Viel wurde im Vorfeld diskutiert, orakelt und geschimpft über das deutsche Festivaljahr 2015. Besonders das neue Triple aus Rockavaria, Rock im Revier und Rock in Vienna bekam schon seit Monaten ordentlich sein Fett weg. Von Freitag bis Sonntag war es für München und Gelsenkirchen soweit. Nachdem die SZ ja wohl wegen ihrer kritischen Vorberichterstattung kurzerhand vom Geschehen ausgeladen wurde, dachte ich mir, irgendwer muss sich das ja am Ende schon anschauen. Also hab ich mich da in investigativer Mission den Großteil des Wochenendes rumgetrieben.

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So ein Stadtfestival, das hat seinen Reiz, gerade für die etwas reifere Musikgemeinde über 30 – aber eben auch seine Nachteile. Vor allem in seiner ersten Ausgabe. Mehr oder weniger qualifiziertes Feedback gabs ja an vielen Stellen schon reichlich, deswegen spar ich mir hier die Wiederholungen zu unbestritten spürbaren Schwächen und der ein oder anderen schon ein bisschen abenteuerlichen Fehlplanung. Natürlich hat man als Münchner Heimvorteil, das muss an der Stelle gesagt sein. Aber am Ende solls jetzt um die Musik gehen und da zählt eben das individuelle Erlebnis. Das war bei mir, ich gebe es zu, besser als meine anfänglichen Erwartungen. Es folgt ein 3-Tages-Erfahrungsbericht.

Tag 1 – Kuttenkunst und keine Drohnen.

Am Freitag wurde gemütlich auf 19:00 Uhr rausgeradelt in den Olympiapark und das Festival im Stadion gestartet. Erstmal gabs eine gehörige Portion zurück in die 90er mit Incubus. Nummern wie „Pardon Me“, „Megalomaniac“ oder „Drive“ gehen halt schon immer noch. Leider war das Stadion zu dem Zeitpunkt noch nicht annähernd gut gefüllt. Brandon Boyd – der, es soll hier angemerkt werden, immer noch fabelhaft aussieht – wunderte sich zu recht über die schon etwas auffällige Leere. Es hatte wirklich mehr von der ersten oder zweiten Band am Nachmittag als vom Headliner-Support-Slot.

Aber gut, man muss mit dem arbeiten, was man hat. Und das taten Muse danach auf eindrucksvolle Art und Weise. Ich bin ihnen nach wie vor ein bisschen beleidigt, was sie da zuletzt so musikalisch fabrizieren, aber ändern kann ich es ohnehin nicht, und auch für den Fan gilt schließlich, er muss mit dem arbeiten, was er bekommt – oder es eben sein lassen. Gut, dass wir uns in dem Fall für Ersteres entschieden haben, denn live ist das Trio nach wie vor voll auf der Höhe.
IMG_1407Das war von vorne bis hinten ein fettes Set, der Sound war astrein und wenigstens hatte man in der Arena den nötigen Platz, um hier und da gepflegt mit verrückten Ungarn abzugehen oder liebevoll Kunstwerke aus Lederkutten zu arrangieren. Die Setlist gab auch keinen Anlass zur Beschwerde – „Stockholm Syndrome“, „Hysteria“, „Knights Of Cydonia“ und sogar „Newborn“ wurden gespielt. Als wollte er den Leuten die Entscheidung erleichtern, wann sie denn ihren Klobesuch antreten (das dauert bekanntermaßen leider verdammt lang, wenn man in der Arena steht, von den Leuten, die es in die Wellenbrecher geschafft hatten, ganz zu schweigen), rief Matthew Bellamy vor den entsprechenden Songs immer ein knappes „Album Two Song!“ in die Menge. Von den neueren Sachen fiel bei mir rückblickend nur der Opener „Psycho“ („Your ass belongs to me nowowowowwwww“, grusel…) vom kommenden Album „Drones“ negativ auf und das unsägliche „Magic“ jagt mir auch jedesmal wieder einen Schauer über den Rücken, und zwar keinen wohligen. Sogar das neue, etwas cheesige „Dead Inside“ war live gar nicht so verkehrt. Radio Gaga lässt grüßen. Alles in allem eine extrem starke Show und die Erkenntnis: Muse gehen live immer und immer wieder! Auch wenn ich vergeblich auf Drohnen gewartet habe, die Bier abwerfen. Tja, man kann nicht alles haben. Wenn man etwas bemängeln darf, dann, dass die Spielzeit für einen Festival-Headliner mit exakt eineinhalb Stunden schon etwas knapp war, und somit ein Überhit wie „Plug In Baby“ wegfiel. Eigentlich undenkbar.

