Sodala, erste Neuerung im laufenden Jahr: Anstatt euch the good, the bad and the ugly der Konzerte pro Monat vorzustellen, sagen wir euch ab jetzt, wo ihr uns wirklich finden könnt. Das sind bei weitem weniger Shows (keiner schafft 60 in 30 Tagen), dafür handverlesene. Wir hoffen, das ist auch in eurem Sinne.

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Ursi

Raus aus dem Winterschlaf und ab zu den Konzerten! Vier Stück liegen mir da sehr am Herzen: eine Empfehlung von einem guten Freund, ein lokaler Künstler, eine famose Band aus der Steiermark und eine Show, die wir präsentieren und die deshalb eh Spitzenklasse ist.

03. März | Local H und Helmet | Technikum

Letzte Woche bekam ich Post aus Vermont: Ein guter Freund, den ich seit Jahren nicht gesehen habe, schreibt von seinem Umzug in den Green Mountain State und dass ich doch am 3. März ins Technikum gehen sollte: Local H spielen. Local H sind ihres Zeichens nicht nur eine laute Band zwischen Alternative, Power Rock-Akkorden und Coverversionen, sondern auch die Vorband von Helmet. Die Zwei-Mann-Chose Local H sind für ihre Live-Bands bekannt: Ob die Show, die sie auf eBay versteigerten, oder die, bei der nur Publikumswünsche gespielt wurden, Local H sind eine Fetzenband aus Illinois.

Achso, und Helmet? Ja, Helmet sind halt laut und krass und Klassiker. Seit 1989 macht die Band aus New York Alternative Metal, sechs Jahre war es zuletzt still um das Quartett. Ende 2016 haben sie „Dead To The World“ veröffentlicht und damit kommen sie jetzt auf Tour.

07. März | Dave Hause | Strom (ausverkauft)

Dave Hause haben wir euch in den letzten Monaten angepriesen wie nix. Nicht nur, weil wir die Show in München präsentieren, sondern auch weil er einer von den ganz Guten ist: Zwischen Folk-Pop und Americana pendeln sich die Songs des Revival-Tour-Alumni ein. Viele Tracks von seinem neuen Album „Bury Me in Philly“ klingen nach einem Abend in einer guten Bar, Barbeque im Garten, Jungs mit Karohemden und Mädels mit lautem Lachen. Klingt perfekt? – Bingo!

Bis zum Sonntag läuft übrigens noch unser Gewinnspiel für diese inzwischen AUSVERKAUFTE München-Show. Im Vorprogramm hat Dave Hause Robyn G. Shiels dabei, der ganz klassische, manchmal melancholische Singer-Songwriter-Musik macht. Aber das ist nicht der einzige: Die Dead Heavens, eine Blues-Rock-Formation aus New York, sind auch am, Start. Konzert-Galore am Dienstagabend im Strom? – We like!

08. März | Granada | Hansa39

Versprochen, ganz vorn und textsicher seh ma uns am zweiten März-Mittwoch im Hansa39! Granada aus Graz sind zu Gast und diese Band soll bitte lang, oft und immer wieder spielen: Bei ihren Indie-Pop-Songs mit Akkordeon, österreichischem Schmäh und in österreichischem Akzent geht mein Herz auf. Und wenn man dann auch noch mitwackeln kann, mal schnell, mal langsam, dann isses besser als „eh ok“. Und bitte: Die Billy Joel-Coverversion möchte bei uns in München bitte in etwa genau so oder besser als in Berlin (!) klingen. Hier der Song zum Auswendiglernen bitte, danke, gern.

Die Burschen aus Graz sind saunett und machen noch dazu saugute Musik. Im Vorprogramm werden die Österreicher von Onk Lou unterstützt, der auf seiner Gitarre klampft und sich dabei die Seele aus dem Leib singt. Kennen wir von Frank Turner bis Larry & His Flask und wird nie alt!

25. März | Xavier Darcy | Ampere

Support your local artists! Xavier Darcy ist eigentlich aus England, aber hat sich schon vor einiger Zeit bei uns in München niedergelassen. Er sang mal im Chor, er spielt Gitarre und er hat am 24. Februar sein Debüt „Darcy“ veröffentlicht. Darauf versteckt er hinter Feelgood-Melodien tiefsinnige Texte vom modernen Leben: von der Einsamkeit in der Großstadt, von den Ängsten, unter denen man leidet. Es sind mitreißende Melodien und Songs, die den Stempel „Pop Album“ nicht scheuen, und teils tieftraurige Texte, die es zu allem anderem als leichtem Pop machen. Manchmal holt er sich elektronische Unterstützung und auch die von anderen, vor allem im Pop beheimateten Instrumenten dazu, jedoch stellt er nie seine Stimme in der Hintergrund.

