 3. Fitness Industry 1.“ fast besser, als das 2014er Album „Rave Tapes“. „Teenage Excorcist“ ist ein unfassbar guter Song. Ebenfalls ganz oben auf der EP Hitliste, RVIVR. Mit „Bicker And Breathe“ legte die Krawall-Kombo um Erica Freas (I love you a little bit!) dieses Jahr nach, und hat nicht enttäuscht. Und die Doppel-Single, die DŸSE liebevollst zusammengecrowdfundet haben, ist auch eine Nummer.

So richtig enttäuscht hat mich musikalisch dieses Jahr glaube ich ohnehin nichts. Aber schwer getan hab ich mich durchaus mal. Allen voran mit dem achten Album der Foo Fighters. Ich wollte es mögen, wirklich. Aber sie machens mir alles andere als leicht mit „Sonic Highways“. Ich werd einfach nicht richtig warm mit ihrer Musical Landscape of America. Vor allem der „God As My Witness“-Track rollt mir jedes Mal wieder die Zehennägel hoch. Davon erhol ich mich bis zum Ende der Platte nicht mehr. Dafür war die zugehörige BBC Serie durchaus sehenswert (wenn man mal von dem Untertitel-Massaker absieht) und hat Lust gemacht, sich mal wieder alte Recken wie Cheap Trick, Fugazi, Kyuss oder die Bad Brains in die Playlists zu packen.

Apropos, hier schonmal meine Best Of 2014 Playlist. (Geht nicht? Dann einfach kostenlos bei spotify anmelden.)

Auf den Bühnen

Auch einen Haufen starke Shows gabs letztes Jahr zu sehen. Meine Spitzenreiter kommen allesamt aus Deutschland. Hossa, was war da denn los?!
IMG_0948Mit DŸSE gabs den Paukenschlag schon Anfang des Jahres. Die zwei vogelwilden Rumpelsachsen hoben den klapprigen Backstage Club 2014 gleich zweimal aus den Angeln (Lobeshymne hier). Ich verneige mich immer noch demütig vor dieser formvollendeten Vorstellung, die seinesgleichen sucht. Ebenso die verehrten Turbostaat. Zum 15Jährigen gabs eine Jubiläumstour, bei der an zwei Abenden alle 5 Alben, alle 63 Songs, ohne Punkt und Komma nacheinander runtergespielt wurden. Was die Fünf aus dem hohen Norden da abgeliefert haben, war echt amtlichst, und dass Sänger Jans Stimme das alles mitgemacht hat und das praktisch ohne Texthänger (einer is keiner!), Respekt! Alle Hüte ab, auch wenns im eher ausrastblockierten München lange nicht so abging wie wohl in Dresden. Leider hab ich im grippeumnebelten Vorweihnachtslimbus keine Review geschafft. Dieses Konzertdoppel hätte es wirklich mehr als verdient. The Notwist sind die nächsten im Bunde. Ihre Show im Zirkus Krone war schon fast überirdisch gut. Ich bin zwischendurch in hynoseartige Zustände verfallen und habe vor lauter ehrfürchtiger Begeisterung vergessen Bier zu trinken. Das kommt wirklich nicht alle Tage vor. Das Quartett komplett macht, man mag es kaum glauben, Bosse. Jawoll, ich war bei Bosse, und ich fands den Hammer! Wohlgemerkt war es die Leise Landung Akustiktour in der hübschen Alten Kongresshalle. Musikalisch top, alles meisterlich mit Mini-Orchester arrangiert und auch an der Entertainerfront macht Herrn Bosse so schnell keiner was vor. Ein wirklich großer Abend. Auch Matula gabs dieses Jahr gleich mal live, im Sunny Red. Sehr feine Show in kleinstem Rahmen und willkommene Gelegenheit das Lieblingsalbum des Jahresanfangs in ganz laut zu feiern.

afNatürlich gabs auch von der internationalen Konkurrenz den ein oder anderen bemerkenswerten Auftritt, der hier Erwähnung finden soll. And You Will Know Us By The Trail Of Dead hab ich zwar nicht zum Ersten mal gesehen, aber wahrscheinlich nie besser. Im Ampere sprühte die Band vor Spielfreude und fetzte bestens gelaunt ihre Hitsammlung raus. Stark.
Einen echten Festivalbesuch gabs diesmal nicht, nur einen Kurzausflug zu den heiß erwarteten Shows von Against Me! und Quicksand bei Rock Im Park (länger will man dieser Zombieparade eigentlich auch gar nicht beiwohnen). Hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Open Air Show des Sommers lieferten Arcade Fire in der Jungen Garde Dresden. Ein Konzert wie eine Party, mit Kostümen, Konfetti und allem Schnickschnack. Ruhiger aber nicht weniger fesselnd gings bei The National im Zenith zu. Immer eine sichere Bank, die Shows von Matt Berninger und Co und gut zwei Stunden Balsam für die Seele.

