Hamma des auch wieder geschafft! Ein Jahr vorbei, vielleicht nicht unser Favorit, aber was soll man schon sagen. Wir bieten euch die Rausschmeißer für das Jahr und ein Weihnachtslied. Bitte schön!

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Kerstin
Es gibt viel, viel Neues und es geht gleich gut los. Meine musikalische Universalwaffe wie Achillesverse Ryan Adams hat soeben für Februar sein nächstes Album „Prisoner“ angekündigt und direkt auch die erste Single „Do You Still Love Me?“ vorgeschickt. Was für ein Track! Und während er durch Ozeanien und Japan schippert, um das neue Material schonmal zu testen, findet er sogar noch Zeit für ein erstaunliches Interview in Lil Bubs Katzen-Talkshow. Einfach ein Teufelskerl. Es gibt ein Wiedersehen mit Abay und Car Seat Headrest in Form ihrer jeweils neuen Singles vom aktuellen Album und auch Portugal.The Man haben uns ganz unverhofft letzten Freitag mit einem frischen Song beglückt.
Warpaint haben angekündigt, uns im ersten Quartal 2017 zu besuchen und auch die Japandroids dürften wohl wieder die Koffer packen nächstes Jahr, schließlich ist bereits für Januar ein neuer Longplayer angekündigt – den Vorboten „Near To The Wild Heart Of Life“ gibt’s bereits jetzt.
Un petit de Punkrock bringen Smile And Burn rein – neu empfohlen bekommen, gleich ins Herz geschlossen! –  und etwas wohldosierte 70ies Rotzigkeit unser Foo Fighters Schlagzeuglümmel Taylor Hawkins. Der Preis für den wohlklingendsten Songtitel dieses Monats geht ohne Diskussion an seine „Range Rover Bitch“ (und das Video kriegt auch einen). Gleich danach macht uns Frank Carter den Billy Idol – ich bin sehr angetan von „Wild Flowers“ – und  Lambchop gesellen sich mit neuem Material zur IG Vocoder.
Dann wird ausgegraben, erst in der Münchner Indie Szene mit Cosmic Casinos Knüller „Repeat Love Pattern“ von 2005, Nada Surfs „Blonde On Blonde“ von 2002 in der aufgemotzten Neu-Version mit dem Babelsberger Filmorchester und zu guter Letzt der Smashing Pumpkins zeitlose Ode ans Hier und Jetzt „Tonight, Tonight“, bei der sie sich damals 1996 Bombast-Unterstützung vom Chicago Symphony Orchestra holten. Dazwischen nochmal halbwegs Neuzeitliches von Aloa Input (diesen Monat noch live im Import Export zu sehen) und The Get Up Kids, weil die gehen ausnahmslos immer. Eine ausgesprochen festliche Selektion, wie ich finde. Besinnliches Lauschen!

Ursi
Französisch und laut startet es bei mir: Mit La Femme, einer Band aus Paris, die was von Night Club in „New York“ singt und mich sofort an Franzose #2, Plastic Bertrand, erinnert hat: Ça plane pour moi, passt schon, eh ok (dazu später!). Beruhigend: Franzosen, die französisch singen, müssen nicht zwangsweise in Chanson-Nuscheleien verfallen (obwohl das auch was für sich hat, absolut klar!). Den Abschluss des Frechn Hatrick bilden Malajube, die mit „Montreal -40c“ die Winterhymne auf ihre Heimatstadt geschrieben haben. Hier außerdem empfehlenswert: das dazugehörige Video.  Weiter geht’s mit Granada aus Österreich: „Eh ok“, ein Paradestück auf den österreichischen Pragatismus. Die Herren sind übrigens noch diesen Monat hier zu Gast, am 18. im Ampere mit Impala Ray.
Django Django und The Thermals reihen sich vor Neuem von Johnossi ein. Die Schweden erinnern uns dran, dass trotz Brexit, Trump in den USA und Hofer in Österreich immerhin noch die Luft zum Atmen frei ist. (Oida, was für ein Jahr!!!). Holly Miranda trällert „The days are shorter, but the nights are long“ zur Wintersonnenwende am 20. Dezember, die Arkells müssen wegen ihres großartigen Konzerts im Strom vergangenen Monat in die Playlist. SOAK, Lola Marsh und Nick Murphy (den man bisher eher unter seinem Pseudonym Chet Faker kannte) liefern bissl indie-poppoge Abwechslung, bevor mit The Horrors zum Showdown angesetzt wird. Der Song ist der Titeltrack zu „Lovesick“, einer Netflix-Serie, die sich alle sofort anschaun sollten. Ich habe selten so liebenswürdige Hauptdarsteller in einer Fernsehserie gesehen, die noch dazu in Glasgow spielt. Apropos „Glasgow“: Da müssen dann auch  Frightened Rabbit aus ebendieser Stadt rein, die vergangenen Monat im Ampere eine der besten Shows des Jahres für mich hingelegt haben. Schließlich fehlt nur noch das letzte Lied, mein Weihnachtslied. Es kommt von keinem Geringeren als Sufjan Stevens und ist seit zehn Jahren das einzige Weihnachtslied, das ich gern das ganze Jahr lang hören möchte. In diesem Sinne: Wie auch immer 2016 war, Let’s Boogie To The Elf Dance!

Renzo
Wir dancen ein bisschen. Aber nur ein ganz kleines, zögerliches bisschen. Lykke Li ruft zögerlich zum Tanzen auf. Bei diesen eisigen Temperaturen kommen wir langsam in Schwung.  Zart geht’s weiter. Maggie Rogers, Protegée von Superstar Pharrell Williams, kombiniert Folk mit sanfter Electronica. Die Elektro-Frickler The xx melden sich mit neuem Material zurück. Dazu lässt sich im Dezember herrlich schwelgen. Darauf passen ein paar opulente Streicher von Moloko. Ihr „Time Is Now“ gehört auch Jahre später noch zu meinen All-Time-Faves – dieser reduzierte Remix kommt winterlich kühl daher. Zeit für ein paar lauschigwarme Sounds. Rhye sind Ecperten dafür, genau wie Beat-Bastler Bonobo, mit dem sie sich für „Break Apart“ zusammengetan haben. Die irische Band BellX1 erinnert mit ihrem Nuschelgesang an Chet Faker, der sich neurdings Nick Murphy nennt. Anderson.Paak gilt als vielversprechendes Nachwuchstalent in Sachen Sprechgesang. Seine Mischung aus Soul, Hip-Hop und Elektro klingt nach Zukunftsmusik. The Weeknd und Daft Punk haben es vorgemacht – auch wenn deren gemeinsamer Track „I Feel It Coming“ wie eine sehr kitschige Version von Michael Jackson anno 1989 klingt.  Die israelische Singer/Songwriterin Keren Ann und der französische Produzent Yuksek den Groove auf. Darauf ein bisschen Soul von Pharrell Williams, der für den Film „Hidden Figures“ über drei afroamerikanische NASA-Mathematikerinnen die Musik beisteuert. Danach verabschieden uns Justice mit den epischen Chorgesängen von „Pleasure“. War uns wie immer ein Vergnügen.