Xavier Darcy ist da ein ganz schöner Wurf gelungen, den man sich – inklusive Gitarre und Mundharmonika – jetzt im Ampere anschauen kann.

Oddisee und Car Seat Headrest hab ich noch auf meinem Zettel, aber über diese beiden lest ihr bei Kerstin und Renzo mehr.

Kerstin

Zugegeben wurden die Konzerte zum Jahresauftakt gut zurückgeschraubt. Das ist fast schon traditionell so, ein bissl Schonfrist muss einfach sein. Nicht dass einen das neue Jahr gleich im ersten Drittel wieder komplett auslaugt. Aber im März zieht es auch schon wieder an, und so stehen gleich mal 5 unvermeidliche Shows auf meinem Zettel.

03. März | Loyle Carner | Ampere (ausverkauft)

Der britische Rap-Mister der Stunde heißt bürgerlich Benjamin Coyle-Larner (witziges Kerlchen) und fabriziert verdammt gute Musik. Die geneigte Gemeinde ist ob seines Debüts „Yesterday’s Gone“ gehörig aus dem Häuschen und überschüttet den Jungspund mit reichlich Lorbeeren. Die Scheibe läuft aber auch unverschämt gut rein. Spätestens bei „NO CD“ dürfte es auch um den letzten Skeptiker geschehen sein. Ich bin wirklich gespannt, was der Burschi live kann.

08. März | Cloud Nothings | Kranhalle

Nach Weezer und ordentlich Death Cab klingt die Formation aus Cleveland auf ihrem Ende Januar veröffentlichten neuen Album „Life Without Sound“. “This record is like my version of new age music,” meint Sänger Dylan Baldi dazu. Nach Eso-Trip und Spa-Tag klingt das nun wirklich nicht, aber jedem seine Einordnung. Mit einem zweiten Gitarristen ist dem neuen Quartett eine sehr fesche, poppige LoFi-Indie-Rock-Platte gelungen.

13. März | Smile And Burn | Sunny Red

Ohne ein- bis zweimal Punkrock läuft das nicht, und so stehen auch Smile And Burn aus Berlin auf dem Programm. Mit „Get Better Get Worse“ haben sie seit Ende 2016 ihre neue krachige, spaßige, rotzige Punk-Rock Platte am Start. Es sollen Band-Shirts mit Leslie Nielsen und des New Girl’s gspinnertem Herzbuben Nick Miller fabriziert worden sein. Ich bitte darum, solche in München anzubieten!

 19. März | Car Seat Headrest| Kranhalle

Zuerst in der Netflix-Serie Flaked mit der Musik geliebäugelt, steht nach zwei gekauften und gern gehörten Alben fest, das könnte was von Dauer werden. Will Toledo schreibt tolle Musik, die er in wirklich wunderschöne Songs mit reichlich schrägen Titeln packt. Ein besonders beachtliches Exemplar: „(Joe Gets Kicked Out of School for Using) Drugs With Friends (But Says This Isn’t a Problem)“. Irgendwie wirkt dieser Indie-Rock reifer als die 23 Jahre seines Machers. Manchmal geht es zwar doch ein bisschen mit ihm durch aber zumeist klingt es trotz der guten Portion Verschrobenheit erstaunlich rund, ausgeglichen und nach ziemlich kunstfertigen Ohrwürmern.

23. März | Spidergawd| Hansa 39

Eine recht erstaunliche Kombo sind diese Norweger, ein Ableger der Trondheimer Psychedelik-Altmeister Motorpsycho. Zwischen geradem Schweinerock und Blues-Eskapaden, mit einer fetten Rhytmus-Sektion und einem Bariton-Saxophon ausgestattet, ist hier eine Runde exzellenter Musiker am Start. Gerade haben sie ein neues Album veröffentlicht, das noch auf Begutachtung wartet, aber die Live-Qualitäten wurden bereits letztes Jahr im Strom einhellig für gut befunden.

