Ob Leonardo DiCaprio dieses Jahr endlich seine erste Goldstatue mit nach Hause nehmen kann?Sein aktueller Film „The Revenant“ gehört jedenfalls mit zwölf Nennungen zu den diesjährigen Oscar-Favoriten. Auch einige Popstars können sich Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen.

Fünfmal war er nominiert, fünfmal ging er leer aus. Ob Leonardo DiCaprio im sechsten Anlauf mit einem strahlenden Grinsen von der Bühne gehen wird, wird sich am 28. Februar bei der Verleihung der Oscars 2016 zeigen. Der US-Schauspieler ist erneut als „Bester Hauptdarsteller“ für den weltweit wichtigsten Filmpreis nominiert.

DiCaprios aktueller Film „The Revenant – Der Rückkehrer“ ist insgesamt zwölfmal für den wichtigsten Filmpreis gelistet – und damit klarer Favorit. Unter anderem sind auch Regisseur Alejandro González Iñárritu für die „Beste Regie“ sowie Emmanuel Lubezki für die spektakulären Aufnahmen nominiert. Tom Hardy darf sich Hoffungen auf eine Auszeichnung als „Bester Nebendarsteller“ machen.

Zehn Nominierungen heimste der Blockbuster „Mad Max: Fury Road“ ein – u.a. in den Königsdisziplinen „Bester Film“ und „Beste Regie“ (George Miller). Die schauspielerischen Leistungen von Tom Hardy und Charlize Theron sind in diesem Fall wohl auch eher zu vernachlässigen.

Der Science-Fiction-Thriller „The Martian – Rettet Mark Watney“ kommt auf sieben, Steven Spielbergs Spionage-Thriller, das Journalisten-Drama „Spotlight“ sowie das Queer-Drama „Carol“ auf sechs Nominierungen.

Der erfolgreichste Film des vergangenen Jahres, „Star Wars: Das Erwachen der Macht„, ist fünfmal gelistet – allerdings nicht in den Hauptkategorien, sondern in technischen Nischen wie Schnitt, Visual Effects und Tonmischung.

Ebenfalls auf fünf Nennungen kommt die Finanz-Farce „The Big Short„, u.a. für Christian Bale als „Bester Nebendarsteller“, Regisseur Adam McKay sowie das „Beste adaptierte Drehbuch“.

Musikstars in Hollywood

Auch einige Künstler aus der Musikbranche sind bei den Oscars 2016 im Rennen. In der Kategorie „Bester Filmsong“ treffen gleich drei international erfolgreiche Popstars aufeinander. Der Kanadier The Weeknd ist für „Earned It“ aus dem Film „50 Sahdes Of Grey“ nominiert, während Sam Smith mit seinem Bond-Song „Writing’s On The Wall“ antritt.

Drama-Queen Lady Gaga ist mit der Ballade „Til It Happens To You“ am Start. Das Stück stammt aus dem Doku-Film „The Hunting Ground“, in dem sexuelle Übergriffe an US-Colleges thematisiert werden.

Antony Hegarty, bekannt als androgyne Stimme von Antony & The Johnsons, ist zusammen mit Komponist J. Ralph für seinen Song-Beitrag „Manta Ray“ aus dem Umwelt-Dokumentarfilm „Racing Extinction“ nominiert.

Letztes Jahr gewannen John Legend und Rapper Common einen Oscar. Ihr Duett „Glory“ aus dem Geschichtsdrama „Selma“ wurde zum „Besten Filmsong“ gekürt.

Beste Filmmusik

In der Kategorie „Beste Filmmusik“ treten ebenfalls einige Schwergewichte an. John Williams ist für seinen Score von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ gelistet. Der 83-Jährige hat im Verlauf seiner Karriere bereits fünf Oscars für die „Beste Filmmusik“ abgesahnt, u.a. für „Der weiße Hai“, „E. T. – Der Außerirdische“ und „Schindlers Liste“.

