Aufwachen, liebe Konzertgänger, der September ist da! Der Monat, der sich nicht zwischen Spätsommer und Frühherbst entscheiden mag und dem in unserer Stadt ein Duft nach Zuckerwatte und Bierzelt eigen ist, wartet mit wildem Zeugs auf. Und wir empfehlen diesmal auch Sachen, die nicht gerade hier ums Eck sind. Bitteschön, unsere Konzerttipps für den Monat.

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02. September – WOLF ALICE
Sie sollten schon beim PULS-Festival spielen, mussten damals im November aber absagen. Jetzt kommen Wolf Alice, das „love child of folk and grunge“ (so das Musikmagazin Clash) mit ihrem „Moaning Lisa Smile“ ins Ampere. Und bescheren uns so einen Bombenstart in einen grandiosen Konzert-Herbst!

02. September – BRIAN JONESTOWN MASSACRE
Ganze sechs oder manchmal auch sieben Menschen bringt das Brian Jonestown Massacre auf die Bühne. Im Strom geben die Amerikaner dann ihren Psychedelic Rock mit Electronica-Einflüssen zum besten. Sie kamen aus dem Showgaze, sie haben mit Folk und Garagenrock experimentiert – das wird ein interessanter Abend, der allerdings bereits ausverkauft ist!

05. September – AARON (ABGESAGT!)
Verspult, dieser Name: Aaron steht für Artificial Animals Riding On Neverland. Und genau so klingt ihre Musik. Ein schwerloser Mix, zu der Peter Pan und Freunde sanft über eine Fabelwelt gleitet. Auf seinem vierten Album „We Cut The Night“ kombiniert das französische Duos, bestehend aus Simon Buret und Olivier Coursier, zarte Electronica mit charmanten, melancholischen Pop-Melodien. Im Ampere präsentieren sie ihren herbstlichen Düster-Pop, mit dem sie in Frankreich regelmäßig in den Top 10 der Charts landen, im intimen Rahmen.

Das Konzert von AARON muss ausfallen. Die Muffathalle schreibt hierzu: „Liebe Konzertbesucher, das Konzert von AaRon muss leider abgesagt werden, es wird keinen Ersatztermin dafür geben. Bereits gekaufte Karten können an den jeweiligen VVK-Stellen zurückgegeben werden. Wir bedauern die Umstände.“

09. September – THE KYLE GASS BAND
Kyle Gass ist eine Hälfte von Tenacious D. Also Tenacious D minus Jack Black mit anderen Leuten. Im Strom spielt die KGB ihren soliden Rock auf. Ironisch wird’s auch!Auf dem Debüt gabs Songs vom Kaliber „Bro Ho“ und „Ram Damn Bunctious“, man darf also gespannt sein, welche absurden Themen die Kyle Gass Band auf ihrem ebenfalls im September erscheinenden Album „Thunder Herd“ besingen wird.

09. September – THE  CHEMICAL BROTHERS
Wir empfehlen: Einen Ausflug in den Pott! In einer Kulisse, die wie die Faust aufs Auge zu den Robotern in ihren Videos und Liveshow-Visuals passt, spielen die Chemical Brothers im Amphitheater in Gelsenkirchen. Wer einmal eine Live-Show der Dudes aus Manchester gesehen hat, wird immer wieder eine sehen wollen: ein Augen- und Ohrenschmaus! Big Beats are not dead!

11. September – THE SUBWAYS
Der größte Hit der Subways ist inzwischen elf Jahre alt: „You are – the Sun – You are – genau, the only one!“ und er bringt die Leute immer noch zum Ausrasten. Billy, Charlotte und Josh haben aber eine ganze Reihe mehr fetziger Songs im Gepäck, die sie normalerweise auf großen Festivalbühnen spielen. Normalerweise. Denn im September kommen sie zu einem Mini-Konzert ins Strom. Es wird heiß, es wird voll und wir fragen uns, ob der immerzu sehr hoch springende Billy sich den Kopf an der Decke stößt. In hellster Vorfreude: alle Rock’n’Roll Queens.

13. September – JIMMY EAT WORLD
Endlich sind Jimmy Eat World zurück! Das Quartett aus Arizona hat für Oktober ein neues Album angekündigt, „Integrity Blues“ lautet der Name. Es gibt bereits zwei Vorab-Singles, die den guten, alten Jimmy Eat World-Sound schon in den ersten paar Takten zurück ins Gedächtnis bringen. Bevor die Platte rauskommt, spielen Jimmy Eat World drei intime Club-Konzerte, eins davon in München im Ampere.

15. September – SCHMIEDS PULS
Mira Lu Kovacs ist der Kopf von Schmieds Puls (Kovacs heißt „Schmied“ in slawischen Sprachen). Mit ihren zwei Kollegen an Schlagzeug und Bass macht Kovacs an Gitarre und Mikro Alternative-Pop mit bissl Jazz-Einschlag. Letztes Jahr gewann Schmieds Puls den FM4-Awards der Amadeus Austrian Music Awards, den Kovacs ganz herzig-süß live im Radio und selbst in Paris entgegen nahm. „I Care A Little Less About Everything Now“ heißt die aktuelle Platte und „Joy“ die Single, die man beim benachbarten Lieblingssender sehr oft hören konnte und kann. Live gibts Schmieds Puls in der Milla.

