Der April macht was er will. Und was der kann, können wir schon lang! In diesem Sinne erwartet euch wieder eine musikalische Rundreise durch alles, was uns zuletzt, aktuell, wieder oder immer noch gefällt und umtreibt. Wir wünschen viel Vergnügen mit unseren monatlichen 3 x 15 Songs!

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Kerstin
Diesmal gehts ganz kommod los, mit einer Rutsche wohlig, melancholischer Indie-Alternative-Nummern der tempomäßig gesetzteren Sorte. Sluts „Staggered And Torn“ ist inzwischen 16 Jahre (!) alt und immer noch saustark, daran reihen sich Midlake mit einer Runde cooler Blasmusik in „Roscoe“, Sophia schauen live und auch in der Playlist vorbei und bei Seafrets „Oceans“ läuft unablässig weiter Maisie „Arya Stark“ Williams als Superheldin mit Häkelkäppchen vor dem inneren Auge vorbei. Es gibt neues von den schottischen Frightened Rabbits, von Weezer und von Altmeister Bob Mould, älteres von Get Well Soon (weil sie neulich in der Mufftahalle wirklich fantastisch waren!) und Muse (die sich jetzt endgültig den Preis für das krasseste Stage-Design gesichert haben). Weitere wunderbare Neuheiten gibt es von Matze Rossi, der mit „Ich Fange Feuer“ eine Platte gemacht hat, die gleichermaßen in die Ohren, ins Hirn und ins Herz geht und den vogelwilden Australiern The Bennies – Psychedelic Reggae Ska Doom Metal Punk Rock From Hell machen die (nächsten Monat übrigens auch live im Unter Deck!). Den Battle der mit schier unaushaltbarer Spannung erwarteten ersten Singles der jeweils neuen Alben von Biffy Clyro und Thrice gewinnen, man möchte es bei mir brutalem Biffy-Fan kaum meinen, mit knappem Vorsprung Letztere. Und dennoch, die Vorfreude auf die erste Biffy-Show seit Jahren (Lissabon, wir sehen uns in unter 100 Tagen.) steigt täglich. Beschlossen wird instrumental, einmal mit den kolossal-avantgardistisch-genialen Battles und einmal mit brandneuer Musik von Explosions In The Sky.

Ursi
Keine Scheu vor buntem Stil-Mix, dachte ich mir diesen Monat. Los geht’s mit Catfish And The Bottlemen, den Briten mit dem sicheren Gespür für handfeste Ohrwürmer, und einem schon älteren Hit der Editors, mit dem mich einmal mehr die FM4-Morningshow aus dem Bett geworfen hat. The Thermals und Into It. Over It. sorgen mit ihrem Indie-Rock-Punk-Gemisch für bissl Wumms in den ersten hellen Nächten. Jeanne Added aus Frankreich wird in meinen Ohren und Augen ziemlich sicher der neue heiße Scheiß an der „Coole Frauen an die Front“-Front, PJ Harvey winkt aus exakt dieser Schublade schon raus. Und dann kommt der Soul: Angeheizt von unserer neuesten Präsenation, Nathaniel Rateliff & The Night Sweats, kommen da Sam & Dave vor, ebenso wie White Denim und unter anderem was aus der neuen HBO-Serie „Vinyl„. Apropos „Serie“: „Bosch“ kann man sich auf Amazon Prime recht gut anschauen, auch wenn man Wiedersehen mit ein paar Leuten aus „Lost“ und „24“ feiern will. Das Opening besticht nicht nur durch die Optik, sondern auch den Song von Caught A Ghost. Weil Radiohead auf Festivals spielen und die Moderat-Show so überragend war, schließen diese beiden mit Underworld (Seit Wochen versuche ich, diesen Beat aus meinem Kopf zu bekommen. Klappt nicht, macht nichts!) meinen Teil ab.

Renzo
It’s The Beat! Mit dreckigen Beats aus London geht’s weiter. Dass hier ein Ex-Boyband-Mitglied singt, hält man kaum für möglich: Für „Plug It in“ schnappten sich die Basement Jaxx 2003 den ehemaligen Timberlake-Kompagnon JC Chasez von Nsync. Big-Beatig übernimmt Fatboy Slim mit seinem immer noch grandiosen Klassiker „Right Here, Right Now“ aus dem Jahr 1999, die Stereo MCs und Arrested Development runden das Mini-90s-Revival mit ihren Hip-Hop-Beats ab. Pre-Verschwörungstheorien-Verfechterin Lauryn Hill glänzte während ihrer kreativen Post-Fugees-Phase mit „Lost Ones“, einer fetten Produktion von Dr. Dre. Die Tage werden endlich wieder länger, es wird wärmer – also raus aus den Klamotten, Tweet macht’s vor. Wieder komplett angezogen feiern wir das Comeback der All Saints. In dem frischen Popsong wird die Trennung von Nicole Appleton von Oasis-Rüpel Liam Gallagher verarbeitet. Danach übernehmen Tricky-Protégée Francesca Belmonte und ihre zehnjährige Cousine Daisy das Mic, bevor der schleppende Beat der Original-Version von Molokos Überhit „Sing It Back“ mich runterholt. Lykke Li ist auch ein bisschen verliebt und verbreitet Frühlingskribbeln. Apropos: Meine persönlichen Frühlingshit: „What You Talking About?“ von Peter Bjorn and John und „Love Is The Future“ von Hot Chip. Danach noch zwei potentielle Mit-dem-Velo-in-den-Sonnenuntergang-Cruising-Songs von MGMT und Broken Bells, bevor Soulwax mit einem unerwarteten Cover eines 80s-Klassikers Servus sagen.

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