Endspurt! Wir haben für euch den letzten Schwung Konzerte in München für 2015 rausgesucht. Außerdem blicken wir ganz rudimentär auf das Jahr 2016 und damit vielleicht auf Shows, die ihr auf euren Wunschzettel schreiben oder die ihr Euch selber unter der Baum legen könnt. Hohoho!

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01. Dezember – CHARLES PASI
Der Mensch mit dem schönsten aktuellen Tour-Plakat macht in der Milla Halt: Charles Pasi ist Franko-Italiener und singt auf Englisch. Er hat in Rom und Paris studiert, war mit Zaz und Maceo Parker auf Tour, hat die Mundharmonika wieder als festes Instrument etabliert und ist inzwischen bekannt für seine Songs, die sich in Jazz, Blues und Pop ansiedeln. Es wäre ein Wunder, wenn er weiterhin in kleinen Hallen auftreten würde.

04. Dezember – GHOST
Schwedischen Heavy Metal im Tebartz van Elst Gedächtnisornat. Wer diese Gestalten sind, ist und bleibt ein mittelmäßiges Mysterium, schon diverse Spekulationen rankten sich über die Jahre um die Mitglieder. Die unterschiedlichen Inkarnationen des Bandkopfs Papa Emeritus und seine „Nameless Ghouls“. Wahrscheinlich ist die musikalische Mischung aus Heavy Rock, Doom und Psychedelik irgendwann eher zweitrangig wenn engagiert die Weihrauchkugel übers Publikum geschwungen wird.

04. Dezember – BARBAROSSA
Barbarossa klingt recht kaiserlich, bezieht sich in diesem Fall aber vor allem auf den roten Bart des Londoners James Mathé. Seine Songs, die durch und durch mit Elektro-Beats bestückt sind, zeichnen sich vor allem durch Mathés Falsettgesang aus. Im Mai erschien sein Album „Imager“, das von Rastlosigkeit und allem drumherum in seiner Heimat London handelt. „The Times“ urteilt über Barbarossa: „Melds blue-eyed soul and electronica to addictive effect… exquisite.“ Exquisit wird es bei uns in der Milla.

05. Dezember – EVERYTHING EVERYTHING
2010 gehörten sie zu den heißesten Newcomern des Jahres. Nach dem Release ihres Debütalbums „Man Alive“ (2010) und dem Nachfolger „Arc“ (2013) legte die Band aus Manchester dieses Jahr mit „Get To Heaven“ ihr drittes Album vor. Darauf gibt es avantgardistischen Indie-Rock, mit dem Everything Everything garantiert auch das Münchner Strom elektrisieren werden.

07. Dezember – HONNE
Nachdem sie Renzo bereits beim Reeperbahn Festival begeisterten, werden Honne bestimmt auch Popfans im Münchner Strom mit ihrem charmanten Schluffi-Soul zum schwofen bringen. Live erinnert das Londoner Duo, das optisch wie eine bärtige, lässigere Version von Hurts daherkommt, übrigens an den Boogie-Sound von Jungle.

07. Dezember – MARSIMOTO 
Okay, die Tonhalle feiert heute den Abriss. Marsimoto, das grüne Alterego von Marteria, tritt auf. Beim „Southside/ Hurricane“ letztes Jahr hatte er bereits einen sagenumwobenen Auftritt, wenn man den Berichten von damals Glauben schenkt. „Illegalize It!“ wird er schreien, der einzige Marsmensch im deutschen Hip-Hop. Die Show ist bereits ausverkauft.

07. Dezember – AGENT FRESCO
Besuch aus Island im Ampere! Wenn man ihrem Wikipedia-Eintrag Glauben schenkt, dann vereinen sie alle möglichen Genres miteinander, unter anderem auch Art-Metal und Math-Rock. Die Kritiker streiten sich darüber, in welche Schublade man das Quartett von der musikaffinen Insel stecken könnte, ihnen selbst geht es aber doch nur um „das Ausweiten [ihrer] emotionalen und musikalischen Grenzen“, so Sängr Arnór Dan Arnarson. Live angeblich eine absolute Schau!

08. Dezember – TAYMIR
Taymir sehen aus wie Mods, kommen aus Holland und machen authentischen Pop im Sixties-Beat-Stil mit einer Portion Arctic Monkeys und einer Prise The Strokes. Im Frühling waren sie schon einmal zu Gast in München, nun kommen sie für eine Zugabe mit ihrem Album „Phosphene“ wieder in die Stadt, diesmal ins Orangehouse.

08. Dezember – MISS PLATNUM
Vor einigen Jahren brachte sie mit ihren vor Butter triefenden Balkan-Beats das Ampere zum brodeln. Inzwischen setzt die Berliner Sängerin, die mit Lila Wolken erstmals Top-10-Luft in den Charts schnupperte, auf deutsche Texte und moderne Hip-Hop-Beats. Das Ampere bietet die idealen Voraussetzungen für eine heiße Block-Party mit Wumms.

