Es hat schon seine Gründe, dass Axl Rose nicht den „April Rain“ besingt. Die Tage werden kürzer, eine dicke Nebeldecke liegt über der Stadt und lässt unseren Vitamin-D-Haushalt drastisch sinken. Obst und Avocados helfen. Und: Gute Musik. Wir haben genau das Richtige – für zu Hause, die U-Bahn, das Office und den Morgen danach.

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Ursi
Seit dem ersten „Catchy Catchy“ im MIAO sind die Shout Out Louds wieder auf meinem Musikhorizont aufgetaucht und damit auch in unserer Playlist für November vertreten. Außerdem sind ganz viele, die diesen Monat in München vorbeischauen, diesmal dabei: Destroyer schon allein wegen des absolut fabelhaften Saxophon-Intros, Stings Tochter Eliot Sumner, weil sie endlich unter ihrem echten Namen veröffentlicht, Naked Lunch wegen  25 Jahre großartiger Musik und Father John Misty, weil er so schöne Folk-Songs schreibt. Dann gibt’s noch Neues von der Insel mit Rat Kid, der wie Jamie T. seinerzeit klingt, und Nothing But Thieves, denen man eine Bewunderung für Muse nachsagen könnte. Irgendwo in der Mitte hab ich für euch „Braineaters“ von den Misfits versteckt, außerdem auch endlich neues Material von The Neighbourhood und in den nebligen November schicke ich euch mit Conor Oberst und First Aid Kit, die einfach einen Herbstsong gemeinsam aufgenommen haben. Wie passend!

Kerstin
Neben um die 65 anderen Shows freuen wir uns im November alle besonders auf die Steaming Satellites und Courtney Barnett. Dazu klingt dieser Tour-de-Force-Konzertmonat für mich nach Neuentdeckungen von Allison Weiss (Tegan ohne Sarah reloaded!), Great Collapse und Meat Wave bis zum Ex-Gallows-Mann und Wutbruder John Carter & The Rattlesnakes. Neues von Weezer (Cannoli treffen auf das alte Testament), Die Nerven (Was für eine Scheibe schon wieder?!), The Jon Spencer Blues Explosion und der geschätzten The Smith Street Band (EP-Alarm!) reiht sich an sehr Altes von Motorpsycho und mittelaltes von Baroness (Purple-Album im Anmarsch). Dazwischen spitzen noch Turbostaat (die gerade eine neue Platte und Tour angekündigt haben, yeah, Yeah, YEAH!!!) ums Eck und am Ende gibt sich dann noch die Edel-Instrumental-Task-Force aus Mogwai und Maserati die Ehre. Wenn der November so gut wird, wie er hier klingt, ist absolut alles in Ordnung.

Renzo
Los geht’s mit dem düsteren Disco-Rock von We Have Band, danach greifen The Asteroids Galaxy Tour aus Kopenhagen den funky Bass von den kalifornischen Elektro-Punkern !!! auf. Zum quirligen Elektro-Rock von The Preatures tanze ich in die Abenddämmerung, die schwedische Singer/Songwriterin Cajsa Siik begleitet mich bei den letzten Velo-Touren durch die Stadt. Kelela sorgt mit „Rewind“ für Schmetterlingsgefühle in der grauen Jahreszeit. Nicht fehlen darf im November der Mittelfinger-Song von Grossstadtgeflüster – kommt an einem trüben Montagmorgen im Büro besonders gut. Kopfnicker-Beats gibt’s dieses Mal u.a. von Mos Def, Raleigh Ritchie und Little Simz sowie den französischsprachigen Schweizer Rap-Pionieren Sens Unik, die sich mit den Fantastischen Vier zusammen getan haben. Daniel Johns ist kaum wiederzuerkennen: Der ehemalige Silverchair-Frontmann setzt jetzt auf Elektro-R’n’B. Außerdem: ein paar Indie-Disco-Hits, die immer gehen, u.a. von Arcade Fire, Tricky und The Cardigans. Zum Schluss lassen Adele und Sophie Hunger dann ihrem Heimweh-Blues freien Lauf.

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