Kein Jahr ohne unseren Anti-Adventskalender: Jede Woche ein Thema, jeden Tag ein Video dazu – und zwar garantiert ohne „Last Christmas“ und sonstiges Weihnachtsgebimmel! Letzte Woche gabs „Speis und Trank“, jetzt wirds sexy. Come in and find out!

2kleinDer Anti-Adventskalender, die Zweite! Diese Woche: Topless Men. Kerle oben ohne. Kleiner Warnhinweis: Die Musik spielt hier eher eine Nebenrolle, ein bisschen Trash muss sein. Und ein kleines wenig camp für alle kann auch nicht schaden. Hauptsache, es gibt was zu gucken.

Wer genug hat vom Weihnachtsmann in all seinen Variationen – bitte sehr, hier gibt’s in den kommenden sechs Tagen ein paar echte Mannsbilder. Shirtless. Musikalisch unterlegt von 90s-Hip-Hop, R’n’B und Pop.

So läufts: Wir aktualisieren den Beitrag hier täglich und jeden Sonntag gibt’s ein neues Wochenthema.

Marky Mark & The Funky Bunch – „Good Vibrations“
Zum Abschluss der „Shirtless Guys“-Woche gibt’s noch eine Jugendsünde: Vor seiner Karriere als ersntzunehmender Hollywood-Star versuchte sich Mark Wahlberg im Zuge des Erfolgs seines großen Bruders, NKOTB-Bad-Boy Donnie, als Rapper. Die Debüt-Single „Good Vibrations“ schaffte es 1991 auf Platz eins der US-Charts. In dem simplen Schwarz-Weiß-Clip inszeniert Marky Mark seinen Körper. Der damals 20-Jährige schwitzt im Video beim Boxen. Das Muskel-Show-off ist hier quasi Programm. Denn achtet man mal auf die schlechten Rhymes, wird klar: hier haben wir es mit einer Art „Keine Macht den Drogen“-Song zu tun. Seiner Karriere hat’s jedenfalls nicht geschadet. Marky Mark zierte als Kevin-Klein-Unterwäsche-Modell zahlreiche Teenie-Zimmer – meins inklusive.

Robbie Williams – „Rock DJ“
Es ist gar nicht so leicht, aktuelle Clips mit „Shirtless Guys“ im Mittelpunkt zu finden. Britney, Grimes und Madonna zeigen zwar gerne mal fesche Kerle in ihren Videos, diese sind aber meist recht züchtig gekleidet und treten nur in kurzen Sequenzen auf. Angst vor den prüden Sittenwächtern? Robbie Williams zog sich vor 15 Jahren ganz aus. Im Video zu „Rock DJ“ geht der Brite bis zum Äußersten, äh bzw. Innersten, um seine Herzensdame von sich zu überzeugen. Die letzten Szenen wurden damals von zahlreichen Sendern rausgeschnitten. Aber keine Sorge: „No Robbies were harmed during the Making of this Video.“

Olivia Newton-John – „Physical“
Kleine Zeitreise: Das heutige Idealbild eines Mannes – bärtig und kerlig mit was dran – sah vor drei Jahrzehnten noch deutlich anders aus. Rasierte, solariumgebräunte Sprenzel befolgen brav die Instruktionen von Fitnesstrainerin Olivia Newton-John. Die australische Popsängerin, bekannt aus der Muscial-Verfilmung „Grease“, führt uns vor Augen, dass hinter einem Astralkörper viel Arbeit steckt. Fun Fact am Rande: Der Song sorgte 1981 mit Zeilen wie „There’s nothing left to talk about unless it’s horizontally“ für Zündstoff. Daran dürfte sich heute kaum noch jemand stören.

Elle King – „Ex’s & Oh’s“
In den USA wird sie seit Jahren als heiße Newcomerin gehandelt. Von Kritikern wurde Elle King bereits als eine Mischung aus Adele, Joan Jett und Duffy bezeichnet. Glaubt man gerade aus den Staaten zurückgekehrten Kollegen, die tagelang über die Highways cruisten, laufen die Songs ihres Debütalbums „Love Stuff“ auf Dauerrotation. Dazu gehört auch die frisch für mehrere Grammys nominierte Single „Ex’s & Oh’s“. Im dazugehörigen Video rotzt uns die junge Sängerin in nonchalanter Manier ihre kratzbürstige Mischung aus Blues, Pop und Rock’n’Roll-Attitüde vor den Latz. Umzingelt von ihren (ziemlich vielen) „Exfreunden“. Einen vielseitigen Geschmack hat die junge Dame. Und eine gute Casting-Agentin. Da ist doch für jeden was dabei.

DMX – „Ruff Ryders Anthem“
Ein bisschen bouncen? Ein typischer Hip-Hop-Track mit sozialkritischem Hintergrund. „Ruff Ryders Anthem“ ist die vierte Single-Auskopplung aus dem Debütalbum des New Yorker Rappers, „It’s Dark And Hell Is Hot“ aus dem Jahr 1998. Dass das dazugehörige Video durchaus camp-Charakter hat, darüber hatte sich DMX beim Dreh wohl keine Gedanken gemacht. Er und seine Homies stählen in einem Männerknast ihre Muskeln. Mit diesen Jungs möchte man definitiv keinen Beef.

Right Said Fred – „I’m Too Sexy“
Diese Jungs sind zu heiß für ihr Auto, ihre Katze und ihr eigenes T-Shirt. Wobei „sexy“ natürlich immer eine Frage der Definition ist. In diesem Fall sind es Muckis in Netzhemdchen. Jedenfalls: Mit ihrem „disco dancing“ trafen die beiden aufgepumpten Fairbrass-Brüder und ihr, äh, Gitarrist 1991 ins Schwarze. Sechs Wochen hielt sich der Song auf Platz zwei der britischen Charts, lediglich Bryan Adams verwehrte ihnen den Spitzenplatz. Es folgten weitere Hits. Hierzulande war die erste Single der Briten zum Glück auch ihre einzig erfolgreiche. Dennoch gehört „I’m Too Sexy“ heute zum popkulturellen Inventar. Also, shake your little tush!

D’Angelo – „Untitled (How Does It Feel)“
Den Anfang der „Topless Men“-Woche macht ein Videoclip-Klassiker. So sexy hatte sich zuvor noch kein männlicher Künstler in Szene gesetzt. In dem schlichten One-Shot-Video posiert Sänger D’Angelo zu lasziven R’n’B-Grooves mit entblößtem Oberkörper vor schwarzem Hintergrund, lediglich ein goldenes Kreuz baumelt auf seiner muskulösen Brust. Die Schweißperlen werden von der Kamera bis weit unter seinen Bauchnabel verfolgt. Damit war ihm die Aufmerksamkeit für sein zweites Album „Voodoo“ (2000) sicher. Übrigens: Während der Aufnahmen trug D’Angelo eine Pyjamahose. Happy 2. Advent y’all!

Rewind: Anti-Adventskalender

In den letzten Jahren gab es in unserem Anti-Adventskalender so exquisite Wochenmotti wie „Pyramiden, Pop und Punk„, „Priesterkinder“ und „Prügeleien, Zerstörung und allerlei Krawall„. Unvergessen auch „Steeldrum und Dudelsack„.

Foto: the music minutes