09. Dezember – WANDA 
Gefühlt war der Wiener Machsimo-Mukke-Trupp rund um Sänger, Kettenraucher und Spirituosen-Vernichter Nummer Eins Marko Maria Wanda dieses Jahr schon zwischen sieben und zehn Mal in München zu Gast. Diesmal heißts in der Muffathalle „Bussi“, „Amore“ und allerhand anzügliche Liebesfantasien. Dazu gibts Tanzeinalgen zwischen Falco und Shakira und sicherlich ein ebenso illustres wie trinkfreudiges Publikum.

10. Dezember – MAXIMO PARK präsentiert von The Music Minutes
Die Vorfreude ist riesig! Maximo Park (oder doch Maxïmo Park?) kommen für ihre Geburtstagsfeier ins Backstage. Im Werk laden sie euch ein, mit ihnen auf 10 Jahre „A Certain Trigger“ anzustoßen. Gespielt wird ihr immer noch grandioses Debüt in einem Rutsch von vorn bis hinten. Und dann setzt die Band aus Newcastle noch ein paar ausgewählte Songs obendrauf. Wir freuen uns, euch diese Show präsentieren zu dürfen und haben sehr viel Lust auf einen Abend im Zeichen des großartigen Indie-Pop-Rock-Gemischs, das Mitte der 00er-Jahre von England auf den Kontinent übergeschwappt ist. Mit etwas Glück könnt ihr bei uns bis 3. Dezember auch noch Tickets für die Show gewinnen!

10. Dezember – AUSTRO FRED
Die österreichische Antwort auf Freddie Mercury ist auch schon wieder im Lande und schaut in der Milla vorbei. Zuletzt noch als Dichterfürst von Pferdeleberkäse philosophierend, kehrt er diesmal als Musiker auf die Bühne zurück. Zwischen Queen-Playbacks im Muttersprache, Geshoute und sexy Stage-Moves gibts einen skurrilen Abend mit dem einzig wahren Rockstar der Alpenrepublik.

11. Dezember / M94.5 JAHRESSHOW
M94.5 rechnet mit den Songs des Jahres ab: Die Top 25 werden im Feierwerk in der Kranhalle runtergezählt und vorgespielt. Erfahrungsgemäß ist das ganze eine recht fetzige Veranstaltung mit guter Musik, einem Live-Act (dieses Jahr: Melancholisches wie „Schatz, halt’s Maul“ und „Trauriges Mädhen“ von Sven Van Thom aus Berlin), Gewinnspiel und Zappeln allem, was sich auf den Schreibtischen der M94.5-Moderatoren im letzten Jahr so angesammelt hat.

12. Dezember – PEACHES
Renzo lauschte ihr bereits am Eröffnungwochenende in den Münchner Kammerspielen. Peaches‘ Version von Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“ kam jedoch sehr brav daher. Im Münchner Technikum erwarten wir eine wilde Sause mit Krawumm und ordentlich gender confusion. Einmal „Fuck The Pain Away“ in echt, das wärs.

13. Dezember – BILDERBUCH
Willkommen im Dschungel! Bilderbuch aus Wien sind in der Stadt und geben diesmal in der Muffathalle Vollgas. Die Show im März im Strom war heiß, sehr voll und ein Tischfeuerwerk an Hits der neuen Austropop-Fraktion. Soviel Schmäh und Originalität verpackt in der deutschsprachigen Szene keiner so fein in seine Songs. Wir raten jedem glücklichen Kartenbesitzer, seinen Vorrat an Rum-Kokos-Kugel fürs Karma aufzustocken und ein paar von Sänger Maurice Ernsts Tanzmoves einzustudieren. Die Show ist schon lange ausverkauft.

13. Dezember – IBEYI
Das Label XL Recordings, das Adele zum globalen Superstar machte, hat mit Ibeyi ein spannendes Newcomer-Duo am Start. Die beiden Zwillingsschwestern Lisa-Kainde und Naomi Diaz, deren Vater Mitglied des legendären Buena Vista Social Clubs war, setzen auf ihrem selbstbetitelten Debüt auf soulig-jazzige Arrangements, unterlegt mit Afrobeats und Synthies. Roots-Music trifft auf zarte Electronica. Klingt wie eine Mischung aus Björk, Erykah Badu und Feist. Wären wir nicht bei Bilderbuch, würden wir den feinen Klängen im Technikum lauschen.

13. Dezember – JOHN GARCIA
Der Ex-Kyuss Frontmann auf Solopfaden. Zusätzlich zu diversen Nebenprojekten ist Garcia auch schon länger alleine unterwegs. Trotzdem gabs erst im letzten Jahr sein erstes, selbstbetiteltes  Solo-Album. Soundtechnisch gehts im Feierwerk/Kranhalle an diesem Abend in die Wüstenhitze Arizonas und darunter finden sich mit Sicherheit auch einige Kyuss-Klassiker.

15. Dezember – CURSE
Letztes Jahr meldete sich der deutsche Rap-Pionier mit „Uns“ zurück – seinem ersten Studioalbum seit sechs Jahren. Dafür machte Curse gemeinsame Sache mit dem Schweizer Produzenten Claud, bekannt für seine souligen Beats, und dem Berliner Produzententeam Beatgees. Die Songs haben an Tempo eingebüßt, dafür an Atmosphäre dazugewonnen – live nachzuhören im Hansa 39.

