Der Dezember bringt hoffentlich nicht nur den ersten Schnee, sondern auch Skihütten-Gaudi, lauschige Kamin-Abende und fabulöse Fondue-Abende. Wir haben die passende Mucke. Es war ein ereignisreiches Jahr. Mit vielen Höhen und Tiefen, auf privater und politischer Ebene. Wir sagen au revoir 2015, fare thee well!

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Renzo
Noch einmal ein kleines bisschen Sommer: Roosevelt legen mit einem hüpfenden Beat los. „Hold On“ ist ein elektrisierender Vorbote auf das Debütalbum des Kölners. Mit Schwung geht’s weiter: Das Saxofon-Intro auf „In For The Kill“ von Shamir macht sofort gute Laune. Erykah Badu hat gerade ein Mixtape mit Songs rund ums Thema Telefon veröffentlicht. Kann man machen. Ich konzentrier mich lieber auf älteres Material ihres Debütalbums „Baduizm“ aus dem Jahr 1997. Wenn wir schon in den Neunzigern sind: bisschen R’n’B von Brandy und Missy Elliott, Soul II Soul haben sich auch reingeschummelt – abgerundet von Naughty By Nature. Nach dem Old-School-Intro holen uns Major Lazor zurück in die Jetztzeit. Den Text kann man getrost vergessen, einfach den Flow genießen. Darauf noch eine Dosis zuckrigen Pop von Bruno Mars bevor Moloko mit ihrem Evergreen „The Time Is Now“ um die Ecke biegen und uns in die Indie-Disco holen. Dort gibt’s dann Oscar And The Wolf, The Kills und Santa Esmeralda. Phil Hayes & The Trees ist ein Tipp aus Zürich (Merci, Anisru!), das neue Projekt von Ex-JJ&Palin-Sängerin Sarah Palin. Die irische Singer/Songrwiterin Soak macht dann den sanften Rausschmeißer und holt uns rüber auf die Popinsel.

Ursi
Jajajaja, wir tun kurz so als wären die letzten zehn Jahre nicht passiert und schweifen auf die Insel zu Ash, Bloc Party und Maximo Park. Und dann kommt Kate Tempest mit ihrem am 30. November erschienen „Europe is Lost“ daher, mit ihrem Song zur Lage des Kontinents. Wahre Worte. Nach einem kurzen Ausflug in Punkrock-Gefilde mit The Max Levine Ensemble, wirds danach wieder zügig älter, weil man Ende des Jahres ja auch nostalgisch werden darf: David Bowie (weil der am 8. Januar sein neues Album „Black Star“ veröffentlicht), Queen (weil Freddie Mercury vor 24 Jahren verstorben ist), gaaaaanz alte The Cure (weil die nach München kommen)und  Siouxsie & The Banshees und The Clash (weil bei mir unabsichtlich offensichtlich England-Wochen sind). Schließlich verstecken sich in all dem auch noch Wipers, eine Punkrock-Band aus Portland, Oregon, die es schon lange nicht mehr gibt. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an den netten Netzer-Besucher, der sie mir so nachdrücklich ans Herz gelegt hat. Hattest recht, find ich super!

Kerstin
Los geht’s diesmal elektronisch. Neues Irrsinnsmaterial von den Techno-Pionieren Fraktus macht den Anfang, Pelzig übernehmen mit ihrem ersten musikalischen Lebenszeichen seit gut 10 Jahren. Es folgen mit M.I.As „Borders“ und Tame Impalas „The Less I Know The Better“ zwei großartige Lieder, die auch noch mit dem besten Videomaterial der letzten Zeit aufwarten. Einmal politische Message mit starken Bildern zur Flüchtlingsthematik, einmal psychedelische Sex-Fantasie im Turnhallenmilieu der 70ies. Die Eagles Of Death Metal haben „I Love You All The Time“ zum Covern im Sinne der Charity freigegeben und Me First And The Gimme Gimmes sagen „Hello!“ und haben für nächstes Jahr eine Tour angekündigt (Hurra!!!). Die beste Neuentdeckung der letzten Monate ist der angepoppte Punk der britischen Muncie Girls (persönliche Ziele jetzt wiedermal Bass lernen und Nase piercen). Die isländischen Grísalappalísa steuern den wüstesten Stilmix der aktuellen Auswahl bei, für Beruhigung sorgen die Red House Painters und Sufjan Stevens. Dazu gibts Neues von FJØRT sowie altes von Hüsker Dü und Elastica. Den Abschluss machen Florence + The Machine (mein letztes, großes Konzert des Jahres) und der unantastbare Nick Cave mit seinen The Bad Seeds.

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