Es gibt diese Bands, die füllen in den USA ganze Stadien und bei uns sind sie eher welche von den unbekannteren Kandidaten: Die Silversun Pickups sind so eine. Mit ihrem Sound, der sich zwischen Emo und Indie-Rock einpendelt kommen sie am 4. November in die Theaterfabrik und ja, es lohnt sich hinzugehen!

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Fünf Alben haben die Silversun Pickups aus Los Angeles bisher veröffentlicht, ihr letztes, „Better Nature“, erschien im vergangenen Herbst. Es ist ihre Definition eines eigenen, leicht unstabilen Universums, erzählte Sänger, Produzent und Gitarrist der Band, Brian Aubert. Ihr Sound ist nicht mehr so kühl, eher atmosphärisch und warm, allerdings auch mit mehr Synhties vollgepackt als bisher. Mich erinnert er ab und zu an Metric, aber mit einem Frontmann statt einer Frontfrau. An ihren Grundkomponenten haben die Silversun Pickups aber nicht so viel geändert: Brian Aubert ist mit seinem androgynen Gesang immer noch für das Hauptmerkmal der Band aus LA verantwortlich, nach ihm richtet sich alles aus.

Nur ein Song auf „Better Nature“ ist kürzer als 3:30 Minuten, aber auch das ist ein Merkmal der Silversun Pickups: Lange Songs. Auberts Songwrtiting verliert sich manchmal, was dann aber dafür auch in poetischen Texten und ungewöhnlichen, aber schönen Instrumental-Parts gipfelt. „Friendly Fires“ etwa, eine 5:29 min-Opus, bestreitet der Sänger so gut wie allein, er braucht keinen Hintergundgesang, seine Gitarre ist neben einem Synthie das Hauptinstrument.

Aber keine Sorge, bei „Better Nature“ handelt es sich nicht um eine „Brian Aubert & Friends“-Platte. Bei manchen Songs ist mehr als offensichtlich, dass die Angelenos eine Band und kein Soloprojekt sind: In „Circadian Rythm“, zählt Bassitin Monninger an und setzt ihren Gesangspart vor den von Aubert. So baut man in einer Band Spannung in den Songs auf und so funkioniert ein zweistimmiger Track perfekt.

2005 erspielte sich die Band einen festen Platz im amerikanischen Alternative-Radio, als sie „Lazy Eye“ veröffentlichte. Auberts Stimme wird seitdem gern mit keiner geringeren als der von Billy Corgan von den Smashing Pumpkins verglichen – zurecht. Damals fing das Quartett im hipsterigen Stadtteil Silver Lake in Los Angeles zu spielen an. Und ihre heutigen Songs sind eigentlich weniger für die kleinen Clubs als für große Hallen und Stadien. Die Tracks der Silversun Pickups zeichnen sich alle durch tip-top Gitarrenhooks, manchmal minmal sperriger, aber durchdachter Gesamterscheinung und Gesangsparts aus, denen Bassistin Nikki Moninger, im Hinter- oder auch im Vordergrund, ab und zu den richtigen Ton verpasst.

Wenn man so will, dann haben die Silversun Pickups mit „Better Nature“ das poppigste Album ihrer Karriere veröffentlicht. Und entweder der Einsatz von mehr Synthies und Mitsing-Refrains wie bei „Nightlight“ sind einfach die nächsten Schritte in ihrer Schaffenszeit oder sie besinnen sich zurück auf ihre Anfänge irgendwo in Silver Lake, in einem Club wie aus dem „Lazy Eye“-Video, in dem es laut und verschwitzt ist und in dem für Privatsphäre kein Platz ist.

So oder so, die Show in München wird ein Fest für alle, die Indie-Rock mit bissl Pop und einer gehörigen Portion Emo mögen: Die Silversun Pickups spielen am 4. November 2016 in der Theaterfabrik, Tickets gibt es für 29 Euro und wir sind uns sicher: Euch steht da ein fetziger Abend bevor!

Foto: PR