Neues Jahr, neue Musik. Oder auch alte oder welche vom letzten Jahr. So oder so – frisch wie ein kalter Wintermorgen. Unsere musikalischen Highlights für den Januar – voilà.

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Ursi
Herrje. Es hat sich in meiner Playlist nicht allzu viel Neues getan im letzten Monat, gebe ich zu. Ohrwürmer aus der Morning-Show und den Jahrescharts von FM4 finden sich da unweigerlich drin: AURORA, Johann Sebastian Bass und Teleman sind aber nur drei davon. Elbow beliefern uns noch diesen Monat mit einem neuen Album und ich möchte die erste Vorab-Single „Magnificent“ eigentlich zum Mantra dieses noch jungen neuen Jahres machen. Eigentlich ist ja nämlich doch alles wahnsinnig schön und toll auf unserem Planeten – wenn nur die ganzen Idioten nicht wären.

Niccoli Fabi singt auf italienisch und das nicht nur wahnsinnig schön, sondern auch für das bisserl Dolce Vita, von dem wir alle mehr brauchen. Neues gibt’s noch von den Temples und Cage The Elephant, letztere ja auch noch live zu sehen im Januar.  Meinem immer noch präsenten Unmut über die US-Wahl mache ich mit A Tribe Called Quest Luft, die sich einfach nicht in die Dezember-Playlist quetschen lassen wollten, und Public Enemy, weil die Herren schon immer Recht hatten. Sogar auf deutsch wird von den Fanta Vier („Populär“ – unübertroffen!) und von Dendemann gerappt!

Dave Hauses München-Show präsentieren wir und wir freuen uns über diese Nummer noch mehr seit die erste Single, „With You“, vom Album „Bury Me In Philly“ erschienen ist. Hand in Hand geht Dave Hause mit Frank Turner, der in diesem Monat noch ein ganz besonderes Jubiläum feiert: Seine erste Platte „Sleep Is For The Week“ wird zehn Jahre alt (dazu hier demnächst mehr). Und weil der Turner Frank vor vier Jahren mit den Burschen von den Dropkick Murphys hier in München war und die zurückkehren, dürfen die natürlich (!) mit „Shipping Up To Boston“ nicht fehlen. „Auf Wiedersehen“ heißt es dann mit dem Song der Cantina-Band aus Star Wars nicht nur für euch bis zur nächsten Playlist, sondern in diesem speziellen Fall für Prinzessin Leia für immer. (Außerdem wollte ich schon lang einmal das Laserschwert in Spotify als Zeitbalken aktivieren. The Force, eh klar!)

Und Übrigens… Seit auf Bayern2 am 2. Januar der Song „Falling Feathers“ der jungen Münchner Musikerin Milla lief, bin ich auf der Suche danach: Solltest du, Ukulelen-Dame aus der S7, das lesen – bitte melde dich!

Kerstin
Also eigentlich wäre von meiner Seite für den Januar ein wüster Mix angebracht aus den Soundtracks sämtlicher neuerer Space-Filme und Serien (Ja, es ist wieder soweit. Aktuell wird leicht obsessiv einmal mehr alles von Sunshine, Moon bis Interstellar und Cosmos geschaut.), Parademärschen (The Crown lässt grüßen), Saloonpiano-Tunes (Hallo Westworld) und Smelly Cat (Zum Neutralisieren eignet sich wenig besser als wohldosierte 10 Staffeln Friends). Aber, das wär nix, und deshalb gebe ich mir selbstverständlich Mühe, auch zum Beginn des neuen Jahres wieder was „Vernünftiges“ zusammenzuschrauben.

Das Rad wird aber ehrlicherweise auch bei mir nicht neu erfunden. Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn, alles in allem keine Schocker, würde ich meinen. Den Anfang macht der Österreicher der Stunde: Vodoo Jürgens. Nicht nur „Heite grob ma Tote aus“ – in der Tat die Nummer 1 der FM4 Jahrescharts – klingt erfrischend wie der kühle Morgentau, das ganze Album ist eine Schau. Ehrlich, schwarzhumorig und manchmal auch ein bisschen grausig (er und die irre Sargnagel haben sich sicher blendend verstanden beim gemeinsamen Jahresrückblick für die Wiener Zeitung.). Der nächste Irre folgt auf dem Fuß, nämlich Jeff Rosenstock. Diesmal beichtet er „I did something weird last night“, was mich jetzt nicht über die Maßen verblüfft. Das erledigt schon eher die Neuigkeit, dass RVIVR jetzt auf Spotify angekommen sind. Da kann doch endlich mal ein Song der feinen Bande in die Playlist! Wieder gehört wurden zuletzt auch Manchester Orchestra und …Trail Of Dead. Die „Cope“ (2013) immer noch fresh und wohlklingend, auf dem besten Weg zum Klassiker, die „Worlds Apart“ (2005) hat sich das Prädikat schon vor geraumer Zeit gesichert. Mit Touché Amoré und Thrice folgen dann 2 von 3 Anwärtern auf die Platte des letzten Jahres und werden von neuem Material der (zumindest von mir) für immer verschollen geglaubten AFI begleitet. Danach darf der Biffy ran. Fun Fact, Re-arrange läuft inzwischen beim REWE, also nehmen wir mal lieber was Anderes…

Phoenix wurden soeben für das kommende NOS Alive in Lissabon bestätigt, das spricht für neue Musik! Von The Shins gibts die schon. Nach dem ersten Vorboten wurde nun das neue Album angekündigt und ein zweiter Song vorausgeschickt, genau wie bei Ryan Adams. Da kommt doch erhebliche Freude auf.
Den Cooldown erledigen The Slow Show (ebenfalls eine Entdeckung 2016 und eins meiner Lieblingsalben des Jahres), All diese Gewalt (ein nicht zu verachtendes Nebenprojekt von Die Nervens Max Rieger), sowie London Grammar mit ihrem ersten, wirklich hübschen Lebenszeichen seit ca. 3 Jahren. Und den Schlussakkord setzen Christine and the Queens mit dem letzten Song vom 2016 ebenfalls schwer liebgewonnenen Album „Chaleur Humaine“.
So, ich hoffe es gibt jetzt keine Klagen. Guten Start ins (Musik)Jahr 2017 allerseits!

Renzo
Renzo ist im Urlaub. In einem Land, das in den Nachrichten vorkommt, wenn es dort mal schneit. Kerstin und Ursi senden musikalische Grüße in den Süden mit einem Klassiker der ortansässigen Pop-Szene: #OfraHaza.

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