Die EM geht munter weiter, das Wetter kann sich hoffentlich langsam mal entscheiden, die Isar-Abende werden endlich länger und dafür die Konzerte merklich weniger im Monat Juli. Eine kleine Auswahl haben wir aber trotzdem zusammenkratzen können. Bittesehr Herrschaften, das passiert musikalisch diesen Monat in München.

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01. Juli – MUST: THE DEVIL MAKES THREE
Bluegrass, Folk, Rockabilly und Blues machen The Devil Makes Three aus Santa Cruz und Vermont. Irgendwie. So ganz blütenrein kann man das Trio nämlich nicht einordnen.  Im Rahmen des München Unter STrom-Festivals eröffnen sie unseren Konzert-Juli. Danach gibt’s im Strom „Up the Bracket“, also Indiepop, Discopunk und Pop!

02. Juli – MUST: RADIO BIRDMAN
Grand Finale beim MUST – München Unter STrom Festival. Nach einer Woche Remmidemmi in der Lindwurmstraße 88 beschließt eine Band das Programm, die maßgeblich dafür verantwortlich war, dass es der Punkrock auch in Australien zu was gebracht hat. Seit über 30 Jahren ballern die Haudegen ihren High Energy Rock’n’Roll aus allen Rohren und werden zusammen mit allen, die auf das deutsche Viertelfinale verzichten können, gehörig die Hütte abreißen. Danach gibt’s noch Party obendrauf im Strom.

03. Juli – POKEY LAFARGE
Pokey La Farge ist eine absolut empfehlenswerte Nummer: Der Musiker aus Bloomington, Indiana, der im wirklichen Leben Drew Heissler heißt, macht erstklassigen Roots- und Raw Americana-Sound. Er und seine Band sehen aus wie direkt aus den Dreißgern hergebeamt und der Sound ist so authentisch wie mitreißend, dass es eine reine Freude ist. Nach einem ersten Gastspiel vor ein paar Jahren im Amerikahaus diesmal im Ampere.

05. Juli – SUUNS
Erlesener Krawall aus Montreal in der Kranhalle. Mit ihrem dritten Album „Hold/Still“ sind die Kanadier aktuell au Tour und haben in dem Zuge auch schon das sagenumwobene Berghain bespielt. Hypnotisch, psychedelisch, fast manisch mutet ihre Musik an, die auf klassischem Rock-Fundament aufbaut aber allerlei experimentelles beimischt und so extrem modern daherkommt. Mal kühl und sperrig, mal arty, mal punkig und ebenso gern wird verstärkt ins Elektronische geausflügelt. Das ist Musik mit Zeitgeist und live mit Sicherheit brachial spektakulär.

05. Juli – MÜNCHNER FREIHEIT
Mei, kuschlig wirds im Brunnenhof der Residenz: Die Münchner Freheit spielt Evergreens und Schlager von „Ohne dich“ bis „Solang‘ man Träume noch leben kann“ auf. Klasssiker.

07. Juli – JAN DELAY
Der Digger buddelt derzeit mit seinen Beginnern an seinen Wurzeln herum. Derweil zieht der Rapper mit der nasalen Stimme nochmals sein Solo-Ding durch. In München steht Jan Delay mit seiner funky Mannschaft von Disko No. 1 beim Tollwood auf der Bühne. Im Repertoire finden sich Klassiker wie „Ja klar“ und „Oh Johnny“, die das Münchner Publikum mit fetten Bässen zum Bouncen bringen. Das wird derbe, Digger!

08.07. – BILDERBUCH
„Willkommen im Dschungel!“ – heißts auf dem Tollwood. Hoffentlich wirds heiß und stickig im Zelt, denn das mögen die Burschen von Bilderbuch, die nach wie vor mit ihrer sehr erfolgreichen Platte „Schick Schock“ durch die Lande ziehen. Im Gepäck haben sie neben Hits, Hits und nochmals Hits eine Menge Schmäh aus unserem liebsten Nachbarland. Das wird wie immer toll!

08. Juli – 23 JAHRE MUFFATWERK
Meine Güte, 23 Jahre jung wird das Muffatwerk! Und das möchte auf dem Gelände  einer der beliebtesten Feier- und Konzertlocations der Stadt auch ausgiebig gefeiert werden! DJs von M94,5, die Disko-Gang von Konsequence, die Elektrofritzen von Haut, Soul-Sänger Timothy Auld und viele andere sorgen garantiert für eine Bombenparty bis in die frühen Morgenstunden – das alles bei freiem Eintritt auf dem kompletten Gelände des Muffatwerks.

10.07. – BEIRUT
Die Songs auf dem vierten Studioalbum „No No No“ der US-Indie-Band purzeln ziemlich fröhlich aus den Boxen. Beim Tollwood präsentieren Zach Condon und seine Mitstreiter ihren frischen Folk-Pop mit verspielten Weltmusik-Anleihen live. Zum Tribal-Beat von „Gibraltar“ lässt sich bestens in einen lauen Sommerabend schwoven und dabei von der Südsee schwelgen. Ein paar Wasserpistolen wie im Clip zu „No No No“ verschaffen Abkühlung.

12. Juli – MAC DEMARCO
Juhuuu, Mac Demarco kommt nach München ins Technikum. Mitten im Sommer schaut der kanadische Singer-Songwriter bei uns vorbei und singt von den „Salad Days“. Erst letztes Jahr erschien sein Album „Another One“ , mit dem er seinen Ruf als „Slacker Rocker“ weiter ausbaut. Entspannter Singer-Songwriter-Slacker-Rock – grad recht für den Sommer!