Da es scheinbar am Samstag bei Kiss zeitlich ähnlich aussah, liegt der Verdacht nahe, dass man kurzfristig eventuell noch nach einer Einsparmöglichkeit gesucht hat, und die Sets dieser beiden Hauptacts jeweils um eine halbe Stunde verkürzt hat. Falls da was dran sein sollte, ist es natürlich nicht die feine Art. Metallica durften am Sonntag zum Finale über zwei Stunden ran. Hätte man bei denen die Spieldauer beschnitten, hätte es ziemlich sicher Mord und Totschlag gegeben. Aber dazu später mehr.

 

Tag 2 – Am Theatron. Ende Gelände.

Nach einem entspannten Einstandsabend gings am Samstag dann per Bahn raus – auch das erstaunlich easy – mit dem fixen Plan, den Tag am Theatron durchzumachen. Hier wurde es dann schon etwas skurril. Ein Festival, das pro Tag eigentlich mehr als 50.000 Tickets verkaufen kann/will, schafft ein Setup, bei dem in eine von drei Areas nur gut 1500 Leute reingelassen werden dürfen? Wir hatten Glück und kamen mit gut 20 Minuten anstehen beim Bandwechsel pünktlich zu La Dispute rein. Und das ist auch schon der Punkt: Wir hatten wirklich Glück! Das ganze Prozedere war etwas undurchsichtig und es war schwer abzuschätzen und noch schwerer zu kommunizieren, wann jeweils wieder mit Einlass zu rechnen wäre.

Von Ignite bis Mad Caddies war der Laden weitestgehend dicht. Ende Gelände. Da mussten sich dann viele überlegen, ob sie auf gut Glück und am Ende vergeblich eine Stunde anstehen, oder lieber gleich was anderes schauen. Genauso waren natürlich die betroffen, die sich den ganzen Tag nicht mehr rausgetraut haben, weil „Man weiß ja nie“. So ein krasses Kapazitätengefälle bei drei Bühnen ist schon echt ungünstig.

Noch schwieriger war aber die Versorgungsinfrastruktur. Es gab im gesamten Theatron keinen Essens- oder Getränkestand. Aber nicht etwa, weil es nicht genehmigt worden wäre oder der Platz auf den weitläufigen Wiesen gefehlt hätte. Nein, man hatte es wohl schlichtweg vergessen. Bitte?!? Stattdessen gab es emsige Bierverkäufer mit Bauchladen, die sich durch das Amphitheater quälen mussten. Klar haben sich die ihren Lohn mehr als verdient, aber deshalb für den Gast das Bier pro Becher nochmals 50 Cent teurer zu machen – Leute, im Ernst? Als wären 4,50 Euro nicht genug, durfte man im Theatron den ganzen Tag immer 5 Euro pro Halbe hinlatzen. Rausgehen zu den Bars in der Umgebung war schließlich keine Option. Radler wäre übrigens auch eine feine Geschichte gewesen, aber ich wills nicht übertreiben, immerhin gabs ab Tag 2 im Gegensatz zum Freitag wenigstens Wasser. Schon ratsam bei praller Sonne. (Ich möchte die Leute, die am Freitag nach der letzten Band da rausgegangen sind, ohne was zu Essen und mit ausschließlich Bier in der Birne, wirklich nicht gesehen haben…).

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Aber zum Wesentlichen. Die Sonne gab alles, die Leute, die es reingeschafft hatten, waren bester Laune, und das Line-up war eine ziemliche Schau. La Dispute, Ignite, Mad Caddies, Anti-Flag, Sick Of It All. Boom!
La Dispute sind einfach eine Wahnsinnsband und hatten dazu noch einen brutal guten Tag. Ihr Set war makellos, hatte um 16 Uhr nachmittags schon Druck für die Primetime und machte sich in dem surrealen Setting erstaunlich gut. Ich finde diese Band absolut großartig und kann mich auch live nicht satthören. In ihrer Modernität fielen sie im Line-up fast ein bisschen aus dem Rahmen. Ihr Sound war definitiv der innovativste an diesem Tag und ich wage zu behaupten, dass da ein paar Leutchen angefixt wurden, die erstmal nicht wussten, was das jetzt soll. Viel vom aktuellen Album „Rooms Of The House“ wurde gespielt, „For Mayor In Splitsville“, „Stay Happy There“ und sogar das groovig langsame „Woman (In Mirror)“.

