Endlich Echo 2016! Wir verfolgen die „deutschen Musik-Oscars“ live von der Couch aus und tickern – nicht ganz ironie- und tippfehlerfrei, eh klar. Ursi sitzt wie jedes Jahr gebannt vom heimischen TV-Gerät und guckt Echo 2016. Für wen? Für euch. Liveticker mit Tippfehlern, let’s go!

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Schon zum dritten Mal schau ich jetzt den deutschen „Musik-Oscar“, wie er von Helene Fischer schon einmal genannt wurde. Nachdem Madame Fischer aber eh für jede zweite Kategorie beim Echo nominiert ist und das dann zu viele Outfitwechsel wären, moderiert Barbara Schöneberger. Letztes Jahr gings mit einer Schweigeminute für die Opfer des Air Berlin-Flugs los, diesmal vielleicht mit einem Volkstanz aus Panama? Kann man noch nicht sagen.

Bei unserem Trio ist alles wie immer (verdächtig ähnlich an Echo-Abenden inzwischen): Kerstin ist auf einem Konzert, Renzo auf einer Veranstaltung in Berlin diesmal. Ich bin gespannt, ob meine Vorräte an a) Eierlikör und b) halbwegs irrem Menschenverstand reichen, diesen Abend zu überstehen. Ich habe Angst, dass wieder Adel Tawil, Oonagh und der „Violinen-Skrillex“ Lindsey Sterlng für die gleichen Songs wie 2014 UND 2015 nominiert sind. Falls ja, bin ich ab morgen in einer noch zu wählenden Anstalt zu besuchen. Oder auch nicht, weil ich das Raum-Zeit-Kontinuum für immer hinter mir gelassen habe. Bisher steht nur Oonagh wieder auf der Liste, aber ich frage mich: Was ist das für ein System und wer steckt dahinter? Hier ist Klärungsbedarf! #echopapers

Live geht’s hier kurz vor der Prime Time los, bis zum bitteren Ende – denn Echo ist nur einmal im Jahr! 

[20:13] Gleich gehts los. Ich bin ready. Für alles gewappnet. Mann, bin ich aufgeregt! Was diesmal wohl alles passieren wird? Ich kratze mit den Fingernägeln die Überzüge meines Sofas ein. Wann ist es endlich 20:15 Uhr?

[20:15] Jetzt!

[20:16] Es ist als der 25. Echo! Na gratuliere! Man startet mit einem Rückblick. Tim Bendzko taucht da auf, Bono, Tom Jobes. Ach Gott, Tim Bendzko singt ja auf der Bühne.  Gefolgt von Peter Maffay, nicht von Bono. Alte Gewinner also auf der Bühne, verstehe. Tina Turner, Lionel Richie, Robbie Williams und Xavier Naidoo winken aus der Vergangenheit. Sido tritt live auf. Lena, Lenny Kravitz, Lena.

[20:18] Lena singt. Irgendwie falsch. Helene Fischer wird angeteasert. Die Prinzen auf der Bühne. Alter, nur Topstars vor Ort! (Robbie Williams, Lionel Richie, Bono und alle internationalen Stars sind nur auf der Leinwand) Geil. H.P. Baxxter von Scooter!!! Verwunderlich, wo sich der Echo immer das Publikum vor der Bühne einkauft: Keiner bewegt sich. Schon wieder nicht.

[20:20] Na endlich, die Scorpions mit „Wind Of Change“, Klause Meine pfeift immer noch. (Vorhin war noch die Stürmer Christl da.) Ende Intro.

[20:21] Barbara Schöneberger betritt in einem asymmetrischen schwarzen Kleid mit Spitze die Bühne und verliest noch mal die Künstler von eben auf der Bühne. Sie macht ein paar Witze über ihre Cellulitis und ihren kurzen Anfahrtsweg. Und sie behauptet, keiner wüsste wer gewinnt, es gehe immer vor und zurück – wie bei Sophia Thomalla. Sie macht einen Witz über Wolfgang Petry in Zusammenhang mit Frauke Petry. Ist das lustig?

[20:23] Ich glaube, es ist nicht lustig.

