Sodala, Spitzennews zum Jahresende: Wir präsentieren die Show von Dave Hause & The Mermaid am 7. März 2017 im Strom. Erschreckend ehrlichen Folk gibt’s von dem Herrn aus Philadelphia auf die Ohren, natürlich nicht ohne dessen Wurzeln im Punkrock zu verschweigen.

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Auf Dave Hause wurde ich das erste Mal im Rahmen der Revial Tour im Jahr 2011 aufmerksam. Chuck Ragan kannte ich, Brian Fallon auch, aber wer war dieser blonde Typ, der unmissverständlich aktuelle Zustände in seinem Heimatland, den USA, anprangerte? Der Rest ist fast schon Geschichte: Dave Hause aus Philadelphia ist seit nunmehr guten sechs Jahren solo unterwegs und hat vor etwas mehr als drei Jahren mit „Devour“ eine Platte hingelegt, die sich gewaschen hat. Geschrieben und geplant wurde sie eigentlich für seine Punkrock-Band „The Loved Ones“, veröffentlicht hat er sie dann doch allein. Manchmal tut dieses Album weh: Dave Hause erzählt von seinem ganz persönlichen, geplatzten amerikanischen Traum. Symptomatisch für alle zwölf Songs ist vielleicht der Track „The Great Depression“: Als Kind der Reagan-Ära wurde ihm Wohlstand und Freiheit versprochen und dann? – Befand sich das Land in einer Wirtschaftskrise und die Fabriken in Pennsylvanias Rust Belt sind geschlossen.

Im Gegensatz zu vor drei Jahren hat sich einiges verändert (und ich glaube nicht, dass Dave Hause zu denen gehört, die damit zufrieden sind): Donald J. Trump ist Präsident und wird aller Voraussicht nach im Januar für das Amt des POTUS vereidigt. Gewonnen hat er vielleicht nicht nur, weil er das Motto des Reagan-Wahlkampfes aus dem Jahr 1980 („Let’s Make America Great Again!“) minimal für sich abwandelte („Make America Great Again!“), sondern auch weil gerade im Rust Belt, also unter anderem auch in Dave Hauses Heimatstaat Pennsylvania, die Wiedereröffnung der Fabriken und neue alte Jobs versprochen hat (und weil er eine Mehrheit angesprochen hat, die irgendwie auf Sexismus, Rassismus und Ungleichheiten zu stehen scheint, schon klar). Ich könnte mir vorstellen, dass diese Entwicklung, die sich ja im schier endlosen Wahlkampf schon abzeichnete, einem Dave Hause so gar nicht gefällt. Dass der, der Songs wie gemacht für die Arbeiterklasse singt, gar nicht mit diesen aktuellen Geschehnissen einverstanden ist. Und dass er dagegen ansingt.

Live ist Dave Hause eine Wucht: Er macht seinem Unmut in seinen Songs Luft, ist jedoch nie nur der bierernste Musiker, der so ernste und wichtige Themen in seinen Songs anspricht. Er schäkert mit dem Publikum, er lacht und erzählt Geschichten – nur um im nächsten Moment gegen Ungerechtigkeit anzusingen und mit seinem Fuß im Takt dazu aufzustampfen. Dave Hause kann seine Vergangenheit im Punkrock- und Hardcore-Metier keinesfalls verbergen, aber das ist auch gut so. Er macht einfach großartigen Folk mit Punkeinfluss.

Neues Album: „Bury Me In Philly“

Übrigens ist das dritte Solo-Album von Dave Hause fertig. „Bury me in Philly“ heißt der dritte Longplayer, wovon es handelt und wie er klingt, weiß man bisher nicht so ganz. „With You“ heißt die erste Single und die macht mit ihrer Gitarre und ihrem Piano Lust auf mehr.

Nur so viel steht fest: „Bury Me In Philly“ erscheint am 3. Februar 2017, er wird die Platte also auf dieser Tour dabei haben und spielen und er wird ganz sicher nicht die Klappe halten bei Dingen, die ihm nicht in den Kram passen. We like. Bitte mehr davon.

Dave Hause spielt mit seiner Band The Mermaid in München und wir freuen uns sehr, euch diese Show präsentieren zu dürfen. Karten gibt es für etwa 23 Euro im Vorverkauf, zum Beispiel hier.

Dave Hause, 7. März 2017, 20.30 Uhr, Strom.

Ihr wohnt nicht in München? Dann haben wie hier noch weitere Tourdaten für euch.

01. März – Köln, Gloria
02. März – Hannover, Faust
03, März – Berlin, Gretchen
04. März – Münster, Skater’s Palace
05. März – Wiesbaden, Schlachthof
06. März – Wien, Arena
08. März – Zürich, Dynamo
09. März –Stuttgart, Universum

Foto: PR