Zu Beginn also gleich mal aufs fresheste die Ohren durchpustet und das Haar geschüttelt. Im Sitzen wohlgemerkt. Denn Auflage im Theatron ist bei allen Darbietungen: „Sitzen bleiben!“. So verkündeten es dann auch zahlreiche Schilder am Eingang zum Gelände. Natürlich lachte man sich auf Facebook und Co. bereits im Vorfeld darüber schlapp und auch ich konnte mir nicht so ganz vorstellen, wie das vor Ort laufen sollte – es war ja schließlich keine Indie-Akustik-Bühne, sondern die volle Breitseite.

IMG_1437Bei Ignite sollten wir dann erfahren, wie das Laufen würde. Auf den eineinhalb Metern zwischen Bühnenabsperrung und erster Steinstufe brachen schon beim ersten Song alle Dämme. Es wurde gemosht, gepogt und aufs abenteuerlichste gecrowdsurft, was das winzige Fleckchen ebene Erde hergab. Ein absolut irrwitziger Anblick. Mindestens so skurril waren die Ordner, die mit so einer Situation anscheinend nicht gerechnet hatten – ja, warum auch, bei den Bands? – und erstmal wüst, aktionistisch Plan B ersonnen haben. Volle Phalanx hinter’m Barrier. Aber vorher noch die Lederhandschuhe anziehen. Nur dumm, dass einfach kein Platz war, zwischen Boxen und Barrier, wo Gequetschte oder eifrig Herbeigetragene hätten hingefischt werden können. Musste halt Ignite-Frontmann Zoli ansagen, wie der Hase läuft und prompt wurden ein paar Boxen verschoben und das Ganze war halbwegs tragbar. Aber wie das von fünf Stufen weiter oben aussah, war schon völlig schräg. Hatte was von Gladiatoren in der Arena. Ach ja, und gesessen ist zu dem Zeitpunkt vielleicht noch die Hälfte. Soviel dazu. Ich hab mir bei aller Freude über diesen abgefahrenen Spaß dann aber doch den ein oder anderen Gedanken gemacht, wo das hinführt, wenn die Sonne noch zwei Stunden weiter auf die Schädel donnert und dann auch mal bei vielen sechs bis zehn Bier drinnen sind…

Die willkommene Verschnaufpause für alle Beteiligten gabs dann aber direkt mit den Mad Caddies. Irgendwie auch geil, die zwischen Ignite und Anti-Flag zu packen, aber hat super funktioniert, gerade weils ein bisschen Druck rausgenommen hat. Der Posaunist hatte wohl seinen Instagram-Account als Hemd an und in was der Trompeter da gewandet war? Ich weiß es nicht. Ein Westernhemd? Und wie heißen diese Schmuckschnüre, die man da um den Kragen trägt? Keine Ahnung, aber sowas hatte der um! Egal. Musikalisch war das jetzt natürlich nicht die Neuerfindung des Rades, will es und muss es aber auch gar nicht sein. Es war genau richtig, so wie es war, und wunderbar anzuschauen, wie sogar die wilden Nahkampfkerle von gerade eben ihre volltätowierten Leiber genüsslich zum relaxten Ska-Beat shaken. Eine runde Good Vibes für alle.