[20:24] Künstlerin Rock/Pop National wird vergeben. Nominiert sind Lena, die sich geläutert gibt, Namika, die mit „Lieblingsmensch“ einen großen Hit landete, Nena, die anscheinend eine Platte namens „Oldschool“ veröffentlicht hat, natürlich Oonah, die elbische GZSZ-Schauspielerin, die uns mit auf ihre Elben-Reise um die Welt nimmt, und schließlich Sarah Connor, zu der mir einfach nix einfallen will.

[20:27] Anna Maria Lara (sic), die Laudatorin, wurde extra eingeflogen, sagt Frau Schöneberger. Sie heißt Alexandra Maria Lara. Schöneberger entschuldigt sich. Schon jetzt ist das alles sehr hoch auf der Fremdscham-Skala. Alexandra Maria Lara vergibt den Preis an eine Freundin: ihren Lieblingsmensch, Sarah Connor!

[20:29] Sarah Connor hat die Aliens-Frisur von Anna Loos von vor zwei Jahren perfektioniert. Und durch ihre Ohrringe könnten kleine Hündchen springen. Sie hat nichts vorbereitet. Oonagh währenddessen hätte da was vorbereitet, aber das hilft jetzt keinem. Ist ihre Elben-Weltreise zu Ende? Vielleicht. Hoffentlich.

[20:31] MAZ-Fehler. Rückblick-Einspieler. Nena erklärt in einem alten Einspieler, dass die deutsche Entertainmentbranche hinkt. Campino von den Toten Hosen sagt, dass er da gerade am Anfang der Branche einen Gefallen mit seinem Erscheinen getan hätte. As if!

[20:34] Amy MacDonald kommt auf die Bühne. Sie hat mal einen Echo gewonnen und verleiht den Hit des Jahres-Award: Adeles „Hello“, Felix Jaehns „Ain’t Nobody“, Lost Frequencies „Are You With Me“, Major Lazers „Leon On“, Sido mit Andreas Bourani (mein Tipp) sind nominiert.

[20:36] Lost Frequencies, eine Ein-Mann-Show, gewinnt! Halt. Wer? Was? Wer?!?!?!? Und wer ist eigentlich diese Adele?

[20:37] Amy MacDonald kündigt Joris an. Der ist ja auch bissl nominiert und sitzt da mit umgeschnallter Gitarre am Flügel. Übrigens: Auch Amy MacDonald hatte was mit schwarzer Spitze an – so wie Barbara Schöneberger. Helene hat auch sowas an. Zurück zur Performance: Die 50 Hanseln vor der Bühne sind noch skeptisch. Bewegen tut sich keiner jedenfalls.

[20:39] Irgendssoein Vollkasper hat ne Sonnenbrille im Publikum auf. Der scheint aber wichtig zu sein. Ist es Robin Schulz? Statt Glitzerärmeln wie im letzten Jahr diesmal Sonnenbrille?

[20:40] Ich nehme alles zurück wegen des Publikums vor der Bühne! Das ist ja alles bestuhlt diesmal! Alles! Damit schnell ganz besonders gute Stimmung aufkommt!

[20:43] Barabara Schöneberger erzählt von ihrer Gartenverletzung. Es kommt sicher einer Pointe. Ah. Ich lache nicht. Das ist nicht witzig. Alex von Eisbrecher/ Tabaluga (!!!) kommt.

[20:45] Er verleiht den nationale Alternative-Preis, der abseits des Mainstreams wäre: Avantasia, Frei.Wild (WIE BITTE????), Lindemann, Saltatio Mortis – Moment, ist das etwa die Courage-Kategorie?? – Wirtz. Wer sind die Künstler? Und wieso sind sie nominiert? Es gewinnt Frei.Wild. Ich möchte ausschalten. Seit wann sind die Südtiroler-Nationalisten-Deppen denn aus Deutschland? Sorry, aber Südtirol und Deutschland gehören nicht zu einem Reich Land  auch wenn das manch einer gern hätte. Es gibt Buh-Rufe, wenigstens das. Der Sänger liest irgendwas ab und grüßt die Freunde von Frei.Wild und Südtirol. Er sagt: „Wir sind, was wir sind.“ It’s official: Sie sind Arschlöcher. Der Preis würde ihnen zustehen (s. letzter Satz), der Preis wird nicht zuhause stehen, sondern in der Öffentlichkeit gegen Engstirnigkeit repräsentiert werden. Als Licht? Als latenter rechtsrock? Igitt.

