Kurz und knapp – Frank Turners sechstes Studioalbum ist raus: „Postive Songs For Negative People“ (im Titel und im Folgenden PS4NP genannt) umfasst zwölf Songs, große Hits sind dabei, ein brutaler vorletzter Song und Ohrwürmer noch und nöcher. Turner und seine Band, die Sleeping Souls, geben alles, wir danken dafür und freuen uns wie blöd über die Mini-Tour im September. Aber zurück zum Album und damit Zeit für unsere erste Track-by-Track-Review.

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[Vorab: Das Album läuft seit zwei Wochen konstant bei mir. Ich krieg mich kaum ein, wie toll es geworden ist.]

Schon klar, Kerstin und ich, wir mögen den Turner Frank. Viele Shows haben wir gesehen, die Alben unzählige Male gehört, in den guten und den schlechten Zeiten – diversen Songs kann jede von uns eine gewisse, eigene Bedeutung als Soundtrack unseres eigenen Lebensweges beimessen. Vom vertrunkenen Wochenende über das „Not-Growing-Up“, generelle Rastlostigkeit und Träume, an denen man hängt, bis zu Herzschmerz und Liebelei war alles dabei, hat er alles gesagt, was jeden einzelnen von uns auch bewegt. Ein ehrlicher, ein guter Mensch ist er, der Turner.

Und doch, er kann es noch besser: Beim Interview in Salzburg hatte Frank Turner es angedroht, dass dieses Album, „Positive Songs For Negative People“, das beste seiner Karriere wäre. Er und die Sleeping Souls wären nie besser gewesen. Ich gebe ihm Recht, sie sind eine brutal gut eingespielte Mannschaft (vor allem auch live), die ganze Platte ist ein immer wieder losgehendes Tischfeuerwerk von optmistischen, Mut machenden Sinnsprüchen. Kurz aber nochmal bei ihm selbst nachgefragt: Worum geht’s jetzt in „Positive Songs For Negative People“, Herr Turner?

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Jeder Song ist schon jetzt tief in meinem Gedächtnis verwurzelt und wenn ich mich letzte Woche für einen Ohrwurm entscheiden hätte müssen, es wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Es ist ein großes Album, dieses „Positive Songs For Negative People“: kein Track ist fad, keine Melodie ist auch nach mehrfachem Hören ausgelutscht. Zeit hinzuhören und, wie immer bei Frank Turner, auch auf die ausgeklügelten Texte ein spezielles Augenmerk zu legen! Unterstützung haben wir diesmal vom Meister selbst, der letzte Woche in einem schier endlosen Twitter-Geposte seine Intentionen zu den eigentlichen Songs kundegetan hat. Los geht’s.

1. „The Angel Islington“
Schlurft da wer in einen Raum? Ja, richtig, Frank Turner schlappt auf einem Holzboden heran, setzt sich ans Mikro und singt ganz allein mit Akustikgitarre und in einem Raum, der kein Studio ist, den Opening Track. Er selbst sagt, es geht da weiter, wo „Tape Deck Heart“ mit „Broken Piano“ aufgehört hat. Und er klingt besser, positiver in den Lyrics: Bei den Wassern seiner geliebten Themse schwor er, dass er neu anfangen will, weil er zum Schluss nicht mehr er selbst war. Er nimmt uns also ein Mal mehr auf seine Wege durch London mit, wenn er die Rosebery Avenue, an der Statue des Autors Samuel Johnson vorbei, entlanggeht und dann hart nach Norden, Richtung Islington, umschlägt. „Angel“ heißt die Kreuzung und die U-Bahnstation dort und die ist mehr als nur das: Die Kreuzung liegt genau zwischen seinem Haus und „someone important’s“, wie er auf Twitter erklärt. Und „someone important“ ist der Grund oder hilft ihm bei der Einhaltung seines Schwurs. Alles hätte er zerstört, singt Frank Turner da, aber jetzt geht’s bergauf und er denkt nicht daran, seinen Schwur zu brechen.