IMG_1426Bei Anti-Flag gings dann wieder rund. Starke Nummer auch. Das neue Album „American Spring“ ist wirklich sehr gut geraten, macht richtig Spaß, und war auch live eine echte Wucht. Dazu wissen die Herren, wie man Leute anheizt, und haben auch noch was zu erzählen. Ich nehm das manch einem immer nicht ganz ab, aber aus den Mündern von Justin Sane und Co. klingt das nicht nach leeren Parolen und irgendwie nie platt. Sie sind politisch engagiert und bringen das mit Musik und Attitüde so gut rüber, dass der Funke überspringen muss. Und wenn man dann zum letzten Song das Schlagzeug im Moshpit aufbaut, ist das auch eine Ansage. Bei allem Gewicht, ist so ein Set aber natürlich nicht ansatzweise spaßbefreit. Soviele Ohohoooooos hab ich lange nicht mehr rausgeplärrt. Meiner Stimme gings am Sonntag nicht so gut. Rabenmodus. Randnotiz: Gestanden ist da übrigens keiner mehr. Aber die Besorgnis ob der Gesamtsituation nahm da bei mir auch schon rapide ab. Erstens war das Publikum wirklich halbwegs besonnen und zweitens sorgt man sich nach vier Bier halt generell weniger.
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Den Abschluss machten die New Yorker Hardcore-Punk-Koryphäen Sick Of It All. Musikalisch fett und auf der Bühne unterwegs wie die Derwische, ging das eine gute Stunde ab wie Lumpi. Dass das Lou Kollers Beinchen mitmachen? Von seinen Hosen müsste ich mir zwei zusammennähen! Und der Gitarrist wäre wahrscheinlich auch ein gern gesehener Gast am Muscle-Beach. Geile Typen, auch mit Anfang 50. Respekt!

Damit war Tag 2 dann auch rum. Sieben Stunden Amphitheater im Ausnahmezustand waren geschafft. Klappe zu, Affe tot. Puh.

 

Tag 3 – Tyrion, Vladimir, Lars und wir.

Den Endspurt gabs am Sonntagabend mit Faith No More. Wie lang ist das bitte her, seit ich die gesehen habe? Ewig und noch länger. Wir werden auf unseren Plätzen auf der Haupttribüne von dem mit Abstand stylishsten Bühnen-Setup des Wochenendes empfangen: Backdrop aus weißem Satin, komplett weiße Backline, ein Meer aus Blumen. Diese Bühne wäre ohne Witz Mariah Careys wahr gewordener Garderobentraum. Das war aber noch nicht verschärft genug, also hatte die Band für diesen Abend die schwarzen Anzüge im Schrank gelassen und nahm in weiß-flatternden Rainer-Langhans-Gedächtnis-Outfits ihre Plätze zwischen der opulenten Deko ein, zu den Klängen vom Rosarothen Panther. Was für ein herrlich ironisches Augenzwinkern zwischen Kreator und Metallica. Kam nicht bei allen gut an.
IMG_1435Der Slot hatte es natürlich in sich, und der ein oder andere Metaller lief nach zweieinhalb langen Tagen, Unmengen an Bier und unkontrollierter Testosteronsausschüttung ob der nahenden Metallica-Show schon im Ork-Modus. Da isses mit der Feinsinnigkeit und dem Gespür für Ironie halt nimmer ganz so weit her. Wers verstand, fands grandios und so gab es genug Leute, die das Quintett würdigst abgefeiert haben. Schließlich war die Arena zu dem Zeitpunkt schon deutlich voller als noch am Freitag beim Headliner Muse.

Auch diesmal, Sound: Sogar unterm Dach sehr gut. Set: Hits, Hits, Hits (eigentlich alles Wichtige außer „We Care A Lot“), Nummern von der neuen Platte „Sol Invictus“ und Mike Patton zu allerlei Schelmereien aufgelegt. Der quatscht einen nieder, wenn’s sein muss. Auch mal die Caipirinha-Verkäuferin, von der Bühne aus, auf Spanisch. Auf auswendig gelernte Schleimansagen pfeift er, aber ein leicht irres „meine bayerische Dame und Herre“ darfs dann schon mal sein. Haha, einfach ein saucooler Hund. Ganz großes Kino dieser Auftritt. Bleibt zu hoffen, dass der Trupp dieses Jahr nochmal hallenmäßig vorbeischaut. Ein hoher Feiertag wäre das!

Nach einer knappen Stunde Umbaupause kam das grande Finale mit Metallica. Ich hab mit der Band ja nicht wirklich was am Hut, noch nie gehabt, und bin auf Festivals auch schonmal nach 20 Minuten gegangen, aber irgendwie liefs am Sonntag und so bin ich halt mal geblieben um zu schauen, was das wird. Ich war ein bisschen besorgt, dass ich zwischen den ganzen Kutten-Ultras unangenehm auffalle, wenn ich nicht schon bei den ersten Klänge vom Sitz springe und frenetisch ausraste – aber: die Sorge war unbegründet.

