Ihr wisst, wie man sich klonen kann? Her mit der Anleitung, denn der November macht uns sonst kaputt: 67  Shows in nur 30 Tagen stehen an. Nochmal: Siebenundsechzig Shows in einem Monat!!! Unsere Auswahl für November für euch.

slide_live_november

02. November – DARWIN DEEZ
Der Typ vom „Radar Detector“ ist in der Stadt! Darwin Deez aus New York hat inzwischen schon sein drittes Album veröffentlicht, auf dem sich ähnliche Ohrwurm-Garanten wie auf dem Debüt finden. Wer also „You are my radar detector“ singen will, tanzt im Technikum zu astreinem Indie-Pop.

02. November – FATHER JOHN MISTY
Früher war J. Tillman einer von den Fleet Foxes, inzwischen ist er solo als bärtiger Father John Misty unterwegs. Seine Musik pendelt sich zwischen Folk und Folk-Rock, so oder so kann man aber nur jedem empfehlen, sich zum selbsternannten Father ins Strom zu begeben, um bei Hymnen wie „Hollywood Forever Cemetry Sings“ oder „Chateau Lobby #4“ mitzuschwofen.

02. November – FRISKA VILJOR
Ende September sorgten sie bei einem offiziellen Empfang beim Reeperbahn Festival für lässig-lockere Stimmung, nur wenige Wochen später sind die beiden Schweden mit ihrem quietschvergnügten Indie-Folk in der Münchner Theaterfabrik zu Gast. Live stellen sie ihr – natürlich in voller Bandbesetzung – ihr aktuelles Album „My Name Is“ vor. Als Support ist übrigens die hörenswerte Newcomerin Mo Kenny aus Kanada dabei.

03. November – OLLI SCHULZ + BAND
Es gab ja ein Leben von Olli Schulz bevor er Böhmermann-Buddy wurde. Vom Tourchauffeur diverser Bands aus dem Grand-Hotel-van-Clef-Kosmos mauserte er sich zum komischen Barden. Vor neun Jahren gab der Bettmensch noch eine irrwitzige Show im Münchner Netzer (Jawoll!), jetzt jubelt er seine musikalischen Weisheiten in die Ränge des Circus Krone. Da haste wohl alles richtig gemacht, Olli!

04. November – MADSEN
Zehn Jahre sind Madsen schon unterwegs und haben sich mit ihrem deutschen Indie-Rock eine immer noch stetig anwachsende Fangemeinde erspielt. Das neue Werk „Kompass“ ist kein halbes Jahr alt, Zeit, dass das Brüder-Trio samt zwei Freunden im Backstage eintrudelt und die „Sirenen“ heulen lässt.

05. November – THE DØ
Bereits mit seinem Debütalbum „A Mouthful“ verdrehte das französische Duo, bestehend aus Dan Levy und Sängerin Olivia Merilahti, Indie-Pop-Fans die Köpfe. Im Münchner Freiheiz kann man ihrem schrägen, charmanten Lo-Fi-Pop in intimer Atmosphäre lauschen. Achtung, Kopfverrenkungsgefahr! Haha.

05. November – GEWÜRZTRAMINER + MAX MEINHARDT
Gypsy Jazz gibt‘ s an diesem Abend im Substanz. Gewürztraminer sind ein gitarrenlastiges Sextett aus Wien, Max Meinhardt spielt unterstützt von Geige, Kontrabass, Saxophon und Klarinette die Münchner Version des Gypsy Jazz. Hört sich an wie Sommer und war in dem vergangenen auch ein paar mal live in anderer Bestzung an der Wittelsbacher Brücke zu hören.

06. + 07. November – THE SOUND OF MUNICH NOW
Bestandsaufnahme über Musik aus unserer Stadt: Im Feierwerk zeigen über 50 Künstler und Bands aus München die Vielfalt der Musikszenen an der Isar. Am Freitag wirds in der Kranhalle elektonisch im weitesten Sinne (Harry Klein präsentiert alles von Electronica bis Techno) und am Samstag liefern sich Bands aus München im Hansa39 einen Schlagabtausch im Viertelstundentakt (kein Scheiß!), während in der Kranhalle G.Rag oder auch die Landlergschwister zeigen, dass Volksmusik aus München nicht gleich traditionell und konservativ sein muss. Das ganze, sehr umfassende Programm gibt es hier. Der Eintritt ist frei!