16. September – ABAY
Aydo Abay, der Kopf der leider nicht mehr existenten Blackmail macht solo, bzw. in anderer Band Besetzung weiter und hat kürzlich ein recht tolles Album veröffentlicht. „Everything’s Amazing And Nobody Is Happy“ wird titeltechnisch festgestellt und allein schon der fette Opener „The Queen Is Dead“ macht Hoffnung auf eine starke Live-Show in der Kranhalle.

16. September – MOOSE BLOOD
Moose Blood sind neuer Emo-Punk-Stuff aus England aber was uns direkt noch mehr interessiert sind die verehrte Rabauken von PUP! Die eröffnen nämlich zusammen mit Luca Brasi den Abend im Strom und hauen mit Sicherheit eine Hitparade ihrer beiden bemerkenswerten Alben raus. Wenn ihre Live-Show hält, was die famosen Videos versprechen werden da keine Gefangenen gemacht. Kommt früh, Freunde!

17. September – 5/8ERL IN EHR’N
Urleiwand! 5/8erl in Ehr’n schauen in München vorbei! Mit dabei haben sie ihren „Wiener Soul“. Quasi Soul in Wiener Akzent. Klingt interessant? Ist es auch! Das Quintett, das unter anderem einen Wurlitzer als Instrument bedient, hat schon zum dritten Mal in Folge den Amadeus Award in der Kategorie „Jazz/Blues“ gewonnen. Wienerisch und soulig und eh urfein wird’s bei uns in der Milla.

17. September – NETZER FAREWELL FOREVER
Jetzt isses so weit. Unser Alternative-Indie-Punkrock-Wohnzimmer schließt. Der erste Wiesn-Samstag ist in diesem Jahr auch der allerletzte Samstag im Netzer. Da gibts große Hymnen und gute Songs, noch mal mächtig was auf die Ohren und zum Schluss vielleicht ein Tränchen im Augenwinkel. Vielleicht gibts auch die Münchner Freiheit und Billy Joel im Mix. Es wird uns fehlen, das Netzer!

20. September – JULY TALK
Der Fünfer aus Toronto kehrt nach München zurück. Mit dabei haben die Kanadier dieses Mal die Songs ihres zweiten Albums „Touch“, das Anfang September erscheint. Ihr Indie-Rock ist ein bisschen elektronischer geworden, geblieben sind die beiden charakteristischen Stimmen von Leah Fay und Peter Dreimanis – zart trifft auf rau. Live sind July Talk kaum zu aufhalten, ihre Energie ist kaum zu bändigen und entlädt sich in mitreißenden Shows. Und so dürfte auch im Strom ein Orkan über die Bühne fegen.

21. – 24. September – REEPERBAHN FESTIVAL
Die Zeit ist knapp, die Freude verdammt groß: Wir fahren wieder nach Hamburg zum Reeperbahnfestival und schauen uns alles an. ALLES! Treffen werden wir auch den ein oder anderen Künstler, aber dazu an anderer Stelle mehr. Wir freuen uns auf Konzerte von PUP (nochmal!), Jeanne Added, Jagwar Ma, Get Well Soon, Yak und so vielen anderen mehr und auf die Abende im Molotow-Biergarten, wo wir vielleicht dem Lakritzlikör eine erneute Chance geben werden.

21. September – MOTHXR
Es gab mal so eine Serie, die „Gossip Girl“ hieß. Lang her und der Protagonist „Lonely Boy“ ist schon lange kein unglücklich Verliebter in New York mehr. Penn Badgley heißt der im echten Leben und macht inzwischen sehr erfolgreich Musik mit seiner Band MOTHXR. Die letzte Show im Backstage war ausverkauft und da waberte das Publikum zu den New Wave/80s-Synthie-Popsongs der New Yorker Band. Diesmal live zu bewundern in der Kranhalle.

23. September – GEMMA RAY
Als „torch songs psychedelia“, also klagende Liebeslieder, bezeichnet die britische Singer/Songwriterin ihr neues Material. Die ruhigen, wehmütigen Songs von „The Exodus Suite“ entstanden in einem Studio im ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin. Genau der richtige Sound, um in Herbststimmung zu kommen. Den Support in der Milla übernimmt die Münchner Musikerin Lena Britzelmair aka Rey Lenon.

26. September – BISHOP NEHRU
Bishop Nehru ist gerade 20 Jahre alt, macht aber schon seit sieben Jahren Musik. Aus Jazz-Tracks mit Hip Hop-Instrumentals bastelte er an Songs und als er 2012 Mos Defs „Mathematics“ freestylte wars vorbei mit dem Rumbastlen im kleinen. Kein geringerer als Nas produziert jetzt sein Debütalbum und wer auf richtig guten Old School-Rap und -Hip-Hop steht, lässt an diesem Abend die Wiesn sausen und geht in die Milla.

