Kann er denn jetzt endlich kommen, der langersehnte Sommer? Wir warten sehnsüchtig auf Wochen ohne Regen, warme Abende, Sonne auf der Haut, Isarbier in der Hand und rote Sonnenuntergänge. So oder so – wir haben den Soundtrack für den Sommer-Ferien-Urlaubsmonat für euch.

slide_playlist_august

Renzo
Ja, wo ist sie denn, die Hitze? Wenn schon die Temperaturen nicht so richtig steigen wollen, bringen uns Jungle mit ihrem schwülen Chillout-Pop musikalisch in Sommerlaune. „Back by the beach“ und so. Völlig zu recht fordern die Briten:“Bring The Heat!“. Als Australier kennen sich auch die Sampling-Experten von The Avalanches mit schwelender Hitze aus. Ihr Song „Subways“ macht die Minuten in der sommerlich stickigen U-Bahn dank des Kinder-Chors zu einer Vergnügungsfahrt. In gemächlichem Tempo geht’s weiter. Justice liefern mit „Safe And Sound“ einen wahrlich bombastischen Vorgeschmack auf ihr von mir sehnlichst erwartetes drittes Album. Die Glass Animals aus Oxford, Protegés von Hit-Macher Paul Epworth, kredenzen frischen britischen Indie-Pop, der wie ein kühles Glas Champagner aus den Boxen perlt. Und wenn wir schon in Frankreich sind: Phoenix sorgen bei mir mit ihrem Klassiker „If I Ever Feel Better“ selbst bei trübstem Regenwetter im Hochsommer für gute Laune. Und wenn das Tanzbein schon zuckt, Beck, Newcomer Roosevelt, Franz Ferdinand und die Gorillaz lassen uns wild durch die Gegend zappeln. Zu Chet Faker, einmal solo und einmal zusammen mit Marcus Marr, hänge ich – wenn ich nicht gerade auf Rollschuhen durch die Stadt cruise –  auf dem Balkon gerne meinen Gedanken nach. Auch zu den geschmeidigen R’n’B-Tunes von AlunaGeorge, Banks und Rhye kann ich bestens Löcher in die Luft starren. Jungtalent Dornik, der bereits als Background-Sänger von Jessie Ware auf sich aufmerksam machte, erinnert mit seinem Laid-Back-Pop an eine moderne Version von Prince und Michael Jackson. Darauf ein Disco-Klassiker: Cheryl Lynn mit „Got To Be Real“.

Kerstin
Eine extrem sommerlich milde Auswahl diesmal von mir. Gute Retrovibes zum Auftakt von den Fun Lovin Criminals und auch sonst wurden allerhand gereifte Zuckerl ausgegraben. Tegan and Sara grüßen aus ihrer löblichen Zeit mit „The Cure“, von Radiohead gibt’s die „Fake Plastic Trees“ und die White Stripes entzücken immer noch mit „Apple Blossom“. Dazu ein Flashback zu alt-Js Monsterdebut, Steaming Satellites „The Moustache Mozart Affaire“ und The Bronx Zweitwerk. Neues gibt’s dafür von Biffy Clyro, aber nicht die aktuelle Single sondern einen Bonus-Track, einem der stärkeren Songs vom doch eher schwierigen neuen Album „Ellipsis“ und July Talk. Instrumental muss auch immer sein, diesmal von Russian Circles und Arcade Fire haben sich auch wieder ein Platzerl verdient, mit ihrer auf dem diesjährigen NOS Alive Festival wiedermal aufs Fabelhafteste vorgetragenen „Intervention“. Und weil das gute Gefühl dieser Tage nicht zu kurz kommen darf müssen die Sportfreunde Stiller und Tony Slys Ode an unsere Heimatstadt rein. Abgerundet wird mit Rebell-Vibes von East Cameron Folkcore und einem wohligem Schauer von Laura Marling, live aus Brooklyn. Fertig ist die Sommerlaube – sitzt, passt, wackelt und hat Luft.

Ursi
Favoriten aus alten Zeiten hab auch ich ausgegraben. R.E.M! Nochmal: R.E.M!!!! Das „Think about direction“ möchte ich übrigens sowohl den amerikanischen Wählern zurufen als auch den Autofahrern, die mich und mein Radl beim Abbiegen gern übersehen. Und alt gehts weiter: Die Presidents Of The United States Of America singen uns was von Pfirsichen vor und Cake erzählen was von Autorennen. Neues gibt’s von Yak, einer britischen Über-Band des Jahres, wie ich finde. Und The Strokes haben auch was Neues, das aber sogar alt klingt. Jimmy Eat Worlds „Sweetness“ hab ich beim Auflegen wieder für mich entdeckt, Nada Surf und Weezer sind zum Glück ja stetig treue Musikgefährten bei mir und uns. Neu ist allerdings auch der Song von den Arkells, deren ganzes Album „Morning Report“ so gut ist wie dieser eine Song und auch von den Avett Brothers – Obacht, Ohrwurm! – gibt’s einen Track von der neuen Platte, mit der vielleicht reflektiertesten Strophe der Gegenwart: „My bedroom’s an office/ my kitchen’s car/ My life is a joke/ And my bathroom’s a bar/I go there a lot/ More than I should/ I know I should stop/ But it feels so damn good“. Und zum Schluss? Spielen wir euch mit einem Italo-Pop-Kracher von Adriano Celentano raus!

Foto: the music minutes (Ursi)