[20:49] The Weeknd spielt nen Song. Wie schön, gleich nach Frei.Wild. Ob die sich beim Betreten/Verlassen der Bühne grad herzlich umarmt haben? Vielleicht wusste The Weeknd auch nicht, dass Südtirol seit neuestem ein Teil von Deutschland ist. Vielleicht fragt er sich aber so wie auch grad nur, was hier eigentlich passiert.

[20:54] Gregor Meyle kommt. Wer ist das? The Voice vielleicht, weil er sich bei Xavier bedankt? Er vergibt den vielleicht einzigen, weil ehrlichen Preis, den Schlager-Echo: Fantasy, Klubb3, Wolle Petry (Barbara Schöneberger, der konnte was für die Freundschaftsbänder, aber nicht für seinen Nachnamen!), Semino Schmalzi-Schmalz Rossi, Wolkenfrei, die deutlich nur wegen ihrer Frontfrau Erfolg haben. Und genau deshalb gewinnen die auch! Oh, verstehe. Sie tritt gar nicht mehr als Wolkenfrei auf, sondern mit ihrem echten Namen, Vanessa Mai. Nur logisch, dass Wolkenfrei auch unten eingeblendet wird.

[20:58] Beste National Rock/Pop wird vergeben. The Bosshoss sind schon wieder nominiert, PUR (Da fällt mir ein, dass es eine RTL2-Show über PUR-Fans gab, absoluter Wahnsinn!), Revolverheld (Die haben letztes Jahr genau schon diesen Preis gewonnen haben. Hallo?!), Silbermond, Unheilig (Singt denn der Graf immer noch? Er wollte doch aufhören, schon 2014!).

[21:01] PUR spielen ein Konzert in Bremen, unterbrechen das aber und winken aus einem vollen Haus. es gewinnt PUR – einmal hat sich die Live-Schalte also gelohnt! Stefanie Heinzmann ist in Bremen und übergibt den Preis. Und so schnell kann eine Live-Schalte in Peinliche umschlagen.

[21:03] Hartmut Engler singt diesen Tango-Song an, das Publikum singt weiter. Wer geht eigentlich zum PUR-Konzert? Die Menschen sehen aus wie in den Neunzigern. Oder haben die das mit dem Raum-Zeit-Kontinuum endlich gelöst?

[21:04] Der Echo beweihräuchert sich ein bisschen selber, weil er so vielen Newcomern zum Erflg verholfen hat. Fanta Vier, Silbermond, Lena, Xavier Naidoo und wer halt sonst alles nur Dank dem Echo so groß und erfolgreich wurde.

[21:07] der Typ mit der Sonnenbrille ist echt Robin Schulz. Hahaha, was für ein Kasperl! Schöneberger macht Witze über The Weeknds Frisur. Keiner lacht.

[21:09] Xavier Naidoo singt – ebenfalls mit Sonnenbrille – ein Lied, ich glaube, es heißt „Frei“. In der ARd! Ohne, dass es einen Medienaufschrei gab! Bevor die Bühnenbeleuchtung angeht, widmet er es noch schnell nuschelnderweise dem Roger (Cicero). Er trägt auch schwarz. Deswegen?

[21:10] LAAAAAAAANGWEILIIIIIIIGGGG!!!!! Wo ist Anna Loos? Das hat man jetzt davon: Jahrelang belächelt man dieses Event und dann meinen sie es einmal ernst und es ist arschfad. Nena, hattest schon Recht vor 25 Jahren (und das sage ich keinesfalls leichtfertig)!