Thomas Newman ist für seine Musik von „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ nominiert. Es wäre sein erster Oscar. Zuvor war er u.a. bereits für „American Beauty“ und „Skyfall“ vorgeschlagen. Filmmusik-Legende Ennio Morricone ist mit seinem musikalischen Beitrag zum neuen Quentin-Tarantino-Film „The Hateful Eight“ bei den Oscars 2016 am Start.

In der Kategorie „Beste Filmmusik“ wurde letztes Jahr der Score des Films „Birdman“ ausgezeichnet. Als Komponist zeichnete der Franzose Alexandre Desplat verantwortlich.

In Sachen Musik gibt es dieses Jahr eine weitere außergewöhnliche Nennung: So ist das Biopic „Straight Outta Compton“ über die Anfänge der Hip-Hop-Formation Niggaz With Attitude um Rap-Produzent Dr. Dre für das „Beste Original-Drehbuch“ nominiert. Leider ist es auch die einzige Nominierung, die dem afroamerikanischen Kino Tribut zollt. Keiner der nominierten Schauspieler, Regisseure oder Kameramänner ist schwarz. In Sachen Vielfalt hat Hollywood nach wie vor Aufholbedarf.

Schauspieler-Leistungen

Zu den nominierten Schauspielern gehören u.a. Cate Blanchett und Rooney Mara für ihre Darstellung eines lesbischen Liebespaars in den 50ern in „Carol“.

Eddie Redmayne ist für seine Darstellung einer der ersten Transsexuellen im Drama „The Danish Girl“, im Rennen. Seine Leinwand-Partnerin, die schwedische Schauspielerin Alicia Vikander, geht in der Kategorie „Beste Nebendarstellerin“ ins Rennen.

Hollywood-Darling Jennifer Lawrence heimst für „Joy“ ihre mittlerweile vierte Oscar-Nominierung ein. Nun könnte nach ihrer Auszeichnung als „Beste Schauspielerin“ für „Silver Linings“ eine weitere Goldstatue hinzukommen.

Michael Fassbender ist für seine Darstellung von Apple-Chef Steve Jobs nominiert, Sylvester Stallone für das „Rocky“-Spin-off „Creed – Rocky’s Legacy“.  „Breaking Bad„-Darsteller Bryan Cranston überzeugte mit seiner Rolle als Hollywood-Drehbuchautor Dalton Trumbo, der wegen seiner politischen Einstellung im Gefängnis landete.

Die Oscars 2016 werden in 24 Kategorien verliehen. Die 88. Gala findet am 28. Februar im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Moderiert wird die Show von Comedian Chris Rock.

Alle Oscar-Nominierten 2016 im Überblick:

Beste Hauptdarstellerin
Cate Blanchett für „Carol“
Brie Larson für „Room“
Jennifer Lawrence für „Joy – Alles außer gewöhnlich“
Charlotte Rampling für „45 Years“
Saoirse Ronan für „Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“

Bester Hauptdarsteller
Bryan Cranston für „Trumbo“
Matt Damon für „The Martian – Rettet Mark Watney“
Leonardo DiCaprio für „The Revenant – Der Rückkehrer“
Michael Fassbender für „Steve Jobs“
Eddie Redmayne für „The Danish Girl“

Beste Nebendarstellerin
Jennifer Jason Leigh für „The Hateful Eight“
Rooney Mara für „Carol“
Rachel McAdams für „Spotlight“
Alicia Vikander für „The Danish Girl“
Kate Winslet für „Steve Jobs“

Bester Nebendarsteller
Christian Bale für „The Big Short
Tom Hardy für „The Revenant – Der Rückkehrer“
Mark Ruffalo für „Spotlight“
Mark Rylance für „Bridge of Spies – Der Unterhändler“
Sylvester Stallone​ für „Creed – Rocky’s Legacy“

Beste Regie 
Adam McKay für „The Big Short“
George Miller für „Mad Max: Fury Road“
Alejandro G. Iñárritu für „The Revenant – Der Rückkehrer“
Lenny Abrahamson für „Room“
Tom McCarthy für „Spotlight“

