Leute, noch 31 Tage, dann haben wir auch dieses Jahr hinter uns gebracht. Es schauen aber noch Künstler in der Stadt vorbei, manche davon gar an mehreren Tagen. Zum letzten Mal in 2016 heißt es: Hier unsere Konzertauswahl für den Monat!

slide_livedezember

01. Dezember – HONNE (ausverkauft)
Mit ihrer geschmeidigen Mischung aus gefühlvollem Nuschel-R’n’B und zarter Electronica überzeugten sie uns bereits beim Reeperbahn Festival letztes Jahr. Nun kommen die beiden britischen Jungs mit ihren modernen Soul-Songs erneut auf Tour. Eine Runde Gruppenkuscheln im Ampere! Der perfekte Start in den kalten Dezember.

01. Dezember – BOSSE (ausverkauft)
Aki Bosse ist bekannt für seine mitreißenden Live-Shows. Wenn er diesmal in der Tonhalle vorbeischaut, eilt ihm nicht nur dieser Ruf voraus, sondern auch eine Goldene Schallplatte: Für sein aktuelles Album „Engtanz“ bekam Bosse nämlich genau die. Bosse feiert das Leben und die Musik mit allen verfügbaren Seiten. Also, mitfeiern! Im Vorprogramm spielt übrigens die recht talentierte junge Hamburgerin Antje Shomaker.

02. + 03. Dezember – ALIEN DISCO
In allen 3 Kammern geht’s rund an diesem Freitag/ Samstag. Kuratiert von The Notwist teilen sich gut 16 Bands die Bühnen – Auswahlkriterium: Mut zum Experiment! Gefeiert wird in den Kammerspielen die junge, innovative Musikszene und auch der Name ist dabei Programm: Angesichts der sich verfinsternden politischen Weltlage plädiert die Veranstaltung für Formen des Miteinanders, in denen Nationalismus, Rassismus und Diskriminierung vielleicht eines fernen Tages endlich überwunden sind. Amen.

03. Dezember – STEAMING SATELLITES
Dieses Wochenende geht’s mit unseren favorisierten Salzburger Musikanten auf die Acoustic Space Odyssey. Die 4 kommen zu Fünft ins Ampere und bringen ihre alten und neuen Hits etwas anders als gewohnt aufs Tableau. Wer schon bei ihren FM4 Wohnzimmer-Konzerten das Vergnügen hatte weiß, akustisch heißt hier keineswegs ohne Dampf. Wir freuen uns auf einen famosen Abend mit neuen Versionen alter Lieblingslieder und vermutlich auch schon wieder brandneuem Liedgut!

03. Dezember – TRIXIE WHITLEY
Gute Gene auf der ganzen Linie. Die Tochter von US-Musiker Chris Whitley ist mit hübschem Antlitz und starker Stimme bedacht worden. Ihre Songs haben sowohl den Anspruch einer tollen Singer/Songwriterin als auch die rohe Kraft des Punkrock. Die soulige Stimme schreit nach R’n’B, die Gitarre klingt nach Rock und die Beats machen Ausflüge in die Elektronik. Zu bewundern im Strom.

03. Dezember – IGNITE
Zoli Téglás und Konsorten laufen einmal mehr im Backstage Werk auf und haben ihr Anfang des Jahres erschienenes Album „A War Against You“ dabei. Melodic Hardcore Punk aus Orange County, der auch nach über 20 Jahren nicht wirklich alt werden will.

04. Dezember – TIGER LOU
Der Indie-Mann ist in Stockholms Zentrum Södermalm daheim und da hat er sich gefühlt auch eine halbe Ewigkeit nicht weg bewegt. Wann war der denn zuletzt da? Das muss mindestens 10 Jahre her sein. Zwischenzeitlich hatte er sein Musikprojekt auf Eis gelegt, aber nun geht er mit neuem Album wiedermal auf Reisen. Songs aus „The Wound Dresser“ und ältere Weisen wird er im Ampere zum Besten geben.

05. Dezember – MYLES SANKO
Auf den Spuren von Otis Redding, Bill Withers und James Brown aber auch inspiriert von zeitgenössischen Kollegen wie Michael Kiwanuka hat sich der Brite klar dem Soul verschrieben. Auf Platte ist das opulent instrumentiert, live vermutlich etwas purer. Wer’s genau wissen will, lauscht im Ampere.

07. Dezember – KLAUS DOLDINGER
Klaus Doldinger ist der Mann am Saxophon und der mit den großen Melodien! Mit ihm waren wir mit Herbert Grönemeyer und Jürgen Prochnow im U-Boot und vor allem sind wir mit ihm auf Fuchur, dem Drachen aus der Unendlichen Geschichte, zur Kindlichen Kaiserin geflogen. Nach Phantásien geht’s an diesem Abend im Prinze.

07. Dezember – NORTHCOTE + JON SNODGRASS + MATZE ROSSI
Dieses Konzert liegt uns ganz nah am Herzen. Es ist quasi eine Revival Tour-Show in ganz klein: Northcote und Jon Snodgrass sind Veteranen der von Chuck Ragan ins Leben gerufenen Akustik-Folk-Nummer und Matze Rossi passt da ganz hervorragend dazu. Zwischen wild tanzend und zu Tränen gerührt findet ihr uns im Strom. Für diesen exquisiten Abend gibt es vorab schon eine Split-EP. Da schau her!