06. November – DMA’S
Die Australier werden als die neuen Oasis gehandelt. Ein schweres Erbe. Allerdings klingt ihr „Your Low“ viel eher nach verregnetem Manchester als sunny Down Under, geben wir zu. Ob sie live auch so rotzig wie die Gallaghers sind, kann man im Strom feststellen.

07. November – CIRCA WAVES
Aus Liverpool kommt viel mehr als die Beatles und ein traditionsreicher Fußballverein: die Jungspunde von Circa Waves machen irgendwas zwischen Catfish And the Bottlemen, The Vaccines und The Strokes und schauen nach groß gefeierten US- und UK-Touren im Backstage Club vorbei.

07. November – FINK
Schön und gleichzeitig ruhig wirds an diesem Tag nebenan im Backstage Werk. Der britische Singer/Songwriter Finian Greenall, der inzwischen in Berlin lebt, wird als Fink das Publikum aufs Neue mit seinen durchwegs melancholischen Songs einlullen – im positivsten Sinne.

08. November – GENGAHR + OSCAR
Gengahr sind eine Band aus England, die wie aus den Siebzigern und nach Filmmusik klingt. In ihren Songs kommen Vampire vor und genau damit und ihrem Psychedelic Rock konnten sie sich im Vorprogramm von Alt-J im Februar schon beweisen. Den 22-jährigen Oscar konnte man auf dem Reeperbahn-Festival bewundern und ja, er singt von Alltagstagsproblemen wie „Breaking My Phone, After I’ve Spoken To You“ in allerbester Brit-Indie-Manier. Der UK-Doppelpack gibt sich in der Milla ein Stelldichein.

08. November – BACKYARD BABIES
Die zugehackten Schweden-Bazis rocken und rumpeln sich immer noch von Jahr zu Jahr. Haben sie jemals woanders als im Backstage gespielt? Vermutlich nicht… An gewohnter Stelle gibts also die durchaus feinen Hits von der „Total 13“, und alles, was seitdem so dazugekommen ist.

09. November – BOY präsentiert von The Music Minutes
Nachdem sie Ende September im Technikum für ein volles Haus gesorgt hatten, kommen BOY im Rahmen ihrer Herbst-Hallentour zum zweiten Album „We Were Here“ erneut an die Isar. Die beiden sympathischen Musikerinnen sorgen mit ihren eingängigen Popsongs  garantiert auch in der Muffathalle für ausgelassene Mitsing-Action.

09. November – REEL BIG FISH
Ihr leidet unter depressiver Stimmung wegen des Dauernebels? Dann ins Ampere zu Reel Big Fish! Die Ska-Punks aus Orange County bringen euch die kalifornische Sonne nach München. Von „Everything Sucks“ bis „Candy Coated Fury“ wird alles abgefeiert werden, mit viel Glück mischen sich auch noch ein paar Coversongs unter die Setlist.

09. November – SALLIE FORD
Ein wenig verschroben und verpeilt sieht Sallie Ford aus Portland aus. Live ist sie eine Show-Granate mit ihrem Rock’n’Roll-Sound. Oregon in da house! Wo? – Im Sunny Red auf dem Feierwerksgelände.

09. November – THE PRODIGY
Die großen Zeiten vom „Firestarter“ sind schon etwas her, aber das neue Album „The Day Is My Enemy“ von The Prodigy lässt einen nostalgisch darauf zurückblicken. Big Beats, Trip-Hop, Punk und harte Beats werden an diesem Tag eins im Zenith.

10. November – SLAYER
Bayerns gesammelte Kutten-Gemeinde ist schon schwer am Hyperventilieren, ein Viertel der „Big Four“ des Trash-Metal gibt sich die Ehre. Gediegene Ikonen-Huldigung im Zenith! Bis dahin erfolgt angemessene Einstimmung mit dem Video zum Titelsong des neuen Albums, „Repentless“ – da metzeln sich Kultfigur Danny Trejo und seine Horror-Movie-Kollegen munter zum Geschreddere der (inzwischen deutlich ergrauten) Band durch den Schwerverbrechertrakt.

10. November – KOFELGSCHROA
Sie spielen im Volkstheater oder auf der Oidn Wiesn, sie waren die Titelgeschichte im Feuilleton der „Zeit“: Kofelgschroa aus Oberammergau. Diesmal kann man ihre Interpretation von moderner Volksmusik (Obacht, Punk meets Volkstum meets Tradition can get funky!) wieder auf kleinerer Bühne bestaunen, in der Fraunhofer Kulisse nämlich.