Bester Film
„The Big Short“
„Bridge of Spies – Der Unterhändler“
„Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“
„Mad Max: Fury Road“
„The Martian – Rettet Mark Watney“
„The Revenant – Der Rückkehrer“
„Room“
„Spotlight“

Beste Kamera
„Carol“
„The Hateful Eight“
„Mad Max: Fury Road“
„The Revenant – Der Rückkehrer“
„Sicario“

Bestes Original-Drehbuch
„Bridge of Spies – Der Unterhändler“
„Alex Garland“
„Inside Out“
„Spotlight“
„Straight Outta Compton“

Bestes adaptiertes Drehbuch
„The Big Short“
„Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“
„Carol“
„The Martian – Rettet Mark Watney“
„Room“

Bestes Kostüm-Design
„Carol“
„Cinderella“
„The Danish Girl“
„Mad Max: Fury Road“
„The Revenant – Der Rückkehrer“

Bester Schnitt
„The Big Short“
„Mad Max: Fury Road“
„The Revenant – Der Rückkehrer“
„Spotlight“
„Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Bester Filmsong
The Weeknd – „Earned It“ aus „50 Sahdes Of Grey“
J. Ralph & Antony Hegarty – „Manta Ray“ aus „Racing Extinction“
David Lang – „Simple Song #3“ aus „Ewige Jugend“
Lady Gaga – „Til It Happens to You“ aus „The Hunting Ground“
Sam Smith – „Writing’s On The Wall“ aus „Spectre“

Beste Filmmusik
„Bridge of Spies – Der Unterhändler“ – Thomas Newman
„Carol“ – Carter Burwell
„The Hateful Eight“ – Ennio Morricone
„Sicario“ – Jóhann Jóhannsson
„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ – John Williams

Bester Fremdsprachiger Film
„Son of Saul“ (Ungarn)
„Theeb“ (Jordanien)
„A War“ (Dänemark)
„Mustang“ (Frankreich)
„Der Schamane und die Schlange“ (Kolumbien)

Bester Dokumentarfilm
„Amy“
„Cartel Land“
„The Look of Silence“
„What Happened, Miss Simone?“
„Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom“

Bester Dokumentar-Kurzfilm
„Body Team 12“
„Beyond the Lines“
„Claude Lanzmann: Spectres of the Shoah“
„A Girl in the River: The Price of Forgiveness“
„Last Day of Freedom“

Bestes Make-up und Hairstyling
„Mad Max: Fury Road“
„100 Year Old Man“
„The Revenant – Der Rückkehrer“

Bester Tonschnitt
„Mad Max: Fury Road“
„The Martian – Rettet Mark Watney“
„The Revenant – Der Rückkehrer“
„Sicario“
„Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Beste Tonmischung
„Bridge of Spies – Der Unterhändler“
„Mad Max: Fury Road“
„The Martian – Rettet Mark Watney“
„The Revenant – Der Rückkehrer“
„Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Bester Animations-Kurzfilm
„Bear Story“
„Prologue“
„Sanjay’s Super Team“
„We Can’t Live Without Cosmos“
„World of Tomorrow“

Bester Animationsfilm
„Anomalisa“
„Der Junge und die Welt“
„Alles steht Kopf“
„Shaun das Schaf – Der Film“
„Erinnerungen an Marnie“

Bestes Produktionsdesign
„Bridge of Spies – Der Unterhändler“
The Danish Girl
Mad Max: Fury Road
„The Martian – Rettet Mark Watney“
„The Revenant – Der Rückkehrer“

Beste Visual Effects
„Ex Machina“
„Mad Max: Fury Road“
„The Revenant – Der Rückkehrer“
„Star Wars: Das Erwachen der Macht“
„The Martian – Rettet Mark Watney“

Bester Live-Action-Kurzfilm
„Ave Maria“
„Shok“
„Day One“
„Stutterer“
„Everything Will Be Okay“

Foto: 2015 Twentieth Century Fox (Screenshot)