27. September – The Music Minutes präsentieren: AUGUSTINES
Ja, ja, ja!!! Diesen Monat ist es endlich soweit und die Augsutines kommen ins Backstage Werk. Seit wir den Termin rot im Kalender angestrichen haben, freuen wir uns ein Loch über den Bacuh, dass das New Yorker Trio wieder Geschichten erzählen, Whiskey trinken und ein Konzert der Extraklasse in München spielen wird. Wir haben da noch ein paar Tickets für euch, deswegen: Dranbleiben, Leute, und bis dahin vom „Chapel Song“ bis zu „Are We Alive?“ in Dauerrepeat hören!

28. September – OTHERKIN (abgesagt)
Vier Iren machen laute Musik. Ist nix Neues, aber Otherkin aus sind wie die Band, mit der man nicht gerrechnet hat in dem vielen Indie-Elektro-Mix, der uns so umgibt: Man hört ihre Liebe zu The Clash, den Queens of the Stone Age und  manchen Nineties-Britpoppern. Wilde Mischung, macht aber definitiv Lust auf mehr. Einmal durchdrehen? In die Kranhalle bitte!

Die Show wurde leider abgesagt. Hier die offizielle Mitteilung:

Leider müssen wir euch mitteilen, dass OTHERKIN ihre geplanten Clubshows in Hannover, Frankfurt, Berlin und München absagen müssen, weil sie unverhofft nochmal ins Studio müssen, um ihr Album fertigzustellen. Bereits gekaufte Tickets können an den offiziellen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden. 

29. September – DEAP VALLY
Die zwei Mädels von Deap Vally hauen auf den Putz. Sie machen fetzige Rockmusik mit alles anderem als sinnentleerten Texten. Ihr aktuelles Album „Femejism“ greift Gleichberechtigung auf allen Levels auf und das ist sehr gut so. Deap Vally nehmen kein Blatt vor den Mund, sondern strecken eher die Zunge raus. Coole Girls, cooles Statements, coole Show. In der Milla.

30. September – CASPER (ausverkauft)
In nur neun Stunden hat der Casper sein Konzert in der Muffathalle ausverkauft…. tse! Eigentlich wollte er ein neues Album mit im Gepäck haben, aber dessen Releasetermin verschiebt sich jetzt nach hinten: Benjamin Griffey ist mit dem bisherigen Resultat noch nicht zufrieden. Das macht aber alles gar nichts, weil wir uns nur allzu gern an seine „Hinterland“-Tour erinnern. In diesem Sinne: „1 zu der 2, 3 zu der 4, es macht Bam-Bam an der Tür“ – Casper kommt und alle wollen hin. Eine große Hallentour folgt übrigens 2017.

30. September – CHRIS PUREKA
Während in der Muffathalle Casper Rambazamba macht, gehts an diesem Abend nebenan im Ampere ruhiger zu: Chris Pureka ist zu Gast. Die Singer/Songwriterin, die nicht nur wegen ihrer Musik , sondern auch wegen ihres androgynen Looks von sich Reden macht, spielt schöne Folksongs in Akustikversionen,

30. September – STEEL PANTHER
Und weil zwei Konzerte an einem Abend nicht genug sind, gibt’s auch noch Steel Panther im Zenith. Damit wird auch die dritte Musikrichtung des Abends erschlossen: Solider Glam-Metal-Rock. Die vier Bandmitglieder aus LA nehmen sich selber nicht ganz so ernst und das macht sie so sehenswert. Plus die ordentliche Portion Glam natürlich!

Wo ihr uns nicht findet
Es gibt zwei Shows, beide in der Olympiahalle, um die wir einen großen Bogen machen diesen Monat. Der eine ist eine Teenie-Schwarm gone crazy und die anderen sind laut DaveGrohl das, was man hört, wenn man Platten rückwärts abspielt.

16. September – JUSTIN BIEBER
Unsere Helden der Jugend hängen bei H&M rum. Nirvana, Guns ‚N Roses und Snoop Dogg zieren die T-Shirts der schwedischen Billigmarke. Dazwischen taucht auch ein simpler Schriftzug auf: Bieber. Der kanadische Sänger hat es geschafft. Innerhalb weniger Jahre avancierte er vom YouTube-Star zum internationalen Pop-Phänomen. Wenn er nicht gerade mit seinen Diva-Allüren und exhibitionistischen Eskapaden weltweit Aufmerksamkeit provoziert, macht er Musik. Das, was gerade angesagt ist. Bisschen R’n’B, bisschen Pop, Dub und überhaupt. Nachzuhören gibt’s das Bieber’sche Oeuvre in der Olympiahalle. Könnte witzig werden. Vielleicht aber auch nicht.

23. September – NICKELBACK
Ja, was soll man über den Exmann von Avril Lavigne schon groß sagen? Wer geht da eigentlich hin, immerhin ist das Nickelback-Konzert in der Olympiahalle? Und wieso gibt es Nickelback eigentlich immer noch? Trägt Frontmann Chard Kroeger immer noch Dauerwelle, wenn er breitbeinig seine Powerballaden aus dem Radio-Rock-Segment anstimmt? Alles Fragen, auf die ihr von uns keine Antworten bekommt, denn wir gehen ganz sicher nicht zu Nickelback!