11. November – ITCHY POOPZKID
Unter die Autoren sind sie gegangen, die Buben aus Eislingen an der Fils. Zu ihrem sechsten Album , sinnigerweise „Six“ benannt, haben die Schwaben das Buch „How To Survive As A Rockband“ veröffentlicht. Wie dieses Überleben so aussieht, beweisen Itchy Poopzkid einmal mehr im Backstage.

12. November – OF MONSTERS AND MEN
Mit „Little Talks“ gelang der isländischen Indie-Band vor vier Jahren der weltweite Durchbruch – das Debütalbum schaffte es sogar in den USA mal eben in die Top 10 der Charts. Die Beliebtheit ist ungebrochen und so wundert es nicht, dass Of Monsters And Men mit den Folk-Rock-Songs ihres zweiten Albums „Beneath The Skin“ im Zenith aufspielen.

12. November – ELIOT SUMNER
Die Ähnlichkeit zu ihrem Papa lässt sich einfach nicht abschütteln: Eliot Sumner, Stings Tochter, sieht aus wie er, hat eine Stimme wie er und war früher unter dem Namen I Blame Coco unterwegs. Kürzlich hat sie unter ihrem echten Namen die EP „Information“ veröffentlicht, das gleichnamige Album kommt 2016. Mit ihren dancy Pop-Tunes kommt sie aber schon jetzt ins Strom.

12. November – DJANGO 3000
Die Folk-Balkan-Popper aus dem Chiemgau sind recht sympathische Burschen. Und sie kommen für ihre dritte Platte „Bonaparty“ in die Muffathalle und laden euch ein, kräftig mitzufeiern. Begleitet von Gitarre, Kontrabass, Geige und Schlagzeug singen Django 3000 von der „Heidi“ und erfahrungsgemäß sorgen sie mit ihrem Bayern-Balkan-Beat für sehr ausgelassene Stimmung und verschwitzte Leiber.

12. November – EDITORS
Die Editors, eines der Aushängeschilder der britischen Indie-Klasse 2005, haben sich in den vergangenen zehn Jahren als innovative Rockband etabliert. Mit „In Dream“ legten sie vor kurzem ihr fünftes Studioalbum vor. Ihren opulenten Indie-Rock mit fetten Synthie-Tupfern präsentieren die Briten in der Tonhalle.

12. November – MAX VON MILLAND
Der Max ist nicht adelig (soweit wir wissen), aber er kommt aus Milland, das liegt in Südtirol. Er hat eine Gitarre und singt auf deutsch, merklich dialektmäßig eingefärbt (Chrrrr und so…). Bewundern konnte man den feschen Barden u.a. schon als Support der Sportfreunde Stiller bei ihrer Mini-Show in der Milla diesen Frühling oder im Duett mit Hannes Ringlstetter bei dessen Show zum 25-jährigen Bühnenjubiläum, kürzlich im Circus Krone.

13. November – STEAMING SATELLITES präsentiert von The Music Minutes
Nach gut drei Wochen Tour schauen die Österreicher am vorletzten Termin (vor Abschluss in der Salzburger Heimat) im Strom vorbei. Das neue, selbstbetitelte Album ist eine starke Scheibe geworden, auf der das Quartett gewohnt virtuos durch die Genres navigiert und zwischen Indie, Rock, Blues und Pop seinen ganz eigenen, vielschichtigen Stil gefunden hat. Zum stampfenden „Unreal“ werden wir unter der Diskokugel tanzen und uns zum bittersüßen „Honey“ selig grinsend in den Armen liegen. Dazwischen gibts Hits, Hits, Hits… Steaming Satellites sind eine famose Live-Band, da werden Dynamik und Energie noch kübelweise übers Publikum gekippt. Auf eine fantastische, verschwitzt durchtanzte Nacht im Strom!

13. November – MÖTLEY CRÜE
Ende dieses Jahres ist Schluss. Ganz im Ernst. Das Aus der Metaller um Frontmann Nikki Sixx und Drummer (sowie Pam Anderson-Ex) Tommy Lee wurde bereits halbwegs dramatisch verkündet. Ob das dann am Ende in Stein gemeißelt ist, weiß man ja nie so recht. Sicherheitshalber sollte man es sich bei dieser vermeintlich letzten München-Show trotzdem nicht zweimal überlegen.

