Die elektronischen Sounds flirren durch die Luft. Sehnsucht. Sehnsucht nach Sommer. Nach unbeschwerten Tagen am See. Mit seinem Debütalbum „flac“ liefert Sekuoia die perfekten Songs für die letzten warmen Tage.

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Wie ein verschrecktes Reh blickt er uns entgegen. Doch die Unschuldsmiene täuscht. In den vergangenen Monaten tourte Sekuoia durch die Clubs dieser Welt, von Reykjavik über Berlin bis nach Shanghai. Mal plätschern seine zaghaften Beats kühl aus den Boxen, mal strömen sie warm und schwerelos durch den Raum, seine organischen Sounds.

Seit mehreren Jahren schwirren Sekuoias Tracks durchs Netz. Auf seine EPs „Trips“ (2011), „Faces“ (2012) und „Reset Heart“ (2015) folgt nun sein Debütalbum. Auf „flac“ präsentiert Sekuoia zehn verträumte, atmosphärische Klanglandschaften. Der zarte Elektro-Sound erinnert an die Kompositionen von Jamie xx, der vor einem Jahr mit seinem Solo-Debüt „In Colour“ ebenfalls ein spätsommerliches Meisterwerk lieferte.

Musikalischen Input findet Sekuoia, bürgerlich Patrick Bech-Madsen, u.a. bei Caribou und Four Tet. Auch die House- und Techno-Szene seiner Heimatstadt Kopenhagen hat es dem 23-jährigen Produzenten angetan. Und sogar der ein oder andere Hip-Hop-Beat findet sich in seinen vielseitigen Tracks. Mühelos verbindet Sekuoia experimentelle Electronica, melancholische Melodien mit zerstückelten Hip-Hop- und warmen House-Beats.

Von hibbelig bis hyggelig

„Honestly“ zum Beispiel kombiniert schleppende Hip-Hop-Beats mit zart-flirrender Electronica. „Beau“ steigt mit einem arhythmischen Calypso-Beat ein, bevor sich ein kühler Elektro-Beat mit 80s-Filmmusik-Flair dazugesellt. „Someone’s Problem“ ist ein entspannter wohlig-warmer House-Track, der sich hervorragend bei einem Feierabendbier an der Isar (oder am Zürisee, am Pool oder einer anderen entspannten Location) macht. Die Dänen sagen wohl „hyggelig“ dazu, gemütlich. „Bashed“ hingegen ist ein hibbeliger Elektro-Track mit deutlichen Techno-Anleihen, genau wie das cluborientierte „Aer“.

Für „Brace“ schnappte sich Sekuoia den dänischen Sänger Marc Roland. Dessen Soulstimme harmoniert bestens mit den warmen House-Klängen des dänischen Sound-Tüftlers. Für „Lamp In The Dark“ holte sich der 23-Jährige Unterstützung von seiner dänischen Kollegin Kill J, deren Minnie-Mouse-Stimmchen an ¥o-Landi Vi$$er von Die Antwoord erinnert.

Sekuoia selbst bezeichnet seine Musik als „experimental electronica“. Die Songs klingen verträumt und poppig, aber nie kitschig. „Ich stelle mir gerne vor, dass das Album nachts in einem düsteren Club gespielt wird“, so der Künstler. Die Songs funktionieren aber auch hervorragend zu Hause auf dem Balkon in der wärmenden Abendsonne.

„flac“ von Sekuoia erscheint am 16. September über Humming Records. Im Herbst ist Sekuoia auf Deutschland-Tour. Wir freuen uns wie bekloppt, seine Show am 21. Oktober im Orangehouse in München präsentieren zu können. Wer den Dänen live erleben möchte, sollte sich Tickets für die Gigs im Oktober besorgen – zum Beispiel bei muenchenticket – und in den kommenden Woche bei uns vorbeischauen.

Sekuoia Tour 2016:
18.10. Berlin, Prince Charles
19.10. Wien, Fluc Wanne (AT)
21.10. München, Orangehouse
24.10. CH – Zürich, Stall 6
27.10. Köln, YUCA
29.10. Hamburg, Molotow

Foto: Stephanie Stål