Letztes Jahr kam mit „Hang“ ein sehr starkes, neues Lagwagon Album, das erste seit neun Jahren. Auch mit seiner nächsten Solo-Platte hat sich Joey Cape ein bisschen Zeit gelassen. Aber nun ist mit „Stitch Puppy“ ein neues Werk des Punk-Rock-Veterans angekündigt. Große Freude! Ein putzig-morbides Video gibts vorab zum Song „This Life Is Strange“. 

JoeyCape3Joey Capes Tochter Violet (auch bekannt als vogelwilde aber schwer ambitionierte Teilzeitreporterin Pepsi von „Candy Rock Press“, die ihrem Dad in irren Kurzinterviews gern mal die einzig wahren Fragen stellt) hat die Titelfigur des Videos einst selbst für den Papa gebastelt. Ein kleines grünes Püppchen, namens Stitch, in feinen Zwirn gekleidet und mit einem roten Mascherl um den Hals. Angelehnt ist es wohl an die sogenannten Trauerpüppchen, die im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu jedem viktorianischen Begräbnis gehörten.

Woher auch immer die Inspiration dafür kam, das Püppchen macht sich gut als Protagonist, vor allem wenn Cape selbst als lebensgroße Version mit Trockensträusschen und Longboard durchs sonnige Santa Barbara mäandert.

Sie passen gut zusammen, diese leicht surrealen wie morbiden Bilder und der melancholische Touch des trotzdem beschwingten Songs. Und wenn dann gegen Ende Kollege Wahlstrom noch leicht schräg einen auforgelt, möchte man fast Schunkeln. Jaja, this life  is strange – meistens.

Der Albumtitel „Stitch Puppy“ und das Cover, das Cape in ebengleichem Püppchen-Aufzug im Wald stehend zeigt, könnten auf ein nachdenkliches, düsteres neues Werk hindeuten. Wir lassen uns überraschen, am 4. September erscheint das gute Stück und bis dahin hören wir hier nochmal genauer rein. „This Life Is Strange“ ist auf jeden Fall schonmal ein Repeat-Tasten-Kandidat, weil er irgendwie genau dann aufhört, wenns grad am schönsten wird.

JoeyCape2„Stitch Puppy“ kann bereits vorbestellt werden. Wer es im Bundle, als CD oder LP, mit der neuen besten Lieblingskaffeetasse für immer erstehen will, der tut das am besten bei den feinen Leuten von Uncle M.
Diese kleine so künstlerisch wertvolle wie harmlose Devotionale wurde diese Woche anscheinend von nebulösen Netzautoritäten eiskalt zensiert. Ups, hat da jemand „Bullshit“ gesagt, oder gar auf Keramik gepinselt? Unerhört! (Kreative Kaffetassen und ein Paar Brüste sind also ein No Go aber stumpfe braune Parolen, die gehen immer gut durch. Wieder einmal den Kopf schwindelig geschüttelt…)

 

„Stitch Puppy“ von Joey Cape erscheint am 04. September 2015 bei Fat Wreck Chords

 

Fotos: PR