13. November – LOWER DENS
Mit verträumtem Indie-Pop schickt die Kranhalle vom Feierwerk seine Besucher ins Wochenende. Lower Dens haben nicht nur die gleiche Heimat wie die Future Islands, sondern manchmal auch ähnliche Keyboard-Hooklines. Scheint ein Ding aus Maryland zu sein, dieser Indie-Dream-Pop.

13. November – DESTROYER
Dan Bejar alias Destroyer hat mit „Poison Season“ dieses Jahr ein gefeiertes Album abgeliefert. „European Blues“ nennt er selbst seine Musikrichtung, uns alle dürfte die eher an Folk mit Bowie oder Pavement erinnern. Der Vancouverite singt seine Songs auf spanisch oder englisch, in München live in den Kammerspielen.

14. November – SOFA SURFERS
Irgendwas zwischen Dub, Trip-Hop und Breakbeat mit Gesang machen die Österreicher von den Sofa Surfers. Und Soundtracks! Nämlich alle von den Wolf Haas-Filmen mit unserem geschätzten Josef Hader. Dieses Jahr kam erst im September das neue Album auf den Markt und live sind die Elektro-Bastler am Besten: Wenn in der Kranhalle im Feierwerk Staubsaugerschläuche zu Instrumenten werden, bleibt auch kein Tanzbein still.

14. November – 25 JAHRE MAIN CONCEPT
Blumentopf sagt Servus, Main Concept wird 25. Münchens Hip-Hop-Rap-Garde kommt in die Jahre. Älter, aber keinen Deut ruhiger, feiern Main Concept um DJ Explizit, David Pe und Glammerlicious ihr Vierteljahrhundert in der Muffathalle. Sie machen eh noch 33 Jahre mindestens weiter – oder war das im Text von „München 58“ etwa gelogen?! Wir  gratulieren zu 25 Jahren Rap aus München!

14. November – TOCOTRONIC
Nach einer Hitzeschlacht im Strom diesen April führt ihr nächster Besuch die Hamburger wieder in üppigere Gefilde. Im Zenith wird es zur Monatsmitte also heißen „Liebe wird das Ereignis sein“. Die Hymne dieses Abends dürfte aber wochentagstechnisch passenderweise eher sein: „Samstag Ist Selbstmord“.

15. November – THE DEAD SOUTH
Sie sehen aus wie aus dem Wilden Westen, sind aber aus Kanada. The Dead South aus Saskatchewan machen äußerst tanzbaren Bluegrass und Folk mit Fiedel und Cello. Großartige Hits wie „The Ocean Went Mad And We Were To Blame“  gibt’s in der Milla. Einmal durchdrehen, bitte!

15. November – MERCURY REV
Alte Hasen sind Mercury Rev, denn schon seit Ende der 1980er Jahre machen die Herren aus Buffalo am Lake Erie Psychedelic Rock. Nach sieben Jahren veröffentlichten sie erst letzten Monat ihr neues Studioalbum „The Light In You“ und das feiern sie hier in München mit einem Konzert in der Kranhalle.

16. November – DEATH CAB FOR CUTIE
Gitarrist Chris Walla ist weg und das aktuelle Album „Kintsugi“ mag vielleicht etwas durchwachsen sein (wobei Black Sun z.B. schon ein richtig starker Song ist), aber live sind Death Cab For Cutie eigentlich immer einen Besuch wert. Ordentlich Emo aber auch gut atmosphärisch sind ihre Shows, und an so einem Abend merkt man erstmal wieder wie viele verdammte Hits diese Bands inzwischen hat. Zu bewundern in der Muffathalle.

16. November – BUILT TO SPILL
Die Amis aus Boise, Idaho sind seit über 20 Jahren ein fester Eckpfeiler im Indie-Rock-Kosmos und stehen neben Genre-Größen wie Pavement oder Dinosaur Jr. Nachdem ihr letzter Deutschlandbesuch das Bandjubiläum feierte, wird diesmal das aktuelle Album „Untethered Moon“ vorgestellt. Einmal mehr im Ampere.

16. November – JAMIE LAWSON
Der britische Singer/Songwriter avancierte 2011 mit seiner Single „Wasn’t Expecting That“ zum  YouTube-Star. Seitdem geht es kontinuierlich nach oben. Seine zurückhaltenden Folk-Songs, die streckenweise an Ed Sheeran erinnern, gibt Jamie Lawson im Orangehouse zum Besten.