13. Juli – THE BRONX
Großartiger Hardcore-Punk aus L.A. Ihr Sound ist hart aber herzlich, mit fetten Riffs, brutalen Drums, ordentlich Style und einem Energielevel, das noch für zweieinhalb andere Kombos reichen würde. Im Schlepptau haben sie zu allem Überfluss auch noch den absolut erstaunlichen Frank Carter aus UK mit seiner Band The Rattlesnakes. Der ehemalige Shouter der Gallows macht jetzt auch selber mit Gesang und, Hossa, das geht ab wie nix Gutes! In Sachen Aggro-Modus und Energie-Overload muss sich der bis ins Gesicht zugehackte Rotschopf und junge Vater kein bisschen hinter dem Hauptact verstecken. Ein furiose Nummer dürfte das werden an diesem Abend im Feierwerk/ Hansa 39.

14. Juli – LAGWAGON
Da kommt er auch schon wieder angetanzt, der Caper! Ein hoher Feiertag für die eingeschworene Punk-Kommune der Stadt. Zusammen mit seiner verehrten Ur-Band (er tanzt ja bekanntlich auf vielen Hochzeiten, ob in unterschiedlichsten Band-Projekten oder solo) im Feierwerk/Hansa 39 am Hit-Glücksrad gedreht. Mit dabei hat er mit den Useless ID diesmal die Band seines israelischenPunk-Kumpels Yotam Ben Horin, der ihn kürzlich auch schon auf seiner Solotour begleitet hat.

15. Juli – DAMIEN JURADO
Ganz herrlich schön wir’s am Freitagabend mit Damien Jurado. Der Indie-Rock-Sänger, der inzwischen beim sehr schönen Label Secretly Canaidan veröffentlicht, wird München einmal mehr mit seiner Musik, die sich irgendwo zwischen Indie-Folk, Lo-Fi und Indie-Rock einpendelt, bezaubern. Live bringt er sein neues Album „Visions Of Us On Land“ mit. Wohin? – Ins Ampere!

15. Juli – SCHICKSALSCOMBO
Volksmusik mit der Schicksalscombo klingt anders als schnödes Umptata. Da wird durchgemischt, die klassische Volksmusik wird auch gern einmal verlassen und vor allem wird Spaß gehabt an der Neuinterpretierung traditionellen Liedguts. Wenn es das Wetter zulässt, im Wirtshaus am Rosengarten.

20.07. – ROGER & SCHU
Auch 2016 lädt das Backstage-Team wieder zum Free & Easy. Auf vier Indoor-Bühnen und einer Open-Air-Stage geben sich Rocker, Rapper und Co. das Mikro in die Hand. 18 Tage lang Konzerte satt – gratis. Eröffnet wird das Festival dieses Mal u.a. von Roger und Schu von Blumentopf am Start. Die Münchner Rap-Lokalhelden präsentieren Songs ihres gemeinsamen „Solo“-Projekts „Clap Your Fingers“. Der Topf lässt grüßen! Das „Free & Easy“-Festival findet übrigens vom 20. Juli bis 6. August statt.

20. Juli – RVIVR
Ericaaaaaa! RVIVR, die Dritte heißt es inzwischen im Kafe Kult. Das passioniert tourende Punk-Quartett aus Olympia/ Washington punktet mit gesunder Attitüde, einem extrem erfrischenden selfmade-Touch und der Gewinnerstimme von Frontfrau Erica Freas, die immer wieder unglaublich charmant zwischen killermäßig rausgehauenen Strophen und krakelendem Refrain pendelt. Zusammen mit Front-Kollege Matt Canino, Super-Drummer Kevin und dem vierten Dude geht in der Musikbutze im Bürgerpark Oberföhring einmal mehr die Post ab. Nix wie hin, Leute!

23. Juli – OBEN OHNE OPEN AIR
Tickets gibt’s schon ewig nicht mehr, stattfinden wird es natürlich bei Wind und Wetter: das Oben Ohne Open Air auf dem Königsplatz. Mit dabei sind dieses Jahr der Rapper Errdeka, Kayef, die Bewohner der „Fickt-euch-Allee“ Großstadtgeflüster, die Elektrobastler von Rakede und noch einige mehr. Allen Kartenbesitzern wünschen wir viel Spaß!

23. Juli – MATTHEW AND THE ATLAS
Erst vor gut zwei Monaten erschien „Temple“, das neue Album von Matthew And The Atlas. Es ist mal poppig, mal folk-poppig, aber sehr schön und wird in der Milla sicher ganz prima funktionieren. Matthew And The Atlas waren 2011 mit Mumford & Sons auf Tour unterwegs und das ist vielleicht genau der Qualitätsstempel, auf den ihr noch gewartet habt. Super sind die!

26. Juli – COSMIC PSYCHOS
Australiens beer-fueled tractor of punk rock returns! Eine Ansage, der nicht viel hinzuzufügen ist. Die Musik der Recken aus Down Under hat einst bis Seattle gehallt und nicht wenige Grunge-Größen von Mudhoney bis Pearl Jam auf Spur gebracht. Wertvollstes Zitat zu der Kombo liefert aber Buzz Osborne von den Melvins: „The Cosmic Psychos were always kind of drunk.“ Danke dafür.

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