2. „Get Better“
Vorbei mit den ruhigen Tönen, hier kommt die erste einer Reihe Hymnen auf das Aufstehen nach dem Hinfallen. Der Kernsatz des Tracks, vielleicht des ganzen Albums, fällt das erste Mal nach 45 Sekunden: „We can get better because we’re not dead yet.“ Der Brite schiebt noch ein unterstreichendes, geschrieenes „YEEEEEAAAAAAAHHHH“ hinterher – damit ja jeder Bescheid weiß. Das Lyric-Vdeo war ja schon der erste Hinweis auf die Richtung des ganzen Albums: nicht leise. Frank Turner steht also auf und schaut nach vorn: Vorbei die Zeit des großen Herzschmerzes, mit dem sich „Tape Deck Heart“ beschäftigte. Vorbei mit allerlei Nervigkeiten von Pressescherereien bis zum kaputten Rücken, der ihn auf seiner letzten Deutschland-Tour so ärgerte. Her mit dem dickeren Fell und her mit dem täglichen Reminder, dass man es besser machen kann. Achja, und bei seinen Freunden, die brav neben und hinter ihm gestanden haben, bedankt er sich. Ohne die ginge einiges nicht; ich stimme zu. „Get Better“ zieht einen hoch, es ist ein Uptempo-Song deluxe. Eine fast dreiminütige Ode ans Nicht-Aufgeben, solange man lebt. Man hört richtig, wieviel Spaß Frank Turner und die Sleeping Souls bei diesem Song haben. Optimismus für’s Ohr quasi. Ob die Geschichte mit dem Girl und dem Edding stimmt, sei dahingestellt. Er selbst möchte es metaphorisch verstanden haben:

Wer übrigens denkt, er würde nur einen einzigen Song dieses Albums durch die von Frank Turner im Bridge-Teil vorgeschlagene Fingermassage wieder loswerden: Vergesst es! Seit fast zwei Wochen höre ich ein Medley von „Positive Songs For Negative People“ in meinem Kopf .

3. „The Next Storm“
Matt Nasir von den Sleeping Souls haut in die Klaviertasten, Frank Turner reagiert mit einem „Wooo!“ Okay, von dem traurigen, liebeskranken Barden von „Tape Deck Heart“ ist wirklich nix mehr übrig, das ist jetzt dem Letzten klar. Mit der Nase hoch im Wind stellt sich Frank Turner dem nächsten Sturm oder CM Punk im Boxring entgegen. Uptempo, vielleicht auch radiotauglich – ein 1a-Gute-Laune-Song! Quintessenz: Geht raus, gebt nicht auf! Ähnlich wie „Get Better“, aber noch mehr Befehl als Feststellung. Bombenfetzige Backing Vocals, eine Melodie in glockenklarer Dur-Modulation und bitte kann sich jeder „Rejoice, rebuild, the storm has passed!“ als Erinnerung irgendwo hinschreiben? Man kann sich schon vorstellen, wie er da bei den Konzerten wieder rumspringt. Nach drei Songs kann ich schon sagen: Herrgott, ich mag ihn gern, den optimistischen Turner!

4. „The Opening Act of Spring“
Wieder Multiinstrumentalist Matt Nasir am Werk: Die Mandoline hat er im Gepäck und das Lead Riff damit gebastelt. Auch wenn genau dieses Instrument auf „Tape Deck Heart“ meinen Lieblingssong des Albums versaut hat (die eindeutig stimmigere Version ist die für mich) – hier passt’s. Frank Turner entschuldigt sich. Offensichtlich hat er auf „Tape Deck Heart“ eine Person oder mehrere Personen verletzt und sagt jetzt eben „Sorry“ mit einem fröhlich-leichten Mandolinen-Tune. Er behauptet, das wären die ersten Textzeilen, die er für das neue Album geschrieben hat – da muss ihn also auf gewisse Art und Weise das schlechte Gewissen geplagt haben. Durch Geschichten von Blumen und Bienen, Sonne und Regen (Ohne Witz, all diese Wörter kommen im Text vor!) gelobt der alte Hobby-Biologe also Besserung. Winter vorbei, Sturm vorbei, Frühling beginnt, bessere Laune, Neuanfang – bis zum „next storm“. Der einzige Track auf „PS4NP“, der ganz klar die Folk-Richtung einschlägt.