17. November – MS MR
Das New Yorker Duo, das 2012 mit „Hurricane“ für Aufruhr in der düsteren Ecke des Indie-Rock sorgte, schaut im Technikum vorbei. Neben Songs von ihrem Debüt „Seconshand Rapture“ performen Lizzy Plapinger und Max Hershenow sicher auch Lieder aus ihrem Nachfolgewerk „How Does It Feel?“, das weitaus poppiger und dancelastiger daherkommt.

17. November – BEACH HOUSE
Dream Pop und Baltimore gehören zusammen wie München und Oktoberfest. Anscheinend kommen aus keiner anderen Stadt mehr Vertreter dieser verträumten Indie-Richtung. Beach House kommen aus  dergleichen Stadt wie die Future Islands und machen ähnliche Musik. Gefällt euch? Dann ab ins Freiheiz zum Träumen!

17. November – LARY
Jan Delay ist Fan von ihr. Kein Wunder, denn Lary ist „Jung und schön“ und singt uns den „Bedtime Blues“. Die Wahl-Berlinerin setzt frische Akzente im angestaubten Deutsch-Pop. Ihre eigenwillige Mischung Pop, Hip-Hop, Elektro und R’n’B, kombiniert mit cleveren deutschen Texten gibt’s im Orangehouse auf die Ohren.

17. November – FETTES BROT
Wir lassen die Finger von Emanuela während Bettina ihre Brüste auspackt und alle schwulen Mädchen gehörig durchdrehen. Im Zenith erzählt uns das unverwüstliche Hamburger Hip-Hop-Trio an diesem Abend einen „Von der Liebe“. Und nur an diesem Abend ist die einzig richtige Antwort auf alle Fragen stets ein überzeugtes „Jein“.

17. November – SCHNIPO SCHRANKE
Daniela Reis und Fritzi Ernst klingen irgendwie so als würde Charlotte Roche Musik machen. In den deutschen Texten wird nix weichgezeichnet, hier herrscht der ungeschönte Realismus. Das ist provokant, das trifft gerade einen echten Nerv. Die alternative Musikpresse ist aus dem Häuschen, der Jugendschutz rauft sich die Haare (Pinkelnder Penis am Frühstückstisch? Nicht mit YouTube…). Gut so, ein bisschen Kontroverse muss allemal sein – live in der Milla.

18. November – FAT FREDDY’S DROP
New Zealand in da House! Fat Freddy’s Drop aus Wellington sind eine recht erstaunliche Kombo. Ihrem Mix aus Dub und Roots-Reggae merkt man auch Jazzeinflüsse an. Die Tonhalle wird hypnotisch schwofen und wir trauen uns fast wetten, dass die Google-Suche „Neuseeland + Urlaub“ am nächsten Tag im Raum München wiedermal deutlich zunehmen wird.

18. November – ASD (AFROB + SAMY DELUXE)
Kaum sind Fettes Brot weitergezogen, kommen die nächsten Deutsch-Rapper in die Stadt: ASD, das Duo bestehend aus Afrob aus dem Schoß der Kolchose und Samy Deluxe aus Hamburch City, hauen ordentlich auf die Kacke, wenn man Freunden Glauben schenken darf. Live gibt’s das Reimemonster und Samsemilla in der Muffathalle und ja, es darf durchaus abgegangen werden!

18. November – KAMASI WASHINGTON
Er ist der neue Liebling der Jazz-Gemeinde und Feuilletons. Der Tenor-Saxofonist aus L.A. hat kürzlich mit „The Epic“ eine treffend betitelte Dreifach-LP herausgebracht, die mit Konventionen bricht und einen ganz neuen Blickwinkel erlaubt auf das eher traditionelle Genre. Eine ordentliche Frischzellenkur für den Jazz. An diesem Tag spielt Kamasi Washington gleich zwei Shows in der Unterfahrt. Beide sind restlos ausverkauft. Leider.

19. November – THE WOMBATS
Vorbei sind die Zeiten, in denen zu Joy Division getanzt wurde. The Wombats aus Liverpool klingen auf ihrem 2015er-Album „Glitterbug“  erwachsener, aber kein Wunder – jünger wird ja keiner. Von der „Greek Tragedy“ (großer Song zum Aufstehen!) singen sie und an diesem Abend tanzen sie in der Tonhalle schließlich auch doch wieder zu Joy Division. AUFGEPASST: Konzert wurde verlegt in die Theaterfabrik!

