Obacht, nicht nur das Leben wird ab Juni nach draußen verlagert, sondern auch die Konzerte. Die ersten Festivals und Open Air-Konzerte stehen an und man hat die Befürchtung, dass die Konzert-Sommerpause naht. Deswegen: Mitnehmen, was geht, solange es geht. Hier sind sie, unsere Konzertempfehlungen für den Juni!

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01. Juni – BRYAN ADAMS / AUSVERKAUFT
Nicht zu verwechseln mit Katzenflüsterer und seiner genialen Musical Weirdness Ryan Adams – auch wenn sie fast den gleichen Namen und tatsächlich den exakt gleichen Geburtstag teilen. Der kanadische Adams, seines Zeichens Fotograf, Kunstmäzen und Magazinherausgeber macht auch immer noch in Musik. Und im Zuge dessen schaut er auch wieder mal vorbei. Muss man jetzt nicht so unbedingt hin in die Olympiahalle (wird auch schwierig, weil in der Tat ausverkauft), aber „Run To You“ live, naja, das könnte man sich ja fast mal geben.

03. – 05. Juni – ROCK IM PARK
Es ist wieder soweit. Der unerschütterliche Doppelgigant der Festivallandschaft ist an der Reihe und auf dem Zeppelinfeld zu Nürnberg heißt es im Zuge dessen wieder 3 Tage laute Musik quer durch den rockmäßigen Gemüsegarten, dazu erhebliche Leberstrapazen und bedenklicher Sittenverfall. Das Line-Up ist wiedermal gehörig Kraut und Rüben. Volbeat sind ein Headliner? Korn kommen und The Boss Hoss? Huiuiui. Gut, die Chili Peppers dürften schon viele erfreuen und Black Sabbath ist schon auch stark aber es geht sich diesmal trotzdem nix aus. (Hätten die Biffys wenigstens noch vor Black Sabbath gespielt, man wäre doch noch fast ins Überlegen gekommen…)

06. Juni – THREE TRAPPED TIGERS
Instrumental vertrackt und hier und da auch mal verspult wird es an diesem Abend. Die drei Herrschaften aus London erinnern ansatzweise an Mogwai – ja die Schotten müssen immer als Erstes herhalten, wenn der Gesang fehlt dazu die Gitarren um die Wette krachen und man es auch mal ein wenig atmosphärisch ausufern lässt. Im Unter Deck kann das Trio dann auf der Mini-Bühne herumtigern, soweit es die räumlichen Beschaffenheiten zulassen.

10. Juni – PAUL MCCARTNEY
Angeblich spielt Sir. Paul McCartney 80 Prozent Beatles-Lieder bei seinen Live-Shows. Aber so oder so ist er eins der größten Musikgenies, wo gibt. Tickets kosten bis zu 213 Euro und wer den Erfinder von „Hey Jude“, „Band on the Run“ oder „Live and Let Die“ im Olympiastadion sehen will, sollte flott sein. Das Konzert wird sicher der absolute Oberkracher!

10. Juni – JOSEPH ARTHUR
Joseph Arthur ist ein ganz hervorragender Folk-Rock-Sänger, der genau so unaufgeregt ist wie seine Songs. Er veröffenltichte 2014 sein Album „Lou“, auf dem er ausschließlich Songs des im Jahr zuvor verstorbenen Masterminds Lou Reed neu interpretierte. Man kennt ihn auch von einem inzwischen elf Jahre alten Soundtrack einer Jugendserie (Neeeeeiiiiin, nicht „Dawson’s Creek“, sondern „The O.C“). Entdeckt wurde der Sänger aus Ohio jedenfalls von Peter Gabriel und am 10. Juni spielt er im Strom.

10. Juni – PENNYWISE + GOOD RIDDANCE
Die „Bro Hymn“ und allerlei wilden Schabernack zu dem sich hervorragend viele Bier trinken lassen gibts von den unkaputtbaren Pennywise im Backstage. Mit ihnen auf Achse sind Good Riddance und im Doppelpack gibts melodic-hardcore-punkmäßig gehörig einen auf die Glocke.

10. + 11. Juni – PULS FESTIVAL
Ui, schon eine Woche nach Rock im Park in Nürnberg geht das zweite Festival bei uns, das PULS-Festival, an den Start. Kuratiert und organisiert wird das Zwei-Tages-Ding auf Schloss Kaltenberg von der jungen Welle des BR, die ja auch im Winter für das Funkhaus-Festival verantwortlich zeichnet. Wo sonst Menschen in Ritterverkleidung zum Lanzenduell gegeneinander antreten, wird es an diesem Wochenende elektronich und Indie, tanzbar und kuschlig. Mehr Infos findet ihr hier.

14. Juni – CYPRESS HILL
Don’t you know, we’re locos? Krasser, Scheiß, Cypress Hill kommen schon wieder nach München! Letztes Jahr im Juli gastierten die Rapper aus Los Angeles noch auf dem Tollwood, dieses Jahr erwarten sie offensichtlich enormen Zuschauerandrang und wandern ins Zenith. Fetzig eigentlich, 1997 reloaded, „Insane in the Brain“ und „Hits from the Bong“ und – gabs noch mehr? Eh klar.

16. Juni – BOYSETSFIRE
In so kleinem Rahmen ist man die Herren gar nicht mehr gewohnt. Ob das jetzt Taktik ist, ein Schmankerl oder vielleicht auch mit einem Gebietsschutz zur Festivalsaison, in der die Band sich ja immer gern und gut austobt, zu tun hat, sei mal dahingestellt. Denn ist die Location noch so klein, live ist das immer groß, was Boysetsfire abliefern. Davon konnte man sich auch im Herbst letzten Jahres auf der Tour zum aktuellen, selbstbetitelten Album überzeugen. In diesem Sinne, ein kehliges „Rise!“ und Faust in die Luft heißt es diesmal im Sunny Red, Feierwerk.

