Willkommen 2017! Gut, dass du da bist. Deinem Vorgänger trauern wir jetzt nicht übermässig hinterher. Ja, die Konzertausbeute konnte sich sehen lassen, aber sonst durfte man unsere Beziehung wohl eher mit „es ist kompliziert“ beschreiben. Das frische, neue Jahr läuft im Januar halbwegs gemächlich mit einer akzeptablen Auswahl an Konzerten an. Für jeden was dabei, aber nicht zu viel geballte Top-Termine und deshalb wohl ganz gut mit eventuellen Detox-Vorhaben vereinbar. Wir haben mal wieder ausgewählt:

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05. Januar – ME AND MY DRUMMER
Charlotte Brandi und Matze Pröllochs sind Me And My Drummer. Das Duo aus Berlin macht Dream Pop mit bissl Indie, an Synthie- und Chorpassagen mangelt es den Songs der Band nie. Live sind sie geübte Entertainer, die ihren minimalistische Sound mit ihrer Bühnenpräsenz locker wettmachen. Für Klangteppiche ab ins Strom!

05. – 06. Januar – MUFFATWERK WINTERFEST
Das Muffatwerk lässt sich nie lumpen, wenn es um gute Veranstaltungen geht, das Winterfest ist jedoch ein Highlight für sich: Am Abend des 5. Januars spielen unter anderem Zoo Escape und White Miles Poop-Punk und Rock der Extraklasse, bevor dann im Starmelt Club Elektro-Indie-Tunes das Kommando übernehmen. Am Freitag geht es dann weiter mit den Bands von Flowerstreet Records: Nick Yume, Eletrkik Kezy Mezy und Die Sauna spielen live, danach heizen Axel Rupp und twoisaparty vom In_die_Disco-DJ-Team den Besuchern mit Indie-Pop ein. Alles auf dem kompletten Gelände des Muffatwerks in der Zellstraße.

16. Januar – WILLKOMMEN, NACHBARN (BELLEVUE DI MONACO BENEFIZABEND)
Ein unverzichtbarer Bestandteil der Münchner Willkommenskultur und eine wichtige Größe in Sachen Zeichen setzen gegen Fremdenhass und Hetze ist die Vereinigung Bellevue die Monaco über die letzten beiden Jahre geworden. Damit sich der Verbund auch weiterhin aktiv für die gute Sache einsetzen kann, soll ein Benefizabend im Jüdischen Zentrum München helfen.
Unterhaltung gibt’s in Form von Kabarett und Musik u.a. mit Hannes Ringlstetter, Alfred Dorfer, Kofelgschroa und den Münchner Symphonikern. Aktuell sind keine Tickets mehr verfügbar, aber das soll niemanden davon abhalten die Bellevues auch unabhängig davon bei ihren weiteren Vorhaben zu unterstützen. U.a. stehen nämlich Renovierungsarbeiten an den von der Stadt zugesprochenen Gebäuden an.

17. Januar – DIE FANTASTISCHEN VIER
Man könnte hier jetzt viel erklären, das Resultat wäre jedoch immer nur: SMUDO, Michi Beck, And.Ypsilon und Thomas D. kommen in die Olympiahalle. Mit dabei haben die deutschen Vorzeige-Hip-Hopper aus Benz-Town Hits aus ihrer inzwischen 25-jährigen Bandkarriere. Ab und zu sehen wir vor unseren inneren, inzwischen kurzsichtigen Augen immer noch, wie sich Michi Beck im Video zu „Populär“ die Haare blondiert und behaupten, wir könnten „MfG“ noch auswendig. Wieso? Weil wir zu geil für diese Welt sind.

17. Januar – CONOR OBERST
Einer der Meister der melancholischen Töne ist Conor Oberst aus dem frostigen Omaha/Nebraska. Mr. Bright Eyes, Desaparecidos und Monsters Of Folk kommt diesmal allein und mit seinem sehr wohlgeratenen neuen Album „Ruminations“ in den bestuhlten Postpalast und singt von Herzrasen, Schafe Zählen und der Heiligen Dymphna, der Patronin der psychisch Kranken. Hört sich erstmal wenig erhebend an, aber in der Tat klingt quasi alles zauberhaft was Herr Oberst zwischen Gitarre, Klavier und Mundharmonika beherzt zum Besten gibt. Wir empfehlen das wärmstens!

18. Januar – FIL BO RIVA
Im September haben wir uns mit dem Wahlberliner Filippo, dem Kopf von FIL BO RIVA,  unterhalten. Fazit: Einer, der weiß, was er tut. Er singt sich bunt durch Rock’n’Roll und Singer/Songwriter-Pop und erzählt gern auch Geschichten zu den Songs. Seine EP erschien im September und auch wenn der Titel, „If You’re Right, It’s Alright“ eine Ohrfeige an eine verflossene Liebe ist, werden dem smarten gebürtigen Italiener die neuen Fanherzen im Orangehouse nur so zufliegen. Nicht zuletzt wegen der außerordentlich guten Musik.

21. Januar – I HEART SHARKS
Das deutsch-britische Quartett I Heart Sharks hat 2016 ein recht elektronisch angehauchtes Album veröffentlicht, das sich in allen elf Songs durch einen sehr tanzbaren Beat auszeichnet. Da wird nicht an Synthies gespart! Wer auf die Friendly Fires steht, sollte sich an diesem Abend – mit seinen Dancing Shoes in der Hand – bitte im Strom einfinden!