19. November – LIANNE LA HAVAS
Die englische Singer-/Songwriterin ist ein wahres Stimmwunder. Zwischen Folk und Soul berührt sie mit so zarten wie eindringlichen Stücken. Das gefiel auch Alt-J, die haben sie auf ihrem letzten Album „This Is All Yours“ neben Conor Oberst als Unterstützung für ihren Song „Warm Foothills“ an Bord geholt. Für eine kurze Gänsehaut möge man sich das Material ihrer „The Barn Session“ zu Gemüte führen. In Echt gibts das Ganze dann im Ampere.

19. November – IMPERICON – NEVER SAY DIE!
Hardcore-Heaven im Backstage. Die Krawall-Bands geben sich hier mal wieder die Klinke in die Hand. Neben Headliner The Amity Affliction sind auch die geschätzten Defeater am Start. Dazu Being As An Ocean, Cruel Hand, Fit For A King, Burning Down Alaska. Da gehen sie wieder ab, die bis unter die Kinnlade zugehackten Hardcore-Kids. Recht so.

19. November – ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN ABGESAGT!
Ein Bravo-Cover, Komparsenrollen in Hape Kerkelings „Kein Pardon“ (als, Achtung!, zwei punkige Kabelträger) und ein Bandname für die Ewigkeit. Das Punk-Duo aus Hochdeutsch-City Hannover treibt, mit Unterbrechung, seit den frühen Achtzigern sein Unwesen. An diesem Abend in der Kranhalle.

Aufgrund eines schweren Verkehrsunfalls des Schlagzeugers wurden die anstehenden Shows abgesagt. Nachholtermin für München soll der 19. Mai 2016 sein, ebenfalls in der Kranhalle. Gekaufte Tickets bleiben gültig.

19. November – EAGLES OF DEATH METAL ABGESAGT!
„Zipper Down“ heißt es im Kesselhaus. Neben Evergreens wie „I Only Want You“ und „Cherry Cola“ haben die Kollegen Josh Homme und Jesse Hughes ein brandneues Album am Start und uns mit „Complexity“ einen der Ohrwürmer der letzten Wochen und Monate eingepflanzt. Wahnwitziges ist zu erwarten im hohen Münchner Norden!

Die Eagles Of Death Metal um Jesse „Boots Electric“ Hughes und Joshua „Baby Duck“ Homme haben ihre Tour nach dem Terroranschlag während ihres Konzerts im Pariser Le Bataclan ersatzlos abgebrochen. Dafür haben wir natürlich vollstes Verständnis und wünschen Band, Crew und Fans nur das Beste. 

20. + 21. November – MOTÖRHEAD
Dem Lemmy gehts ja nicht ganz so gut zuletzt. Von Höhenkrankheit war die Rede, er wurde mit Gehstock auf der Bühne gesichtet und jetzt hat er gar noch von Whiskey auf Vodka umgestellt. Aus gesundheitlichen Gründen. Gleich zwei Shows der Hard-Rock-Legende sind fürs Zenith angesetzt und wir drücken die Daumen, dass der eigentlich unkaputtbare Kilmister auf der Höhe sein wird.

20. November – ENNO BUNGER
Mit seinem Video zu „Wo Bleiben Die Beschwerden?“ schlug der Singer-/Songwriter kürzlich in die genau richtige und wichtige sozialkritische Kerbe. Anschauen und Zuhören empfohlen! Seine melancholischen Lieder zwischen Indie, Folk und Pop gibt der Ostfriese auf der Bühne des Ampere zum Besten.

20. November – COURTNEY BARNETT präsentiert von The Music Minutes
Die Australierin ist ein Phänomen und wird zurecht seit geraumer Zeit ordentlich gehypet. Sie trifft mit ihrer Musik einen Nerv. So unaufgeregt authentisch und dabei so unverschämt talentiert schafft sie etwas Einzigartiges und Echtes. Mit einer verblüffenden Leichtigkeit packt sie ihre mal alltäglichen, mal skurrilen Geschichten und Erkenntnisse in lässige Gitarrensounds, die folkig daherkommen, auch mal grungig und hier und da leicht psychedelisch ausufern. Sie hat Nonchalance und Understatement zu ihrer Geheimwaffe ausgebaut und kreiert mit ihren so schrägen wie ehrlichen Lyrics, die perfekten Anti-Glückwunschkarten-Weisheiten. „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“ heißt ihr großartiges, aktuelles Album, das sich hier immer noch heaviester Rotation erfreut. Ja, „Nobody Really Cares If You Go To Party“, meistens. Aber dieser Abend im Technikum, der ist Pflicht!