16. Dezember – FLORENCE + THE MACHINE
Wer sich bei einem Live-Auftritt verletzt, gibt definitiv alles. Renzo hat den roten Wirbelwind noch nie über die Bühne fegen sehen – höchste Zeit also. Die britische Band um Florence Welch avancierte in den vergangenen Jahren zum Mainstream-Act. Und so spielt die Truppe in der Olympiahalle auf. Ob das gut geht? Wir werden berichten. Wir hoffen jedenfalls auf sehr viel Material der ersten Platte. Und auf die großartigen Songs von „How Big, How Blue, How Beautiful„. Der Klassiker „Dog Days Are Over“ darf selbstverständlich auch nicht fehlen.

16. Dezember – TÜSN
Tüsn aus Berlin machen ganz düsteren und roughen Synthie-Pop. Gitarren? Fehlanzeige. Schlagzeug, Bass und Synthie machen die Band aus. Und dann singt Stefan, der Mann am Mikro, Songs mit Titeln wie „Schuldig“ oder „Schwarzmarkt“. Wild und nicht ganz zuzuordnen. Fest steht für Tüsn nur: „Reden ist Silber, Tanzen ist Gold“. Getanzt wird an diesem Abend im Strom.

17. Dezember – CLARA LUZIA
Pop „Made in Austria“ steht derzeit dank Bilderbuch, den Steaming Satellites und Co. europaweit hoch im Kurs. Clara Luzia ist eine Wiener Pop-Veteranin, die seit den 90ern Musik macht. Im Herbst erschien ihr sechstes Studioalbum „Here’s To Nemesis“. Auf der neuen Platte findet sich neben neun rauen, oft düsteren Indie-Pop-Songs auch ein Grunge-Cover von Lana del Reys „West Coast“. Im Münchner Strom wird die Österreicherin bestimmt auch das energische „Fat Yellow Moon“ zum Besten gehen. Sehr empfehlenswert!

17. Dezember – KATZENJAMMER
Das norwegische Folk-Rock-Phänomen füllt inzwischen die zweitgrößte Location der Stadt. Seit zehn Jahren zelebriert das Ladies-Quartett an den erstaunlichsten Instrumenten einen schier unendlichen Stilmix, bei dem neben Rock auch Gipsy, Balkan-Beats, Mariachi-Sounds, Goth-Vibes und Chanson-Anleihen nicht fehlen dürfen. Die wilde Werkschau gibts im Zenith.

19. Dezember – KOFELGSCHROA
Auch die Volksmusik-Punks aus Oberammergau waren dieses Jahr recht fleißig an der Auftritts-Front. Nach mehreren Gastspielen im Volkstheater heißts zum Jahresabschluss in der Muffathalle Blasmusik goes Dancefloor.

19. Dezember – EMILY BARKER
Emily Barker kennt vielleicht der ein oder andere als das Mädel, das die Frauenquote bei Chuck Ragans Revival-Tour erfüllt oder die auch schon mal mit Frank Turner auf Tour war. Diesen Dezember kommt die in England ansässige Australierin ganz allein in die Milla. Sie hat neues, famoses Material mit im Gepäck: ihre Toerag Sessions. Die hat sie allein, unterstützt nur von Gitarre und Mundharmonika, in besagtem Toerag Studios analog eingespielt. Herausgekommen ist ein astreines Folk-Album, das sie nun auch in München live spielt.

30. Dezember – ME & MARIE
Sie machen Grunge-Folk-Rock’n’Roll. Ungezähmt und sensibel zugleich. Me & Marie ist ein junges Projekt aus Renzos Heimat Graubünden. Maria de Val und Roland Scandella arbeiten derzeit an ihrem ersten Album. Mit ihren einfachen, aber kraftvollen Songs lässt das Duo im Substanz das Jahr ausklingen.

 

AUSSERDEM
Ihr seid noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken in Form von Konzertkarten oder giert schon auf Live-Shows im Jahr 2016? Dann Obacht, hier unsere ganz grobe Auswahl für 2016, über die sich jeder oder ihr selber unter’m Christbaum freut:

Frank Turner & The Sleeping Souls (21. Januar, Tonhalle), Deichkind (06. Februar, Zenith), Massive Attack (22. Februar, Zusatzshow in der Tonhalle), Scooter (Wir wissen, wovon wir reden: 28. Februar, Zenith), Turbostaat (27. März, Strom), Muse (31. März, Olympiahalle), Chvrches (05. April, Tonhalle), Joey Cape (08. April, Strom), Mumford & Sons (17. Mai, Olympiahalle), The Cure (24. Oktober, Olympiahalle).

Für alle Shows gab es am 30. November spätabends noch Tickets, aber das kann sich sicher auch ganz flott ändern.

Foto: 18percentgrey via Flickr unter der Creative Commons Lizenz