5. „Glorious You“
Die Visions bezeichnet „Glorious You“ von ihrem diesmonatigen Coverstar Frank Turner als „einen der besten Songs“ des Albums. Gewidmet hat ihn Frank Turner seiner Cousine, die einfach ein paar erbauende Worte nötig hatte. Es ist ein Loblied auf alle geworden, die jeden Tag durchziehen, obwohl es vielleicht nicht immer leicht fällt. Und in Turner Vorschlag „So come on now, if we all pulled together/ We could lift up the weight of the world from your shoulders“ finden wir uns wohl alle wieder, gebend- oder nehmenderweise. Ob sie ihm wohl beleidigt ist, weil er ihre „too-small T-Shirts“ in den Text eingebaut hat? Wohl kaum, denn die Grundmessage des Songs ist die wichtigere Aussage: „[…] be glorious you.“  Aufbauende Wort für die Cousine (und uns alle)? Mission accomplished. Bonus: COWBELLS zum Ende hin, denn Kuhglocken machen einen Song immer nur noch besser. Will Ferrell und Christopher Walken nicken Frank Turner im Geiste lächelnd zu.

6. „Mittens“
Ich gebe es zu, das ist der einzige Song, den ich beim ersten Mal Hören nicht so dolle fand. Vielleicht weil der Text gar nicht so zum sonst so optmistischen Turner dieses Albums passt. Aber stopp – letzte Woche irgendwann war das Lied mein Ohrwurm, losgeworden bin ich ihn nur schwer. art_turnerEr pinkelt da einer Frau ziemlich ans Bein, weil er für unzählige Lieder, die er ihr geschrieben hat, nur ein Paar Fäustlinge bekommt und genau das in Turners Augen ein Abbild ihrer Beziehung war: Eher ungenau wie Fäustlinge und nicht passgenau wie Handschuhe hätten sie zueinander gepasst. Schließlich unterstellt er besagter Dame, dass sie eh nicht in ihn verliebt war. Man fürchtet, er kehrt zurück zu den dunklen Songs von „Tape Deck Heart“, aber nein: Inzwischen haben sie das wohl aus der Welt geschafft. Als musikalische Inspiration hielten Mineral her, die Melodie summte Frank Turner im Rohschliff während einer U-Bahnfahrt in sein Telefon. Also Obacht, wenn das nächste Mal in der Bahn jemand neben euch anfängt, in sein Telefon zu summen – es könnte ein Ohrwurm dabei rauskommen!

7. „Out of Breath“
Wie nicht anders zu erwarten, ist „Out of Breath“ ein schneller Song, ein sehr schneller. Es geht um das finale Tête-a-Tête mit dem Sensenmann, das uns allen mal bevorsteht. Und besser ist man da gescheit müde und fertig und hat gelebt, was das Zeug hält, dann ist nämlich auch das sonore Auftreten des Gevatters eigentlich überflüssig. Mich erinnert „Out of Breath“ ein wenig an „Try This At Home“; vielleicht weil es auch darum geht, mehr zu machen und weniger zu überlegen und weil beide Songs schnell und in etwa zwei Minuten vorbei sind – und doch alles gesagt ist. Ein klein wenig über 120 Sekunden flippt die Band komplett aus, grande!

8. „Demons“
In einem Satz, nein, einem Wort: Leb‘! Ganz gleich, welche Hürden da kommen, Frank Turner hat die simple Wahrheit erkannt: „At this truth we have arrived/ God damn, it’s great to be alive/ Doesn’t it just break your heart to know/ That none of this will last?“ Und bis es vorbei ist, lohnt es einfach nicht, sich den Kopf über all das, was man wollte, aber nicht erreichte, zu zerbrechen. Wenn man damit aufhört, haben auch die titelgebenden Dämonen und Zweifel keine Chance. Ich hab das Gefühl, das wird einer der großen Live-Kracher des Albums: Am Schluss singen alle Instrumentalbegleitung! Auf der Platte „nur“ Frank Turner und die Sleeping Souls, bei den Konzerten alle (vom Publikum bis zur den Garderobenleuten und den Menschen hinter der Bar). Lernt schon mal auswendig: „You won’t get everything you wanted/ But you will never be defeated.“ Mann, da freu ich mich ja schon wie eine Schneekönigin drauf!
(Der Turner kennt sie ja schon, seine Philosophen: Dieser Pascal, von dem er es gleich in der ersten Strophe hat, ist in die Geschichte eingegangen wegen seiner Pascal’schen Wette. Die lautet ganz grob: Man hätte mehr davon, auf Gott zu wetten, als davon, dagegenzuhalten.)