Auf seine letzten Tage hab ich dann auch noch dem Atomic Café einen Besuch abgestattet. Anlass war die Show von Courtney Barnett. Super Sache, inklusive kleinem Fan-Girl Anfall am Ende.
Der Krawallbedarf wurde unter anderem von La Dispute (Strom), Iron Chic und RVIVR (beide Kafe Kult) gedeckt. Brutales Brett mit Kopfwackelnackenstarre von ersteren, Karacho-Pogo-Party im Papierschnipselregen bei letzteren beiden. Herrlich und herrlich.

Auf den großen und kleinen Leinwänden

ffmIm Film- und Serienjahr 2014 konnte man ebenfalls aus den Vollen schöpfen. Mit regulären Kinobesuchen und zwei Filmfesten hab ich es auf respektable 38 Kinobesuche gebracht. Die zahllosen Stunden in Sachen Filme und Serien auf der heimischen Couch will ich eigentlich gar nirgends ausgerechnet sehen.

Mein Platz Eins ist Interstellar. Alter Schwede, der Nolan kanns einfach. Dieses bildgewaltige Sci-Fi-Epos musste gleich zweimal auf der großen Leinwand sein. Auch der Score von Hans Zimmer ist erstklassig und war einer meiner November/ Dezember Soundtracks. Absolut nicht zu vergleichen aber ein weiterer surrealer Film-Ausflug vom Feinsten war Wes Andersons The Grand Budapest Hotel. Diese charmant überdrehten Märchenwelten erschafft keiner besser als er. Auch HER von Spike Jones war ziemlich fabelhaft. Allein schon wegen der ultra-stylishen Ausstattung und Scarlett Johanssons verboten heißer Stimme. Ansonsten hat mich in diesem Jahr schwerpunktmäßig Indie-Kino beeindruckt. Filmfest München und Fantasy Filmfest sei Dank. Absolut wunderbar war der isländische Metalhead. Ein wahres Schmuckstück. Berührend, witzig, wunderschön. Sehenswert auch I Origins, ein leicht hipsteriges Mystery-Drama meets Love Story mit tollen Bildern und toller Musik, u.a. von Radiohead. (Achtung Mädels, es besteht eine reale Gefahr, dass sich eure Männer in die Hauptdarstellerin verlieben. Astrid Bergès-Frisbey ist wirklich nicht von dieser Welt.).

Überraschungshit extraordinaire war für mich das Super-Low-Budget Kammerspiel Coherence. Am Besten überhaupt nicht informieren, einfach anschauen, und große Augen machen. Super! Drive meets Coen Brüder mit „Dexter“ Michael C. Hall, Sam Neill und Don Johnson (!) gabs in Form des Southern Noir Thrillers Cold In July. Sehr cool. Genauso wie What We Do In The Shadows, eine neuseeländische Mockumentary der Flight Of The Concords Macher über eine Vampir-WG in Wellington. Völlig absurd und unglaublich witzig. Ein ganz besonderes Stück Kino kam aus Frankreich. La Vie d’Adèle (zu deutsch: Blau ist eine warme Farbe) porträtiert so subtil wie intensiv eine lesbische Liebe und ist losgelöst von der Konstellation Frau und Frau eine universelle Geschichte dafür, dass diese Liebe etwas Schönes und etwas Schreckliches ist. Fantastisch gespielt von Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos. Außergewöhnlich gut war auch Zwei Tage, Eine Nacht von den Dardenne Brüdern. Ein ganz leiser und trotzdem unglaublich starker Film, mit einer Marion Cotillard in ihrer wahrscheinlich beeindruckendsten Rolle – Oscar für „La Vie En Rose“ hin oder her.
Die beste Banddoku des Jahres, die keine ist, kam von Tom Berninger, dem Bruder des The National Frontmanns. Er begleitete die Band fast ein Jahr auf Tour und das Ergebnis, Mistaken For Strangers, ist so unerwartet wie großartig.

