Kettenkarussell oder Weißbierkarussell? Wiesn oder nicht Wiesn? Gerade in München hat der September einige Fragen parat, um die man leider nicht herumkommt. Egal wie ihr euch entscheidet, zwischen Bierzeltmusik und Autoscooter versorgen wir euch mit fetzigen Songs: Alles, nur keine Wiesn-Hits!

slide_playlist_september

Kerstin
Der beste Song von Adele ist und bleibt „Hometown Glory“, und mit dem geht’s los. Auf dass er die Liebe zur Heimatstadt wieder ein bisschen neu entfacht im goldenen Herbst. (Ja, der Sommer ist schon schön in München, aber diese Menschenmassen! Brrrr….). ABAY schmücken große Musik mit großen Worten im Opener ihres neuen Albums und Jimmy Eat World begeistern im Jahr 15 nach Bleed American (bzw. Jahr 17 nach Clarity und Jahr 20 nach Static Prevails) fast schockartig mit einem extrem guten neuen Song. Ich beschwere mich natürlich nicht, aber was ist da los? Manchester Orchestra und The Shins sind dabei, Pete And The Pirates und Le Butcherettes, dazu Conor Obersts One-Album-Only-Folk-Supercombo Monsters Of Folk. Eine relative Neuentdeckung sind die famosen Car Seat Headrest, die gleichermaßen mit ihrem beschwingt-schrabbeligen Sound wie mit ihren erstaunlichen Songtiteln positiv aufgefallen sind (und manch einem vielleicht auch schon in der feinen Netflix-Serie „Flaked“). Oldies but Goldies kommen diesen Monat von den weiterhin schmerzlich vermissten Weakerthans und Whiskeytown (hier wär doch auch mal eine Noch-Ein-Album-Wiederbelebung angeraten!), PJ Harvey und Portishead . Die Wahnsinns-Show von Thrice im August wirkt immer noch positiv nach und Brand New müssen auch mal wieder raus ans playlistenmäßige Tageslicht.

Ursi
Mann, endlich wieder Konzerte! Das merkt man meinem Playlist-Teil an: Jeanne Added, Jagwar Ma und die Augustines sehe ich noch diesen Monat, Frightened Rabbit im Herbst. Regina Spektor hat endlich was Neues am Start. Die Charlatans gehen immer und ich hab ewig schon drauf gewartet, einen Song aus dem „Drive„-Soundtrack und Washed Out wieder wo reinzuschmuggeln. Lily Allen singt noch von den kleinen Dingen und dann gibt’s gegen Ende einen richtig argen Stilbruch mit Public Enemy, De La Soul und Herbaliser samt MF Doom. Bunt wie Herbstlaub, gschmeidig wie nix!

Renzo
„Pain“ von De La Soul steht auch bei mir derzeit hoch im Kurs. Aber statt den Song gleich nochmals zu hören, gibt’s einen Klassiker von Warren G. Der smoothe G Funk geht nahtlos über in die gemächlichen Indie-Beats von Wild Beasts, bevor Kele von Bloc Party seine düsteren Solo-Fantasien auf uns los lässt. Auf neues Material von Cassius habe ich seit Jahren gewartet, die Single „Action“ lieferte einen ersten Vorgeschmack. Für „Go Up“ schnappten sich die beiden Franzosen keinen Geringeren als Pharrell Williams – der wohl die Idee für das Nile Rodgers erinnernde funky Gitarren-Riff beisteuerte – und Cat Power. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen, zu Berg oder am Pool, dazu gibt’s ein zartes Sommerflirren von Bonobo, bevor die Kings Of Convenience zusammen mit Feist das Tempo drosseln. Ein Teil des norwegischen Duos, Erlend Øye, spielt noch ein bisschen „Peng Pong“, der Australier Dustin Tebbutt lässt mit seinem melancholischen Folk den Herbst erahnen. Darauf ein bisschen Schweden-Pop von Tove Lo. „Cool Girl“ mit seinem schleppenden Beat dürfte sich in den kommenden Wochen in den Charts festsetzen. Mit Tricky und Björk geht’s weiter. Wir bleiben kurz auf Island: Emiliana Torrini steckt uns mit ihrem Freiheitsgefühl an. Und obwohl Portishead schon bei Kerstin auftauchten, gibt’s noch einen weiteren erstklassigen Herbstblues der Trip-Hop-Helden. Und auch PJ Harvey darf nochmals mit einem Klassiker ran. Elastica lassen noch rasch die 90er aufblitzen lassen, bevor uns Florence + The Machine mit einem Cover von „Stand By Me“ in den Herbst verabschieden.

Foto: Unsplash