21. Januar – DROPKICK MURPHYS
Nicht in Boston, sondern im Münchner Zenith ist heute das Epizentrum der US-irischen Punkrock-Musik: Die Dropkick Murphys sind in der Stadt. Als sie 2013 hier waren, glich das Zenith eher einem Festival als einer Halle. Erfahrungsgemäß drehen alle beim Septett aus South Boston durch und können ihren inneren Kelten rauslassen. Und bitte, spätestens bei „I’m Shipping Up To Boston“ dreht jeder durch. Vielleicht auch deshalb, weil man sich an Norman Reedus‘ Karriere vor Daryl-Zeiten in „The Walking Dead“ erinnert und die „Boondock Saints“ schon lang mal wieder anschauen wollten. Dropkick Murphys – Klassiker.

23. Januar – THE HEAD AND THE HEART
Ganz zauberhaften Indie gibt’s im Technikum: The Head And The Heart aus Seattle sind zu Gast. Die sechs Bandmitglieder, die sich unter anderem bei einer Open-Mic-Night kennengelernt haben, machen seit sechs Jahren melodiösen Indie-Folk-Pop. Ihr Album „Signs of Light“ erschien im Herbst 2016.

24. Januar –YALTA CLUB
Börlin trifft auf Fronkreisch. Das 6köpfige Gespann hat seinen Bandnamen der griechischen Mythologie entliehen, macht aber schwer zeitgemäße Musik. Während einige der Mitglieder mit alten Helden wie Bowie, den Beatles, the Kinks oder Brian Wilson’s Beach Boys aufgewachsen sind, wurden die anderen mit Cake, Calexico oder den Harmonien von Bandkollektiven wie I’m From Barcelona sozialisiert. Heraus kommt eine energiereiche Verbindung aus kalifornischem Pop und lebhaftem Folk, verziert mit klanghaften Harmonien und allerlei Instrumentarium von Melodica, Harmonika oder Body-Percussions bis hin zur Ukulele oder Xylophon. All das wird vor allem live zu einem Fest für alle Sinne, an diesem Abend im Feierwerk (Kranhalle).

25. Januar – CUT OUT CLUB
Der israelische Musiker Nitzan Horesh wollte sich eigentlich ins Studio zurückziehen und ein Soloalbum aufnehmen. Hat nicht ganz geklappt, denn herausgekommen ist die Platte eines 8köpfigen Bandprojekts voller Musiker(innen), die in Israel durchaus bekannt sind. Die zahlreichen Reminiszenzen an die 80er, die ständig aufleuchten, sind die Konstanten dieser zehn Tracks, ansonsten herrscht reichlich Abwechslung auf dieser fröhlichen Tanzplatte. Live gibt’s den treibenden Mix aus Funk-Bass, Synthie-Geplucker, Rock-Gitarre und was da noch alles zusammenkommt im Orangehouse.

26. Januar – JOASIHNO
Auf wie viele Bands kommen diese beiden Herren eigentlich? Cico Beck macht noch bei Aloa Input und The Notwist mit, Nico Sierig trommelt und multiinstrumentalisiert passenderweise bei Instrument und Le Millipede, aktuell zumindest. Ihr drittes Album „Meshes“ ist wohl Zeichen einer Verwandlung, von synthetischen Walfischen ist da die Rede und strobodurchzuckten schwarzen Glitzerrräumen. Klingt schon ein bisschen abgefahren. Im Import Export sollen sie dann auch noch Zuwachs von Roboter-Musikern bekommen. Potzblitz, da müss ma hin!

29. Januar – CAGE THE ELEPHANT
Dieser Abend im Technikum steht ganz unter dem Motto „There ain’t no rest for the wicked“. Denn so lautet nicht nur der Titel des größten Hits von Cage the Elephant, sondern der passt auch wie die Faust aufs Auge zum Ende eines neuen Konzertjahres. Die Burschen aus Kentucky haben in ihren Schaffensjahren u.a. mit Allison Mosshart von The Kills gearbeitet und ihr neues Album von Grammy-Gewinner und The Black Keys-Frontmann Dan Auerbach produzieren lassen. „Tell Me I’m Pretty“ heißt das und ist erst am 18. Dezember erschienen. Deutliche Rock-Töne werden darauf angeschlagen, manchmal hört man immer noch die Punk-Nuancen wie beim Vorgänger durch. So oder so, das ist eine Spitzenband und das wird eine Spitzenshow!

30. Januar – JOSÉ GONZÁLEZ & THE STRING THEORY (ausverkauft) 
Es ist wieder soweit! Nachdem er 2015 bereits die Muffathalle und den Dachauer Musiksommer beehrt hat, kommt der argentinische Schwede diesmal mitsamt Orchesterunterstützung in Form der Göteborg String Theory zurück in die Muffathalle. Dieses Aufgebot hatte er schon 2011 im Herkulessaal dabei und das war gelinde gesagt atemberaubend großartig. Wer für das ausverkaufte Spektakel zum Monatsende Karten ergattert hat, darf sich also standesgemäß ein Loch in den Bauch freuen – this will be a night to remember!

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