Bei den meisten forderte Tag 3 inzwischen seinen Tribut und so fläzten die ganzen harten Männer fast dankbar in ihren grünen Schalensitzen, süffelten Bier und knusperten an ihrer Bratwurst, während als Intro Clint Eastwood in „The Good, The Bad And The Ugly“ zwischen Grabsteinen herumballerte. Alles zum Sound von Metallicas „Ecstasy Of Gold“. Nicht schlecht, aber das AC/CD-Intro war besser.

IMG_1460Wo Faith No More Blumen als Deko hatten, hatten Metallica Menschen. Hinter der Band, vorm gigantischen LED-Backdrop, standen sauber aufgereiht auf Stufenpodesten an die 100 Menschen, die sich wohl durch irgendwas würdig erwiesen haben, ebenda zu stehen. Und die standen da die ganze Show! Hatte was von griechischer Tragödie oder Metal Carmina Burana. Nur gesungen, das haben sie nicht. Gespielt wurde dann satte 2 Stunden 20 Minuten von James Hetfield und Konsorten. Mit den Hits (abgesehen von den offensichtlichen) kenn ich mich jetzt nicht so aus, aber vom Gefühl her hats schon gepasst. Das kettenrauchende, spanische Pärchen vor uns war in jedem Fall höchst zufrieden, genau wie die netten, kiffenden Riesen rechts neben uns.

Was gibts noch zu sagen? Auch wenn man kein Fan ist, in dem Fall kann man sich gegen die Wucht, die so ein Massen-Spektakel entfaltet wirklich nur schlecht wehren. Das war schon eine verdammt fette Show und es ist einfach ein Erlebnis, wenn da unter einem eine proppevolle Arena ausrastet. Sonstige Erkenntnis? Zwei Vans für vier Musiker hättens ja wohl auch getan und die leicht affige Devotionalien-Schenkorgie am Ende hätte man sich auch sparen können (Kirk Hammet verteilt endlos Plastikbecher voller Plektren in der Front Row und der spackige Lars Ulrich jubelt gefühlte zehn Minuten seine Drum-Stick-Vorräte unters Volk). Naja, seis drum. Das Bemerkenswerteste an diesem Konzert bleiben so oder so unsere Sitznachbarn links. Tyrion Lannister und Vladimir Putin. Kein Scheiß. (Okay noch ein Bier mehr, und sie wärens echt gewesen…).

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Fazit nach 3 Tagen? Ich drücke dem Festival jetzt nicht das Tiptop-Gütesiegel auf, und an der Tatsache, dass man an der ein oder anderen Stelle schon ein bissl für blöd verkauft wurde, führt kein Weg vorbei. Die Ticketpolitik, bei der am Ende derjenige der Depp war, der für drei Tage zu Beginn den vollen Preis gezahlt hat, eine umplatzierte Stadion-Bühne und die entsprechend veränderte Sitzplatzsituation, die Infrastruktur am Theatron, keine Toiletten im Stadion in Bühnennähe für die, die da stundenlang ganz vorne drin waren, die offensichtlich verkürzten Spielzeiten zweier Headliner, keine wirklichen Angebote und Koops, was Übernachtungsmöglichkeiten in einer Hochpreis-Stadt wie München angeht, und noch nicht mal eine im Ticket inkludierte MVV-Nutzung – das sind einige Schnitzer, die hoffentlich nur bei einer Premiere passieren.
Aber ich für meinen Teil hatte drei wirklich gute Tage im Olympiapark, konnte alle Bands sehen, die ich mir vorgenommen hatte und kann persönlich von keinen großen Katastrophen vor Ort berichten.

Heute wurde bereits mit wehenden Fahnen eine Fortsetzung in 2016 verkündet. Warum nicht, ein Festival in München hat ja schon was, und wenn dann noch ein paar interessante Bands im Programm sind, treib ich mich da vielleicht auch im nächsten Jahr wieder rum. Aber bitte bis dahin das qualifizierte Feedback der Besucher ernst nehmen und durchaus auch nachbessern.

Zum Schluss sage ich Danke an die vielen tollen Bands und Besucher und an alle, die das Wochenende musikalisch zu einem wirklich ausgesprochen guten gemacht haben. Merci und Habe die Ehre!

 

Fotos: Panoramabild Olympiapark via www.facebook.com/rockavaria, alle anderen themusicminutes (Kerstin)