[21:13]Ich warte irgendwie drauf, dass den Echo das gleiche Schicksal wie Wetten Dass..? ereilt. Einfach mal nicht übertragen. Und stattdessen vielleicht ’ne gute Serie produzieren? Soll beim ZDF ja funktioniert haben…

[21:14] Klaus Meine, in schwarz und mit Sonnenbrille, zeichnet Robin Schulz aus. Der Clown in weiß mit Sonnenbrille schüttelt den Kopf und schaut betroffen. Ich kenne jemanden, der grad lacht. Er bekommt den Preis „Nationaler Act im Ausland“ und man zeigt einen kleinen Film. Und jetzt? Geht er auf die Bühne! Er findets „krass“, bedankt sich kurz und formlos und geht wieder ab. Muss nach Brasilien!

[21:20] Müsste ich Barbara Schönebergers Moderation mit einer der letzten Monate vergleichen: Es ist nicht mehr weit bis zu Annemarie Carpendale am Roten Teppich bei den Oscars!! Da kann jetzt auch Enyas Live-Auftitt nicht ablenken!

[21:23] Barbara Schöneberger macht einen erneuten verzweifelten Versuch eines Scherzes. Mit einem Schirm-Hut. Ich schäme mich. Ich schäme mich so sehr. Ist das das Beste, was man bieten kann, wenn man Musik auszeichnet?

[21:24] Es geht um den Dance-Act National: Deichkind, Gestört Aber Geil Felix Jaehn, Paul Kalkbrenner, Robin Schulz. Mir kommt vor, dass diese Einspieler mindestens doppelt so lang wie letztes Jahr sind. rettet die Moderation auch nicht. Mark Forster macht Witze, keiner lacht und er verkündet den Gewinner: Robin Schulz. Überraschung. Muss der Flieger nach Brasilien noch warten. Vielleicht wird er die neue Helene?

[21:28] blablablablablafadfadfadfadblablibub – Schöneberger hat irgendwas erzählt und plötzlich ist Max Raabe da. Aber Shakira ist doch gar nicht da, über deren Songtitel hat er sich doch vor zwei Jahren so lustig gemacht. Rock Alternative International verleiht er: AC/DC, Iron Maiden, Motörhead, Nightwish und Placebo. Wilder Mix. Iron Maiden gewinnt. Man grüßt aus dem Flugzeug, war klar!

[21:33] Endlich. Nach einem weiteren schlechten Witz von Seiten der Moderatorin kommt Aki Bosse und performt „Steine“. Ich habe die stille Vermutung, dass das der Höhepunkt der überaus seltsamen Veranstaltung werden könnte.

[21:36] Aki Bosse zeigt zwei Mittelfinger in die Kamera. „Die gehen an jedes Nazi-Schwein“, sagt er und verschwindet von der Bühne. Besser wirds nicht – das alles im öffentlich-rechtlichen Rundfunk! Merci, Bosse!

[21:38] Oonagh schwebt in einem Alptraum aus hellblauem Satin auf die Bühne. Und was noch? Sie spricht schon wieder nicht elbisch! Mann, lern das doch! Sie verleiht den Echo für Volkstümliche Musik (Grusel trifft auf Grusel): Amigos, Andreas Gabalier, Hansi Hinterseer, Kastelruther Spatzen (Oh Mann, das Genre des Grauens!!!) und wie jedes Jahr Santiano sind nominiert. Es gewinnt: Santiano. Nikolaus von Myra ist auch dieses Jahr gnädig und wir werden Zeuge einer neuen Dankesrede im Seemansjargon.

[21:42] Ich möchte festhalten: Die Texte von Andreas Gabalier und Hansi Hinterseer sind so schlimm wie die Amigos aussehen. Hansi Hinterseer reimt attraktiv auf informativ, glaub ich. Nein, ja? – Eher nein. Und wieso war Helene Fischer hier nicht nominiert?

[21:45] Ah, jetzt kommts. Crossover-Kategorie. Völlig wahllos zusammengewürfelte Platten, die in keine Kategorie passen wollen, die man aber (wegen Helens Weihnachtsalbum) dringend auszeichnen will: Das Bartislava Symphony Orchester spielt die Böhne Onkelz, Roger Civero singt/Sang Sinatra, Helene Fischer ruiniert Weihnachten, David Garrett ist David Garret und wie jedes Jahr auch singen Mönche gregorianische Choräle.

