FIL BO RIVA. Merkt euch diesen Namen. Der italienische Wahlberliner Filippo Bonamici macht im Duo mit Felix A. Remm Singer/Songwriter-Musik, die den Rock’n’Roll gefrühstückt hat. Damit kommen sie jetzt auf Tour. Uns Filippo hat was über sich, seine Musik, Heimat und unsere Stadt erzählt.

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Die guten Nachrichten diesmal ganz zu Anfang: FIL BO RIVA kommen auf Tour. Als Support von Joan As A Policewoman und dann auch noch allein. Alle Daten findet ihr unten.

Wir trafen FIL BO RIVA am Release-Tag seiner EP „If You’re Right, It’s Alright“. FIL BO RIVA sind Filippo Bonamici und Felix A. Remm. Und FIL BO RIVA bedeutet was? Filippo erklärt: „Naja, es ist die Abkürzung meines Namens, Filippo Bonamici, und das RIVA – das kam noch dazu. Irgendetwas fehlte mir bei ‚Fil Bo‘.“ Und der Name der EP? „Das ist ein Wortspiel mit der Person, der ich diese EP eigentlich widme…. Nach dem Motto: ‚Wenn du recht hast, ist mir das egal.‘ Ich wünsche mir, dass sie irgendwann im Plattenladen steht, die EP sieht und denkt ‚Ah, okay, das ist mein Ex-Freund‘. Der Titel ist eigentlich recht präzise an diese eine Person gerichtet.“

EP: „If You’re Right, It’s Alright“

Ihre EP wäre eigentlich schon seit über einem halben Jahr fertig gewesen, sagen die beiden. „Bisher haben wir sie nur live verkauft, insgeheim und unter’m Tisch quasi“, sagt Felix. „If You’re Right, It’s Alright“ ist eine EP mit fünf Songs, die erste Single „Like Eye Did“ erschien im Sommer samt Video. Die ganze EP lebt von der kräftigen Stimme von Filippo, die mich persönlich manchmal an George Ezra, Jesper Munk oder Henning May von AnnenMayKantereit erinnert. Viel Akustik-Gitarren und im Track „The Falling“ ein Klavier, bei dem so richtig in die Tasten gehauen wird, und fertig ist eine überaus gut gelungene EP. Der Song „Franzis“ ist im Moment auf Platz 7 der FM4-Charts und weil wir ein Zuckerl parat haben, haben FIL BO RIVA für uns im Hinterhof ihres Plattenlabels einen Song performt – inklusive Hamburger Wind, Eisentor-Action und Feierabendverkehr. Hat man so auch nicht alle Tage.

Filippo ist in Rom geboren, war in Irland in einem Mönchskloster in der Schule und ist inzwischen der Liebe wegen nach Berlin gezogen. Wo ist denn zuhause für ihn? „Rom. Ich bin inzwischen weniger dort als ich will, weil ich mit der Musik so viel zu tun habe. Meine Eltern sind dort, meine Familie ist dort, ich bin dort aufgewachsen. Es ist immer schön, dahin zurückzukommen und endlich gutes Essen zu bekommen.“ Jaja, La Dolce Vita, wir verstehen!

Musik zwischen Rom, Irland und Berlin

In seiner musikalischen Ersterziehung hörte Filippo früher italienische Musik der 1960er Jahre, sein Papa und sein Nachbar wären dafür verantwortlich. „Rino Gaetano, Lucio Battisti und Lucio Dalla, so richtige Singer-Songwriter mit akustischen Gitarren, Strings und starken Stimmen“, erklärt er (Rino Gaetano ist auch heute noch ganz schön lässig, möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen). In Irland hat Filippo die meisten englischsprachigen Künstler gehört, die er bis heute noch schätzt: Mumford & Sons kennt er etwa seit 2007. Und wen nimmt er aus Berlin mit? „In Berlin hab ich tatsächlich einfach Felix kennengelernt und daraus ist dann unsere Musik entstanden, die ich höre.“

Berlin wird ja scheinbar von jungen Talenten aus der Musikwelt überrannt. Wie ist das denn, gibt es da viel Konkurrenz? „Theoretisch kannst du in Berlin jeden Abend irgendwo auftreten. Es ist dann jedoch die Frage, wie gehaltvoll das ist, wenn zu einer Jamsession drei Menschen auftauchen, die sich währenddessen unterhalten“, philosophiert Felix. „Wir schauen uns auch nur noch ausgewählte Sachen an. Es kommen immer alle nach Berlin, das ist da natürlich der Vorteil.“ Früher spielten sie auf der Straße und mussten mit dem dort herrschenden Gesetz leben: „Man wird halt oft verscheucht“. Aber diese Zeiten sind ja jetzt zum Glück vorbei.

Jetzt spielen sie auf Bühnen und leiden ein bisschen unter Lampenfieber. Die persönlichen Texte wären es nicht, aber vor Leuten zu stehen, die Augen zu öffnen und zu singen, das kann schwierig sein, sagen sie. In manchen Songs kommen bei Filippo die Gefühle und Bilder wieder hoch, die er hatte, als er sie schrieb. Aber dann nimmt man die mit und singt einfach, vielleicht sogar besser, wenn man diesen Funken Traurigkeit noch einmal spürt.

„Ich liebe München.“

So, jetzt kommt der Lokalkolorit: Filippo machte zwischen Rom, Irland und Berlin auch in München halt: Er arbeitete als Barkeeper in Schwabing und in einem italienischen Restaurant. „Ich liebe München. Ich finde die Innenstadt total schön, es ist total gemütlich, entspannt, sauber und ordentlich. In Berlin ist alles viel größer und irgendwie unruhig.“ Stimmt es also doch: München ist die nördlichste Stadt Italiens. Und genau deswegen freuen wir sehr, dass FIL BO RIVA auch zu uns kommen auf ihrer Tour.

04.12. – Berlin, Heimathafen (w/ Joan As A Policewoman)
05.12. – Hamburg, Grünspan (w/ Joan As A Policewoman)

14.01. – Dortmund, Tanzcafé Oma Doris
15.01. – Köln, die wohngemeinschaft
16.01. – Köln, die wohngemeinschaft (Zusatzshow)
17.01. – Frankfurt, Ponyhof
18.01. – München, Unter Deck
19.01. – Augsburg, Soho Stage
20.01. – Nürnberg, MUZ Festival
21.01. – Wien, Ottakringer Brauerei (FM Fest)

„If You’re Right, It’s Alright“ ist im September bei PIAS erschienen. 

Foto: the music minutes