9. „Josephine“
Den durften wir zum ersten Mal schon in Salzburg hören. Frank Turner kennt keine Josephine, ich dafür schon (und auch wenn sie mich vielleicht verfluchen wird: Das wird der erste englischsprachige Song sein, den ich ihr als umtriebige Tante non-stop vorspielen werde). Los geht’s mit Drums und einem Woahohoho-Chor der ganzen Band, erneut ein Uptempo-Song (yes!). Im Text erzählt Frank Turner dann, dass ihm in einem Traum einmal der Name „Josephine“ zugeflüstert wurde. Dann sinniert er über alle möglichen Josephines der Geschichte und überlegt, wer er denn (in seinem Traum) hätte sein können, um eine Josephine als Lebensmittelpunkt zu haben: Napoleon, Beethoven, jeder – nur nicht er selbst, weil er keine kennt. Mitunter kommen in diesem Song sehr schöne, sehr durchdachte Lyrics (alle in einer Strophe!) vor: „Come on now Josephine, let’s pretend it’s Halloween/You come as a car crash, I’ll go as James Dean/I’m Napoleon on Elba and you’re a hundred days in 1815“ (Wer in Geschichte nicht aufgepasst hat, liest bitte hier nach). Wie kommt er nur auf sowas? Ich find’s ganz groß und wippe mit!

10. „Love Forty Down“
Haha, vielleicht auch reingefallen? Das hier hat alles nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Tennis! Auf deutsch würde es den Stand von 0:40 wiedergeben, im Rasenplatzland des weißen Sports heißt das aber nicht „zero“ oder „nil“, sondern „love“. Wieso auch immer. Jedenfalls singt Frank Turner hier mit Matt Nasir am Piano einen Song über Tennis. Naja, vielleicht nicht ganz. Würde man die Ballwechsel am Takt messen, holla, dann wäre es ein äußerst flottes Spiel. Am Schluss des „Matchs“ setzt der Hintergrundchor ein und die verzerrte Gitarre drängt die akustische und das Klavier nach hinten. Tie-Break. Man kann natürlich die Szenen, die er da beschreibt, sowohl auf den Ballsport als auf auch den großen Tennisplatz des Lebens anwenden, Metaphern über Metaphern: „I’m love-forty down/I’m going to turn this one around/Break point…“ Mit 33 grübelt er über die nächsten sieben Jahre nach, wenn er dann 40 wird und was er bis dahin wohl geschafft haben wird – behauptet er; ich glaube ja, es geht doch vorrangig um Tennis und darum, alles in einem verloren geglaubten Spiel zu geben. Und wer ist schuld? Die Burschen von der Smith Street Band! Die hätten nämlich wohl backstage mal Tischtennis gespielt und den Stand ausgerufen und der blieb Frank Turner im Kopf hängen und ließ ihn nicht mehr los. Großes Tennis, so oder so!

11. „Silent Key“
Da isser, mein Lieblingssong des Albums. Nicht nur wegen seiner Duettpartnerin Esme Patterson, die ich im Duett mit Shakey Graves schon so überragend fand, nein, sondern wegen allem: Frank Turner erzählt hier die fiktiven letzten zwei Minuten und 45 Sekunden im Leben von Christa McAuliffe. art_christaMcAuliffe war eigentlich Lehrerin, wurde allerdings auch unter 11.000 Bewerbern ausgewählt um mit dem Spaceshuttle Challenger Informationen über den Halley’schen Kometen einzuholen und als erste Lehrerin zwei Unterrichtsstunden im Weltraum abzuhalten. Doch dazu kam es nie: Die O-Rings, die Dichtungsringe am Spaceshuttle, waren fehlerhaft und nach nur 76 Sekunden in der Luft brach die Challenger am 28. Januar 1986 auseinander und stürzte in zwei Minuten und 45 Sekunden freiem Fall ins Meer vor Floridas Küste. Die komplette Bordbesatzung starb am Druckabfall, jedoch ist bis heute unklar, wann genau während der zwei Minuten und 45 Sekunden.
Angenommen Christa McAuliffe wäre lang bei Bewusstsein gewesen, hätten Frank Turners Lyrics durchaus ihre letzten Funksprüche sein können „I’m alive, I’m alive, I’m alive.“ Und angenommen das wäre so gewesen, wären ihre letzten Gedanken wohl auch positiver Natur gewesen: Dankbar, auf der Erde gewesen zu sein. Der Song beginnt mit einem Fade-out des vorherigen Songs, „Love Forty Down“,  mich erinnert der kraftvolle Start an die Debütalben von Radiohead oder Weezer oder irgendwas aus den frühen bis mittleren Neunzigern und damit an gute Zeiten (vielleicht mag ich ihn auch deshalb so gern); wird leise, dann laut, dann wieder leise, dann in einem großen Woooosh übersteuert, faded mit Streichern vor sich hin und aus und damit ist das als letztes im Studio eingespielte Stück vorbei. Ganz wunderschön.