[21:46] Helene gewinnt. Ich glaube ja, dass viele dachten, posthum holt Roger Cicero den Preis. Mich wunderts nicht. Soooo geil war das Sinatra-Remake auch nicht, es hat auch nicht so wie Helene Fischers Platte verkauft. Aber wieso? Nicht, weil es Roger Cicero war, der sich auf genau dieser Veranstaltung, dem Echo, 2014 sauber blamiert hat, weil er so neben sich stand, sondern weil es nur einen Frank Sinatra geben kann. Der richtige Zeitpunkt für die Obituaries. Neben Roger Cicero denkt man an Natalie Cole, Ben E. King, Keith Emerson, Glenn Fry, Percy Sledge, James Last, Achim Mentzel, Hugo Strasser, Lemmy Kilmister, Max Greger, Erol Brown, B.B. King, Kurt Masur, David Bowie – zu viele Großen, wenn ihr mich fragt.

[21:52] David Bowie wird in die Hall of Fame aufgenommen. Ach, da kommen nur Verstorbene rein? Amy Winehouse, Whitney Houston und Udo Jürgens und so sind da. Es gibt einen Einspieler und ich kann irgendwie immer noch nicht glauben, dass der Starman gestorben ist.

[21:54] Bitte kein Tribute-Song von Sarah Connor und Konsorten….

[21:56] Mein Flehen wird nicht ganz erhört: Der Chamber Choir of Europe singt „Space Oddity“. Robin Schulz, Mark Foster und Andreas Bourani nicken wissend im Takt mit. Dieter Gorny singt mit.

[21:58] Künstler Rock/Pop National wird verliehen: Andreas Bourani, Herbert Grönemeyer(der war wirklich auch schon 2015 nominiert und hat auch gewonnen! Sie zeigen gar einen Ausschnitt von seiner Echo-Performance als Frosch!), Johannes Oerding, Mark Forster und Peter Maffay. So richtig verleihen wird Sido den Preis. Ohne Maske, mit goldener Bomberjacke. Aber nicht shclecht, erster Satz „Die sind alle so dumm hier beim Echo“. Ist er bekifft? Vielleicht. Sein Spezl Andreas Bourani gewinnt. Das hätt uns mal jemand vor drei Jahren erzählen sollen, dass der Bourani und der Mann mit der Skelettmaske von damals gemeinsame Sache machen…

[22:03] Herrgott, wo ist Anna Loos? Der Echo dieses jahr ist ja nicht mal unfreiwillig komisch, sondern aufgrund des fehlenden Slapsticks einfach nur fad.

[22:05] Bitchfight bei Topmodel Mann, auch nix Neues! Bourani spricht immer noch.

[22:06] The Boss Hoss kommen und verleihen den Newcomer-International-Preis. James Bay, Bilderbuch, Louane, Wanda und The Weeknd sind nominiert und James Bay gewinnt. Die Stimme aus dem Off hat zum Abendessen einen Clown verschluckt: „Hut ab, Hames Bay!“ Haha. Er lässt den Hut auf und bedankt sich.

[22:10] Ein Duett wird von Barbara Schöneberger angekündigt. Ich habe Angst, dass es Helene Fischer ist.

[22:11] Sarah Connor singt ein Duett mit einem Unbekannten. Vermutlich ist er sowohl den Veranstaltern als auch Barbara Schöneberger bekannt, aber die halten es geheim. Vielleicht, damit sich alle „Kommst du mit ihr“ von Sarah Connor anschauen und anhören. Ich möchte das nicht.

[22:13] T – 60 Minuten. Ach, James Bay ist der geheime Duettpartner. Aha. Joa. Mhm. Wo ist nochmal der Schnaps?

[22:15] Letztes Jahr durfte James Bay noch allein auftreten, dieses Jahr bekommt er einen Preis und muss sich mit Sarah Connor die Bühne teilen. Dafür verkauft man Hallen aus, oder? – Yeah, right.

[22:19] Conchita stakst auf die Bühne. Conchita is mega. Um die Musik-DVD gehts: Böhse Onkelz, Helene Fischer, Udo Jürgens, Peter Maffay und Rammstein machen das unter sich aus, ich glaube irgendwie, dass Helene Fischer gewinnt.

