Lust auf einen Mix aus Soul, Folk, Rock’n’Roll und Americana? – Dann sind Nathaniel Rateliff & The Night Sweats genau das Richtige für euch. Der Amerikaner kommt mit seiner außerordentlichen Band am 6. November in die Münchner Theaterfabrik.

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Nathaniel Rateliff ist in Missouri, im US-amerikanischen Heartland, geboren und hat sich irgendwann aufgemacht, um in Denver sein Glück zu versuchen. Als Singer-Songwriter erspielte er sich zuerst lokalen und nationalen und schließlich auch ein wenig internationalen Ruhm. Seine Songs waren eher von der traurigen Sorte. Das kann man gar nicht glauben, wenn man seinem neuen Projekt Gehör schenkt.

Nathaniel Rateliff hat sich Verstärkung ins Boot geholt. Mit seiner siebenköpfigen Band The Night Sweats wollte er mehr: Mehr Soul, mehr Gute-Laune-Songs, mehr Tanzbarkeit im Leben. Und das ist ihm Herrgottnochmal gelungen! Im August 2015 veröffentlichte die Combo „Nathaniel Rateliff & The Night Sweats“ ihr selbstbetiteltes Album und ganz ehrlich, eins wie dieses gibt es nicht oft. Rateliff und seine Band legen auf der Platte und auch live, sofern man den Videos auf YouTube Glauben schenken darf, soviel Herzblut in jeden einzelnen Song, dass es kracht. Ich kann das Album locker sechsmal hintereinander anhören und es wird nie langweilig. Vermutlich würden auch zehnmal gehen! Wenn ich die ersten Gitarren- und Orgeltakte des Openers „I Need Never Get Old“ höre, hebt sich meine Laune, auch wenn sie eh gut ist, locker noch mal um 100 Prozent.

Die Bläsersektion der Night Sweats, Rateliffs Backing Sänger und natürlich der Sänger selbst machen Musik, bei der auch Otis Redding im Sarg mitwippt. Soul, der nicht nach Colorado, sondern Memphis klingt. Instrumente, bei denen man keine Knöpfchen drücken kann, sondern die man beherrschen muss, damit es fetzt. Songs, die so unfassbar schnell ins Blut gehen, dass man vom Scheitel bis zur Zehenspitze alles kann – nur nicht mehr still stehen.

Der größte, aber sicher nicht einzige, Hit von Nathaniel Rateliff & The Night Sweats ist „S.O.B“. Diese Abkürzung steht „Son of a B*tch“ (oder für alle die Arrested Development gesehen haben alternativ auch für „Save Our Bluths“) und handelt eigentlich davon, dass man sich wegen eines gebrochenen Herzens regelmäßig übermäßig die Kante gibt. Düsteres Thema, aber lustiger Song. Rateliff selber wollte den Song gar nicht aufnehmen, aber irgendwie hat es „S.O.B“ als Joke-Song auf das Album geschafft. Dann hat ihn die Band live in der „Tonight Show With Jimmy Fallon“ performt und seitdem ist er ein Selbstläufer. Er wurde in TV-Werbungen verwendet, bekam Airplay und Nathaniel Rateliff & The Night Sweats waren im Nu in einer breiten Öffentlichkeit angekommen: Dieses Jahr etwa haben sie am 21. August das legendäre Red Rocks Amphitheater in Colorado vor über 9000 Menschen bespielt. Was hätte ich um dieses Konzert gegeben!

Apropos „mehr Hits“: Das ganze Album besteht für mich nur aus Hits.  „I Need Never Get Old“, „Look It Here“ und „Howling At The Moon“ kehren die soulige Seite der Band heraus, „Trying So Hard Not To“ ist wie „S.O.B“ ein fetziger Track mit ordentlichem, rockigeren Beat, bei dem live das geneigte Publikum die Mitklatschpfoten schon warmreiben darf. „I’ve Been Falling“, „I’d Be Waiting“ und „Wasting Time“ zeigen, woher Nathaniel Rateliff eigentlich kommt: Aus der folkigen Ecke. Ganz schön vielseitig, oder? Ich würde gern behaupten, dass ich einen einzigen Lieblingssong auf der Platte hätte. Geht nicht, jeder ist wirklich super.

Nathaniel Rateliff & The Night Sweats in München

Weil man im Fall von Nathaniel Rateliff & The Night Sweats schon mit den Tanzschühchen scharrt, wenn man nur an „Live-Show“ denkt, kommt die Neosoul-Folk-Rock-Gang zum Glück demnächst nach München. Am 6. November kommen sie in die Theaterfabrik und so war das eigentlich auch nicht geplant: Getanzt werden sollte eigentlich im Technikum, aber schon bald war klar, dass da nicht genug Platz für alle sein würde. Heute, drei Wochen vor der Show, ist auch das hoch verlegte Konzert in der größeren Theaterfabrik ausverkauft. Und so sieht bei Rateliff & Co. das Tourleben aus:

Wer keine Karten hat und spätestens jetzt dringend zu Nathaniel Rateliff & The Night Sweats in München will (was wir euch dringend raten!), dem empfehlen wir folgendes: Watch this space! Wir freuen uns nämlich schon seit einem halben Jahr ein Loch in den Bauch, dass wir dieses Konzert präsentieren dürfen und haben deshalb einen geheimen Ticket-Deal mit der Losfee. Öfter vorbeischauen und vielleicht Gästelistenplätze für die große Soul-Folk-Americana-Extravaganza abstauben. Jawohl!

Foto: PR