12. „Song For Josh“
Josh war Türsteher im 930 Club in Washington und Frank Turners Freund. Im September 2013 nahm er sich das Leben und Frank Turner sagt mit diesem letzten Song leise „Servus“ zu seinem Spezl, zu Album Nummer Sechs, zu uns. Der Song wurde als einziger des Albums live aufgenommen, letzten Sommer, im 930 Club. Sagt auch schon alles. Wir sagen: Servus, bis zur nächsten Platte.

Das war’s! Jeder einzelne Song, meine persönlichen Präferenzen, Frank Turners Twitterperlen – all das in einem Monsterbeitrag. „Positive Songs For Negative People“ ist ein großes, ein optimistisches Album, das für mich genau zur rechten Zeit das Licht der Musikwelt erblickte. Sehr wenig „Tape Deck Heart“, viel mehr „Poetry Of The Deed“. In fast jedem einzelnen Song beschwört Frank Turner den Neuanfang, das Leben, das Am-Leben-Sein und selbst, wenn es gegen Ende geht („Out Of Breath“, „Demons“) oder gar nicht mehr klappt („Silent Key“, „Song For Josh“) , findet er die berühmte Silver Lining, den Silberstreif am Himmel – dass alles eben doch nicht umsonst war, dass es gut war, dass selbst das Negative positive Komponenten hat. How very f*cking inspiring!

Wenn also „England Keep my Bones“ das Album war, in dem er immer und überall den Ozean, Wasser und Flüsse untergebracht hat, dann ist „Postive Songs For Negative People“ Frank Turners Album für das Leben, denn um genau das dreht sich alles in den zwölf Songs – das Leben, das Überleben und ein klein bisschen auch die Liebe.

Die Sleeping Souls und Frank Turner sind ein großes Ganzes, sie passen einfach perfekt zusammen – und sie geben wieder mehr Gas! Da sind große Songs mit hohem Mitgröhl-Potenzial dabei. Ein wirklich rundes, gelungenes, großes Ding. Für mich das Sommeralbum, vielleicht auch das des Herbstes und das des Winters.

Soundcheck? – Soundcheck! Ja richtig, da fehlt noch was, die besten Nachrichten des Tages nämlich: DER TURNER FRANK KOMMT AUF TOUR! Auf Mini-Tour in Mini-Clubs! Das wird so unfassbar großartig! Und zwar hier überall:

03.09. Köln, Underground (mit The Sleeping Souls)
05.09. München, Strom (mit The Sleeping Souls)
06.09. Wiesbaden, Kesselhaus (solo)
08.09. Hamburg, Hedi (solo)
09.09. Berlin, Escobar (solo)

Alle tanzen, singen, schwitzen gemeinsam. Was sich hier unglaublich eklig liest, wird wie immer ein großes Fest sein. Aber beeilt euch: Diese Shows werden ratzfatz ausverkauft sein. Der Vorverkauf startet am Freitag, den 14. August, um 10 Uhr. Ich tippe, dass spätestens um 11 Uhr alle Tickets verscherbelt sind. Viel Spaß!

„Positive Songs For Negative People“ von Frank Turner ist am 7. August bei Universal Music erschienen. Alle Extra-Infos zu den einzelnen Songs entstammen Tweets von Frank Turner, der Rest ist mein ganz persönliches, subjektives Empfinden.

Fotos: James Medina, NASA Human Space Flight Gallery, PR