09. Dezember – LIQUID & MANIAC
Slang Funk Slam Dunk: In der Milla treten die Liquid und Maniac auf! Die Rollenverteilung ist fix: Beats von Maniac und Raps von Liquid. Die zwei aus dem „Bavarian Squad“ stehen für eins: Raps in Mundart. Das funktioniert „wiara Oanser“ würde man bei uns daheim sagen. „Supa oda ned?“ – ist nicht nur unsere rhetorische Frage, sondern auch der Titel eines Songs von Liquid.

09. Dezember – THE CROOKED BROTHERS
Nach ihrem letzten Münchner Gastspiel in der Milla geht’s mit dem kanadischen Trio diesmal eine Nummer größer ins Strom. Ihre wunderbare letzte Platte „Thank You I’m Sorry“ klingt uns immer noch wohlig in den Ohren und man darf sich auf gewohnt mitreißende Live-Auffrischung freuen. Vielleicht auch diesmal wieder mit der schnittigen Lady am Kontrabass.

10. Dezember – BLACKOUT PROBLEMS
Stete Gäste im Münchner Konzertkosmos sind die Blackout Problems, die dieses Jahr mit „Holy“ ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Die Yougsters pendeln äußerst zielsicher zwischen großem amerikanischen (Alternative) Rock und Post-Everything. Live spielen tun sie gern und oft, dieses Mal im Strom. Wikipedia kennt sie trotz allem immer noch nicht. Skandal, sagen wir! Mag das jetzt endlich mal wer erledigen? Dankesehr.

12. Dezember – AND THE GOLDEN CHOIR
Genau wie Honne statteten wir auch Tobias Siebert aka And The Golden Choir beim letztjährigen Reeperbahn Festival einen Besuch ab. Entgegen seines Namens stand der Musiker bislang allein auf der Bühne, war seine eigene Band. Jetzt ist er das erste Mal live mit Band am Start. Seine melancholischen Kompositionen seines Debütalbums „Another Half Life“ von 2015 plus neue Songs gibt’s in der Milla zu hören.

15. Dezember – COSBY
Heimspiel für die Lokalhelden von Cosby! Selten klang eine Band unmünchnerischer als Cosby. Wobei, wer hat denn gesagt, dass die bayerische Musikszene keinen fluffigen Indie-Elektro-Pop kann? Live bringen sie die Songs ihres Debüts „As Fast As We Can“ ins Ampere. Für Fans von verträumten Indie-Pop-Melodien mit Synthies.

15. Dezember – ALOA INPUT
Aloa Input bestehen aus Gandalf, neun paar Plattenkisten und dem Mann im Mond. Behaupten sie. Das bayerische Musikerkollektiv verdingt sich, den ein oder anderen stilistischen Haken schlagend, weitestgehend zwischen Indie-Rock und Experimental-Pop. Macht Laune und den Dezember eine gute Spur bunter. Im Import Export.

16. Dezember – AGAINST ME!
Diese Band ist eine von denen, die sich jetzt nicht wahnsinnig bahnbrechend verändern (musikalisch gesehen zumindest) und trotzdem spannend bleiben. Live begeistern sie jedes Mal aufs Neue, haben sie mit Laura Jane Grace halt eine Frontfrau am Start, die so offensichtlich ihre Berufung in der Musik gefunden hat, dass man sich ihrer Energie nur schwer entziehen kann. Gerade hat sie ihre Autobigrafie veröffenlicht. Wenn sie in „Tranny: Confessions of Punk Rock’s Most Infamous Anarchist Sellout“ nur annähernd so packend erzählt, wie sie performt, ist das ein Pflichtpäckchen für jeden Punkrock-Fan unterm Tannenbaum. Die Show wurde bereits vor einiger Zeit ins Technikum hochverlegt.

16. Dezember – THE COURTEENERS
In Manchester spielen The Courteeners im kommenden Mai im Old Trafford, bei uns kann man sie noch im Strom sehen. Jede Wette, dass die britischen Fans da drauf neidisch sind! The Courteeners machen 1a Brit-Rock: nie fad, immer fetzig! Zu ihren Fans zählen unter anderem Liam Gallagher und Morrissey und Bono von U2. Say what?! – Ja, drei, die nicht sehr einfach von anderen Musikern zu beeindrucken sind, haben The Courteeners einen „Exzellent!“-Stempel aufgedrpckt. Wir sagen: Hin da!

17. + 18. Dezember – MOOP MAMA (17. ausverkauft)
Liebe haben Moop Mama an gleich zwei Abenden für euch in der Muffathalle. Diesmal hat die Bras-Rap-Combo um Sänger-Rapper Keno ihr neues Album „M.O.O.P.Topia“ dabei. Für die Platte holten sie sich Verstärkung von Megaloh und Blumentopf – live wird das auch so oder so eine wilde Schau, bei der sicher die ganze Muffathalle springt und tanzt. Getreu dem Motto: Und alle Arme gehen hoch, hoch, hoch!