Leichtes Kopfschütteln dagegen bei Nymphomaniac. Ich mag eigentlich Lars von Triers Filme, vor allem die neueren. Aber das hier hat mich trotz der heißen Thematik eher kalt gelassen. Etwas verstört hat mich auch Under The Skin. Die Story um ein menschengleiches Alien auf Männerjagd ist durchaus seltsam umgesetzt und mir wahrscheinlich eine Spur zu arty geraten (Die Scarlett ist natürlich Killer, in jeglicher Hinsicht!). Im positiven Sinne verstört hat mich Wrong Cops von Justin Dupieux. Was soll man dazu sagen? Besser gar nichts. Schaut euch den filmgewordenen Wahnsinn von Mr. Oizo mitsamt seines Gaga-Soundtracks einfach an. Mit viel Bier. Und Freunden. Die auch viel Bier trinken müssen. Nur so verkraftet man die Drogen-Ratten oder den Besuch beim nudelessenden Musikmogul. Ohne Worte.

Auch auf dem kleinen Bildschirm war auch 2014 keine Verschnaufpause erlaubt. Neben den üblichen verdächtigen Serien Game Of Thrones, The Walking Dead und American Horror Story, hab ich mir auch mal ältere Formate vorgeknöpft, die bisher zu kurz gekommen sind. Herausragend, The Newsroom. Mit Dumm und Dümmer Spacko Jeff Daniels als hyperintelligentem aber emotional verkrüppeltem Hardcore Anchorman eines US Nachrichtensenders. Dazu Jane Fonda als abgebrühter Medienmogul und Slumdog Millionaire Dev Patel als smarter Online-Freak mit wilden Bigfoot-Theorien. Der Oberknaller ist auch Olivia Munn als pfurztrockene, nerdige Wirtschaftsexpertin. Clever, schnell, süchtigmachend. Leider gibts nur 3 Staffeln.
Die neue 24 Staffel war zugegeben etwas seltsam (Hats das wirklich noch gebraucht, Jack Bauer?). Dafür war die 4. Staffel Homeland ziemlich stark. Peter Quinn for the win! Über True Detective muss an der Stelle wohl nicht mehr viel gesagt werden. Besser gehts fast nicht. Und dazu ein richtig guter Soundtrack.
Fargo zählt zweifellos zu einer der besten Serien des Jahres. Martin „der Hobbit“ Freeman und Billy Bob Thornton spielen sich gegenseitig an die Wand und wir sind um ein Reizwort reicher… Aufzugszene. Ich freu mich auf Staffel 2.
Zwei weitere Highlights kamen aus UK. In The Honourable Woman gerät Maggie Gyllenhaal als englische Unternehmerin mit jüdischen Wurzeln zwischen die Fronten des Nahost-Konflikts. Ich kenne praktisch kein Format mit so vielen starken Frauenrollen. Bis in die kleinste Nebenrolle sind hier Hochkaräterinnen am Werk. Und Stephen Rea bietet ihnen mit einer ebenfalls formidablen Vorstellung die Stirn. Und wenn man denkt, man hat genug Serien gesehen und ist durchaus eine harte Brezn, dann kommt Broadchurch. Die klassische Kriminalgeschichte um den Tod eines elfjährigen Jungen in einem englischen Küstenstädtchen ist so schrecklich wie großartig. Top geschrieben, besetzt ( „Dr. Who“ David Tennant ist unglaublich!) und bebildert. Und selbst wenn man irgendwann eine Ahnung hat, in welchen Abgrund das alles führt, am Ende ist man doch nicht vorbereitet. Den Rest gibt einem der traurig-schöne Piano-Score von Ólafur Arnalds. Man hat mich selten so aufgelöst vor dem Fernseher gesehen.

Auf der Vorfreude-Skala 2015 weit oben

Filmtechnisch freue ich mich riesig auf Birdman, den neuen Iñárritu (21 Gramms, Babel) mit Ex-Batman Michael Keaton und Edward Norton und auf Clint Eastwoods American Sniper. Höhere GewaltWild, Terrence Malicks Knight Of Cups und der vielfach ausgezeichnete Whiplash stehen genauso weit oben auf der Liste wie Alex „The Beach“ Garlands Ex Machina und Gus van Sants Sea Of Trees. Dazu bin ich sauber gespannt auf Mad Max – Fury Road. Die Trailer sind schonmal absolut irre und die Kombi Tom Hardy und Charlize Theron ist jetzt so verkehrt auch nicht. Dank meiner neu entdeckten Faszination für flashige Marvel-Verfilmungen, deren Budgets wahrscheinlich dem BIP mehrerer Kleinstaaten entsprechen, freue ich mich auch auf den neuen Avengers – Age Of Ultron und auf Paul Rudd als Ant-Man. Großes Popcorn bitte! Der gleich auf beiden Fimfesten verpasste It Follows ist auch schon vorgemerkt, genauso wie der neue James Bond. Ein absolutes Zuckerl des Kinojahres dürfte dann noch der neue Brenner-Film mit Josef Hader werden – der Trailer für Das ewige Leben verspricht jedenfalls wieder Großes! Ein neuer Tarantino kommt wohl auch und ich muss endlich, endlich den chronisch verpassten Boyhood schauen.

