Sommer? Kann kommen! Wir haben uns im Juni verschätzt mit unsere Isar-Abend-Prognose und unserer Tage im Freien. Dann kann es ja nur besser werden. Noch viel besser wird’s mit unserer Juli-Playlist – bittesehr!

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Kerstin

Im Juli werden keine Gefangenen gemacht. Von 0 auf Vollgas mit den formidablen Kvelertak, auf dem neuen Album in absoluter Topform, gefolgt von einem Hot Water Music Turbonegro-Cover-Oldie und der ultimativen Hass-Ballade von Frank Carter & The Rattlesnakes. Der kommt diesen Monat mit den großartigen The Bronx zu Besuch, deswegen geben sie sich hier schonmal die Klinke in die Hand. Neue Lieblingsplatten gab’s kürzlich von PUP (Die geborenen Kandidaten für ein Wohnzimmerkonzert) und The Hotelier (Diese Platte wird es sehr weit nach oben schaffen in meinen Jahrescharts). Dazu ebenfalls Neues, diesmal balladesques von Biffy Clyro und von der Frau, der ich den Kleiderschrank ausräumen will, Alison Mosshart von The Kills. Weiterhin folgt intellektueller Krawall von Suuns, erfrischender Ska-Punk von The Interruptors (die junge Brody Dalle lässt stimmlich grüßen), ein kurzer Flashback Richtung Richy Finestra mit dem Vinyl-Titelsong von Sturgill Simpson und ungebrochen evergreeniges von The Clash. Beschlossen wird mit einer Kombi, die nur fast zu schön ist um wahr zu sein, weil sie in weniger als einer Woche auf dem diesjährigen NOS Alive Festival in Lissabon tatsächlich genau so und in dieser Reihenfolge passieren wird: Foals, Tame Impala, Radiohead. Ja, dankeschön schonmal!

Renzo
Summer Groovin‘ mit Breakbot. Der französische Produzent Thibaut Berland, der für Pressefotos gerne mal am Pool in Adiletten posiert, und Sänger Irfane bringen uns mit „Baby I’m Yours“ in Sommer-Strand-Party-Laune. Die Jungs von Blur setzen noch einen drauf und holen uns an den rappelvollen Beach von Rhodos, „down to Greece“. Die sonnenverbrannten „Girls & Boys“ können nicht genug voneinander kriegen. Modernen Britpop gibt’s von Esser, der uns trotz Schwitzkasten die Köpfe verdreht. Mit Matthew E. White und Natalie Prass kühlen wir wieder ab, „Cool Down“ hauchen sie uns in bester Chanson-Manier zu. Die Antwoord melden sich mit einem für ihre Verhältnisse braven, dafür umso entspannteren karibischen Beat zurück. Mabel – die Tochter von Neneh Cherry – verführt uns mit einem lässigen R’n’B-Groove, zu dem wir Cocktails schlürfen, bevor Santigold mit „Banshee“ auf die Tanzfläche bittet. Die Damen und der Herr von CSS greifen den Beat auf und halten uns mit brasilianischem Elektro in Bewegung. Flirrende 80s-Synthie-Rhythmen können auch La Roux und Ladyhawke ganz gut. GusGus und LCD Soundsystem geben nochmals Guzzi und bringen das Thermometer auf der Hausparty zum Bersten. Von Gossip gibt’s in Hinblick auf die traurigen Ereignisse in Orlando mit erhobener Faust „Men In Love“ vor den Latz geknallt. Tame Impala holen uns wieder unter. Zum Schluss dann noch ein Griff in die Trash-Kiste: Grover Washington, Jr. mag es gerne lauschig, Madonna hatte bereits in den Achtzigern eine kleine Identitätsstörung und fragt sich zu einem sommerlichen „La Isla Bonita“-Beat „Quién es esta niña?“.

Ursi
Bei mir gehts quasi noch mit den letzten Takten aus dem Juni los: St. Paul & The Broken Bones haben in München beim MUST eine Show abgeliefert, dass einem der Atem stockte (nicht nur wegen der tropischen Temperaturen im Waschbeton-Tempel). Dann gibts Neues von Michael Kiwanuka, dessen neue Platte ich schon sehnlich erwarte. Und dann kommen sie, die Sommersongs: „Wasting Time“ von Nathaniel Rateliff hört sich an wie sich ein fauler Sonnentag anfühlen sollte. Connor Youngblood und Fanfarlo, Weezer und Matthew And The Atlas, die diesen Monat auch noch nach München kommen, werden mich durch den Juli bringen. Die Avett Brothers sind mit dabei und All-Time-Favorites von Garbage, den Pixies und Fugazi. Bissl Noise aus in den Neunzigern fresh von heute von Dinosaur Jr. (krass, wie geil ist dieser Song denn!). Mein Lieblingssong von den Descendents und schließlich, dank der aktuellen politischen Lage, der „Teenage Anarchist“ von Against Me! haben es in die Playlist geschafft und irgendwo hab ich glatt noch Paul Simon versteckt.

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