Während hier in München alle dem Italiener-Wochenende auf der Wiesn entgegenfiebern (oder eben auch nicht), macht sich Ursi dieses Jahr zum zweiten Mal auf den Weg zum Reeperbahn Festival. Laut wird das, voll und lustig! Wie der Plan vor der Abreise ausseht, lest ihr hier. Was dann wirklich angeschaut wurde, erfahrt ihr später.

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Okay, ich fahre vor allem wegen einiger ausgewählter Künstler dieses Jahr zum Reeperbahn Festival. Da wären auf der einen Seite die Österreicher, die immer auf FM4 in der Morning Show laufen. Dann  gibt’s Bands, die ich in München einfach verpasst hab. Und dann gibt’s welche, die demnächst kommen, aber die ich dringend so oft wie möglich sehen will. Und außerhalb jeglicher Schublade laufen die kanadischen Künstler im Canada-House – nirgends war ich letztes Jahr öfter.

Aber schauen wir mal: Avec und Schmieds Puls sind zwei der Namen, ohne die das Musikjahr in und aus Österreich vielleicht anders verlaufen wäre. Schmieds Puls, das ist vor allem die Stimme von Mira Lu Kovacs, die elfengleich singt und genau dafür den FM4-Award im Rahmen der Amadeus-Awards, der österreichischen Musikpreise, gewonnen hat. Avec macht aus ihrem echten Namen ein Geheimnis, aber dafür keines aus ihrer Leidenschaft: Singer-Songwriter-Musik. Und die performt sie auf exzellente Art und Weise. Zwei Shows, die ich mir auf keinen Fall entgehen lassen will!

Von den Bands, die mir in München gerade erst oder schon länger durch die Lappen gegangen sind, gibt es einige: Die Ephemerals mit ihrem weichen Soul, Jagwar Ma aus Australien, die Dance-Psychedelia machen, July Talk, die von manchem Experten als einer der momentan besten Live-Bands aus Kanada gehandelt werden.

An der lauteren Front sind Dilly Dally und Deap Vally unterwegs sowie FJØRT, PUP und YAK. YAK aus England sind nebenbei die Band, die ich gern mehrmals sehen möchte. Sie sind laut. Sie sind zu dritt. Und sie fetzen einem das Trommelfell weg. Was freu ich mich schon seit Wochen auf diese Show im Molotow (und auf die am 10. Oktober in München). Fil Bo Riva machen erdigen Rock’n’Roll und man kann fast schon sicher sagen, dass die Große Freiheit der Ort für tanzende Indie-Jungs und -Mädels ist, wenn das Friska Viljor auftreten. Die präsentieren übrigens, ebenso wie Blur, einen Bandfilm auf dem Reeperbahn Festival. Ich bin gespannt!

Spring King, Dan Croll und Conner Youngblood mischen gekonnt verschiedene Musikstile von Elektobeats bis Singer-Songwriter-Parts. Ich freu mich auf alle drei Shows.  Anna Ternheim spielt noch in der Großen Freiheit auf und BOY bekommen den Prime-Slot im Michel: Letztes Jahr durfte William Fitzsimmons da zum ersten Mal überhaupt im Rahmen des Reeperbahn Festivals spielen, diesmal übernehmen die Mädels aus Deutschland und der Schweiz und außerdem auch der leicht schwermütige Sound von Sophia die St. Michaelis-Kirche in der Hansestadt.

Beenden werde ich meine diesjährige Festival-Timetable vermutlich mit Ben Caplan, der als einer der letzten Künstler überhaupt am Sonntag um Mitternacht auftritt. Neun Stunden später heißt es dann schon wieder: Ab an den Bahnhof, ab nach Hause!

Sieht nach einem sehr vollen Zeitplan für mich aus, aber wenn man ehrlich ist, läuft es dann aber eh immer anders: Man trifft auf der Reeperbahn  vor einer Location, beim Katerfrühstück oder am Spielbudenplatz Bekannte und die erzählen einem von dieser einen Show, die man gesehen haben muss. Und dann geht man hin und es gefällt. Wenn man sich dann spätabends im Biergarten vom Molotow auf das gefühlt 18. Astra und einen Schnaps trifft, empfiehlt man selbst Künstler und bekommt neue Hinweise und so dreht sich das Rad des Reeperbahnfestivals immer weiter. Gut so!

Foto: PR