Von der Couch aus fiebere ich erstmal der alljährlichen Award Season entgegen (Golden Globes und Oscars stehen vor der Tür) und dann den nächsten Staffeln House Of Cards und Game Of Thrones. Dazu den jeweils 2. Staffeln von Les Revenants, Broadchurch, The Fall und True Detective. Das Breaking Bad Spin Off Better Call Saul kommt ebenfalls noch dieses Jahr und auch an den Fronten Peaky BlindersPenny Dreadful und Treme hab ich noch was zu tun. Ich seh schon…das wird Arbeit.
Zum zwischenzeitlichen Reset werde ich mir dann sämtliche Staffeln Friends nochmal reinziehen. Phoebe Buffay, ich bin bereit für üble Ohrwürmer deiner unerreichten Klassiker.

plattenladenIch freue mich wie ein kleines Kind auf Ryan Adams in Stockholm. Ich hab so schlimmen Entzug, dass ich mir seine Show beim iTunes Festival dreimal angeschaut habe. Auweh…. Dazu zeichnet der Mann gerade einen Comic und macht auch gleich noch einen Soundtrack dazu. Sicher gibts 2015 auch 15-35 neue Singles, EPs und verschollene Alben. Immer her damit! Echt auch Zeit, dass der Turner Frank wieder kommt. Er hat mir schon ein bisschen gefehlt. Die Vorfreude auf seine Show ist groß, und die aufs neue Album und auch ein bisschen die auf sein Buch. Ja, unter die Schreiberlinge ist er jetzt auch offiziell gegangen. Geschichten aus den miefigen Tourbussen und grindigen Backstageräumen dieser Welt gibts demnächst zu lesen. Ich hab mich noch gar nicht wirklich mit den kommenden Releases beschäftigt. Aber es gibt wohl u.a. Neues von Laura Marling, Björk, Modest Mouse und Paper Arms. Auch mein Herzbube Heinz Heinzer Strunk beglückt uns dieses Jahr mit einem neuen Album und einer Tour. Burschi, wie ich mich freue!
Refused machen wieder von sich reden, spielen Festivals und arbeiten wohl ernsthaft an einem neuen Album. Oha! Und auch Thrice haben sich reaktviert! Für die USA könnte das eine Tour bedeuten. Vielleicht kommen sie auch zu uns? Ein kleiner Traum wäre dann gleich eine Co-Headliner Tour mit Manchester Orchestra.
Was gibts sonst noch?  AC/DC im Olympiastadion – Hell yeah! Sehr schön dürfte auch Jose Gonzales werden, und einmal mehr The Notwist, Chuck Ragan und Alt-J sowieso. Deichkind muss auch wiedermal sein und die Black Keys.  Ob Muse nur eine große Klappe hatten, oder das kommende Album wieder rockmäßig abgehen wird wie die Luzi, bleibt abzuwarten. Ich wünsche es mir sehr. Hoffentlich kann ich mich auf dem diesjährigen NOS Alive Festival in Lissabon live davon überzeugen. Die Foo Fighters würd ich mir als treuer Fan natürlich auch in schwierigen Zeiten saugern anschauen. Im Zweifel gibts wieder einen lustigen Tages-Ausflug zum fränkischen Fest der Lebenden Toten (aka Rock im Park). Und beim Schockersong geh ich Bierholen.

Es gab viel Gutes in 2014 und es wird viel Gutes in 2015 geben. Zumindest was die Unterhaltung angeht. Wenns doch nur in der Tagesschau dieses Jahr auch so wäre. Was die Nachrichten im In- und Ausland angeht, halte ich es also mit Ryan Adams und bitte inständig, Gimme Something Good!

Danke für die Aufmerksamkeit Herrschaften.

 

Fotos: themusicminutes (alles Kerstins Bilder)