[22:21] Keine Überraschung: Helene gewinnt! Was hat die da überhaupt an? Oder auch nicht an? Halterlose Strümpfe und ein Spitzenshirt? Die verdient doch genug Geld. ich mein, bei mir gegenüber an der Straße schauen die so aus! Conchita gefällt das Outfit und überreicht ihr deshalb auch gleich den Live-Echo. Logik? Hat sich schon lang über den Hinterausgang zur Tür rausgeschlichen.

[22:25] Sie erzählen von Jamie Lee, der deutschen Hoffnung für die Eurovision. Xavier Naidoo weint ein bisschen. Jamie Lee singt. Xavier Naidoo weint ein bisschen mehr.

[22:32] Ohne großes Drumrumreden gehts zum Newcomer National: Philipp Dittberner, Gestört Aber Geil (Wer sind denn diese Typen bitte?), Joris, LX & MAxwell (Haha, wer sind diese Typen vom Obststand denn?) und Namika sind die Titelanwärter. Christl Stürmer, auch in schwarz, überreicht ihn und erinnert sich an einen Echo vor zehn Jahren, an dem Tokio Hotel den Newcomer-Award bekommen haben. crazy Shit. Heute ist Joris Tokio Hotel.

[22:37| Joris erinnert sich in seiner Dankesrede an die Anschläge in Paris und betont, dass er sich seine Art zu leben nicht nehmen lassen will und hoffnungslos hoffnungsvoll bleiben will. und schwupps, drückt ihm Christina Stürmer noch den Kritiker-Echo in die Hand!

[22:40] Michi Beck und Smudo sind Laudatoren für das Album des Jahres: Adele, Sarah Connor, Helene Ficher, Santiano und Sing meinen Song VolXY gehen darum ins Rennen. Ich glaub irgendwie nicht, dass es Adele wird…. Wieso auch?

[22:42] Smudo nennt als seine Favoriten Adele und Helene. Sarah schaut beleidigt. Helene gewinnt. Ich schaue auf dir Uhr. Das ist ihr vierter Echo dieses Jahr und damit sind wir durch mit ihr, denn sie kommt nicht mehr auf die Bühne. Performt sie noch? Uahhhh! Bemerkenswert: Sie dankt Florian Silbereisen nicht (aber Alex Christensen, ihrem Produzenten).

[22:44] Alex Christensen bekommt den Echo fürs Weihnachstalbum von Helene Fischer.

[22:45]HELENEHELENEHELENEHELENEHELENE – nicht mehr lang, und die Menschen mit den weißen Westen, die nur hinten aufgehen, klingeln an meiner Tür. HELENEHELENEHELENE … Der Sohn von Alex Christensen heißt „Tiger“ [tai’gah]? Wieso nur, liebe Welt, wieso? Helene gratuliert Alex Christensen auf der Bühne zum Geburtstag, Barbara Schöneberger stimmt „Happy Birthday“ an und ich wünsche mir, dass das alles bald zu Ende geht und dass Anna Loos okay ist.

[22:50] Udo Lindenberg singt. Der hat erst nach dem Echo fürs Lebenswerk den Echo für das beste Pop/Rock-National-Album erhalten. Sieh an. Steht da wirklich Udo Lindenberg? Oder könnte es nicht auch Helge Schneider sein, seines Zeichens bester Lindenberg-Imitator, dens gibt. Nein, es ist Udo. Er hat seine Sonnenbrille abgenommen. Wieso? Weil es ihm wurscht ist. Er bringt den Beweis des Abends: Alles Playback, denn als er das Mikro um sich schleudert, singt seine Stimme weiter. Was für ein Elend.

[22:55] Barbara Schöneberger gibt Udo Lindenberg den Echo für das beste Musikvideo. Der Typ is eigentlich der Hit. Dynamite! Bedankt sich noch bei Kim Frank, der Regie geführt hat, und geht mit einem Heuler von der Bühne ab.

[22:57] Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, ehrt Roland Kaiser. Ich weiß, wer isch jetzt besonders freut und summe stupide „Santa Maria“ vor mich hin. Noch 18 Minuten. Ob Campino wieder den Rausschmeißer singt?