17. Dezember – THE HIDDEN CAMERAS
Ihre Live-Performanes strotzen vor lauter Sex und Schweiß. Frontmann Joel Gibb gibt dabei den Takt an. Die Punk Provocateure 2.0 drehen zu den Beats ihres Queer Pop gerne durch. Auf ihrem neuen Album, „Home On Native Land“, haben die kandadischen Musiker allerdings Country für sich entdeckt. Mal sehen, ob die Boys im Münchner Strom brav musizieren – oder mit Banjo über die Bühne fegen.

17., 19. + 20. Dezember – SPORTFREUNDE STILLER (ausverkauft)
PeterRüdeFlo legen zu ihrem Tour- und unserem Jahresausklang das Heimat-Triple hin und spielen nacheinander in Kesselhaus, Kongresshalle und Muffathalle. Für uns bleiben die drei eine feste Instanz und wir freuen uns weiterhin auf jede ihrer Shows. Im Gepäck haben sie neben der neuen Platte „Sturm & Stille“ inzwischen so viele ausgewachsene Hits, dass wir sie gar nicht mehr zählen können. Wer Tickets hat, ist auf der guten Seite – alle Shows sind bereits ausverkauft.

18. Dezember – IMPALA RAY + GRANADA (ausverkauft)
Münchens und Wiens Bands der Stunde im Ampere: Impala Ray laden zum Konzert, bei dem sie ihr neues Album „From the Valley To The Sea“ spielen werden. Das klingt leicht, nach kalifnornischen Melodien längst vergangener Zeiten. Die Tuba und das Hackbrett werden gar nicht volkstümlich eingestezt, sondern fügen sich ganz geschmeidig in die Songs ein und ergeben ein großes Ganzes. Die Texte erzählen von Bergen und Meer, von Sehnsucht und Reise – und tanzen kann man auch dazu! Dem ganzen die Krone setzt die Vorband auf: Granada aus Wien (oder doch Graz?) sind das Herzigste, was die Perle an der Donau seit langem hervorgebracht hat. „Eh ok“ heißt ein Song, „Wien wort auf di“ ein anderer. Man spielt Akkordeon und versucht aber gar nicht, auch nur beim Wiener Lied (Wir nennen keine Namen, Wanda!) auszuleihen, sondern macht was Eigenes: „Pina Colada“ war der inoffizielle Sommer-Hit auf FM4 und „Ottakring“ ist das Liebeslied an den 16. Bezirk der österreichischen Hauptstadt. Eh wurscht, wir prosten den notorisch gut gelaunten Wienern (oder doch Grazern?) mit einem 16er-Blech freudig zu!

20. Dezember – FRITTENBUDE
Letztes Jahr brachten die Ex-Münchner von Frittenbude ihr neustes Werk „Küken des Orion“ heraus und erzählen mit dem für sie typischen Sprechgesang zum Besipiel von der „Möglichkeit eines Lamas“, unterlegt mit denen für sie typischen Elektrobeats. Das funktioniert live ganz wunderbar hervorragend und wer es bis jetzt noch nicht wusste, kann sich im Hansa 39 selbst überzeugen: „Rave ist kein Hobby“. Haben wir nie behauptet!

23. Dezember – MASTA ACE
Wir hiphoppen uns Richtung Christkind. Masta Ace versampelt alles, was nicht niet- und nagelfest ist und rappt dazu, als wär jeden Tag Weihnachten. Der Masta war Mitglied der legendären Juice Posse in den Achtzigern und an seinem Stil hat sich nicht allzu viel geändert: Er bleibt an diesem Abend real im Hansa 39.

Wo ihr uns sicher nicht findet:

Die Woche von 02. Dezember bis 09. Dezember wird hart, Freunde. Am 02. Dezember fiedelt der selbsternannte Teufelsgeiger David Garrett in der Olympiahalle auf. Wir fürchten, dass er vielleicht wie ein Krampus wieder seine Gruselversion von „Smells Like Teen Spirit“ aus dem Hut zieht. Das ist mit Abstand das Grausigste, was man sich vorstellen kann. Also, Olympiaglände dringend meiden! Ohrensausen-Gefahr! Am 04. Dezember sind die Kasperln vom voXXclub in der Tonhalle und singen irgendwas vom Maibaum und „heißen Dirndln“ in allerbester Gabalier-Manier. Im Gepäck haben sie ihr Album „Geilstes Himmelblau“ mit Knallern wie „Marie, Marie, i steh auf di“ oder „Ziwui Ziwui“. Wenn ihr uns fragt, fällt an dem Tag in der Tonhalle der Watschnbaum um und das gleich mehrmals. Und schließlich, trotz der größten Weihnachtslaune, in der wir je sein könnten, gehen wir auch nicht zu Angelo Kellys Liederabend im Herkulessaal am 09. Dezember. Da sind wir nämlich woanders.

So, das wars mit den Konzerten in 2016! Für 2017 bekommt ihr liebevoll zusammengestellte Gig-Empfehlungen – jawoll, genau an dieser Stelle!

Foto: Unsplash