Back In The Game! Ganz weg war er zwar nie, doch diesen Sommer meldet sich Dr. Dre endlich mit neuem Material zurück. „Compton A Soundtrack by Dr. Dre“ ist das angeblich letzte Album der Hip-Hop-Legende. Passend zum Release kommt am 27. August der Film „Straight Outta Compton“ in die deutschen Kinos. In dem Spielfilm schildert Regisseur F. Gary Gray den Werdegang von Dr. Dre und seiner Hip-Hop-Crew N.W.A.

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Seit 16 Jahren warten Fans auf ein neues Studioalbum von Dr. Dre. Diesen Sommer ist es so weit: Am 7. August erscheint „Compton A Soundtrack by Dr. Dre“.  Der 50-Jährige gehört zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Hip-Hop-Produzenten und förderte u.a. die Karrieren von Snoop Dogg, Eminem, 50 Cent und Tupac. Zudem prägte Dr. Dre den entspannten West-Coast-Sound.

Nach ersten Erfolgen mit der Band N.W.A., zu der u.a. auch Ice Cube und der an AIDS verstorbene Eazy-E gehörten, veröffentlichte Dr. Dre, bürgerlich André Young, 1992 sein Solo-Debüt „The Chronic“. Das Album wurde zu einem Bestseller. Der Nachfolger, „2001“, erschien 1999. Danach gab es immer wieder Gerüchte um ein neues Album von Dr. Dre. 2010 erschien die Single „Kush“. Das dazugehörige Album, „Detox“, blieb jedoch ein leeres Versprechen.

Hochkarätige Feature-Gäste

Diesen Sommer meldet sich Dr. Dre, der in jüngster Zeit weniger mit seiner Musik, als mit seiner Premium-Kopfhörer-Marke Beats Electronics und seinem Musik-Service Beats Music von sich reden machte, mit neuem Material zurück. Den Release seines neuen Albums „Compton A Soundtrack by Dr. Dre“ kündigte er in seiner eigenen Radioshow bei Beats1 an. Außerdem stellte Dr. Dre gleichzeitig klar, dass es sein letztes Album sein würde. „Alle meine Freunde sind gekommen. Es ist mein großes Finale.“

Für die 15 Tracks holte sich Dr. Dre zahlreiche Rapper ins Studio, darunter langjährige Weggefährten wie Snoop Dogg und Ice Cube, Xzibit, Eminem sowie sein Protegé, Rap-Shootingstar Kendrick Lamar.

Inspiriert wurde das neue Dre-Album vom Kinofilm „Straight Outta Compton“. Der Spielfilm zeichnet den Werdegang der Hip-Hop-Formation N.W.A. nach. „Nachdem ich die ersten Filmaufnahmen gesehen habe, bin ich direkt vom Set ins Studio gegangen und war einfach inspiriert“, so Dr. Dre.

Der Film erzählt die Geschichte der stilprägenden Hip-Hop-Formation Niggaz Wit Attitudes, kurz N.W.A., die den Grundstein für die Karrieren heutiger Rapstars wie Snoop Dogg oder Kendrick Lamar legten. Regisseur F. Gary Gray schildert den Alltag von fünf jungen Männern, die in den Achtzigern in Compton, einem von Gang-Kriminalität geprägten Stadtteil von Los Angeles, aufwuchsen.

Die Nachwuchstalente verarbeiteten ihre Erfahrungen mit Rassismus und Polizeigewalt in radikal ehrlichen Texten und avancierten mit ihrem Album „Straight Outta Compton“ (1988) erst zu einem bundesweiten Phänomen, das schließlich über die Grenzen der USA hinaus für Furore sorgte. N.W.A. wurden zu „World’s Most Dangerous Group“, insbesondere der Track „Fuck The Police“ sorgte für Zündstoff.

Produziert wurde der zweistündige Film „Straight Outta Compton“ u.a. von Dr.Dre und Ice Cube. In den Hauptrollen sind Corey Hawkins als Dr. Dre, Jason Mitchell als Eazy-E sowie Ice Cubes Sohn O’Shea Jackson Jr. als sein Vater zu sehen. „Straight Outta Compton“ startet in Deutschland am 27. August im Verleih von Universal Pictures International Germany.

Compton im Kino

Ein cineastisches Meisterwerk ist „Straight Outta Compton“ allerdings nicht. Das Drehbuch wird der an sich spannenden Story um Aufstieg und Auflösung einer der wichtigsten Hip-Hop-Bands nicht gerecht. Zentrale Figuren tauchen teilweise aus dem Nichts auf, Frauen werden auf die im Hip-Hop üblichen Stereotypen reduziert. Und die flachen Witze machen die Handlung garantiert nicht besser.

Wichtige Ereignisse wie der Tod von Rodney King, der 1991 von weißen Polizisten niedergeschlagen wurde, wirken – obwohl natürlich gesellschaftspolitisch relevant – videoclipartig in den Film eingestreut. Kein Wunder: F. Gary Gray wurde während der Neunziger mit Videoclips für Outkast, TLC und Cypress Hill bekannt, seine frühen sozialkritischen Filme wie „Friday“ und „Set It Off“ kratzten ebenfalls lediglich an der Oberfläche. „Straight Outta Compton“ verliert sich leider in zu vielen Handlungssträngen, dadurch wirken die Charaktere oft flach.

Immerhin wird deutlich, welchen Ungerechtigkeiten junge Schwarze ausgeliefert waren. Angesichts aktueller Geschehnisse in den USA gewinnt der Film an politischer Relevanz, dennoch kratzt „Straight Outta Compton“ lediglich an der Oberfläche.

Aus popkultureller Sicht kann der Film jedoch durchaus überzeugen. „Straight Outta Compton“ zeigt die Anfänge von West-Coast-Rap und macht deutlich: Dr. Dre ist ein talentierter, einfühlsamer Produzent mit einem Händchen für Hits und einem guten Riecher fürs Business. Seine von 80s-Funk beeinflussten Produktionen klingen auch heute noch modern und frisch. Hier gibt’s ein paar seiner besten Track: