Es ist wie jedes Jahr – draußen isses neblig, es regnet und ist igitt: Willkommen im November! Auf andere Gedanken bringt euch unsere illustre Playlist, die in einem schmissigen Mix alles für alle bietet: Hauptsache, gute Musik!

slide_playlist_november

Ursi
Ach herrje, der November. Ich bin nicht seine beste Freundin. Wenn ich mir allerdings sein Konzertaufgebot anschaue, dann könnt da doch noch was draus werden. Ein paar Künstler haben sich da auch in die Playlist eingeschlichen: Die White Lies etwa, die am 9. November in der Theaterfabrik spielen, oder Nathaniel Rateliff, der am Sonntag endlich vor ausverkauftem selbigen Haus auftrat. Aber von vorn: Los gehts mit einem sehr feinen Song von The Prettiots, die beim SXSW 2015 hoch gelobt wurden und in inzwischen ihr Debüt veröffentlicht haben. FIL BO RIVA ist mein neuster Ohrwurm und bald gibts hier auch noch mehr von dem Italiener aus Berlin zu lesen. Nathaniel Rateliff darf ebenso wenig abgehen wie ein Song für gute Laune an tristen November-Tagen von Mr. Eeels. So schauts aus: „Goddamn right, it’s a beautiful day!“
The Replacements stimmen eine ruhigere Nummer an, Noah And The Whale und Naked Lunch betten unseren Playlist-Hattrick Regina Spektor ein: Drei Monate, drei mal in der Playlist, drei spitzenmäßige Songs – das macht ihr so schnell keine(r) nach. Diesmal ist sie mit „Small Bill$“ mit der bisher coolsten neuen Nummer am Start, finde ich. Und einen weiten Bogen des Indie-Rocks spannen dann Alvvays aus Toronto, Modest Mouse aus Washington State, Into It. Over It. aus Chicago. Gerade letzterer ist gerade in Europa unterwegs und es schmerzt mich immer noch, dass er es nicht in den Süden schafft. TV On The Radio warten mit „Wolf Like Me“ mit einem inzwischen zehn Jahre alten Song auf und weil Cage The Elephant aus Kentucky 2017 nach München kommen, sind sie schon jetzt in unserer Playlist. Grande Finale: Der Bloc Party ihre „Stunt Queen“ sagt „Farewell To The Fairground“ (White Lies).

Renzo
Ich hab es versucht, einen passenden Übergang von Bloc Party hinzukriegen – aber egal, von Indie-Rock anno 2016 geht’s zurück in die Achtziger. Mit seinem funky Brett „24K Magic“ beamt uns Bruno Mars ein paar Jahrzehnte zurück. Im trashigen Pimp-Look – kurze Hosen im Versace-Style! – lässt der Popstar den 80s-Funk wieder auferstehen. Und funky geht’s weiter. Marcus Marr pimpt sein Gitarrenriff auf „Rocketship“ mit einem ordentlichen House-Groove. Daran schließt Kaytranada, mein neuer Liebling aus Kanada, nahtlos an. Von geschnmeidigen Beats und warmen Soul-Stimmen kann man im kalten November nie genug kriegen. Deshalb ein bisschen Jamie Lidell, gefolgt von einem Urban-Klassiker-Trio, bestehend aus Outkast, Lauryn Hill (bevor sie ein bisschen abdrehte…) und TLC. Das Duo Banks & Steelz, bestehend aus Interpol-Musiker Paul Banks und Wu-Tang-Clan-Rapper RZA, holt uns zusammen mit Florence Welch zurück ins Jetzt. Eine ungewöhnliche Kombi, die erstaunlich rund daher kommt. Auf moderne Disco-Sounds hat sich das Londoner Trio The Invisible spezialisiert. Poliça sorgen für November Melancholie, die von Two Door Cinema Club aber gleich von ihrem an die Scissor Sisters erinnernden Gute-Laune-Pop weggepustet wird. Darauf mein Highlight des Jahres: Indie-Sensation Roosevelt mit seinem grandiosen Womack & Womack-Cover „Teardrops“. Das Falsett im Refrain lässt selbst den stärksten Novemberregen an mir abprallen. Und sollte ich doch mal von allem die Schnauze voll haben, schließ ich mich in meinem Schrank ein – zusammen mit den Boys von The Cure.

Kerstin
Müßig über das November Wetter zu wettern – es ist sowieso wie es ist. Also, gleich auf in Teil drei unserer Playlist. Den Anfang machen der Hype-Trailer und eine der Hype-Bands der Stunde. Die Rede ist vom „Trainspotting“-Sequel und Wolf Alice. Deren Song „Silk“ untermalt den heiß ersehnten ersten Trailer zur Fortsetzung von Danny Boyles Kultstreifen aus dem Jahr 1996. Inklusive einer aktualisierten Version von Ewan McGregors „Choose Life“-Monolog aus dem Original. „Choose Life. Choose Facebook, Twitter, Instagram. And hope that someone, somewhere cares.“  Die neue Jimmy Eat World Platte läuft immer noch erstaunlich gut rein, das erfreut, ebenso neues Material von The Shins. Tour wär auch schön, bitte, danke. Leider lassen sich keine Videos in Playlisten packen, das zu The Slow Shows „Ordinary Lives“ sollte man sich aber unbedingt ansehen. Toll! Radioheads „No Surprises“ ist der zweiten Folge von Westworld geschuldet und wird (nach Soundgardens „Black Hole Sun“ in Episode 1) sicher nicht der letzte Klassiker auf dem Saloon-Piano gewesen sein. Eine Neuentdeckung, die stimmlich und stilistisch sehr an Laura Marling erinnert ist Margaret Glaspy, ebenso neu auf dem Schirm, Andy Shauf. Die überschwänglichen Arrangements des kanadischen Indie-Folk-Dudes wecken Erinnerungen an Sufjan Stevens. Was treibt der eigentlich so?
Dazwischen Neues vom geschätzten Conor Oberst („Ruminations“ ist eine tolle Platte geworden!) und John K. Samson. Ja, ich hab ihn sehr gern und wo er jetzt einen kunstinteressierten Vampir mit Fliege besingt sogar noch ein bisschen mehr. Und diesen Monat gleich nochmal Touché Amoré, die Platte wird quasi immer besser! Genauso wie die Videos von The Smith Street Band. Im aktuellen Werk zu „Death to the Lads“, dem Vorboten vom Anfang 2017 kommenden Album, schicken sie ihre Mütter auf Tour. Auf Couchen pennen, den Band-Van ausladen, Crowdsurfen, volles Programm für die Smith Street Moms. Den Endspurt läuten Beach Slang ein – „Punks in a Disco Bar“, thematisch wie musikalisch sehr ansprechend, gefolgt von einem Super-Oldie der Foo Fighters (die zu meiner großen Freude heute morgen eine Show auf dem nächsten NOS Alive Festival in Portugal angeteasert haben). Beschlossen wird mit einem Stück aus dem formidablen Soundtrack – Trent Reznor & Atticus sowie Mogwai sind verantwortlich – der ebenfalls äußerst wohlgeratenen Climate-Change-Doku von Leonardo DiCaprio, „Before The Flood“. Kann er eigentlich noch besser werden, dieser Mann? Super Film. Anschaupflicht! Hoffentlich sehen den noch reichlich US-Wähler, bevor es am Dienstag an die Urnen geht…