Renzo

Vor kurzem habe ich festgestellt, dass mein letztes Konzert tatsächlich schon knapp ein halbes Jahr zurückliegt – The Cure in der Olypmiahalle. Nachdem ich mir SOHN im Februar entgehen ließ, weil ich mich im tiefsten Winterschlaf befand, hab ich mir für März ein paar Gig-Go-Sees rot im Kalender markiert.

04. März | La BrassBanda | Olympiahalle

Für ungeübte Ohren klingt es wie Oompha-Musik. Seit zehn Jahren machen LaBrassBanda zusammen Musik und begeistern mit ihrer Folklore 2.0 das Publikum von Berlin bis an den Bodensee. Ganz entspannt kombinieren sie bayerische Volksmusik mit Ska, Techno, Reggae und Brass. Bevor es wieder auf Tour geht, blasen uns die Buam aus dem Chiemgau zum Band-Jubiläum in der Olympiahalle weg. Zu hören gibt es u.a. auch die Songs aus dem neuen Album „Around The World“, das am 4. März erscheint. Eine Release-Party der Extraklasse. Mit Pauken und Trompeten in den Frühling!

04. März | Serafyn | Pigalle
Etwas ruhiger geht es am 4. März im Pigalle im Rational Theater in Schwabing zu. Es kommt selten vor, dass eine Schweizer Indie-Band sogar im angloamerikanischen Raum wahrgenommen wird. Soundcloud und Fink machten es möglich. Nachdem die britischen Musiker einen Song der Basler Band gepostet hatten, avancierten Serafyn plötzlich zum WWW-Hype. Mit seinem verspielt-verträumten Folk-Pop, der teilweise an Boy eronnert, kommt das Basler Quintett sehr international daher. Inspiration finden meine Landsleute nicht nur bei Fink, auch Daughter und Feist scheinen sie zu mögen. Perfekt für einen sanften Weckruf aus dem Winterschlaf!

13. März | Oddisee | Ampere
Vor eineinhalb Jahren begeisterte er uns mit seinem cleveren Conscious Rap im Ampere – dieses Frühjahr kehrt Oddisee nach München zurück. Im Gepäck hat er sein neues Album „The Iceberg“. Der Sohn eines sudanesischen Vaters und einer afroamerikanischen Mutter wuchs in einer wohlhabenden Gegend von Washington D.C. auf. Deshalb interessieren ihn „Texte über Drogen und Morde“ nicht. Viel mehr verarbeitet er in seinen gesellschaftskritischen Lyrics Themen wie Ungleichheit und Armut, unterlegt von lässig souligen und jazzigen Samples, live umgesetzt von seiner smoothen Begleit-Band Good Company. In Zeiten einer unreflektierten, orangefarbenen Comicfigur als US-Präsident genau das Richtige. Donald, watch out!

15. März | Warpaint | Muffathalle

„You got the moves, bang bang baby“ – meine Lieblingszeile aus ihrem „New Song“, der ziemlich Tarantino-esque daher kommt. Die Single war ein Vorbote auf das aktuelle, dritte Album „Heads Up“ der etwas anderen US-Girlband. Der coole Vierer kombiniert lässigen Dream Pop mit psychedelischen Rock-Elementen, dazu gibt’s mehrstimmigen Harmonie-Gesang. Ein bisschen Bangles, ein bisschen Beck, ein bisschen The xx – angebliche Inspirationsquellen wie Janet Jackson und Outkast müssten sie uns nochmals im Detail erklären. In München stehen sie mit ihrem eigenwilligen Sound in der Muffathalle auf der Bühne.

20. März | Ed Sheeran | Olympiahalle (ausverkauft)

Klar, man kann seinem neuen Überhit „Shape Of You“ vorwerfen, dass er auf das derzeit in den Charts angesagte austauschbare Chill-House-Gedöns mit fluffigen Folk-Anleihen getrimmt ist. Egal. Dem sympathischen Rotschopf  kann man nicht lange böse sein. Schon gar nicht, wenn man ihn live auf der Bühne erlebt. Alleine, ich betone, ganz alleine, lediglich mit seiner Gitarre, bespielt Ed Sheeran die weltweit größten Arenen und zieht das Publikum in seinen Bann. Zwei Wochen nach dem Release seines dritten Albums „÷“  ist er in Deutschland zu Gast. Dass der Brite ein exzellenter Performer ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Die Olympiahalle ist ausverkauft.