20. November – 25 YEARS OF NAKED LUNCH
25 Jahre Bandgeschichte feiern Naked Lunch aus Klagenfurt mit einer Tour und machen dafür auch im  Orangehouse Halt. Zu hören gibt es schöne Indie-Balladen mit feinen Arrangements, Elektrofrickeleien, rockigere Nummern und das alles mit so schönen Titeln wie „Military Of The Heart“, „Suicide Butterfly“ oder „Keep It Hardcore“. Happy Vierteljahrhundert!

20. November – SOPHIE HUNGER
Die perfekte Location für einen Gig der Schweizer Singer/Songwriterin: die holzgetäfelte Alte Kongresshalle liefert den angemessen gediegenen Rahmen für die tiefgründigen Folk-Pop-Songs von La Hunger. Neben dem Material ihres aktuellen Albums „Supermoon“ stimmt die talentierte Musikerin hoffentlich auch ältere Songs wie „Shape“ und „Z’Lied vor Freiheitsstatue“ an.

21. November – OH LAND
Mit den quirligen Elektro-Pop-Songs ihres selbstbetitelten Debütalbums wirbelte die dänische Sängerin vor vier Jahren die Popwelt auf. Mit „Earth Sick“, ihrem mittlerweile dritten Studioalbum, verzaubert Oh Land im Münchner Strom.

21. November – ROCKO SCHAMONI
Bis zum nächsten Gastspiel der Irren in Overalls (= Fraktus) müssen wir uns noch bis Anfang 2016 gedulden, aber in der Zwischenzeit sorgt ein Drittel des durchgedrehten Verbunds für Erheiterung im Volkstheater. Der »King« wird Ungehörtes aus seinen gesammelten Werken und gänzlich Neues vorlesen und dazu mit seinem Bandkollegen Tex M. Strzoda auch noch musizieren.

22. November – ST. GERMAIN
Jazz meets Hip-Hop meets House: St. Germain alias Ludovic Navarre gehört zu den Pionieren des nicht zuletzt auch in München geprägten „Future Sound Of Jazz“. Passend also, dass er in der Münchner Muffathalle, einem der einstigen Hot Spots der Szene, die Songs seines selbstbetitelten neuen Albums – sein erstes seit 15 Jahren! – live vorstellt.

26. November – WE ARE SCIENTISTS + ASH
New York trifft Belfast in der Backstage Halle. Und das auch noch mit zwei so großen Bands, ohne die dem Indie ganz schön was fehlen würde! Wer wie vor mindestens zehn Jahren „My Body Is Your Body“ im Song „Nobody Move, Nobody Get Hurt“ der New Yorker mitplärren will oder zum Bubblegum-Punk-Pop-Klassiker „Girl On Mars“ gepflegt „Kung Fu“ machen will – der kommt ins Backstage, natürlich auch für neueres Material, das ist ja klar.

27. November – KWABS
Wer selbst Palast-Bad-Boy Prince Harry um den Finger wickelt, muss mit ordentlich Booze – und/oder einer Wahnsinnsstimme ausgestattet sein. Ersteres wissen wir nicht, Letzteres kann der britische Soul-Sänger definitiv vorweisen: Mit seinen poppigen R’nB-Songs, unterlegt von elektronischen Beats u.a. von Sohn, adelt Kwabs, der bereits im Buckingham Palace auftrat, die Münchner Muffathalle.

27. November – DIE MEGA 90ER PARTY
East 17, 2 Unlimited, Snap!, Haddaway und Dr. Alban. Live. In München. Was klingt wie eine gefährliche Fieber-Fantasie ist die blanke Event-Realität. Skilager-Diskoabend goes Olympiahalle. Wir wissen noch nicht genau, wie man sich auf sowas vorbereitet oder was man dazu anzieht, aber es juckt uns schon arg in den Fingern, da mal vorbeizuschauen.