[23:00] Roland Kaiser bekommt den Echo für soziales Engagement. Mei, der Rolli. Ist absolut verdient. Hat er sich verdient. Auch das.

[23:03] Barabara Schöneberger meint, alle wären wegen allem heute abend aufgeregt. Wo lebt die nur?

[23:04] Alan Walker und Zara Larssen performen einen Song. Ich hänge die Wäsche auf. Alan Walker hat seinen Schal über die Nase gezogen, sodass man ihn nicht erkennen kann. Zum x-ten mal an diesem Abend frage ich mich: Wieso?

[23:09] Robin Schulz muss sich blöde Witze von Barbara Schönerberger gefallen lassen. Er steht aber drüber und verkündet Joris als Sieger des Radiohit-Awards.

[23:11] Kein Echo ohne Ray Garvey! Er soll den Preis für deutschsprachigen Hip-Hop vergeben, kennt sich in dem Genre aber gar nicht aus. Noch dazu ist er mit einem Bier auf der Bühne uns liest einen absurden Text vor. Kann man machen. Nominiert sind Alligatoah, Cro, Genetikk, K.I.Z., Kollegah und Sido. Ray Garvey verabschiedet sich von Roger Cicero, obwohl er es nicht machen dürfe – was is da los??? Kollegah gewinnt und mosert und geht.

[23:16] Es sollte vorbei sein.

[23:17] Jetzt singt auch noch Mark Forster. Und es sind auch noch Kategorien offen. Findet wirklich jemand diese Veranstaltung toll? Ich bezweifel das ja.

[23:20] Peter Maffay übergibt den Lebenswerk-Echo an die Puhdys. Da wird aber noch sehr viel gesprochen. Meh. BOOOOOOOORRRRRIIIIIIINNNNNGGG!!!

[23:26] Die Puhdys scheinen nette ältere Herren zu sein. Und wenn se jetzt gleich von der Bühne gehen um diese Show dem Ende näher zu bringen, sind sie noch gleich viel netter.

[23:28] Der Echo ist aus. Es gibt kein einschläferndes Schlusslied mit Campino und bei der Show wurden die vier interessantesten Kategorien unterschlagen, welche da wären: Künstler Rock/Pop International, Künstlerin Rock/Pop International, Band Rock/Pop International, Hip-Hop/Urban International. WTF?

Also, das wars mit mir und dem Echo. Aki Bosse hat den Abend so weit es geht gerettet, aber die Veranstaltung an und für sich ist etwas bis komplett überflüssig, vor allem wenn einem jegliche Grundlage zu Slapstick-Kommentaren entzogen wird. Ich frage mich, wer die fehlenden Kategorien gewonnen hat. Schon klar, eine Madonna oder ein Justin Bieber fliegen genau so wenig zum Echo ein wie sich Coldplay oder Mumford & Sons um den Preis scheren. Aber die einfach zu „vergessen“? Auch schwach.

Ganz abgesehen davon, ist es einfach nicht okay Frei.Wild zu nominieren und dann auch noch mit einem nationalen Award auszuzeichnen. Südtirol ist nicht Deutschland und wenn Dingsbums Egli als Schweizerin jahrelang in der internationalen Kategorie nominiert wurde oder auch dieses Jahr Wanda und Bilderbuch, liegt hier keine nachvollziehbare Logik vor. Aber ich denke wirklich, dass die Logik sich an diesem Abend einfach Germany’s Next Topmodel angeschaut hat.

Das abrupte Ende hat mich dann aber doch aus dem Konzept gebracht. Allerdings passt das dann auch wieder, weil Barbara Schöneberger echt auch komplett unlustig und unspontan moderiert hat. Meine Hoffnung: Nächstes Jahr moderiert Anna Loos gemeinsam mit Sarah Connor und Helene Fischer ist in ALLEN Kategorien nominiert (Dance-Album mit dem Violinen-Skrillex Lindsey Sterling und das Alternative-Werk mit Till Lindemann). Das wär mal was! Da hab ich dann aber sicher keine Zeit. Gute Nacht – in jeder Hinsicht.