17. Juni – BRUCE SPRINGSTEEN + THE E STREET BAND / AUSVERKAUFT
Vor fast exakt 3 Jahren stand unsereins mit Skiunterbuchse unter der Jeans im Olympiastadion und hätte das Bier um ein Haar gern mal gegen einen Jagertee eingetauscht. Es war so verdammt kalt, so nass, so grausig und doch so egal. Denn Bruce Springsteen und seine E-Street Band gaben eins ihrer regelmäßigen Gastspiele und deswegen sah die Bilanz am Ende des Tages dann halt doch recht klar aus: „Der Boss 1 : Petrus 0“. Seine Shows sind legendär und immer und immer wieder so einige Strapazen wert. Auf ein Neues im Olympiastadion heißt es an diesem wettermäßig hoffentlich freundlicheren Freitagabend im Juni zur „The River Tour“.

27. Juni – MAXIMO PARK
Im Dezember haben Maximo Park bewiesen, wie sehr sie immer noch eine jubelnde Menge mitreißen können: Die Herren um den immer noch wie ein Berserker tanzenden Paul Smith mit Hut spielten auf ihrer 10 Jahre „A Certain Trigger“-Tour ein gastspiel im Backstage und das war ganz wahnsinnig großartig. Diesmal kommen sie mit ihrem ganzen breiten Potpourri zum Dachauer Musiksommer und wir sind uns sicher, dass am Rathausplatz dann auch Melodien von ihrem gefeierten 2005er-Debüt erklingen werden, aber sicher nicht nur.

28. Juni – JACQUES PALMINGER
Nachdem er im April ausfallen musste heißt es jetzt also im neuen Anlauf: Ein Drittel der wahnsinnigen Fraktus-Fraktion gibt sich an diesem Abend in der Milla die Ehre. Gerade noch als Techno-Pionier mit Erfinderambitionen die Muffathalle in Erstaunen versetzt, gehts diesmal im Solo-Modus gediegener zu. Unter dem Motto „Goldberg für alle!“ wird eine konzertante Lesung dargeboten. Und ganz allein ist Monsieur dabei auch nicht. Er hat Verstärkung an der Blasinstrumenten- und Flötenfront sowie einen Partner für psychoakustische Effekte dabei. Man darf Großes erwarten von dieser Spezialinterpretation der Goldberg-Variationen. Von heilenden Frequenzen ist die Rede, von Wachträumen und gar von mental-positivistischer Gruppenhypnose. Potzblitz.

27.6. – 2. Juli – MUST – München Unter STrom
Eins unserer geschätzten musikalischen Wohnzimmer, das gute Strom macht aus einer vollen Woche feiner Shows kurzerhand ein kleines Clubfestival und sagt Merci an Freunde, Fans und Feierwütige für inzwischen mehr als 3 Jahre Treue und haut einen Haufen famose Konzerte und Parties raus. Live aufspielen werden die Supersuckers (27.6.), Shearwater (28.6.), St. Paul & The Broken Bones (29.6.), The Living + Die Sauna (30.6.), The Devil Makes Three (1.7.) und Radio Birdman (2.7.). Es heißt also von Punkrock über Indie und Alternative zu Soul und wieder retour. Mehr Infos zu dem Spaß auch in Kürze nochmal ausführlicher hier bei uns.

29. Juni – JAMES BAY
„Hold Back The River“ hat ja leider wetterbedingt gerade einen etwas faden Beigeschmack, davon abgesehen aber dürfte dieser Hit des Briten bei den einen noch in bester Erinnerung verankert, bei den anderen als vermaledeit penetranter Ohrwurm verschrien sein. Für Erstere bietet sich auf dem diesjährigen Tollwood die erneute Chance den Barden mit Hut live in Action zu erleben.

30. Juni – FRANK TURNER
Und noch einer. Nach der Tonhalle ist vor der Musikarena beim Tollwood. Der Turner Frank kommt für einen erneuten Besuch in die Landeshauptstadt und zwar ebenfalls auf das Tollwood-Gelände im Olypark. Und ja, er hat sich dem Mainstream angenähert und trotzdem sind seine Shows immer noch Garantie für gut und gern locker über zwei Stunden Glückseligkeit. Diese Version des ansonsten radiotauglichen „Losing Days“ können wir euch immer nur immer wieder ans Herz legen. Zwei, drei Shows des Hardcore-Punk-Gone-Folk-Barden pro Jahr schaden in keinem Fall, sondern sind eher dringend zu empfehlen!

Und gewarnt werden muss auch noch:

19. Juni – UNHEILIG
Alle paar Monate schmuggelt sich ein Künstler in unsere Konzertübersicht, von dem wir dringend abraten wollen. Diesmal ist das der Glatzkopf, der sich „Der Graf“ nennt und seit gefühlt vier Jahren auf Abschiedstournee ist. Als er diesen März schon wieder beim Echo nominiert war, obwohl er sich doch schon vor Jahren aus dem Musikbusiness verabschiedet hatte, konnten wir ja unseren Augen und Ohren nicht glauben. Die Ohren versiegeln wir uns am 19. Juni auf jeden Fall mit Wachs, wenn Der Graf irgendwas von „Geboren um zu leben“ auf dem Königsplatz dahersingt. Alter, wenn nicht um zu leben, wofür denn Hergottnochmal dann?!

 

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