Endlich ist der leicht widerspenstige April vorbei und nun wartet hoffentlich der Mai mit seiner Vielzahl an Feiertagen und Bombenwetter auf. Wir freuen uns auf das erste Isarbier, den ersten Tag im Biergarten und Dauerbeschallung mit guter Musik – hier ist unsere Playlist für den Monat!

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Ursi
Los geht’s mit einem Klassiker bzw. meinem Handy-Klingelton, den Beastie Boys. All das aber eigentlich nur, weil der Franzosen-Tanzmucker Cassius es geschafft hat, den unvergleichlichen Mike D. wieder vor das Mic zu zerren und zwar mit Cat Power gemeinsam. Tut das gut, diese Stimme wieder zu hören! Weiter geht’s dann mit einem der interessantesten Tracks im Moment, wie ich finde: „Loud(y)“ von Lewis Del Mar. Was ist das? Mega, so viel steht fest. Apropos „mega“: Garbage liefern neues Material ab und Kasabian verlegen ihre Homecoming-Feier vor (und zwar um ein Jahr), damit sie gleich die Meisterschaft des Überraschungsersten der englischen Fußballliga, Leicester City, in ihrer Heimatstadt mitfeiern können. Außerdem freue ich mich sehr über die neuen Songs von Michael Kiwanuka, Ben Harper und den Avett BrothersTim Heidecker ist eigentlich Comedian, hat aber ein ernsthaftes Video zu „Work From Home“ aufgenommen, das bei mir seit Tagen vor sich hin dudelt. Zu dem Song über Donald Trumps Piloten auf dem Album konnte ich mich noch nicht durchringen, geb ich zu. Apropos „dudeln“: Schönster Dudel-Song aller Zeiten ist vielleicht „This Must Be The Place“ von den Talking Heads. Und apropos „Place“: Der Mai zeichnet sich dieses Jahr bei mir durch Urlaub aus. Es geht in den Südwesten der USA, nach Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada. Deswegen gibt’s den unbestritten großen Song „Queen of California“ vom Mayer John und die „101“ von The Strokes-Gitarristen Albert Hammond jr., dessen Vater ja immer behauptete, dass „It Never Rains In Southern California„. Und was darf auf keinen Fall fehlen? Genau, „California“ vom Jason Schwartzman seiner Band Phantom Planet. Dreh ich auf, wenn wir über die 101 Richtung The O.C. düsen. FIDLAR behaupten was von „No Waves“ und das schau ich mir lieber mal selber an und Bleached aus LA spielen in München, wenn ich dort bin. Verkehrte Welt. Aber geht da hin, am 31. Mai ins Strom! Und weil die Britney in Vegas Pause macht und ich da wirklich gern hingegangen wäre, hör ich lieber Me First & The Gimme Gimmes‚ Version von „My Heart Will Go On“ anstatt mir Celine Dion in echt anzuschauen. Soweit kommt’s noch!

Renzo
Das große Kribbeln hat begonnen – willkommen im „Love Shack“. Die The B-52’s geben das Thema und den Beat vor. Mit ganz viel Amour geht es weiter. Über den neuen Cassius-Song „Action“ (den Ursi bereits zu Beginn untergebracht hat) habe ich französische Pop-Musik wieder entdeckt. Das Avantgarde-Pop-Duo Les Rita Mitsouko begann in den Achtzigern, während Camille die jüngere französische Musikszene verkörpert. Stereo Total tanzen etwas aus der Reihe: Das Berliner Duo steht auf französischen Pop – und „Liebe zu dritt“. Eine Ikone des French Pop ist Vanessa Paradis. 1992 machte sie gemeinsame Sache mit Lenny Kravitz, der die Chanteuse erstmals auf Englisch singen ließ. Der etwas schräge 80er-Song „Genius Of Love“ dürfte dem ein oder anderen bekannt vorkommen. Der Tom Tom Club gab Mariah Carey den Beat für ihren Hit „Fantasy“ vor. Weiter geht’s mit The Kills, die für ihr neues Album „Ace & Ice“ Electronica für sich entdeckt haben. Apropos Duo: Wir vermissen sie, The White Stripes. Im Juni dürfte ihr „Seven Nation Army“ wieder durch die Städte dröhnen – Stichwort Fußball-EM. Meine Österreich-Lieblinge Léyya buttern Newcomer Roosevelt und seinen geschmeidigen Elektro-Beats den Weg, bevor Cassius für ordentlich „Toop Toop“ auf der Tanzfläche sorgen. Ihre Kollegen von Daft Punk drosseln das Tempo und zünden schon mal die Kerzen für Frank Ocean an. Zum Schluss cruisen wir in Richtung Sommer und das große Planschen: Erst hängen wir mit Kendrick Lamar im „Swimming Pool“ ab, danach gibt’s einen Badeplausch mit Charles Trenet im Meer. Denn eins ist sicher: Summer is coming!

Kerstin
Noel Gallagher, seine unveränderte Frisur und seine High Flying Birds haben neulich im Zenith vorzüglichst musiziert und dürfen somit den dritten Playlist-Teil eröffnen. Diesen Monat sneakt sich Ryan Adams gleich mal wieder rein, mit einem alten Dauerbrenner von der Rock’n’Roll und leitet schmuck über zur heißesten Braut, die sich zuletzt in einen hautengen Sternderl-Overall geschossen hat – Juliette Lewis aka Juliette & The Licks. Die neue Band of Horses Nummer klingt ungewohnt partytauglich – höchst erfreulich, und generell gehört auch wieder mehr Soulwax gehört (erst Recht in Vorbereitung auf das nahende NOS Alive Festival). Danach allerhand Neues: erst beschwingt abhängen mit Basement, dann eine feine Emodusche von The Hotelier – das neue Album ist im Anmarsch! – und Moose Blood, bevor der zweite neue Thrice Song einschlägt. Hammer. Ich fürchte um die Köln Show im Sommer führen nicht mehr viele Wege herum. Dank der so unaufgeregten wie stylishen und auf jeden Fall außerordentlich gelungenen Netflix-Nummer „Flaked“ (Top Soundtrack!), grüßen danach Grandaddy und Coobee Coo und ein bisschen spürt man die Sonne von Venice in der Nase kitzeln. Jetzt noch ein Schlücken „Kombucha“ und das Leben ist in Ordnung. Den Endspurt leitet Astronautalis mit einem Anflug von alternativem Gehiphoppe ein. Björk und Sigur Ros kühlen danach das Gemüt ab und schicken Gänsehaut im Duo. Die dürfen dann zum Schluss die Meister von Motorpsycho mit einem wohligen 10-Minuten Rausschmeißer nach allen Regeln der Kunst verscheuchen.