28. November – THE SECRET HANDSHAKE TOUR
Die the Secret Handshake-Tour macht vor, was die Leute auf der Politik-Bühne nicht hinbekommen: Dass Grenzen in vielen Fällen wurscht sind. Langtunes aus dem Iran und Ramzailech aus Israel sind dafür das Paradebesipiel. Die Länder seit ewig verfeindet, die Bands gemeinsam auf Tour. Sie spielen im Ampere Indie und Hardcore Klezmer und sollten so vielen als politisches Vorbild dienen.

28. November – PULS FESTIVAL
Seit ewig und drei Tagen ausverkauft und eine feste Konstante im Konzertjahr, lockt das PULS Festival dieses Jahr wieder ein feines Line-up ins BR Funkhaus: Schnipo Schranke kommen nach elf Tagen zurück nach München und gesellen sich zur Antilopen Gang, Wolf Alice, Zugezogen Maskulin, Pollyester, Oracles, Findlay, L’aupaire, Die Nerven, Cosby, Sara Hartmann, Kytes und den unangefochtenen zwei Highlights des Abends: Sizarr mit dem Rundfunkorchester und Die Orsons mit dem Rundfunkorchester. Ist ausverkauft, wird voll, wird gut, da kommt jetzt schon Freude auf.

30. November – BANE
Bereits mit der letztjährigen Veröffentlichung ihres Abschiedsalbum „Don’t Wait Up“ hatte die East Coast-Hardcore-Band ihr Ende nach 20 Jahren angekündigt. Zusammen mit einigen Aushängeschildern der (inter-)nationalen Hardcore-Szene (u.a. Code Orange, Backtrack, Wolf Down) betouren BANE ein letztes Mal Europa. In München wird im Feierwerk (Kranhalle) anständig Servus gesagt.

30. November – SCHWARZBAUER
Jetzt, da er in Rente gegangen ist, hat sich Kurt Schwarzbauer als Musiker neu erfunden. Aus dem simplen Singer-/Songwriter-Kosmos à la Bob Dylan oder Hannes Wader hat er seine Musik nun herausgeholt, zusammen mit seiner Schrobenhausener Allstar-Band. Bei dieser Kollaboration ist mit „Hin & Her“ ein Album herausgekommen, das in seiner Vielfalt in der bayerischen Liedermacher-Szene seinesgleichen sucht. Von Jazzanleihen, Mitsingmelodien bis hin zum potentiellen Wiesn-Hit. Alles da, an diesem Abend in der Milla.

30. November -BLUEGRASS JAMBOREE
Zum inzwischen siebten Mal gibt es einen Americana-Abend der Extraklasse im Amerikahaus. Bluegrass, Folk-Roots und Americana gibt’s von Künstlern, die im Banjo-Bus durchs Land fahren, abgefahrene Sache! Das Motto für die 2015er-Tour ist „Banjos Are Cool“ und live auf der Bühne beweisen das Richie Stearns und Rosie Newton (Appalachian Americana), The Howlin‘ Roots (Southern String Band) und The Railsplitters (Rocky Mountain Bluegrass). Erfahrungsgemäß gilt: Hier spielen Musiker, die nichts mit Radio-Folk am Hut haben, sondern Meister ihrer Instrumente und ihres Genres sind. Gibt’s in so einem Line-up nicht allzu oft.

30. November – JOEY BADA$$
Brooklyn am Start, Mann! Joey Bada$$ spielt sich langsam, aber sicher in die größeren Hallen unserer Stadt. 2014 trat er noch im Feierwerk auf, diesen November steht er in der Theaterfabrik auf der Bühne. Er macht Hip-Hop, der eher Old School als 2015 klingt, und ist der Garant für Kopfnickarbeit zum Monatsende.

AUSSERDEM
Wem das hier in der Stadt alles nicht reicht: Alt-J kommen für ihre letzten Shows in unsere Breitengrade. Nach Düsseldorf am 20. und Berlin am 21. spielen die Art-Indie-Popper aus Manchester am 23. November ihr letztes Konzert im südlicheren Deutschland, nämlich in der Maimarkthalle in Mannheim. (Auf Facebook haben wir gleich mal die Monate vertauscht und wollten sie schon im Oktober hier gesehen haben.) Am Tag drauf sind sie noch in Wien in der Stadthalle zu Gast und dann nur noch in der Schweiz und Großbritannien.

Puh. Ganz schön viel ganz schön gute Shows! Haut rein, geht hin und habt eine gute Zeit!

Foto: Unsplash